Einträge mit dem Tag ‘Liebe heute’


Ehe, Kinder und die üblichen Klischees – die Blogschau

14. Januar 2012 von Verena

reischan macht sich Gedanken um das über-einen-Kamm-Scheren von Feminist_innen und appelliert daran, den Männern die Definitionsmacht darüber, was Feminist_innen sind oder nicht sind aus der Hand zu nehmen.

Die Zahlenzauberin darf zu Recht angeben: Mit einem gestickten „Riots Not Diets“.

denkwerkstatt veröffentlicht den ersten Teil ihres Interviews mit Raewyn Connell, einer der Mitbegründerinnen der akademischen Männlichkeitsforschung.

fuckermothers berichtet über das Ergebnis einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), wonach Deutschland das einzige OECD-Land – von 23 – ist, das die Erwerbstätigkeit beider Eltern steuerlich behindert; Stichwort Ehegattensplitting.

Noah Sow schildert die kurze, gruselige Unterhaltung in einer Umkleide: Darf ich Ihnen den Rücken eincremen?

West-Östliche Diva erzählt vom Neujahrsempfang der Deutsch-Arabischen Gesellschaft in Berlin, in der sie mit ihrer Freundin nicht nur den Altersdurchschnitt senkt sondern sich auch über diversen „Orientalistenquatsch“ und drei weiße Männer – u.a. Peter Scholl-Latour – auf dem Podium ärgert.

Die australische Get Up! Kampagne wirbt mit einem Video gegen die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Ehen

Um die Ehe geht es auch bei Teresa Bücker, die für die FAZ-Community unser Verständnis von der Ehe hinterfragt. Wo ist dort zwischen öffentlichen Reaktionen wie ‚hoffnungslos romantisch‘ und ‚hoffnungslos gestrig‘ noch Platz für die freie Entscheidung einzelner?

Die kleine Ethnologin nimmt Stellung zu einem SZ-Artikel, der über ein jüngst in der USA erschienenes Buch über Michelle Obama berichtet und eifrig die Klischees der Politikergattin bedient.

Puzzlestücke kotzt über den offensichtlichen Sexismus sogenannter Friend-Zones, in denen Männer die Harmlosen und Frauen die Bösen sind. Passt exellent zu Nadines Text über Nice-Guys. (mehr …)


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Mitmachen bei Pornografie-Umfrage

11. November 2011 von Verena

Ob es Verbindungen zwischen Pornografiekonsum und sexuellen Wünschen und Phantasien und sogar Verhaltensweisen gibt, ist eine wiederkehrende Frage. In einer internationalen Online-Befragung zweier Wissenschaftlerinnen sollen nun neue Erkenntnisse gewonnen werden.  Nicola Steffen betreut das Forschungsprojekt mit. Sie ist freiberufliche Künstlerin und promovierte Kunstpädagogin. Ihre Kunst befasst sich – genauso wie ihr Forschungsinteresse – mit Repräsentationen von Gender in den Medien. Für sie außerdem interessant sind Pornografie und Kultur, ins­be­sondere alles was „dazwischen“ liegt, also deren Schnittstelle. Ihre Doktor­arbeit schrieb Steffen über das Phänomen des „Porn Chic“ auf Clubflyern und aktuell untersucht sie zusammen mit der us-amerikanischen Medien­wissen­schaft­lerin Dr. Chyng Sun die Auswirkungen des Pornografiekonsums im Internet. Dazu schreibt sie:

