Um den Titel Bloggermädchen 2009, für den wir gerade Vorschläge sammeln, entbrannte gleich wieder eine Diskussion. Mädchen? Damit wird der Feminismus eh nicht ernst genommen. Wir sind doch keine Kinder mehr… Die Liste ist lang.
Eine Errungenschaft des Feminismus ist, dass Frauen (wie auch andere unterdrückte Gruppen) ihre Selbstbezeichnung heute wählen können und sich nicht gemäß ihres Alters oder Personenstands von einer Schublade in die nächsten schieben lassen müssen. Dabei können auch vormals negativ besetzte Begriffe selbst neu besetzt werden. Der Begriff „Alphamädchen“ wurde von außen auf eine Generation geklebt. Das kann frau so stehen lassen und sich eine eigene Bezeichnung suchen oder den Begriff nehmen und selbst gestalten. Beides hat seine Berechtigung, aber frau muss sich entscheiden.
Dabei darf nicht vergessen werden: Einen umfassend positiv besetzten Begriff für Menschen mit XX-Chromosomen gibt es nicht. Frau erinnert (zumindest mich) zuerst an Hausfrau oder es wird wie ein Etikett benutzt, das man irgendwo ranpatscht wie bei Feuerwehrfrau, damit wirklich klar ist, dass es um eine Frau geht. Weib klingt ganz furchtbar. Dame beschreibt mehr die Klasse als das Geschlecht. Lady, Madame oder Senora sind nicht für jeden verständlich.
Ob man ernst genommen wird oder nicht, hängt auch nicht vom Namen ab. Wer etwas gegen Feminismus hat, hat etwas dagegen und sucht sich im Zweifel noch ein Schimpfwort. Echter Respekt kommt aus sich selbst heraus, nicht aus einer Bezeichnung. Wer sagt „Ich nehme euch erst ernst, wenn ihr euch soundso nennt“ meint „Ich nehme euch gar nicht ernst, egal wie ihr euch nennt. Ich maße mir sogar an, euch vorzuschreiben, was ihr machen sollt.“
Kommentatorin Juli_K schreibt zum Schluss treffend:
Wenn das Blog hier MÄDCHENmannschaft heißt, kann der Preis doch auch BloggerMÄDCHEN heißen. (Und wer das blöd findet, lobt einfach die BloggerFRAU 2009 aus, so frei ist das Internet dann ja doch.)

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