Die Quote

von Barbara
Dieser Text ist Teil 3 von 13 der Serie Der F-Blick in die Politik

In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema “Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.

Jetzt ist sie also da, die Quote in der Privatwirtschaft. Freiwillig vorgelegt von einem Unternehmen, das bis Mitte der Neunziger dem Staat gehörte: der Telekom. Das DAX-Unternehmen will künftig seine Top-Etage quotieren. “Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Die Regelung gilt weltweit.” heißt es in der Pressemitteilung von Mitte März.

Wow! Und, wie reagiert die Bundesregierung darauf? Die Kanzlerin hält sich zurück. Vielleicht genießt sie ihren Triumph des Aussitzens: Schon vor längerer Zeit sagte sie, dass sie mehr an diversity als an Quoten glaube und die Frauenförderung in der Wirtschaft als Aufgabe der Unternehmen und nicht der Politik sehe. Bundesministerin Kristina Schröder, Quoten-Gegnerin – eine gesetzliche Quote für alle Bereiche, in denen Frauen fehlen, sagte sie kürzlich, wirke “wie Kortison: Die Symptome verschwinden, aber die Ursachen bleiben” – hat den Vorstoß der Telekom immerhin begrüßt. Muss sie ja irgendwie auch: Hatte sich doch der Vorsitzende der Regierungskommission für gute Unternehmensführung (was für ein Titel!), Klaus-Peter Müller, schon im Februar als Freund der Quoten auf Führungsebene gezeigt. Doch voll auf Quoten-Kurs ist Kristina Schröder immer noch nicht. Sie sieht sie quasi als letzte Option auf dem Weg in ein gleichberechtigtes Leben, ein Instrument, auf das man zurückgreifen kann, wenn alles andere nichts genützt hat.

Besonders auffällig war das Outing von einigen Unions-Frauen, besonders aus den Reihen der CSU, nach dem Telekom-Vorstoß. Die hatten nämlich schon eingesehen, dass alles andere nichts genützt hat. Angelika Niebler, Vorsitzende der bayerischen Frauen-Union, hat verstanden, dass die ganzen Wunderwaffen wie Mentoring, Coaching und lautes Schimpf-ing bis heute nicht wirklich etwas bewegt haben. Deshalb will sie, dass Frauen 40 Prozent aller Posten in den CSU-Parteigremien besetzen, seien es nun Vorstände oder Delegiertenversammlungen. Hört, hört!

Ja, wir brauchen die Quote. Sie ist das derzeit beste Instrument, um Frauen den Zugang für Führungs-Positionen zu ermöglichen. Durch sie werden Frauen motiviert, sich zu qualifizieren. Und Unternehmen werden motiviert, Frauen zu fördern. Ach ja, dass unfähige Mitarbeiterinnen durch Quoten Top-Jobs bekommen, für die sie nicht geeignet sind, wie leider immer wieder gesagt wird, kann nicht passieren. Durch die Quotenregelung wird eine Bewerberin nur dann bevorzugt, wenn sie für eine Position gleich gut befähigt ist wie ein Bewerber. Nicht aber, wenn das einzige Einstellungskriterium ihr Geschlecht ist.

Schließlich darf aber eines nicht vergessen werden: Die Quote allein wird unsere Gesellschaft nicht verändern. Es braucht auch die Bereitschaft, umzudenken. Etwa dass Frauen manchmal eine eigene Herangehensweise an Aufgaben haben als Männer – ob auf der Führungsebene oder anderswo. Das heißt aber nicht gleich, dass sie Aufgaben schlechter erledigen. Dass in der gesamten Arbeitswelt ein geschlechterübergreifendes freundliches Klima hinsichtlich Personalverantwortung und Ellbogenausfahr-Bereitschaft herrschen muss, das versteht sich von selbst. Wir müssen nicht nur Kind und Karriere unter einen Hut kriegen, sondern das Leben und die Karriere.


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Eintrag geschrieben: Mittwoch, 7. April 2010 um 9:52 Uhr unter Der Feminismus ist schuld, Familienleben, Frauenfakten. RSS 2.0. Kommentieren. Trackback.



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33 Kommentare

  1. Piratenweib sagt:

    Wie sieht´s mit der Quote für Männer aus, in den Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind? Ist eine solche Quote ebenfalls positiv zu bewerten oder eher kontraproduktiv? Könnte eine Quote von 40% Erziehern z.B. die gesellschaftliche Akzeptanz dieses Berufes verbessern? Wie seht ihr das?

