Die Woche in kurz

von Katrin
Dieser Text ist Teil 45 von 358 der Serie Kurz notiert

Und wieder einmal eine Liste von Artikeln und Links, die uns diese Woche über den Weg gelaufen sind:

Mehr Orgasmen, mehr Sex – weniger Teenager-Schwangerschaften! Genau so sollte eine Aufklärungskampagne laufen. Während in den USA immer noch ein „No Sex before Marriage“-Gebot die Runde macht – ohne Erfolg, wer hättes gedacht – soll im kleinen Örtchen Sheffield (GB) eine Aufklärungskampagne der ganz anderen Art den Teenies die frühe Elternschaft ersparen: „An orgasm a day keeps the doctor away“ – lautet die Parole und wer nun mehr wissen will, der sollte bei sueddeutsche.de nachlesen.

Puh: Jetzt.de-Userin ein_Oxymoron hat einen Tagebuch-Eintrag geschrieben, der zu denken gibt. Es geht um beinahe-Grey-Rape, also Szenen, in denen Männer ein „Nein!“ nicht akzeptieren wollten und gesetzte Grenzen überschritten. Eine offenbar nicht seltene Situation, die für viel Gesprächsstoff unter den KommentatorInnen sorgte. Nach 563 Kommentaren wurde der Thread dann aber geschlossen, denn es blieb nicht bei einem respektvollem Austausch über das Thema.

Wir haben schon länger kein „Target Women„-Video gepostet. Dieses hier ist wieder einmal wunderbar bissig und zum brüllen komisch zugleich, es geht um „Finding the right Partner„:

Geschlechtsrollen-Stereotype GALORE – also holt die Klischee-Klatsche raus.

Aha: Das ZDF möchte einen aktiven Beitrag zur Einheit der Wessis und Ossis leisten. Wie: Nun, man schicke West-Frauen zu Ost-Männern für ein Date. Dann wird schon alles gut. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Artikel, den man bei Freitag.de unbedingt einmal lesen sollte (Achtung: auch hier könnte die Klischee-Klatsche sinnvoll sein):

„In der DDR gab es früher nicht so viele Fernsehprogramme wie im Westen. Deswegen, folgert Nadine, seien die Ost-Männer besser im Bett als ihre westlichen Geschlechtsgenossen. Kam ja schließlich nix. Und darum, so Nadine weiter, habe es in der DDR auch mehr Kinder als im Westen gegeben. Wegen dieser unterschätzten Ost-Qualitäten freut sich Nadine auch wahnsinnig, dass sie 20 Jahre nach dem Mauerfall mit Unterstützung des mittlerweile gesamtdeutschen Fernsehsenders ZDF nach Schwerin fahren darf.“

Geschichte des Feminismus: Die →Suffragetten in England sind das Thema von Michaela Karl. Im Interview mit der taz erklärt sie, warum es diese Bewegung ausgerechnet dort gab, welche tragischen Schicksale sie trafen und wie spätere Frauenbewegungen von ihnen beeinflusst wurden.

*Trommelwirbel* – *Applaus* und „Hurra!“ – es gibt wieder ein neues, junges feministisches Blog in der Blogosphäre: fbomb heißt es und darum geht es: „The FBomb.org is a blog/community created for teenage girls who care about their rights as women and want to be heard. Young feminists who are just a little bit pissed off and very outspoken are more than welcome here.“




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Eintrag geschrieben: Freitag, 17. Juli 2009 um 15:12 Uhr unter Verlinkt. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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9 Kommentare

  1. jj sagt:

    Zu der jetzt.de Story – interessant und krass. #1 ist immer unschön, wenn Interesse nicht auf dem gleichen Level ist, kann aber vorkommen, auch anders herum. Hände unters T-shirt schieben machen Mädels durchaus mal zum Testen, auch wenn sie sich nicht sicher sein können, ob das gewollt ist. #2 Krasser Vertrauensbruch auf jeden Fall. Vielleicht auch sexuelle Nötigung. Andererseits gibt es auch nicht wenige Frauen, die erzählen, daß die gerne mal sexuell geweckt werden wollen. Hier sicher nicht der Fall – wie gut muß man sich kennen um sowas zu ahnen/wissen? Schwer zu sagen. Was meint ihr? Darf man bei seiner schlafenden Freundin annehmen, daß sie konkret gerne sexuell geweckt werden will, nur weil sie das mal allgemein erwähnt hat? Muß sie einen Weckauftrag erteilen? Hier alles irrelevant, aber trotzdem eine interessante Frage. #3 Kann sie ihm ihre Unentschlossenheit zum Vorwurf machen? Sicher. Nicht strafrechtlich, aber persönlich. Wieviel Testen ist ok, wieviel eigenes Interesse darf man durchsetzen? In einer Situation in der zwei „gute Freunde“ zum ersten Mal Sex haben, sollte man/frau wohl noch mehr auf den anderen achten als man das ohnehin tun sollte. Zurecht nicht strafbar aus meiner Sicht, aber auch so was von nicht ok. Wie ruiniert man seine Freundschaften 101 #4. Absurdistan. Was für ein Arschloch. Ggf. strafrechtlich relevant aus meiner Sicht.

    Zu Dating Advice – so lustig diese Titel auch sein mögen, ich finde es ein Stück weit unfair, immer davon auszugehen, daß sowohl Frauen als auch Männer immer alles in dem für unser Leben so zentralen Punkt einfach so wissen müssen, oder nur aus dem Erfahrungsschatz unserer besten Freunde lernen dürfen. Das entscheidende hier ist, solche sicher oftmals klischeebehafteten Bücher richtig zu lesen. Und das gilt für Männer wie für Frauen. Nur ist es für Männer bis vor gar nicht langer Zeit einfach noch weniger als für Frauen ok gewesen, zuzugeben, daß man nicht alles in diesem Zusammenhang einfach so weiß, oder von Natur aus nicht wissen muß. Mittlerweile ist das anders, und die Titel sind sicher nicht weniger klischeebeladen.

  2. flawed sagt:

    jj: ad #2: das war nicht ihr Partner, und von „sexuell geweckt werden“ war zwischen den beiden mit Sicherheit NIE die Rede. Glasklare sexuelle Nötigung. Dass Du hier eine „sexuell geweckt werden“-Frage draus machst, finde ich an sich schon übel.

  3. jj sagt:

    flawed,

    geht’s noch? Ich zitiere mich mal von oben.

    „Hier alles irrelevant, aber trotzdem eine interessante Frage.“

    Der erste Teil des Satzes sollte doch wohl deutlich machen, daß der zweite mit der hier diskutierten Problematik nichts zu tun hat, sondern lediglich für mich eine zusätzliche Frage aufgeworfen hat. Die Frage finde ich übrigens immer noch interessant.

  4. jo sagt:

    heh, danke für das target women video :D

  5. deleted mind sagt:

    Ich wusste nicht, dass „Suffragette“ auch ein Schimpfwort sein kann. Gut, vom Wortstamm her: Suff, hm. Aber in den Sinn gekommen wär’s mir nie.

    Vor den Suffragetten habe ich allerhöchste Achtung. Speziell die Epoche, in der sie aktiv geworden sind und für ihre politischen Rechte gekämpft haben. Jaja, die Industrialisierung.

    Die traditionellen Rollenvorstellungen (Mann=Ernährer, Frau=Haushalt) stammen übrigens aus genau derselben Zeit.

    Und der Wandel von der (ehelichen) Zweckgemeinschaft zur Liebesehe (-Gemeinschaft) übrigens ebenfalls, inspiriert vor allem von der romantischen Literatur, die im Verlaufe des 18. Jahrhunderts aufkam.

  6. access denied sagt:

    „Zu der jetzt.de Story – interessant und krass. #1 ist immer unschön, wenn Interesse nicht auf dem gleichen Level ist, kann aber vorkommen, auch anders herum.“

    Gewöhn Dir doch mal dieses „Männer sind auch Opfer“ ab! Keine Sau bestreitet sowas, aber es ist nur peinlich, wenn das immerzu kommt, total paranoid und kindisch dazu.

  7. Patricia sagt:

    Zu jetzt.de: Danke für den Link. Im Text wird ein Umstand präzise und gut beschrieben: Es ist dieses unschöne Gefühl, dass etwas nicht stimmt und was die Grenze zwischen Wollen und dem Gezwungen-Werden ausmacht.

  8. steve, the pirate sagt:

    „Target Women“ war auch dieses mal ein Hochgenuss. Da ich diese ganzen Dating handbücher ziemlich verabscheue konnte ich mich köstlich darüber amüsieren.