Archiv für ‘Kultur’

Modelgeflüster

Wednesday, June 4th, 2008 von Barbara

Zwei Models unter sich - Insidertalk auf Spiegel Online zum TV-Dauerbrenner “Germany’s next top model”:

“Fehlende Selbsteinschätzung ist bei den meisten eh’ das größte Problem”, ergänzt Lilo. “Jungs müssen einfach Typen sein, gutes Aussehen reicht nicht. Cool müssen die sein. Bei Mädels ist es schon so, 90-60-90.”

Jiri stimmt zu. “Weibliche Models erkennt man an der Figur, Männer nicht unbedingt.” Dabei ist das Model-Business eine der weniger Branchen, in denen Frauen im Vergleich zu Männern mehr als das Doppelte verdienen. “Ist doch sonst eigentlich nur bei der Prostitution so” - Jiri kann damit leben.

Ach so.

Gezeichnete Sexbomben

Wednesday, May 28th, 2008 von Barbara

Zwei Drittel männlich, ein Drittel weiblich, mit langen Beinen, Wespentaille und dickem Busen. So lautet das Ergebnis einer Studie des Internationalen Zentralinstituts für Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) und der Stiftung Prix Jeunesse, die mehr als 30.000 Charaktere in Trickfilmen und -serien für Kinder aus 24 Ländern untersucht hat.

Geht man davon aus, dass das Fernsehen auch die Entwicklung von Identität beeinflusst, eine traurige Bilanz. Aber selbst in meiner eigenen Kindheit war das schon so: Die Freunde von Biene Maja heißen Willi und Flip, Puck, Max und Alexander. Freundinnen hatte sie wenige; und die anderen Frauenfiguren waren Lehrerin Kassandra oder Spinne Thekla. Doch wenigstens sieht Maja mehr aus wie ein Kind und nicht wie eine sexy Barbiepuppe.

Das Bild hat Claudia Kaiser gezeichnet.

Warten aufs Heiraten?

Wednesday, May 21st, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 2 von 2 der Serie Nicht warten

“Darauf haben Millionen von Frauen gewartet.” Mit diesem Satz werden immer wieder Dinge angepriesen, die ich kaufen, sehen und tollfinden soll. Meistens kaufe, sehe oder tollfinde ich diese Dinge dann doch nicht. Weil ich nicht darauf gewartet habe.

Nummer 2: “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit”

Vielleicht ist es unnötig zu sagen, dass ich nicht auf eine weitere Hochzeits-Dokusoap gewartet habe. Und vielleicht ist es sogar gehässig, einfach mal das zu zitieren, was unter Pressestimmen auf der RTL II-Website zum Start ihrer neuen Show zum Thema “Unter die Haube in weiß” steht. Das ist nämlich recht lustig, wer da wen heiratet oder wen überrascht:

Sehr gut kommt das neue Format “Heirate mich - Geheimprojekt Hochzeit” bereits im Vorfeld bei der Presse an. Hier ein paar Auszüge:

Bild + Funk über Aleks Bechtel: “Als Hochzeitsengel kehrt die hübsche junge Mama auf den Bildschirm zurück, tauscht Rassel und Babypuder gegen das Mikrofon.”

TV Movie: “Romantik im Wonnemonat Mai: […] Auch bei RTL II hängt der Himmel voller Geigen: In “Heirate mich! Geheimprojekt Traumhochzeit” überrascht Aleksandra Bechtel einen ahnungslosen Bräutigam mit einem Heiratsantrag. Drei Tage Bedenkzeit bleiben den Auserwählten, um mit einem entschlossenen ‘Ja, ich will’ zu antworten!”

Ihr Fernsehleute! Sucht euch neue Themen! Für die Zukunft, für das Land, für die Hoffnung!

P.S.: quotenmeter.de schreibt zu meinem Entsetzen, der Start der Serie wäre gar nicht so übel gewesen:

… sahen im Schnitt 0,82 Millionen 14- bis 49-jährige Fernsehzuschauer die Premiere der etwas anderen Kuppelshow, der Marktanteil lag mit 6,8 Prozent im Bereich des derzeit sehr starken Senderschnitts…

Er: Hengst. Sie: Flittchen.

Saturday, May 17th, 2008 von Susanne

Jessica Valenti, Autorin von “Full Frontal Feminism” hat ein neues Buch geschrieben. Es hört auf den eingängigen Namen “He’s A Stud, She’s A Slut and 49 Other Double Standards Every Woman Should Know” - dreht sich also um die amerikanische Doppelmoral in Sachen weiblicher Sexualität.

Das nur auf die Schnelle für alle Valenti-Fans, die schon sehnsüchtig auf Buch Nr. 2 gewartet haben. Bei Feministing.com kann man schon mal reinlesen. Eine ausführliche Besprechung folgt demnächst in unserer Feministischen Bibliothek.