Im Laufe des letzten Jahrzehntes, ist Pornografie in den kulturellen Mainstream eingedrungen. Dies ist, zumindest teilweise, bedingt durch die Entwicklungen neuer Technologien und den  Möglichkeiten, die damit einhergehen („web 2.0“). Als Folge ist Pornografie so zugänglich wie nie zuvor, und, da die Entwicklungen schneller vonstattengehen als Gesetze und Bestimmungen geschaffen werden können, trifft dies auch auf Kinder und Jugendliche zu. Es gibt wenig Indizien, oder gar Studien, dass sexuelle Inhalte an sich einen negativen Effekt auf Kinder und Jugendliche haben. Was meines Erachtens jedoch bedenklich ist, ist die zunehmende Verlagerung der Inhalten populärer Pornografie in Richtung extreme Pornografie (Doppelpenetrationen, Ejakulation in Gesicht und Mund, Ass-to-Mouth) – schon lange verfügbar für diejenigen welche sie aktiv aufsuchen, ist extreme Pornografie nun für jeden unmittelbar erreichbar, der Zugang zum Internet hat. Es gibt Grund zu glauben, dass diese neuen extremen Inhalte die sexuellen Skripte mancher Männer beeinflussen, sowie ihre Erwartungen Frauen gegenüber (und sich selbst), außerdem werden negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein von Männern (und noch mehr auf das von Frauen) angenommen. Erstaunlicherweise haben die gegenwärtigen Inhalte populärer Pornografie im Internet, trotz ihrer Relevanz, so gut wie keine Aufmerksamkeit in der Forschung bekommen.

Chyng Sun lehrt an der New York University und hat schon zahlreiche Bücher und Artikel zum Thema Pornografiekonsum und Pornoindustrie veröffentlicht. Die aktuelle Online-Befragung wird in einem Dutzend Länder weltweit durchgeführt und für Deutschland von Nicola Steffen koordiniert. Der Fragebogen (Achtung! Triggerwarnung) ist bis auf einige Filmtitel am Schluss auf deutsch, in knapp zehn Minuten auszufüllen und auch für Menschen geeignet, die keinerlei Erfahrung mit Pornografie haben. Leider richtet sich die Umfrage nur an heterosexuelle Männer und Frauen. Für Fragen oder Anmerkungen stehen sowohl Nicola Steffen (nybom[at]gmx.de) als auch Chyng Sun (Cfs1[at]nyu.edu) zur Verfügung. Und ein dickes Danke gibt es von Steffen schon mal vorab:

Ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr an der Studie teilnehmen würdet. Die Befragung wurde von New York University, University Committee on Activities Involving Human Subjects (HS#10-0187) genehmigt und die Anonymität der Teilnehmer wird garantiert.

Also unbedingt mitmachen!


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Loriot

23. August 2011 von Anna

Inzwischen haben es wohl alle mitbekommen: Loriot ist gestern im Alter von 87 Jahren verstorben.
Bei Twitter war sein Tod Anlass für einen „Zitateflashmob“. Nicht nur dort wird heute und wohl auch noch in den nächsten Tagen mit dem Zitieren der liebsten Stelle oder dem Schildern des liebsten Sketches an ihn gedacht werden.

Warum ich jedes mal, wenn ich mal wieder einen Kommentar der Sorte „seht doch endlich ein, dass Männer so und Frauen so sind“ lese an ihn denken muss, zeigt das folgende Video. Die Frage danach, wie Männer und Frauen sind, dürfte damit dann hoffentlich auch ein für alle mal beantwortet sein.


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Muschis mit Köpfchen

5. August 2011 von Verena

Manchmal weiß man gar nicht, ob man sich lieber ins Gesicht oder zwischen die Beine schauen will, um den aktuellen Stand der Dinge zu klären. Klar, das größte Sexualorgan liegt zwar zwischen den Ohren, aber nicht alle sexuellen Erkenntnisse oder Studien beweisen besonders viel Köpfchen. Diese Woche in den Vulva-Spots einige Kopfschüttler und doch, auch ein paar gute Dinge.

Nur noch selbstbewusst ins Bett: Gute Neuigkeiten für heterosexuelle Paare offenbart eine aktuelle US-Studie, die Jezebel vorstellt. Demnach sind Männer durchaus stark daran interessiert, dass ihre Partnerin auf ihre erotischen Kosten kommt. Für alle gilt, je selbstbewusster, unabhängiger und empathischer man sich auf einander stürzt, desto mehr profitiert die sexuelle Zufriedenheit.

