Once sitting on the Top of the World: Amanda Marshall

von Nadia

Manchmal tauchen Künstler_innen mit einem ganz großen Knall auf, und dann verschwinden sie still und leise einfach wieder, und niemand erinnert sich mehr an sie oder fragt sich, wann und ob sie wieder auftauchen. So wie Amanda Marshall. Allerdings frage ich mich bei ihr bis heute, wann sie wieder nachladen wird.

Amanda Marshall, zap.to/tear-no-art

Amanda Marshall, zap.to/tear-no-art

Amanda: 1995 erschien sie auf der Singer-/Songwriter-Pop-Fläche, räumte mit ihrem nach sich selbst benannten Debüt-Album ordentlich ab (sechs Top-40-Hits, ausverkaufte Häuser und zusätzlich ein Abonnement auf die Soundtracks aller wichtigen Teenie-Soaps der 90er).

Antipode von Jewel

Quasi als Antipode zu Jewel, die im selben Jahr wie Amanda ihr Debüt (“Pieces of You“) veröffentlicht hatte und ebenfalls goldene Platten einfuhr ohne Ende, konnte Amanda mühelos bis Ende des alten Jahrtausends zeigen, dass sie ganz klar zur großen Garde Musiker_innen gehörte.

Jewel machte danach bis heute irgendwie halbwegs dümpelhaft weiter, und Amanda legte nach einem sehr erfolgreichen zweiten Album ein drittes weniger erfolgreiches nach, und dann hörte man von ihr nichts mehr, bis heute.

“A woman who looks white but is actually black”

Am 25. August 1972 wurde Marshall in Toronto geboren, als Einzelkind in einer multiethnischen Familie. Mit 17 Jahren ging sie nach ihrer Jugendzeit in Halifax wieder nach Toronto, wo sie sich tagsüber als CallCenter-Agentin durchschlug und nachts mit ihrer Band Gigs spielte.

Bei einem dieser Auftritte begegnete sie dann dem (2008 verstorbenen) Blues-, Rock- und Jazzgitarrist Jeff Healey, der direkt ihr Talent erkannte und zu einem ihrer größten Förderer wurde. Das erste Plattendeal-Angebot wurde 1991 noch ausgeschlagen, aber dann 1994 bei einem Major-Label unterschrieben.

Der Durchbruch folgte direkt mit millionenfach verkauften Alben weltweit. Wer sich an Amanda erinnert und sie vielleicht in die Ecke seichter Alternativ-Pop-Songs-Lieferant_innen mit Hang zum Sell-Out (dazu gehört auch vielleicht das wiederholte Auftauchen auf Kuschelrock-Compilations) stellen möchte, liegt meiner Meinung nach falsch.

Zum einen gehörte sie zu den besten Sängerinnen die in den 90er Jahren so herumliefen, und zum anderen verarbeitete sie in ihren Tracks durchaus auch komplexe Themen: Ihre zum Teil trinidadische Herkunft und die Widersprüchlichkeiten, die sie damit zusammenhängend vor allem in ihrer Kindheit erlebt hatte, verarbeitete sie so etwa zum Teil auch in Songs “as a woman who looks white but is actually black”.

Und wenn bedacht wird, was ab 2002 passierte, dann ist im Prinzip jede Platte, die zuvor verkauft und vergoldet wurde, gut angelegt gewesen: Gefeuertes Management, Ärger mit dem Label (bis heute) und Schweigepflichtsvereinbarungen, die dafür sorgen dass Amanda nicht wirklich öffentlich diskutieren kann, was denn jetzt Stand  der Dinge ist.

Ab und zu dringen ein paar ominöse Informationsfetzen durch, in denen es etwa heißt, 2013 würde ein neues Album erscheinen. Und bis es so weit ist, denke ich manchmal einfach das was ein Fan mal ganz treffend formulierte:

“I get depressed when i come to an Amanda Marshall-Song or Video because she ain’t comming back like I would like her to be, which is making records. For some reason she has no record contract and does very little live. I MISS HER AND JUST SAY WHAT A WASTE.”




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 29. August 2013 um 11:44 Uhr unter Kultur. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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4 Kommentare

  1. Maya sagt:

    Velen Dank für diese schöne Erinnern an Amanda, liebe Nadia.

    Ich habe sie auf ihrer ersten Tour in Deutschland (95/96? weiß nicht mehr genau) in einem kleinen Club in Köln live gesehen. Es war eines meiner schönsten Konzerte, das ich besucht habe. Sie ist einfach genial und so sympathisch!

    Ich würde mich so freuen, wenn sie wieder was machen würde, denn sie ist großartig.

  2. […] Na, kennt ihr noch den Song “Let It Rain” aus den 90ern? Nadia erinnert bei der Mädchenmannschaft an Amanda Marshall. […]

  3. ka sagt:

    Sie sollte sich vielleicht mal mit Amanda Palmer treffen-die hat ihr schietes Management gefeuert und die Fans selbst um geld gebeten(siehe tedxTalk “the art of asking” ) und auch ne Million bekommen-wenn es bei amanda marshall um geld geht und sie genug erinnernde Fans hat dann müsste sie einfach Fragen-und könnte ihr mieses Management hinter sich lassen.

  4. rudolf hanss sagt:

    ich habe sie 1996 als vorgruppe bei peter maffay,, gesehen..
    danach wusste ich nicht mehr wer an diesem abend der hauptstar war..
    das will was heissen .. ich bin seid 40 jahren grosser maffay fan.

    hoffentlich kommt sie nochmal nach europa…..