    Oder eine echte 50/50 Quote bei den Elternmonaten (zur Zeit nehmen Väter ja idR nur 2 Vätermonate in Anspruch, die übrigen Monate fällt die Mutter beruflich aus). Wie sähe es nun aus, wenn Mutter und Vater jeweils 6 Elternmonate zuständen, diese aber NICHT auf den anderen übertragen werden könnten, sondern quasi verfallen würden, bei Nicht-Inanspruchnahme (immer vorausgesetzt, es gibt auch 2 sich kümmernde Elternteile!). Da würden mich mal ein paar Meinungen interessieren :-)

  2. @piratenweib: das habe ich mich auch schon gefragt… grundsätzlich kann man ja davon ausgehen, dass in einem feld, in dem plötzlich mehr männer arbeiten, die akzeptanz und das gehaltsniveau steigen…

  3. Helga sagt:

    @Piratenweib: Einerseits finde ich die Idee einer Quote in weiblich besetzten Berufen sinnvoll. Andererseits ist sie praktisch viel schwerer umzusetzen. BWL ist ja schon ein Studiengang, der sehr ausgeglichen studiert wird, viele Firmen haben rund 50% Angestellte – nur bis ganz nach oben auf der Karriereleiter schaffen es weniger Frauen. Wenn es um Krankenpflege, Kindergärtner_innen etc geht, fehlen aber bereits die männlichen Auszubildenden. Und die wenigen Männer, die in diesen Bereichen arbeiten, werden dann häufig auch noch Kindergartenleiter oder kriegen Sonderposten und bessere Bezahlung (vgl. auch den Beitrag auf karnele.de)

  4. Neeva sagt:

    @Helga
    Aber das spricht ja alles nicht dagegen eine Quote a la “wenn ein gleich qualifizierter Mann da ist, nehmen wir den Mann” für z.B. Kindergärten einzuführen. Wir gehen ja auch davon aus, dass Frauenquoten Signalwirkung entfalten und die Motivation sich zu qualifizieren erhöhen.

  5. Patrick sagt:

    Ist denn eine solche Quote nötig oder werden nicht auch in solchen Berufen bei gleicher Befähigung die Männer befördert? Mit anderen Worten: soll man wirklich eine Quote nutzen, um ein ohnehin bestehendes gesellschaftliches Privileg zu zementieren?

  6. Neeva sagt:

    @Patrick
    Achtung, starke Verallgemeinerung: Wenn die Berufe nur homogen genug weiblich besetzt sind, ist die sonst übliche Situation umgekehrt, dann werden Männern Steine in den Weg gelegt.
    Es ist immer schwer für die, die nicht so sind wie die Mehrheit, relativ unabhängig vom konkreten Merkmal, an dem sich Mehr- und Minderheit festmachen. Deswegen wollen wir ja Quoten, damit die Mehrheitsverhältnisse nicht mehr so erdrückend sind, weil wir davon ausgehen, dass sich mit den Mehrheitsverhältnissen automatisch die Diskriminierungsmechanismen auflösen.
    Zumindest beim Geschlecht ist eine annähernde 50/50 Verteilung überhaupt machbar, im Gegensatz zu z.B. ethnischen Kriterien.

  7. Panalotta sagt:

    Also, gerade bei den Kindergärten habe ich den Eindruck, als würde häufig händeringend nach männlichem Personal gesucht – auch weil von Eltern durchaus gewünscht wird, dass im Kindergarten auch männliche Bezugspersonen anzutreffen sind.
    Es scheint mir also eher nicht, als würde Neevas These hier zutreffen. Ich fürchte nur, dass solange der ErzieherInnenberuf einen relativ geringen gesellschaftlichen Status genießt, sich nicht wesentlich mehr Männer finden werden, um eine Quote zu erfüllen, die dann den Status heben sollte/könnte. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz.

  8. Patrick_2 sagt:

    In der FAZ erschien vor kurzem ein Interview mit einem renommierten Personalberater, dessen Beobachtungen zeigen, dass das Problem weniger bei “gläsernen Decken” liegt, als an einem Mangel an qualifizierten Frauen; zudem scheinen viele Unternehmen schon eine inoffizielle Quote festgelegt zu haben:

    hören wir von unseren Auftraggebern immer wieder: Wir hätten gerne eine Frau, aber wir wollen im Hinblick auf die fachlichen und persönlichen Kompetenzen keine Kompromisse machen.

    Zu FAZ.net:
    http://tinyurl.com/yb5lh3d

  9. Wolf sagt:

    @Piratenweib: Die Männerquote in Erziehungsberufen wäre super, wenn zuvor geregelt wäre, dass Frauen und Männer gleichen Lohn für ihre Arbeit bekommen. Die Trägervereine entscheiden sich für die preiswertere Lösung.
    Bei der Elternzeit entscheiden sich viele Familien aus finanziellen Gründen ebenso anders oder müssen sich anders entscheiden. Ein Finanzausgleich, in dessen Berchnung, von den beiden Gehältern das jeweils höhere Gehalt berücksichtigt wird, wäre vielleicht ein erster Schritt zur Problemlösung.

  10. Helga sagt:

    @Neeva: Das Problem entsteht bei Pflege/Erziehungsberufen schon viel früher – da lassen sich kaum Jungen ausbilden. Der weitere Aufstieg ist für die wenigen dann immer noch sehr einfach.

    @Patrick 2: Das Argument kommt immer wieder, aber wer fachliche Qualifikation will, kann diese als Unternehmen auch gezielt seinen Mitarbeiterinnen anbieten, wie in Norwegen geschehen. Und mit „persönlich” meinen viele Firmen ja eh vieles, von der Bereitschaft 80 Stunden pro Woche zu arbeiten bis der Aufgeschlossenheit gegenüber Vertragsabschlüssen in Strip-Clubs. Dass überproportional viele Frauen charakterliche „Mängel” haben, kann ich jedenfalls nicht glauben.

