FeministInnen gesucht!

von Verena

Saja Seus

Die Fotografin Saja Seus hat ein spannendes Projekt am Start: Sie will überall in Deutschland Feministinnen und Feministen fotografieren. Wieso, weshalb, warum, das erzählt sie uns im Interview

Stell dich kurz vor und sag in einem Satz etwas über dein Projekt

Mein Name ist Saja, ich studiere Fotodesign und möchte als Fotoserie für meine Diplomarbeit ganz viele Feministinnen und Feministen portraitieren.

Worum geht es dabei genau?

In erster Linie geht es natürlich erst einmal um die Menschen, die sich selbst als Feministen und Feministinnen bezeichnen. Ich möchte zeigen, dass diese Menschen gar nicht dem Klischee eines Feministen oder einer Feministin entsprechen. Ich möchte sie als Vorbilder zeigen, Vorurteile abbauen und meinen Betrachter etwas öffnen für das Thema, das leider heute einen erschreckend negativen Ruf hat.

Gegen welche Klischees willst du anarbeiten?

Während meiner Recherche bin ich so oft auf Personen gestoßen die diese schreckliche, garstige,verbitterte, grobe und laute Frau als Feministin sahen. Die Frau, die Männer hasst. Aber angeblich genau wie einer aussehen soll. Komischerweise habe ich bei meiner Recherche aber keine einzige Frau dieser Art getroffen… . Und das will ich den Leuten zeigen. Das wir eigentlich alle gar nicht so schlimm sind, wie sie sich das vorstellen.

So könnte eins der Portraits aussehen

Was ist dir bei den Fotografien wichtig und was sollen die Portraitierten mitbringen, außer dass sie sich als FeministInnen verstehen?

Wichtig wäre mir, dass die Vielseitigkeit gezeigt wird. Das heißt: Sehr gerne Feministinnen und Feministen verschiedener Altersgruppen, verschiedener  Herkünfte, von sportlich bis elegant gekleidet, von laut bis leise. Es darf alles dabei sein. Personen mit Charakter, die zu sich selbst und ihrer Einstellung stehen.

Fährst du dann durch ganz Deutschland?

Klar! Ich habe derzeit richtig Lust mal wieder das ‚Ländle‘ zu verlassen und mir Deutschland anzusehen. Angesetzt sind dafür drei Wochen, und zwar recht bald:  Vom 15. November bis 6. Dezember.

That's what a feminist may look like

Hast du noch andere Ideen, wie sich die Bilder – außer für deine Diplomarbeit – verwenden lassen?

Ich muss mal sehen. Sehr gerne würde ich sie natürlich Magazinen anbieten oder sonst wie veröffentlichen. Es soll ja an die Öffentlichkeit getragen werden, damit die Bilder ihren „Dienst“ erfüllen. Die Diplomarbeit ist mehr der Antrieb als der Grund für diese Serie. :) Ob das klappt, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Man kann ja nie etwas versprechen. Aber man sollte als portraitierte Person mit allem rechnen :)

Wie kann man Kontakt mit dir aufnehmen?

Wer also Lust hat sich von mir fotografieren zu lassen darf sich am liebsten per Email melden: diplom[at]sajaseus.com. Wer sich meine Arbeiten mal zuvor ansehen möchte kann das auf meiner Webseite, wo es auch noch mal detaillierte Infos zum Projekt gibt.




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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 3. November 2010 um 10:44 Uhr unter Aktivismus, Inspiration. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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18 Kommentare

  1. DorothyParkerDrankHere sagt:

    Sehr gute Idee, ich hab mich schon angemeldet! :-)

  2. semiramis sagt:

    Ein schönes Projekt. Ich habe mich auch bei ihr gemeldet. Ich bin zwar nicht in Deutschland zu diesem Zeitpunkt. Jedoch unterstützen kann ich doch trotzdem.

    Viel Vergnügen und Erfolg.

  3. Halfjill sagt:

    Ich finde das Projekt auch toll und hoffe auf Bilder ganz vieler unterschiedlicher Menschen :) Habe mich auch schon bei ihr gemeldet.

  4. vera sagt:

    Was für eine tolle Idee. Wünsche ihr viel Erfolg, Teilnehmer und Angucker :)

  5. Thomas sagt:

    Ich werde mich auch mal einfach melden, denke ich.

    Wie ich das sehe, wofür ein Feminist einsteht?