Die Vagina, keine Frage, ist großartig. Das sieht auch die Business-Man-Katze im folgenden Video und plädiert dafür, alles, was sonst als großartig, übermenschlich, wunderbar gilt, schlicht als ‚vaginal‘ zu bezeichnen.

Ganz so geil, wie man denken könnte, ist dieses Setting nicht. Wie Bust ganz richtig anmerkt, uns von einer auf männlichen V.I.P. getrimmter Katze dozentenhaft über die Großartigkeit unserer Geschlechtsteile aufklären zu lassen, brauchen wir nicht. Noch zweifelhafter: Hinter dem Spot steht ein Unternehmen, das weibliche Hygienartikel produziert. Total geschmacklos das Ganze. Aber das wollen solche Firmen mit unseren Vaginas ja wohl erreichen: geruchs- und geschmacksfrei. Na danke!

Auch nicht besser ist, was jezebel nun in einem Beitrag des Journal of Sexual Medicine las: Anhand der Ausgeprägheit der Erhebung in der Mitte der weiblichen Oberlippe ließe sich das individuelle Orgasmuspotential erkennen. Bevor ihr jetzt nen Spiegel holt… schon bei Deep Throat war man irrigerweise der Meinung, die Klitoris liege im Rachen.

Heise.de stellt in einem Interview mit Stefan Volk dessen Buch „Skandalfilme“ vor, das sich mit den ‚cineastischen Aufregern gestern und heute‘ beschäftigt. Für Wirbel sorgten dabei weniger Nacktheit und Geschlechtsteile in Action als Geschlechterbilder:

Letztlich aber ging es meistens gar nicht so sehr darum, wie viel Haut gezeigt wurde, sondern vielmehr um das geschlechtliche Rollenbild, das die Filme vermittelten. Wenn man so mag also weniger um „Sex“ als um „Gender“. Frauen stießen da viel schneller an Grenzen als Männer.

Mit gängigen Pornomythen räumt Cyndi Gallop auf. Ihr Internet-Projekt makelovenotporn stellt jeweils ein Porno-Klisschee auf den realitätstauglichen Prüfstand. So wird erklärt, dass weder alle Frauen von Natur aus rasiert sind, noch dass ins Gesicht spermen das Highlight jeder Penetration ist, oder dass Frauen immer und dauernd kommen, obwohl nichts von dem, was passiert, in der Nähe der Kitoris stattfindet. Eine super Seite, lustig und ohne moralisches Gedöns. Was Gallop zu ihrem Projekt so zu sagen hat, findet ihr auch beim SZ-Magazin verlinkt.


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Der CSD weit von der Spree

14. Juni 2011 von Silviu

In wenigen Tagen feiern die nicht-heterosexuellen Communities in Berlin und anderen deutschen Städten wieder den CSD, den Cristopher Street Day. Bunte Party, tolle Kostüme, same procedure as every year. Eine weitgehend kommerzielle, entpolitisierte und wenig aussagekräftige Veranstaltung, meinen einige lokale KritikerInnen. Und vielleicht haben sie sogar Recht, wenn wir das Phänomen nur in seinem unmittelbaren, westeuropäischen Kontext sehen. Denn der CSD kann seinen ursprünglichen politischen Charakter nur behalten, wenn er echte politische und soziale Themen problematisiert, die aktuell von Bedeutung für die nicht-heterosexuellen Communities sind.

Doch ich muss gestehen: Ich mag den großen, alten Berliner CSD, trotz seiner vielen Mängel. Ein kleiner Perspektivenwechsel als Erklärung: In der kroatischen Stadt Split wollten knapp 300 Menschen am vergangenen Wochenende zum ersten Mal eine CSD-Parade organisieren. Die Veranstaltungen musste beendet werden, da die Polizei sich als unfähig erwies, die Teilnehmer gegen die 10,000 gewaltbereiten rechtskonservativen GegendemonstrantInnen zu verteidigen. Die gleiche Geschichte wiederholt sich seit Jahren in der serbischen Hauptstadt Belgrad, wo die Anzahl der Rechtsextremisten ebenfalls höher ist, als die der Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft (samt Freunde!).