  11. Patrick_2 sagt:

    aber wer fachliche Qualifikation will, kann diese als Unternehmen auch gezielt seinen Mitarbeiterinnen anbieten,

    ? Du meinst, man solle Qualifikation dort fördern, wo sie erstmal nicht vorhanden ist, und dafür auf die Qualifikation, die bereits vorhanden ist, verzichten?

  12. Neeva sagt:

    @ Helga
    OK, da habe ich jetzt keine Daten. Ich hatte bloß zwei/drei Geschichten von Erziehern im Kopf, die von ihren (weiblichen) Vorgesetzten und den Kolleginnen diskriminiert wurden.

    Ist das so, dass Erzieher/Krankenpfleger/Friseure es leichter haben als ihre Berufsgenossinnen?

  13. Guido sagt:

    @Neeva:

    Während meiner Erzieherausbildung waren wir 6 Männer und ca. 75 Frauen. Dieses Verhältnis galt auch in etwa für die vorherigen und nachfolgenden Jahrgänge. Ich kann nur bestätigen, dass es schon an den männlichen Auszubildenden mangelt.

    Und auch was die Berufschancen angeht, kann ich das bereits gesagt nur bestätigen: Als Mann wird man von Kindergärten sehr gerne eingestellt. Allerdings gehen Erzieher dann doch meistens in die Heimerziehung oder in die Arbeit mit behinderten Menschen. Die wenigen, die den Beruf erlernen, gehen also mehrheitlich nicht in die Kindergärten.

    (Das sind meine Erfahrungswerte. Statistische Daten habe ich nicht.)

  14. XYZ sagt:

    Hach, ich finde es immer irgendwie so schrecklich, wie inkonsequent das Quotending angepackt wird.

    Da wird für eine Berufsgruppe (Manager und höhere Kaste), die wahrscheinlich nicht mal 1% der Belegschaft eines Unternehmens ausmacht eine Regelung eingesetzt.

    99% aller anderen schauen in die Röhre.

    Von der bisherigen Quotenregelung halte ich gar nichts. Wenn Quote, dann richtig, nämlich:

    - die Quote muss sich auf alle Hierarchiestufen beziehen
    - die Quote darf keine Geschlechts-Einbahnstraße sein, muss also auch für Männer gelten
    - Die Quote muss sich an der Bewerberzahl orientieren (also nicht 50 % Frauenanteil bei 5 % weiblichen Bewerbern)

    Streng genommen finde ich, dass das Quotending sogar noch um einige Komponenten erweitert werden muss, z.B. Migrationshintergrund, sodass bei einer entsprechenden Bewerberzahl auch diese Gruppen eine Chance haben.

    Ansonsten bleibt es doch der Versuch am Sympatom (wenig Frauen) rumzudoktern und die Realität so rumzubiegen, dass sie mit den gewünschten Zahlen übereinstimmt.

  15. PetraK sagt:

    Vor allem darf die Quote keine Bevorzugung von Frauen beinhalten, sonst landet man nämlich bei den nur-junge-Frauen-und-alte-Männer-Strukturen, die jungen Männern keine Chance bieten, und die man in manchen Bereichen des öffentlichen Dienstes mittlerweile bewundern darf – deren Existenz Quotenbefürworterinnen aber so gerne verschweigen, wenn sie überhaupt mitbekommen bzw. interessiert daran sind, geschweige denn es vielleicht sogar toll finden, dass ihre grandiosen Ideen zu diesen Perversionen gesellschaftlichen Lebens führen.

    An einigen Universitäten wird jungen Männern mittlerweile davon abgeraten, sich zu habilitieren, weil sie eh die nächsten zwanzig Jahre, bis die Quote erfüllt ist, keine Chance auf eine Professur haben. Und in den nächsten vierzig Jahren verschwinden die alten Männer und übrig bleiben nur noch Frauen.

    Deswegen würde ich ergänzen: Die Quote muss sich nicht nur an der Bewerberzahl orientieren, also nur 5 % Frauenanteil bei nur 5 % weiblichen Bewerbern, sondern sie muss auch Abstand nehmen von der Klausel “bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt”.

    Diese Klausel ist widerlich und sexistisch.

    Richtig wäre ein “bei gleicher Qualifikation entscheidet ein Losverfahren” oder ähnliches – das lässt allen die gleiche und angemessene Chance.

  16. Thomas sagt:

    Möchte bei dieser Gelegenheit gerne nochmal auf meinen Beitrag hier verlinken, weil ich der Meinung bin, daß auch die Vorteile für Männer/Väter viel zu wenig deutlich werden, sondern mit dem Begriff “Quote” meist Verlust-, Verzichts- und Identitätsverlustängste für Männer assozierte werden.

    http://maedchenmannschaft.net/immer-wieder-frauenquote/#comment-27062

    Ich denke, hier herrscht Einigkeit, daß weder Frauen noch Männer bessere Menschen sind. Allerdings fände ich es sinnvoll, Frauen ohne eine Art “Weiblichkeits-Identitätsangstverlust” in die Top-Positionen einzubringen, ohne lediglich traditionell männliche Ellbogen- und Hierarchieritualie zu kopieren – m.E. mit einer der Gründe, warum auch viele Frauen keine Leitungspositionen anstreben.