    Selbstreflektion, das eigene Rollenverständnis hinterfragen, und im Rahmen eines integrativen vollständigen Männlichkeitskonzeptes für die Gleichwertigkeit männlich-weiblich einstehen :

    “Eine stabile männliche Identität braucht die eigene Weiblichkeit nicht zu fürchten. Im Gegenteil: Eine reife männliche Geschlechtsidentität basiert auf dem im Körperbild verankerten sicheren Gefühl der Konstanz der eigenen phallischen Geschlchtlichkeit, welche gleichzeitig die Integration von männlichen und weiblichen Objektrepräsentanzen in das Selbstbild ermöglicht. Dies beinhaltet die Fähigkeit, auf der Ebene der Geschlechtsrollenidentität flexibel zwischen weiblich und männlich konnotiertem Verhalten hin und her changieren zu können, ohne dass die Geschlechtsidentität infrage gestellt wird.

    (Quelle : Männliche Identität, Dammasch/Metzger/Teising, S.12)

    Vorteil für Männer : stabile Identität, die sich nicht ständig was „beweisen“ muß und menschliche Schwächen haben darf.

  6. Thomas sagt:

    Wichtig ist für mich vor allem der Hauptgrund : meine Tochter, die mir diese Entwicklung eigentlich erst ermöglicht hat.

  7. mo jour sagt:

    welch eine schöne idee! ganz wunderbar finde ich auch, dass dieses thema für eine diplomarbeit ‚zugelassen‘ wird. ich wünsche viel erfolg sowie viel freude bei und an der arbeit!

  8. CarolinN sagt:

    Hab mich schon gemeldet. Finde es ein tolles Projekt und bin gespannt auf die Ergebnisse!

  9. schamanca sagt:

    Hm, was bin ich? Feministin, Emanze, Matriarchin! Wenn Du mehr herausfinden möchtest freue ich mich auf dich ;-)

    herzliche Grüße
    silvia

  10. schamanca sagt:

    P.S. Ich bin in Deutschland

  11. form sagt:

    Sehr gut ist das!

  12. […] weit weg von einer Vorliebe für klischeehafte Beinkleider und Körperbehaarung, genauso wie unzählige andere Frauen (und oho, Männer!) übrigens auch. Dank des Spiegel-Interviews mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend […]

  13. […] weit weg von einer Vorliebe für klischeehafte Beinkleider und Körperbehaarung, genauso wie unzählige andere Frauen (und oho, Männer!) übrigens auch. Dank des Spiegel-Interviews mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend […]

  14. SaSe sagt:

    Danke für die unfassbar zahlreichen Antworten und Meldungen per Email und Facebook und vorallem für das Verlinken meines Gesuches! Ich bin völlig platt von der Hilfe die mir angeboten wurde.

    Die Termine stehen jetzt fest. Ich plane – wenn ich einen Sponsor finde – nächstes Jahr nochmal eine Tour, da ich sehr vielen aus Zeit- und Geldgründen absagen musste (was mir echt sehr leid getan hat).

    Wer sich dennoch und weiterhin für das Projekt interessiert kann hier nachlesen was derzeit so alles passiert :)

  15. […] Die Suche nach ganz normal aussehenden FeministInnen bei der mädchenmannschaft var flattr_wp_ver = '0.8'; var flattr_uid = '7732'; var flattr_url = 'http://www.scheitern.org/?p=160'; var flattr_lng = 'de_DE'; var flattr_cat = 'audio'; var flattr_btn = 'compact'; var flattr_tle = 'hs26 feminis muss'; var flattr_dsc = 'Ein bisschen verspätet aufgrund allgemeiner Müdigkeit und Themenmangel springen wir hier total up to date und am Zahn der Zeit auf den F-Zug auf. Wir unterhalten uns kurz und knackig über Wörter und deren Bedeutungen, über die Verwobenheit mit Begriffen, das Persönliche, die eigene Begriffs-Geschichte. Zwischen Schröder und Schwarzer entscheiden wir uns dagegen, kommen nicht so wirklich zum Punkt und sind am Ende dann doch bei den individuellen Wort-Nutzungs-Politiken. Es bleibt festzustellen: Deutschland ist echt hinterher, Steff hält ihren längsten Monolog ever und Marlen wird nie Familienministerin. Download (mp3, 62,1 MB) Musik: Saturnalia – Disappear Links: Rezension zum Femme-Workshop Blogeintrag zu Feminismus bei Antje Schrupp Die Suche nach ganz normal aussehenden FeministInnen bei der mädchenmannschaft'; […]

  16. […] stieß ich vor einer Weile auf einen Kommentar, dessen Inhalt kurz darauf auch in einem Artikel vorgestellt wurde. Saja arbeitet an ihrer Diplomarbeit und suchte dafür Feministen und […]

  17. […] ein paar Wochen las ich bei der Mädchenmannschaft, dass die Fotografin Saja Seus Feministen in ganz Deutschland portraitieren wollte. Ziemlich spontan schreib ich Saja an, deutete die oben erzählte Geschichte an und fragte sie, […]

  18. […] so war ich gleich interessiert, als ich bei der Mädchenmannschaft von der jungen Fotografin aus Süddeutschland las, die auf Deutschlandtour war, um für ihre […]