Aus einer osteuropäischen Perspektive erscheinen also die deutschen Debatten um die (richtige) Politisierung des CSD wohl als Luxusprobleme. Doch nicht überall in Osteuropa werden die TeilnehmerInnen einfach von Nazis oder vermeintlichen VerteidigerInnen der „Familien- und christlichen Werte“ zusammengeschlagen. In Bukarest haben die reaktionären Proteste in den letzten Jahren  nachgelassen. Die Mischung aus HardlinerInnen der Orthodoxen Kirche und Fußballfans, die bei dem ersten rumänischen CSD 2005 Steine geworfen hat, blieb dieses Mal ruhig. Allerdings war die Anzahl der TeilnehmerInnen (150) noch niedriger als in der Vergangenheit.

Warum wagen nur die wenigsten OsteuropäerInnen, für ihre Rechte und gegen Diskriminierung zu demonstrieren? Warum geben sich so viele von ihnen zufrieden mit einem Leben im Schatten, am Rande der Öffentlichkeit – und das, obwohl die gesetzliche Lage in all diesen Ländern im Großen und Ganzen genug Garantien und Schutz bietet? Warum bleiben osteuropäische CSD-Paraden populärer unter Ausländern als unter lokalen Lesben und Schwulen? Auf diese Fragen habe ich keine einfachen und kompletten Antworten. Doch eins ist sicher: Wir müssen mehr sein und mehr machen, um ernstgenommen zu werden. Und wenn wir viele sind, ungefähr so, wie in Berlin, dann fühlen wir uns auch besser. Denn dann haben wir eine ganze Menge geschafft.


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rp11 – Flittern mit Eva Horn

21. März 2011 von Verena

hellblauer Hintergrund auf dem oben 'Meet me @' (das letzte Zeichen ist eine Mischung aus @ und ♀, dem Frauenzeichen) steht, darunter bunte Stickereien, darunter re:publica XI 13. - 15. April 2011, BerlinVom 13. bis zum 15. März April findet die re:publica 11 in Berlin statt. Höchste Zeit also, den Schedule nach weiblichen Speakern abzugrasen. Und Yeah!, das female Gras wächst üppiger und sichtbarer denn je. In loser Folge stellen wir euch in den kommenden Wochen einige Ladies@re:publica vor.

 

Heute:  Eva Horn


Wie bist du im Netz unterwegs?

Blog: Just Another Female Blogger
Twitter: @habichthorn

Wie ist der Name deiner Veranstaltung?
What’s happening? Love (auch als „Flittern“ bekannt)

Was passiert da?
Teresa Bücker, Nadine Lantzsch und ich werden mit unserer hoffentlich zahlreich vorhandenen Audienz Wodka trinken und uns über das „flittern“, also flirten auf twitter, unterhalten.

Wieso liegt dir das am Herzen?
Weil neben allen fachspezifischen Themen und inhaltlichen Vorträgen auch Platz sein muss für eine große Dosis Liebe.

Wo und wann findet euer Vortrag statt?
Am 14.4. um 19 Uhr im Friedrichstadtpalast

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit der re:publica?
Gut. Ich war letztes Jahr zum ersten Mal mit dabei – allerdings als helfende Hand. Für mich ist die re:publica ein Klassentreffen für die Twitteria und ein wichtige Möglichkeit, sich zu vernetzen. Ich freue mich schon sehr auf die re:publica 2011.

Hast du das Gefühl, dass Frauen auf Panels und in Workshops aktiv präsent sind?
Auch bevor der Panel-und Sessionplan stand, hatte ich den Eindruck, dass die Beteiligung von Frauen diesmal zahlenmäßig höher ist als im letzten Jahr. Jetzt kommt es allerdings vor allem darauf an, dass wir Mädels uns auch aktiv zu Wort melden und nicht wieder den Jungs das Feld überlassen.

Was sind deine Erwartungen an die re:publica in diesem Jahr?
Was ich oben schon schrieb. Ich hoffe, dass es uns Frauen gelingt, noch lauter unsere Stimme zu erheben. Und dann hoffe ich auf ganz viel Spaß und romantische flitter-Geschichten.