    Auf S. 77 des Buches “Frauen/Männer, besser miteinander leben, 2004″ von Prof. Hollstein wird die Aussage zitiert, “dies wäre der endgültige Triumpf” über das Weibliche und er wagt sogar die Aussage “Es stellt sich die Forderung nach einer Entmännlichung der Gesellschaft”. Ein Satz, der in Richtung des heftig kritisierten Passus auf S. 41 des Grundsatzprogramms der SPD geht, aber im Kontext des gesamten Buches und aller Beiträge von Prof. Hollstein ein interessantes Bild einer modernen Führungskultur darstellt, von dem Frauen wie Männer profitieren würden.

    Frauen würden mitgestalten und Männern würden Alternativen geboten, identitätsgebend auf mehreren Beinen zu stehen statt traditionell-konservativ ausschließlich über Siege im Job, was schnell einseitige Abhängigkeiten schafft und schnell zusätzliche Ängste produziert.

    Und wenn die Quote dazu dient, angesichts der rücksichtslosen kurzfrist-zock-gewinnmaximierenden Auswüchse, die zur letzten Wirtschaftskrise führte und tausenden Männern und Frauen den Job kostete, den “Herkunfts- und Bekanntschaftseliten” das Leben künftig etwas schwerer zu machen, soll diese Vorgehensweise recht und billig zum Vorteil aller Menschen sein.

    Dieser Bericht kann sicherlich etwas nachdenklich machen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,673551,00.html

  17. XYZ sagt:

    @ Thomas

    „traditionell männliche Ellbogen- und Hierarchieritualie“

    Naja, Konkurrenzdenken, Ellenbogen, Macht ausüben…das sind traditionell männliche Verhaltensweisen.

    Aber nicht, „weil Männer nunmal so sind“, sondern weil es Frauen lange Zeit verboten war einem Mann zu widersprechen, sich durchzusetzen und (auf gut deutsch) das Maul aufzumachen – schauen Sie doch mal wie Mädchen erzogen wurden und werden. Lieb sein, brav sein, fleißig sein und lächeln oder so.

    Und jetzt, wenn Frauen im Grunde an dem Kampf um die Macht und das Geld teilnehmen können, werden sie wieder kleingemacht und es wird ihnen erzählt, dass die raue unwirtliche Welt da oben bei den Managern nichts für sie sei und sie sich lieber mal auf ihre Weiblichkeit (lieb, einfühlsam und kuschelig sein) besinnen sollten.

    Das ist doch albern. Frauen mit Macht üben sie genauso konsequent aus und stehen in Sachen Skrupellosigkeit den Männern in nichts nach.

    Schauen sie in die Geschichte und sie werden einige Frauen finden, die knallhart und überaus erfolgreich waren.

    Man sollte aufhören den Frauen einreden zu wollen, sie wären besser, weil sie über social und soft skills verfügen und besser multitasken können oder sowas.

    Das sind billige Klischees, die keinem helfen. Menschen sind einfach zu unterschiedlich.

    Wenn sich eine Frau der hochgradig verantwortungsvollen Aufgabe in der Leitung bzw. im Management eines großen Unternehmens stellen will, dann darf sie sich von so Kleinigkeiten wie Machtrangeleien und den „wer hat den Größten (Dienstwagen)“-Spielchen nicht abschrecken lassen sondern hingehen und sagen „jetzt erst recht“ und den Laden aufmischen…

  18. steve, the pirate sagt:

    @XYZ: Sehr guter Beitrag!

  19. lantzschi sagt:

    @xyz: “- Die Quote muss sich an der Bewerberzahl orientieren (also nicht 50 % Frauenanteil bei 5 % weiblichen Bewerbern)”

    Nun dabei hast du vielleicht vergessen, dass an Männern ausgerichtete Unternehmen in Männerdomänen für Frauen eher unattraktiv wirken und sich deshalb nur so wenige Frauen bewerben? Dass es verschiedene Quotenarten gibt und man langsam mal das verzerrte Bild von der “faschistoiden” 50/50-Besetzung über Bord werfen könnte? Dass natürlich die Quoten nur eine Maßnahme sind, allerdings top/down, und dass es noch andere Maßnahmen braucht die von unten nach oben funktionieren.

    ansonsten full ack.

  20. steve, the pirate sagt:

    “…und den „wer hat den Größten (Dienstwagen)“-Spielchen nicht abschrecken lassen..”

    Ein Gedanke der mit gerade noch dazu gekommen ist :
    Indem Frauen einen größeren Dienstwagen ablehnen machen sie sich doch auch wieder klein. Nach dem Motto, dass alte, zweitbeste, kleine ist doch gut genug für mich.
    Hier bin ich ein wenig gespalten: Einerseits finde ich es albern jemanden über Dienstwagen/Größe des Büros etc zu beurteilen, aber andereseits finde ich es auch doof, wenn sich Frauen mit dem Zweitbesten abspeisen lassen.

  21. lutschi sagt:

    @lantzschi:

    “Nun dabei hast du vielleicht vergessen, dass an Männern ausgerichtete Unternehmen in Männerdomänen für Frauen eher unattraktiv wirken und sich deshalb nur so wenige Frauen bewerben? ”

    Hast Du eigentlich bedacht, dass so eine Begründung dafür, dass sich Frauen nicht um Topjobs bewerben, unglaublich prinzesschenhaft und plärrig wirkt?

