Intrigen zum Muttertag, perfide Willkommenspolitik und billige Erdbeeren – kurz velinkt

von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Heribert Prantl seziert die deutsche „Willkommenskultur“ anhand eines neuen Gesetzentwurfs zur Asylpolitik. Für Flüchtlinge heißt es darin entweder Abschiebe- oder Aufnahmehaft.

Hier eine passende Petition, die Ausdruck der perfiden Asylpolitik ist. Ein Hungerstreik von Asylsuchenden in Berlin, ein Gesuch an den Innenminister Thomas de Maizière sie als Geflüchtete anzuerkennen.

Der queere kanadische Singer-Songwriter Rae Spoon ist gerade in Berlin und wurde von der Siegessäule zu „Heimatgefühlen und Identität“ interviewt.

Woher kommen die billigen Erdbeeren im Supermarkt, die es ganzjährig zu kaufen gibt, und auf Kosten von wem? Hier eine Auswertung über marokkanische Migrantinnen in Südspanien und die sexistischen Arbeitsbedingungen.

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat ihren Info-Stand am vergangenen Samstag in Münster von einem rechten, der NPD nahen Schlägertrupp bewachen lassen. Bei kritischen Stimmen und journalistischen Nachfragen wird mit Gewalt gedroht.

Aus dem Selbermachsonntag ein Hinweis: Miranda und ihre Freundin haben eine neue Facebook-Seite gegründet: „Curls Pride„: Dort werden kleine Portraits von Personen mit Locken gezeigt, die wir zu ihren Erfahrungen mit ihrem Haar befragen. Es geht dabei um Empowering für Lockenträger_innen (vor allem bei People of Colour), welche sich oft im jungen Alter unwohl/anders damit fühlen und sie deswegen glätten.

englischsprachige Links

Die Plus Size Bloggerin Gaby Fresh gibt dem Lied „***Flawless“ von Queen Bey eine wichtige, weitere Perspektive. Jeder Körper ist makellos (flawless), das ist die Botschaft an die Medien, Werbe- und Modeindustrie:

Wer kennt Coya Knutson? Knutson war erfolgreiche Politikerin im US-amerikanischen Kongress, bis ihr Ehemann zum Muttertag (vor 56 Jahren) eine bitterböse Intrige spinnt und sie öffentlich zur Aufgabe ihres Amtes „bittet“ zwingt.

Ein Interview mit dem Künstler Ricardo de Paula, über die Ränder („margins“) in der brasilianischen Gesellschaft, Widerstand, das Überleben, Schaffen von (Tanz-)Räumen und der brasilianischen Philosophin Estamira. Estamira ist eine Persönlichkeit, die eben dies symbolisiert.

Eine wissenschaftliche Studie hat den Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und chronischer Erkrankung untersucht (Inhaltswarnung: Gewaltbeschreibungen).

#BringBackOurGirls – Was steckt eigentlich dahinter und wie viel ist das Leben von Schwarzen Frauen und Mädchen in Nigeria eigentlich wert? Eine dichte Analyse von Brittney Cooper.

Die Times hat sie zu den 100 einflussreichsten Menschen gewählt, für das Cover wählt Beyoncé Hot Pants. bell hooks nennt die Musikerin eine Terroristin und ihr Bild die Verkörperung der Sklaverei. Warum hooks‘ Bild und Annahmen über Beyoncé nicht die richtigen Fragen stellen, und die intellektuelle Dekonstruktivistin und Feministin vielleicht selbst in eine Falle tappt, lest ihr hier.

Das Pentagon zieht es in Erwägung, Chelsea Manning von einem Militärgefängnis in eine zivile Haftanstalt zu transferieren. Der Grund sollen die medizinische Bedürfnisse für Trans* sein, für welche ein Militärgefängnis nicht ausgestattet ist. Es ist allerdings auch bekannt, dass Gefängnisse für Trans* gewaltvolle Orte sind und stellt Anschlussfragen.

Termine

Heidelberg – Aufgepasst: am 23. Mai findet im Café Unterstrich aka Gegendruck in Heidelberg die Soli-Party für das Lady-Fest am 10. bis 13. Juli statt.

Dresden – Ljil­ja­na Ra­do­nic hält einen Vortrag mit dem Titel „Von weib­li­chen Op­fer­my­then. Deut­sche Frau­en­be­we­gun­gen und An­ti­se­mi­tis­mus“. Er wird am 21.​05. um 19 Uhr im kos­mo­tique (Mar­tin-​Lu­ther-​Stra­ße 13) statt­fin­den. Der Ein­tritt ist frei.

Dresden – Am 20. Mai gibt’s einen Vortrag von Nadine Lantzsch: „War’s das schon? Feministischer Aktivismus im Netz: Möglichkeiten, Grenzen und Handlungsräume im Digitalen“ im Rahmen der Vortragsreihe „Das Private ist Politisch“.

