Zumindest nicht überall. Das fanden Forscher des European University Institutes in Florenz heraus, wie die Zeit berichtet. Die Studie erschien im Science Magazine (Bd. 320, S. 1164) und widerlegt die lange geglaubte Mär, Jungen seien von Natur aus besser in Mathe.
Besser noch: Die Studie ist Wasser auf unsere feministischen Mühlen, denn:
„Das Ergebnis: Zwar schnitten Mädchen im Schnitt schlechter ab als Jungen. Doch je stärker die Gleichstellung der Geschlechter in ihrem Land ausgeprägt ist, desto besser hielten die Mädchen mit. In Norwegen und Schweden waren beide Geschlechter gleichauf. In Island schnitten Mädchen sogar besser ab.“
Diese Studie passt ganz gut in das Bild, das auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seiner jüngst veröffentlichten Expertise zum Thema „Bildungs(miss)erfolge von Jungen“ entwirft: Je stärker die Geschlechtsstereotype schon in der Kindheit durch Eltern, Erzieherinnen und LehrerInnen vermittelt werden, desto benachteiligter werden Jungen und Mädchen in speziellen Fächern: Die Jungen zum Beispiel in Deutsch, die Mädchen in Mathe und Physik. In England macht man schon lange eine „stereotype threat“ aus, denn bereits im zarten Alter von acht Jahren denken Jungen, sie seien viel besser in Mathe, als Mädchen. Umgekehrt ist es „unmännlich“, gerne zu lesen (Comics und Bauanleitungen ausgenommen).
Die Studie aus Florenz legt nahe, dass
„die Geschlechterkluft in Mathematik mit sozialen und kulturellen Faktoren zusammenzuhängen“ könnte und: „In Ländern, in denen Männer und Frauen Zugang zu den gleichen Ressourcen und Möglichkeiten haben, existiert diese Kluft nicht.“
(Danke an Nicole für den Link)

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