    Kein Wunder, dass uns so viele Männer für ganz nett, aber ein bißchen doof halten.

  22. Ich bin zwar nicht lanztschi aber ich finde diese begründung weder prinzessehenhaft noch plärrig.
    Warum soll ich mich denn an dämlichem machtspielchen und männerbündeleien beteiligen (die auch vielen meiner männlichen bekannten zu wider sind), nur damit ich dann in einer Runde landen in der Altherrenwitze und arbeiten bis zum totalen körperlichen Zusammenbruch zum guten Ton gehören?

  23. Anna sagt:

    Hallo zusammen,

    an dieser Stelle aus gegebenem Anlass gerne mal wieder der Hinweis, dass wir hier weder billige Polemiken noch absichtlich provozierende Postings dulden. Auch sollte jemand, der es nicht schafft, die eigene Meinung zu posten ohne andere dabei abzuwerten, ebenfalls besser schweigen. Im Zweifel hilft immer ein Blick in die Netiquette.

    Grüße
    Anna

  24. Piratenweib sagt:

    @lutschi: “prinzesschenhaft und plärrig” finde ich übrigens ebenso frauenverachtend wie
    @PetraK diesen Satz: “Diese Klausel ist widerlich und sexistisch.”

    Eine Quote ist weder widerlich noch sexistisch, wenn sie korrekt angewendet wird und zur Beseitigung von Missständen dient. Forderungen nach Veränderungen des typischen Arbeitsumfeldes hegemonialer Männlichkeit sind weder plärrig noch prinzesschenhaft.

    Es handelt sich um feministische Forderungen nach Veränderung der Gesellschaft. Nicht nur Stupides: wir Frauen dürfen endlich das gleiche Dumme tun, was Männer tun. Sondern: wir wollen die Strukturen ändern, die dieser Gesellschaft zugrunde liegen.

    Insbesondere dann, wenn diese Strukturen für beide Geschlechter von Nachteil sind. Und patriarchale Strukturen zwingen beide Geschlechter, Frauen und Männer, in eine Korsett, für das alle einen hohen Preis bezahlen müssen!

    Ich empfehle zur Lektüre das neue Buch von Ute Scheub: “Heldendämmerung”. Eine erstklassige Analyse dieser Thematik. Nein, ich bekomme keine Provision für meine Empfehlung.

  25. Thomas sagt:

    @XYZ : “dann darf sie sich von so Kleinigkeiten wie Machtrangeleien und den „wer hat den Größten (Dienstwagen)“-Spielchen nicht abschrecken lassen sondern hingehen und sagen „jetzt erst recht“ und den Laden aufmischen…”

    Ich denke, es existieren eine Menge Vermutungen darüber, wie es “da oben” funktioniert. Was zählt, ist die Darstellung von Zahlen und Ergebnissen, daß im Vergleich zum Vorjahr das EBITDA von 9,8 auf 12,4 % gestiegen ist. Es gibt Manager, die ebenfalls erfolgreich ein bescheidenes Auftreten pflegen und damit eine entsprechend hohe Akzeptanz haben.

    Diese “Machtpositionen” beinhalten auch ein extremes Zwangskorsett an Verhaltensmaßregeln und man kann sich nicht immer so verhalten wie man es gerne möchte. Das geht zu Lasten der Authentizität. Ich denke, in diesen Bastionen fühlen sich nicht selten Menschen mit einer bestimmten psychologischen Prädispoitionen wohl, denen Externalisierung häufig wichtiger ist als Authentizität. Eine gewisse menschliche Indifferenz ist da manchmal inclusive, dazu gehört auch, Sozialpläne durch- und umzusetzen, damit der EBITDA stimmt genauso wie auch die eigene Erfolgsvergütung.

    Ich kannte vor vielen Jahren auch Jemanden, der wollte sich selbst beweisen, wie indifferent und hart er ist. Ich betrachte solche aufgetretenen Effekte auch als Kompensationsmechanismen beschädigter Egos.

    Ein Kommentar dazu, den ich in irgendeinem Unternehmen vor vielen vielen Jahren einmal mitbekam, als ein Mitarbeiter einen Herzinfarkt hatte und längere Zeit krank war : “Gut, nach 6 Wochen fällt ja die Lohnfortzahlung weg”.

    Da viele Frauen m.E. den “strategischen Vorteil” haben, identitätsstiftend auf mehreren Beinen zu stehen (im Gegensatz zu männlichen Wertevorgaben, die sich meist immer noch recht eindimensional über Status/Job definieren (müssen)) und auch bestimmte Spielregeln ablehnen, weil sie auch selbstempathischer sozialisiert werden und früher merken, was ihnen schadet, ist ihnen die existentielle Zwanghaftigkeit, sich im Job durchzuarbeiten, nicht in dem hohen Maße gegeben.
    Auch aus diesem Grunde sind m.E. viele Frauen da eher entspannter, können notfalls auf manche Karrieresprünge gelassener verzichten oder ziehen sich desillusioniert daraus zurück, wenn sie in diese Leitungsfunktionen reingeschnuppert haben und feststellen, daß man für die “Macht” einen hohen Preis zu zahlen hat.