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Let’s talk about McSex

18. März 2011 von Katrin

Der Konsum von „Fast Sex“ im Internet schlägt auf die Psyche, gerade so wie Fast Food sich auf den Körper auswirkt. Was wir brauchen, ist eine neue sexuelle Befreiung.

(c) Frl. Zucker

Internet-Sex ist ungesund! – Diese These klingt in der sogenannten modernen Welt absurd und abwegig. Ein Mensch, der Pornos im Internet schaut, gilt als normal. Dabei ist es unerheblich, welches Ausmaß der Konsum annimmt. Oder welche Praktiken in den Filmen dargestellt werden. Pornografie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Pornografie-Kritik gilt als gestrig. Diese Sichtweise basiert auf zwei grundsätzlichen Annahmen:

  • Der Mensch ist ein Triebwesen, er „braucht“ das einfach. Und es ist eine große Befreiung, das endlich in allen Facetten ausleben zu können.
  • Das sogenannte „Appetitmachen“ in der Cyberwelt steht in keiner Beziehung zum „Zuhauseessen“. Pornokonsum und gelebte sexuelle Beziehung haben keine Verbindung miteinander, sie sind sauber getrennt.

Oder?

Für die britische Feministin Natasha Walter ist diese Bagatellisierung und Normalisierung des Konsums von Internetpornografie eine Gefahr – ein Angriff auf die Würde der Frauen und ein Angriff auf tatsächliche Intimität in sexuellen Beziehungen. Laut ihrer Einschätzung „ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der übermäßige Konsum von Pornographie tatsächlich viele erotische Beziehungen bedroht“. Überdramatisierung? Hysterie? Zwei Vokabeln, die schnell zur Hand sind, wenn jemand die Harmlosigkeit von Internet-Sex infrage stellt. Und dann auch noch eine Feministin!

Die therapeutische Praxis

Erotische Beziehungen sind das Spezialgebiet von Hannie van Rijsingen. Die Sexualtherapeutin behandelt seit dem Erscheinen ihres Buches Seks, alles of niets (erschienen auf Niederländisch) viele Paare, in denen Männer ein zweites Sexualleben im Internet begonnen haben. Die Männer kommen freiwillig in ihre Praxis, oder werden von ihren Frauen „geschickt“ – van Rijsingen gilt als Expertin auf diesem sehr delikaten Gebiet. Dabei wollte sie ursprünglich etwas ganz anderes wissen: Ihr Verlag hatte sie gebeten, ein Buch über Männer zu schreiben, die keine Lust mehr auf ihre Partnerin haben.

Sie fand schnell heraus, dass ein Großteil dieser Männer nur auf diese spezielle Partnerin keine Lust mehr hatten – im Geheimen aber ein Sexleben führten: mit dem Computer. Van Rijsingen fiel es wie Schuppen von den Augen: „Das hatte ich früher nicht gesehen!“, sagt sie heute. „Das kommt häufig vor.“ Dabei ist van Rijsingen weit entfernt davon, die Männer an den Pranger zu stellen. Ihr geht es um Veränderung und um Hilfe. Unter ihrer Leitung trifft sich eine Gruppe Männer, um in einem geschützten Raum ihre Erfahrungen auszutauschen. Alle sind internetsexsüchtig.

Van Rijsingen hat aus ihren Gesprächen zwei wesentliche Erkenntnisse mitgenommen:

  • Jeder der Männer, die übermäßig häufig Pornografie im Internet konsumieren (also in der Regel täglich mehrere Stunden), tat dies als Flucht. Sie alle flohen vor Schwierigkeiten und Stress am Arbeitsplatz oder in der Beziehung.
  • Jeder dieser Männer trug die Bilder, die sich in seinem Kopf festsetzten, in die Sexualbeziehung mit der Partnerin hinein. Rief sie ab, wenn er „leisten“ sollte – brauchte sie, um leisten zu können. „Der Kontakt mit der Partnerin geht verloren“, stellt die Therapeutin fest, „denn man hat nun Kontakt mit den Bildern. Zwei Personen sind damit beschäftigt, einen Orgasmus zu erreichen, aber der Kontakt zwischen ihnen fehlt.“ Der Sex wird zum Stress-Ventil. Um ein erfülltes körperliches erleben mit der Partnerin geht es kaum noch. Die Männer versuchen ein emotionales Loch zu füllen.

