Muschis mit Köpfchen

von Verena

Manchmal weiß man gar nicht, ob man sich lieber ins Gesicht oder zwischen die Beine schauen will, um den aktuellen Stand der Dinge zu klären. Klar, das größte Sexualorgan liegt zwar zwischen den Ohren, aber nicht alle sexuellen Erkenntnisse oder Studien beweisen besonders viel Köpfchen. Diese Woche in den Vulva-Spots einige Kopfschüttler und doch, auch ein paar gute Dinge.

Nur noch selbstbewusst ins Bett: Gute Neuigkeiten für heterosexuelle Paare offenbart eine aktuelle US-Studie, die Jezebel vorstellt. Demnach sind Männer durchaus stark daran interessiert, dass ihre Partnerin auf ihre erotischen Kosten kommt. Für alle gilt, je selbstbewusster, unabhängiger und empathischer man sich auf einander stürzt, desto mehr profitiert die sexuelle Zufriedenheit.

Die Vagina, keine Frage, ist großartig. Das sieht auch die Business-Man-Katze im folgenden Video und plädiert dafür, alles, was sonst als großartig, übermenschlich, wunderbar gilt, schlicht als ‚vaginal‘ zu bezeichnen.

Ganz so geil, wie man denken könnte, ist dieses Setting nicht. Wie Bust ganz richtig anmerkt, uns von einer auf männlichen V.I.P. getrimmter Katze dozentenhaft über die Großartigkeit unserer Geschlechtsteile aufklären zu lassen, brauchen wir nicht. Noch zweifelhafter: Hinter dem Spot steht ein Unternehmen, das weibliche Hygienartikel produziert. Total geschmacklos das Ganze. Aber das wollen solche Firmen mit unseren Vaginas ja wohl erreichen: geruchs- und geschmacksfrei. Na danke!

Auch nicht besser ist, was jezebel nun in einem Beitrag des Journal of Sexual Medicine las: Anhand der Ausgeprägheit der Erhebung in der Mitte der weiblichen Oberlippe ließe sich das individuelle Orgasmuspotential erkennen. Bevor ihr jetzt nen Spiegel holt… schon bei Deep Throat war man irrigerweise der Meinung, die Klitoris liege im Rachen.

Heise.de stellt in einem Interview mit Stefan Volk dessen Buch „Skandalfilme“ vor, das sich mit den ‚cineastischen Aufregern gestern und heute‘ beschäftigt. Für Wirbel sorgten dabei weniger Nacktheit und Geschlechtsteile in Action als Geschlechterbilder:

Letztlich aber ging es meistens gar nicht so sehr darum, wie viel Haut gezeigt wurde, sondern vielmehr um das geschlechtliche Rollenbild, das die Filme vermittelten. Wenn man so mag also weniger um „Sex“ als um „Gender“. Frauen stießen da viel schneller an Grenzen als Männer.

Mit gängigen Pornomythen räumt Cyndi Gallop auf. Ihr Internet-Projekt makelovenotporn stellt jeweils ein Porno-Klisschee auf den realitätstauglichen Prüfstand. So wird erklärt, dass weder alle Frauen von Natur aus rasiert sind, noch dass ins Gesicht spermen das Highlight jeder Penetration ist, oder dass Frauen immer und dauernd kommen, obwohl nichts von dem, was passiert, in der Nähe der Kitoris stattfindet. Eine super Seite, lustig und ohne moralisches Gedöns. Was Gallop zu ihrem Projekt so zu sagen hat, findet ihr auch beim SZ-Magazin verlinkt.




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Eintrag geschrieben: Freitag, 5. August 2011 um 9:06 Uhr unter Sex_ualität. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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5 Kommentare

  1. Angelika sagt:

    danke @Verena für die links !

    Cindy Gallop’s MLNP und ihr TED-talk von 2009 (!) gehören zu meinen go-to-favoriten (siehe auch ihr projekt „if we ran the world“ :)

    http://ifwerantheworld.com/

    zK hier ein (scripted/geschriebenes) TED-interview mit ihr – „I consider myself a rampant feminist“ – englisch
    http://blog.ted.com/2009/12/02/qa_with_cindy_g/

  2. […] ist das Video der Woche (via mädchenmannschaft): Make love, not […]

  3. maria sagt:

    warum wird denn das video verlinkt? so ein blödsinn, je mehr klicks desto besser für den user… pfff

  4. Luna sagt:

    @maria: nun ja, dafür kannst du dich davon überzeugen, dass die mädchenmannschaft nicht einfach irgendwas erzählt. Außerdem gibt es immer noch die Möglichkeit des „disklike“ und die Kommentarfunktion!

  5. tba sagt:

    Das Journal of Sexual Medicine ist eine wissenschaftliche Fachzeitschrift, Deep Throat ein fiktionaler Pornofilm. Der Vergleich hinkt aber mächtig.