    @Piratenweib : “Strukturen zwingen beide Geschlechter, Frauen und Männer, in eine Korsett, für das alle einen hohen Preis bezahlen müssen!”

    Das ist das, was viele noch nicht verstanden haben. Und es gibt auch Männer, die in die Management-Etagen hineingeschnuppert haben und sich ebenfalls desillusioniert zurückgezogen haben. Wenn die Quote dazu dient, diese o.g. Bedingungen zu für alle zu bessern und das Augenmerk auch auf Lebensqualitäten und work-life-balance zu richten statt ausschließlich auf EBITDA, soll mir das recht und billig sein.
    Wenn ich die Führungsstrukturen und implementierten Verhaltenskodizes von großen Unternehmen betrachte, hat sich in den letzten 30 Jahren ja auch viel geändert. In früheren Zeiten funktionierte ja vieles noch eher nach dem alten Prinzip Befehl und Gehorsam.

  26. Thomas sagt:

    Es gibt auch noch einen anderen Effekt, der m.E. viele Frauen auch von übertriebenem Ehrgeiz abhält.

    Erfolgreiche Frauen mit einem guten Einkommen haben meist auch eine entsprechend hohe Unglücks- und Einsamkeitswahrscheinlichkeit, was nicht unbedingt dazu ermutigt, entsprechende Ambitionen an den Tag zu legen.

    Woran das liegt, will ich jetzt nicht wieder die altbekannten Diskussionen aufwärmen ob Männer meist kleinere und geringerverdienende Frauen mögen oder Frauen “aufschauen” wollen. M.E. sind solche Diskussionen mittlerweile eher ein Hornberger Schießen und führen meist zu einem gegenseitigen Vorwurfsverhalten.

    Für mich ist o.g. Efekt lediglich ein beobachtbares und wirkendes Phänomen – wer oder was auch immer daran “Schuld” ist.

    Solange erfolgreiche Frauen ein Exotendasein führen oder ihre Authentizität aufgeben müssen, gibt es da auch wenig Normalitätsvorgaben wie auch normierend wirkende Vorbilder. Man beobachtet immer wieder die mediale Hype wenn eine Frau ins Top-Management gekommen ist, genauso wie auch Väter, die sich um ihre Kinder kümmern. Diese Vorgehensweise transportiert subtil eine anderslautende Normalität statt dies als Normalität kommentarlos hinzunehmen.

    Vielleicht sollten sich einfach nach wie vor verinnerlichte und wirkende Geschlechtersegregationen endlich zum Vorteil aller egalisieren, so daß es genauso Normalität ist und nicht belächelt wird, wenn eine erfolgreiche Frau einen statusniedrigeren Partner hat wie ein Vater, der zuhause bleibt oder den Betriebskindergarten in Anspruch nimmt und damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorlebt.

    Vor diesem Hintergrund ist auch eine Quote auch in Kindergärten und Grundschulen. Denn wie ich las, sind männliche Vorbilder in Kitas für Mädchen gut (Quelle : Männliche Identität, Dammasch).

    @Piratenweib : Das Buch “Heldendämmerung” steht auf meiner to-read-Liste, möchte jedoch noch einen interessanten Aspekt bemerken, auf den mich jemand aufmerksam gemacht hat. Bei den Kinohelden z.B. kommt es nicht selten vor, daß eine intuitive Schlußentscheidung das Zünglein an der Waage ist und die Geschichte erfolgreich abschließt, also eine Eigenschaft, die viele eher für gewöhnlich dem weiblichen Universum zuordnen.
    Als ich das so hörte, war ich ziemlich überrascht.

  27. Piratenweib sagt:

    @Thomas: Ja, ich denke auch, eines der größte Probleme ist die mangelnde Erkenntnis, dass Zwänge jede/n behindern. Auch die Verursacher/innen oder Verteidiger/innen dieser Zwänge binden sich selbst in die Zwangsjacke ein. Ich möchte auch Männer ermutigen, die gesellschaftlichen Vorgaben zu durchbrechen und ihr Leben durch mehr Wahlmöglichkeiten zu bereichern. Es kann nämlich sehr bereichernd sein, sich auch mal ums Kleinkind zu kümmern oder überhaupt Zeit für soziales Engagement zu haben. Wenn sich der Gedanke, dass wir nicht einfach die Bedingungen für ein Geschlecht ändern können, sondern die gesellschaftlichen Strukturen und Regeln insgesamt aufbrechen müssen, durchsetzen würde – ein Traum würde wahr! Was wäre nicht alles machbar, wenn wir uns aus den Zangsjacken befreien würden!

  28. Thomas sagt:

    “Ich möchte auch Männer ermutigen, die gesellschaftlichen Vorgaben zu durchbrechen und ihr Leben durch mehr Wahlmöglichkeiten zu bereichern.”

    Das versuche ich auch öfters mit dem Hinweis auf die Pluralisierung der Lebensentwürfe, für nicht wenige meiner Geschlechtsgenossen noch eine unbekannte Variable.

    Ich denke, damit würden ambitionierten Frauen auch die Fortsetzung ihres Weges in die Außenorientierung erleichtert. Und private bzw. Beziehungskonstrukte sind ja ebenfalls variabel.