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Gesucht: Queere Beziehungen

13. Januar 2011 von Magda

Die Fotografin Sandra macht gerade ihren Abschluss in journalistischer Fotografie in Hannover und lebt zurzeit in Berlin. In ihrer Abschlussarbeit möchte sie zeigen, wie vielfältig queere Beziehungen sind. In einem kurzen Interview stellt Sandra ihr Idee vor und hofft, dass sich Interessierte melden, die Teil des Projekts werden möchten.

Probefotos (Fotografin: Sandra / Models: Freund_innen)

Kannst du uns dein Projekt beschreiben?

Für mein Diplom möchte ich verschiedene Konstellationen von Beziehungen fotografieren, die sich als queer definieren. Die Anzahl der Personen ist mir dabei nicht so wichtig. Mir geht es darum einen Einblick in das Private zu schaffen, wobei Respekt und Toleranz für mich an oberster Stelle stehen. Da es mir wichtig ist, dass die Portraitierten sich in den Fotos wiederfinden, wäre es schön, wenn wir schon im Vorfeld über das Foto und eure     Vorstellungen sprechen könnten. Optional würde ich gerne nach den Fotos kurze Interviews führen, die ich dann zusätzlich zur Präsentation als Audio Slideshow nutzen würde.

Wie kamst du auf die Idee?

Ich möchte in meinem Projekt queere Identitäten sichtbar machen und zeigen, wie Leben abseits des binären Geschlechtersystems aussieht. Ich habe mich dafür entschieden Beziehungen zu fotografieren, da so mehrere Ebenen im Bild entstehen. Ich möchte sowohl unterschiedliche Lebensentwürfe aufzeigen, als auch auf die Individuen eingehen.

So könnte ein Foto aussehen

Was passiert mit den Fotos?

Mir ist der Respekt sehr wichtig und den möchte ich auch den Portraitierten entgegen bringen. So sollen die Fotos auf keinen Fall wild im Internet herumschwirren (z.B. auf Facebook). Allerdings gehört zu meinem Diplom eine Ausstellung. Danach würde ich gerne versuchen die Serie in einem angemessenen Rahmen zu veröffentlichen, damit andere ebenfalls daran teilhaben können. Auch wenn die Fotos ohne Namen veröffentlicht werden, ist es wichtig, dass die Portraitierten sich in ihrer Haut wohl fühlen und sich am Besten auch geoutet haben.

Bist du örtlich begrenzt oder würdest du auch reisen?

Reisen außerhalb Berlins erfordert natürlich etwas Planung, aber es gibt wohl keinen besseren Grund zum Reisen!

Wie können Interessierte mit dir in Kontakt treten?

Ich habe für mein Projekt den Blog „In Every Respect“ erstellt, der als Anlaufstelle dienen soll. Dort kann man mein Konzept (auch auf Englisch) nachlesen und mit mir in Kontakt treten.


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Die Jugend von heute…

7. September 2010 von Verena

… ist wohl gar nicht so „sexuell verwahrlost“, wie diverse Schlagzeilen in der jüngeren Vergangenheit behaupteten, freut sich Spiegel Online.

Der Anlass ist die aktuelle  Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „Jugendsexualität 2010“, in der Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren über Partnerschaft und Sexualität befragt wurden. Das Ergebnis: Die meisten Jugendlichen erleben ihr erstes Mal in einer festen Beziehung. Und nicht immer früher, sondern mittlerweile sogar später als noch vor fünf Jahren.