Warten auf Sex and the City?

Friday, May 16th, 2008 von Barbara
Dieser Text ist Teil 1 von 2 der Serie Nicht warten

“Darauf haben Millionen von Frauen gewartet.” Mit diesem Satz werden immer wieder Dinge angepriesen, die ich kaufen, sehen und tollfinden soll. Meistens kaufe, sehe oder tollfinde ich diese Dinge dann doch nicht. Weil ich nicht darauf gewartet habe. Da mir der Satz aber immer wieder begegnet, ist es Zeit für eine kleine Reihe.

Nummer 1: “Sex and the City - der Spielfilm”

Der Film startet am 29. Mai 2008 in den deutschen Kinos. Regisseur Michael King meint über den Inhalt:

Mr. Big töten? Ich wäre von Frauen mit brennenden Fackeln um den Erdball gejagt worden … Aber schließlich war es mein Ziel, unsere Freundinnen, also unsere Zuschauerinnen, glücklich zu machen”.

Das Münchner Stadtmagazin “In München” schreibt:

“Endlich, darauf haben Millionen von Freundinnen gewartet.”

Stimmt das wirklich? Habe nur ich nicht darauf gewartet? Ist es nur mir einfach nur egal, was diese Schauspielerinnen da mit Mr. Big und ihren Stöckelschuhen so tun? Oder liegt es nur daran, dass “Freundinnen” nicht für alle Frauen steht?

Frauen, was meint ihr?

Rock-Emanze

Wednesday, May 14th, 2008 von Susanne

Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie dieses Spiegel-Interview mit Lucy van Org Anfang April an uns vorbeigehen konnte. Zufällig bin ich jetzt noch mal drauf gestoßen und empfehle es hiermit unbedingt zur Lektüre. (Doch, doch, auch alte Sachen können Spaß machen!)

(Foto über Übermutter)

For all the Ladies at the Ostsee

Tuesday, May 13th, 2008 von Susanne

Von morgen, 14. Mai, bis Samstag, 17. Mai steigt das allererste Ladyfest in Mecklenburg-Vorpommern, genauer: in Rostock. Alle Infos zum Programm, zur Anmeldung, zum Mitmachen gibt es online.

Lenker und Gestalter

Saturday, May 10th, 2008 von Barbara

Die Zeit hat in diesen Tagen eine neue Edition veröffentlicht, die Rede ist von “Lenker und Gestalter”, den Menschen, die die Bundesrepublik prägen und geprägt haben: “Von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl, von Alice Schwarzer bis Günter Grass. Die Zeit präsentiert zwölf große Politiker, Denker und Unternehmer, die das Land bewegten.” Unter diesen zwölf befinden sich zwei Frauen, Alice Schwarzer und Marion Dönhoff. Zwei aus zwölf ist eine magere Quote - welche Frauen fehlen hier? Zur Einstimmung noch mal die Vorrede der Herausgeber:

“Wer macht Geschichte? Diese Frage beschäftigt auch Historiker immer wieder von Neuem. Längst befassen sie sich dabei nicht mehr nur mit den großen Herrschern, Lenkern und Gestaltern, sondern betrachten historische Ereignisse auch von unten, untersuchen Ideen, Mentalitäten und Überzeugungen. …”

Vagina dentata

Friday, May 2nd, 2008 von Barbara

Der größte Alptraum seit Männergedenken: eine Vagina dentata. Eine mystische Legende, die Männer davon abhalten soll, mit fremden Frauen Sex zu haben. Das könnte Fremdgehen meinen, steht aber auch für Vergewaltigung.

Vergangenes Jahr wurde auf dem Sundance Film Festival der Film “Teeth” vorgestellt, der eben dieses Thema in eine Highschool-Horrorstory verpackt hat. Den Trailer zum Film gibt es hier. Vielen Dank an Ben für diesen Tipp! “Teeth” ist natürlich nicht der erste Film über die Kastrationsangst, die - wir denken an Sigmund Freud - hinter dem Bild steckt; 2003 etwa der britische Film “Penetration Angst”. Und dann gibt es noch das Kondom “The Rapex“, ein bezahntes Kondom, das gleich einem Tampon in die Vagina eingeführt werden kann und einem möglichen Vergewaltiger schlimme Schmerzen bereitet.

Selbermachen am Montag

Monday, April 28th, 2008 von Susanne

So sah das Logo des Berliner Ladyfests 2007 aus. Und jetzt könntest du das Logo für 2008 gestalten! Bis zum 30. Mai bitten die Veranstalter um Entwürfe. Und zwar als JPG-Datei an info@ladyfest.net.