    Wie ich in einer Diskussion nach dem Männerkongress in Düsseldorf anführte, die Zwänge, die Männer Männer mit einem ganz bestimmten Werteverständnis von “Männlichkeit” setzen, sind wesentlich stärker und setzen immer wieder das männliche Hamsterrad in Gang wie sie auch die Geschlechtersegregation fördern.

    Ich hoffe auf neue Impulse der gerade begonnenen Männerpolitik wie auch das Bundesforum.

    Ich habe kein Problem mehr mit Quoten in Vorständen, Aufsichtsräten wie auch Kitas, um Vorbildwirkungen und neue Normalitäten zu schaffen und damit einfach mal einen anderen bzw. erweiterten Wind wehen zu lassen.

    http://v.hdm-stuttgart.de/projekte/iwm/roswitha_projekt_wissen_emotion/goleman/goleman_04.htm

    Ich erinnere mich noch gut an die in Wirtschaftszeitschriften benannten Begrifflichkeiten Neutronen-Jürgen u.a.. M.E. keine erstrebenswerten “Werte”, deren Konsequenzen letztendlich alle zu tragen haben.

    http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,152201,00.html

    “100.000 Mitarbeiter entlassen :
    Welch hatte sich gleich zu Beginn seiner Zeit als Konzernchef den Spitznamen “Neutronen Jack” eingehandelt, als er 100.000 Mitarbeiter entließ, rund ein Viertel aller GE-Beschäftigten. Gemeint war die Wirkung der Neutronenbombe, die Gebäude unversehrt lässt, während sie Menschen tötet.”

  29. Piratenweib sagt:

    “Das versuche ich auch öfters mit dem Hinweis auf die Pluralisierung der Lebensentwürfe, für nicht wenige meiner Geschlechtsgenossen noch eine unbekannte Variable.”

    @Thomas: Das scheint in der Tat ein sehr großes Problem zu sein. Ich habe in solchen Diskussionen sehr oft das Gefühl, dass zahlreiche Männer noch nicht erkannt haben, dass sie durchaus auch selbst etwas verändern können.
    Wenn sie der Meinung sind, keine Wahl bei ihren Lebensentwürfen zu haben, so können sie selbst das ändern. Nur muss man auch als Mann dazu Mut aufbringen, ebenso wie Frauen Mut haben müssen, gegen den Strom zu schwimmen.

    Je mehr Menschen das aber tun, desto mehr Möglichkeiten werden wir alle zukünftig haben. Wir sollten ja auch mal über unseren persönlichen Tellerrand hinausschauen und z.B. an die Zukunft unserer Kinder denken. Und ich fände es schön, wenn diese Dinge für zukünftige Generationen einfacher und vielseitiger würden. Dafür lohnt es sich einzustehen. Das tue ich gern, auch wenn ich persönlich wohl keinen Nutzen mehr davon habe. Für mich ist das aber auch eine Frage der Solidarität, nämlich der Solidarität mit der heutigen Jugend und allen zukünftigen Generationen.

  30. Thomas sagt:

    Ich glaube, da ist etwas angekommen…

    “Agent_innen des Wandels” :

    http://www.zeit.de/2010/36/C-Arbeitswelt

    “Die Methode Frau.
    Eine Revolution kündigt sich an: Sie wird verändern, wie wir morgen Arbeit und Leben einrichten.”

    http://www.zeit.de/2010/36/C-Arbeitswelt?page=3

    “In einer entgrenzten Arbeitswelt hält die absolute Hingabe an den Beruf nicht nur Frauen fern, weil sie eben auch noch Kinder bekommen – sie macht auch zunehmend krank, und das verursacht Kosten. Wer mit einer psychischen Erkrankung zu Hause bleibt, tut das länger als jemand mit Husten.”

    “Es sind auch harte wirtschaftliche Gründe, die für die Frauen sprechen – und die Frauen sind genau wie Männer bereit, für eine Karriere viel zu leisten. Allerdings ist Lorths Erfahrung, dass Frauen eher auf eine angemessene Balance zwischen Beruf und Privatem achten. Denn sie kennt auch Beispiele von Managern, deren einziger Lebensmittelpunkt die Arbeit war, und sie hat erlebt, wie Kollegen in der Krise den Job und damit jegliche private und berufliche Bodenhaftung verloren. Sie ist sich sicher, dass Frauen von Männern viel lernen können – »aber eben auch umgekehrt«. Dass es bei Besprechungen nicht darum gehen muss, wessen Idee verhandelt wird, sondern dass über die beste Idee verhandelt wird, dass es nicht darum geht einen Dienstwagen zu fahren, sondern zum Dienst zu fahren – und dass manche Wochenenden einfach Wochenenden sind.”

    “..dass etwas in Bewegung ist, ein Prozess aus der Mitte der Gesellschaft, dessen Ergebnis schwer zu prognostizieren ist. Klar ist, dass er zu Verunsicherungen führt, dass Männer und Frauen ihre Rollenbilder neu finden müssen – und doch könnte sich der Aufstieg der Frauen für alle, selbst für die Männer, als Segen erweisen….und in der viele Männer gern kürzer und ein Großteil der Frauen gern länger arbeiten würde…Wenn dazu Bereiche wie die Gesundheitsbranche, in denen Frauen schon heute sind, wichtiger werden, dürften sie dort auch aufsteigen.”