„Seit Mitte der neunziger Jahre ist die sexuelle Aktivität Jugendlicher fast unverändert und jetzt sogar rückläufig“,  erklärte BZgA-Leiterin Elisabeth Pott im Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Ein ganz großer Teil der Jugendlichen hat in fester Partnerschaft und eben nur mit einem Partner sexuellen Kontakt. Jugendliche haben offenbar den Wunsch nach Beziehung, nach Partnerschaft. Es ist ein Hinweis auf das Verantwortungsgefühl und dass bei Jugendlichen auch Treue hoch im Kurs steht.

Auch Verhütung werde gewissenhafter betrieben als noch vor einigen Jahren, was auch durch die sinkenden Zahlen von Teenagerschwangerschaften und HIV-Infektionen bestätigt würde. „Das alles,“ erklärt Pott „widerlegt das Argument, dass Aufklärung zu einer Sexualisierung der Jugendlichen beitragen würde.“

Interessant sind die Ergebnisse hinsichtlich Jugendlicher mit Migrationshintergrund. Von den knapp 3500 Befragten stammten etwa 1000 aus Migrantenfamilien, bei denen die Jungs früher sexuell aktiv würden als ihre deutschen Geschlechtsgenossen. Bei den Mädchen sei es aber genau umgekehrt, vor allem junge muslimische Türkinnen seien nur selten sexuell aktiv. Gar 69 Prozent halten Sex vor der Ehe für falsch. Eine Verhütungsberatung im Elternhaus fände eher selten statt, weswegen Schule, Frauenarzt oder für die Jungen vor allem auch das Internet zu den wichtigsten Informationsquellen würden, meint Pott.

Schön und Gut – während das allgemeine Echo jubiliert, fragt die taz sinnvollerweise nach dem Wahrheitsgehalt der Aussagen der Jugendlichen, die schließlich ’nur‘ befragt wurden. Und trotz allen aufklärenden Vertrauens in Familien, die wenigsten Eltern wissen um das erste Mal ihrer Kinder. Dazu passt dann auch der Artikel, den Spiegel Online relativ zeitnah veröffentlichte – Titel: Generation Geil


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Haut rein Ladies! Die Blogschau!

4. September 2010 von Anna
Dieser Text ist Teil 67 von 295 der Serie Die Blogschau

Es geht mal wieder rund in Feuilletons und feministischen Diskussionsrunden: Das Buch „Der Konflikt. Die Frau und Mutter“ von Elisabeth Badinter wird diskutiert. Unter anderem von Frau Stricktier und Antje Schrupp.

Passend dazu fragt thursas unsortierte fundstücke:„Bin ich herzlos, wenn ich klipp und klar Bedingungen stelle, unter denen Familie vielleicht für mich in Frage käme?“.

Frauen bloggen anders. Männer auch. Das Thema ist mal wieder aktuell und annalist hat eine kleine linksammlung zum Thema zusammen gestellt.

Der Väterblog weist auf das morgige ZDF Nachtstudio hin: „Die neuen Väter – Sind Männer die besseren Mütter?“

Aus der Reihe „starke Frauen“ bei Miss Tilly diesmal: Monika Mann

Queernews.at berichten über die „Künstliche Aufregung um transidente Lehrerin an Wiener HTL“.

Frauen und Alkohol zu Adenauers Zeiten. Is that yoga? hat in alten Ausgaben vom Spiegel geblättert und interessante Werbeanzeige gefunden. Teil eins, Teil zwei.

Luise F. Pusch kommentiert „Die Debatte im Sarrazin aus feministischer Sicht“.

Kein Blog, aber trotzdem spannend und wichtig:
Eine Umfrage über die Lebenssituation von lesbischen oder bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland, initiiert von LesMigraS. Die Studie dazu wird in einem Jahr veröffentlicht werden. Mitmachen könnt ihr hier.

Termine, Termine, Termine:

Am 9. September gibt es in Leipzig einen Diskussionsabend: „Das Geschlecht des Situationismus – transcending gender by abolishing the spectacle?“. Alles weitere bei outside the box.

Am 18. September ist Anti-Atom-Demo in Berlin und dort wird es einen Fauenblock geben. Alles weitere bei vom Honig nachzulesen.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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