Berlin – Am 16. Mai findet im Mio’L in Berlin die Soli-Party für Asylum Rights Evolution statt.

Berlin – Am 17. Mai gibt es einen Open Space für Schwarze Mütter im interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I. Der Workshop wird von der wunderbaren Sharon Dodua Otoo geleitet.

Berlin – Cool, es wird am 20. Mai ein Dokumentarfilm über die feministische, ikonische Punksängerin (Bikini Kills, Le Tigre) und Feministin Kathleen Hanna gezeigt. Sogar Open Air, bei Regen findet es trotzdem statt – nur drinnen.

In Kiel soll ein feministisches Café entstehen. Dafür findet am 21. Mai ein Planungstreffen statt.




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 15. Mai 2014 um 15:00 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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2 Kommentare

  1. Trans*misogynie ist nicht feministisch! sagt:

    Ein paar Anmerkungen zum „Dokumentarfilm über die feministische, ikonische Punksängerin (Bikini Kills, Le Tigre) und Feministin Kathleen Hanna“. Die Bands „Bikini Kill“ und „Le Tigre“ haben mehrfach auf dem „Michigan Womyn’s Music Festival“ (kurz Mich Fest) gespielt. Das Mich Fest ist ein Musik-Festival für Frauen*. Die biologistische und essentialistische Einlass-Politik („womyn-born-womyn“) ist eindeutig trans*feindlich/trans*misogyn. Denn Trans-Frauen* dürfen das Mich Fest nicht besuchen. Argumentiert wird von den Veranstalter_innen damit, Trans-Frauen* seien keine „echten“ Frauen*, sondern „verkleidete Männer*“. Diese Einlass-Politik wurde und wird schon seit langem von Feminist_innen und Trans*-Personen kritisiert. Die Veranstalter_innen kümmert das aber nicht und so wird weiterhin nur Menschen Eintritt gewährt, die bei der Geburt als „weiblich“ eingeordnet wurden. „Le Tigre“ und „Bikini Kill“ wurde mit der Kritik konfrontiert. Die Band ist daraufhin aber weiterhin auf dem Mich Fest aufgetreten.

    Ich finde es einfach eine Frechheit, dass diese ach so „feministischen“ Bands und Personen wie Kathleen Hanna immer noch abgefeiert werden. Trans*misogynie ist nicht feministisch!

  2. zum Vortrag von Radonic sagt:

    Ich kann keiner Person diesen Vortrag empfehlen. Erklärung dazu:

    Ich habe am 13.5 ihren Vortrag „Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin“ an der HU Berlin gehört, worin es um das gleiche Thema ging. Obgleich sie einige wichtige Punkte über Antisemitismus auch innerhalb von Frauenbewegungen und Feminismus sowie Täterinnen in der NS-Zeit sagte, kam der Rest einem einzigen Feminismus-Bashing gleich. Im ersten Teil ihres Vortrages zitierte sie feministische Autorinnen aus der 2. Frauenbewegung, um offenbar darzulegen, wie dann später klar wurde, dass es dem Feminismus inhärent sei, Opfer und Täter_innen zu verwechseln. Bis hierhin dachte ich noch, ok, vielleicht ein bisschen unausgewogen, aber die Auseinandersetzung ist ja wichtig. Dann kam jedoch der zweite Teil: Die selbst gestellte Frage, ob dies denn noch aktuell sei, da diese Zitate ja nun schon ein bisschen zurückliegen, beantwortete sie offenbar mit Judith Butler. Den Rest des Vortrages nutze sie um Judith Butler, gegen die sie eine große Abneigung zu haben schien, ja zu bashen, anders kann ich es nicht sagen. Größtenteils ging es um Butlers Buch „Am Scheideweg: Judentum und die Kritik am Zionismus“. In eingestreuten Sätzen machte sie deutlich, wie bescheuert sie die „Auslöschung des Körpers“ oder, dass nun offenbar Menstruation eingebildet sei, findet, wie absurd es sei, das Butler „große Adorno-Preisträgerin“ ist, und versuchte anhand, meiner Meinung nach zum Teil eher zweifelhaften, Zitaten zu zeigen, dass Butler offensichtlich „halluziniert“ und die eigentlichen Opfer mit den Täter_innen verwechselt. (Obgleich auch hier in ein paar Zitaten einige sehr problematische Vergleiche von Butler zu tage treten.) Das war dann das Ende vom Vortrag. Wenn ich nicht etwas übersehen habe, dann ging es offenbar um die antisemitische Kontinuität im Feminismus allgemein, was zeitweise so klang, als hätte Feminismus Antisemitismus regelrecht erfunden. Außerdem untermauerte er den salonfähigen antifeministischen Generalverdacht und Abwehr, es gäbe ein quasi genuin feministisches Narrativ sich zu „Opfern“ zu machen und fegte in ein paar Nebensätzen inklusive Gelächter wichtige dekonstruktivistische Erkenntnisse hinweg.