    “Es ist eine Zeit, in der deutlich wird, dass entgrenzte Arbeitszeiten krank machen, und sich die Rolle der Väter wandelt. Eine Zeit, in der Unternehmen Frauen aus wirtschaftlichen Gründen für sich entdecken. »In dem Moment, in dem das Konstrukt des allzeit bereiten Machers als ein Konstrukt entlarvt wird, verschieben sich die Chancen der Geschlechter..”

    (s. auch
    http://www.dak.de/content/dakprfirmenservice/psychischer_druck.html
    http://www.kaffeetexte.de/burnout-und-depressionen-wenn-arbeit-krank-macht/
    http://www.bptk.de/presse/pressemitteilungen/3445401.html)

    Auch der Blog “Streit-Wert” hat von dem Artikel in der ZEIT Kenntnis :

    http://streit-wert.boellblog.org/astrid-rothe-beinlich/comment-page-1/#comment-326

  31. Thomas sagt:

    Neue Erkenntnisse :

    http://vaeter-und-karriere.de/blog/index.php/2010/10/01/auch-vater-profitieren-von-der-quote

    “Auch für viele Männer habe sich die Quote als „Türöffner für Varietät und neue Arbeitsformen“ erwiesen, stellt Sattelberger klar. Beispielsweise hat sich der Anteil der Männer, die in Elternzeit gehen, seit 2009 um fast 40 Prozent erhöht.”

  32. freundchen sagt:

    Quoten müssen meines Erachtens in beiden Richtungen funktionieren dürfen. Ich hatte das Glück, das mein Nachwuchs wenigstens eine Zeitlang einen ErziehER hatte und dadurch war das Verhältnis relativ entspannt.
    So stereotyp und doof es klingen mag, aber als Vater fühlte ich mich mit ihm eher auf einer Wellenlänge… als mit dem Damen.
    Auf der anderen Seite weiss ich von ihm auch, wie sehr die ErziehER im Generalverdacht des Missbrauchs etc. stehen.

    Schlussendlich war er aber eine wahnsinnige Bereicherung…und mehr verdient hat er auch nicht. ;)

  33. Thomas sagt:

    @Freundchen :

    “So stereotyp und doof es klingen mag, aber als Vater fühlte ich mich mit ihm eher auf einer Wellenlänge… als mit dem Damen.”

    Ich möchte aufgrund vielseitiger positiver Erfahrungen diese Feststellung so sehr gerne nicht stehenlassen.

    Als ich damals etwas Schwierigkeiten hatte, mich in meine väterliche Fürsorge einzufinden, suchte ich auch Hilfs-Gespräche bei der Kindergärtnerin, die mich sehr empathisch und wohlwollend – mit großem Erfolg – unterstützte.

    Auch sehe ich die Ursachen für geringe Männerpräsenz, “je jünger die Kinder werden”, eher in fehlinterpretierten Männlichkeitsvorstellungen begründet :

    “…ein erschreckend hoher Anteil von teilweise mehr als 20 oder mehr Prozent der 14-18-jährigen Befraten an, sie lehnten eine solche Berufswahl grundlegend ab, weil die, die in den Kindergarten wollen, “sowieso nur Schwule und Pädophile” seien.

    (Quelle : Männliche Identität, Dammasch, S. 60)

    Auch habe ich immer wieder Gespräche mit Lehrerinnen und Therapeutinnen, die feststellen, dass aufgrund der geringen männlichen Präsenz “Benachteiligungen” existieren. Das Wort “Diskriminierung” muß ich als Mann dabei vermehrt gegenargumentieren, weil dies selbst von einigen Lehrerinnen leider so übernommen wurde.

    Ich sehe hier dringend Korrektur- und Richtigstellungsbedarf für die Halbwahrheiten, wie sie gewisse Männervereine mit ihren markanten Frauenbildern verbreiten.

    Zu Ihrer Ansicht der Bereicherung, die Feminist_innen teilen :

    http://maedchenmannschaft.net/applaus-fur-christian-den-grundschullehrer/

    habe ich hier noch interessante und markante Feststellungen :

    “In bestimmten Städten in Norwegen gibt es schon 25% und mehr Männer, die als Mitarbeiter und Kindertageseinrichtungen gewonnen werden konnten.” (ebd., S. 55)

    “Nach diese Auffassung ist es kontraproduktiv, nach einem Tarzan-Mann ähnlichen Mann im Kindergarten zu rufen. Wir können auch den begriff Geschlechtergerechtigkeit verwenden, der bedeutet, dass wir Kindern unabhängig vom Geschlecht (Jungen UND Mädchen!) dieselben Möglichkeiten geben sollen….Es ist wichtig für Kinder, mit verschiedenen Arten von Männern in Kontakt treten zu können, so eine der führenden norwegischen Kindergartenexpertinnen, Pia Friis (2006/2008:13). Besonderen Erfolg erzielte die norwegische Verwaltung – wie schon angedeutet – mit der Schaffung von Erlebnis- un Outdoor-Kindergärten, in denen teilweise bis zu 1/3 des Personals Männer beschäftigt sind (vgl. Haugland 2009:30) (ebd., S.56)

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