Bodo Ramelow, der Ladiesman

von Meredith

Heute Morgen im Deutschlandfunk gehört: Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen, Bodo Ramelow, verzichtet auf das Amt als Ministerpräsident um eine Rot-Rot-Grüne Koalition zu ermöglichen. Statt sich könne er sich dafür gut eine Frau vorstellen. Einen Namen hat er nicht genannt und es ist ihm offenbar auch egal, aus welcher Partei sie kommt.

Ich bin jetzt in thüringischer Landespolitik nicht bewandert genug, um zu wissen, ob sich da eine bestimmte Frau geradezu aufdrängt, so, dass man sie gar nicht erst namentlich zu nennen braucht. Aber das Statement sprang mir sofort auf säuerliche Art in den Frühstückskaffee: Offensichtlich ist Herr Ramelow der Ansicht, es mache keinen Unterschied, ob er regiert oder irgendeine Frau. Das könnte entweder auf eine – unter Politikern wohl eher unübliche – tiefe Bescheidenheit des Herrn Ramelow hinweisen, der sagen will: Ach, das kann jede andere genau so gut wie ich. Oder es könnte bedeuten: Ob jetzt da irgendeine Frau das Kabinett führt, macht eigentlich keinen Unterschied. Wie gesagt, dafür kann ich Herrn Ramelow nicht gut genug einschätzen. Es ist aber auf jeden Fall so, dass er nicht hätte sagen können – „Ich verzichte auf das Amt das Ministerpräsidenten. Könnte mir aber doch einen Mann ganz gut für das Amt vorstellen.“ Und dass er das nicht bedacht hat, und so spricht, ist weder ein Zeichen für Intelligenz noch für das Emanzipationsniveau dieses Politikers und damit auch seiner Partei. Ich bin gespannt auf „die Frau“, die diesen Karren aus dem Dreck ziehen will.




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Eintrag geschrieben: Freitag, 18. September 2009 um 9:24 Uhr unter Zeitgeschehen. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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13 Kommentare

  1. hn sagt:

    vielleicht möchte er damit aber auch ausdrücken, dass die (männlichen) kandidaten der anderen auch nicht in frage kommen. stattdessen könnte man vielleicht jemand anderen suchen, und gleich mal eine premiere starten „linke ermöglichen erste weibliche ministerpräsidentin im osten“ oder so.

  2. StoiBär sagt:

    Ich glaub auch, es geht ihm nur darum, dass dieser Arroganzling Matschie es nicht wird.

  3. Max sagt:

    Allerdings geht es darum, dass Ramelow, wenn er denn schon verzichtet, den Matschie auch nicht will. Warum du, Meredith, es aber als negativ auffasst, dass er nun eine Frau, ganz allgemein, vorschlägt, ist mir schleierhaft. Ich finde, je mehr Frauen in höheren politischen Ämtern, umso besser. Und ich unterstelle Herrn Ramelow hier mal eine ähnliche Meinung.

  4. Emily sagt:

    Die Aussage an sich finde ich ein bisschen hohl. Warum muss man unbedingt betonen, dass auch eine Frau in Frage kommen könnte? Wenn man nicht eine spezielle Frau meint, die besonders gut geeignet ist, dann ist die Aussage unnötig.

    Wenn er allerdings damit unterschwellig ausdrücken möchte, das dieser Matschie (keine Ahnung wer das ist, sein einziger männlicher Konkurrent?) es nicht werden soll, dann finde ich, muss man sich nicht aufregen, da es ja nur gegen den Konkurrenten gerichtet ist.

  5. access denied sagt:

    Das Schauspiel in Thüringen ist nur noch erbärmlich.
    Die Linkspartei verzichtet auf den Posten, obwohl sie die meisten Stimmen der drei Parteien hat und somit den Minister stellen sollte. Die anderen zwei sind noch viel erbärmlicher, denn sie wollen zwar regieren, aber in ihrer Ideologie versuchen sie ihr Gesicht dadurch zu „retten“, dass sie keinen Minister der Linkspartei akzeptieren. Diese Verachtung für den offensichtlichen Willen der Wähler ist für Grüne und SPD sowieso typisch.

  6. Kitty sagt:

    Ich weiß auch nicht, waurm du dich aufregst. Man kann auch zu viel interpretieren.

  7. jakob sagt:

    „Die Aussage an sich finde ich ein bisschen hohl. Warum muss man unbedingt betonen, dass auch eine Frau in Frage kommen könnte?“
    Vielleicht weil (fast) alle Ministerpräsidenten im Allgemeinen sowie die meisten Kandidaten für das Amt in Thüringen Männer sind. Auch das Selbstverständliche muss manchmal betont werden.

    Ehrlich gesagt finde ich die Aufregung darüber irgendwie künstlich und überinterpretiert.

  8. Kathrin sagt:

    Herr Ramelow hat die Tage bei „Anne Will“ zu Frau Künast gesagt: „…Sie kann keiffen wie sie will…“. Mich stören diese leichtfertig dahingesagten Sätze, weil ich mir sicher bin, dass er dieses Wort einem Mann gegebenüber nicht gebrauchen würde.
    Daher kann ich den Einwand: „Und dass er das nicht bedacht hat, und so spricht, ist weder ein Zeichen für Intelligenz noch für das Emanzipationsniveau dieses Politikers und damit auch seiner Partei.“ ganz gut nachvollziehen.

  9. Kathrin sagt:

    Keifen nur mit einem „f“. Ganz klar. Sorry :}

  10. tero sagt:

    oh man. genau das ist das problem: erst informieren, dann urteilen. du kannst doch nicht einfach mal drauf los schreiben und grundlos irgend etwas behaupten. es nur eine meinung, schon klar, aber trotzdem sollte man dann nicht so argumentieren, vorallem wenn man sich anscheinend überhaupt nicht mit dem parteiprogramm auskennt.

    die linke ist die einzig wahre gleichstellungspartei, bitte mal informieren!! es soll auch noch leute geben, die sich eine frau im amt wünschen und ja, dies auch ernst meinen und sich nichts fieses dabei denken.

    auch wenn das hier keiner hören will, durch dieses überinterpretieren macht man alles nur noch komplizierter. ich musste beim lesen wirklich schmunzeln. durch solche beiträge wird mir klar, warum die gleichstellung nur schlecht voran kommt….

    p.s. wer mit der linken nicht zufrieden ist, kann ja den rest wählen und sich wundern warum sich so gar nichts ändert. naja, zumindest kann man sich ja dann weiter aufregen….kann ja auch nett sein.

  11. Verena sagt:

    @tero

    durch solche beiträge wird mir klar, warum die gleichstellung nur schlecht voran kommt….

    Soso, dann wirf doch mal einen Blick auf die anderen tausend Posts hier und du wirst dich durchaus wieder fragen, warum die Gleichstellung nur schlecht voran kommt…

  12. Antje sagt:

    Ja das mutet schon merkwürdig an, dass Ramelow allgemein von Frau spricht, aber ich finde den Beitrag von Meredith, wie einige VorrednerInnen ganz schön übertrieben. Mädchemannschaft stellte uns die Wahlprogramme der Parteien vor und war dabei doch recht neutral. Aber anhand der Äußerung Ramellows gleich die der ganzen LINKEN ihren Emnzipationsanspruch in Abrede zu stellen, zeugt nun nicht gerade von einer sachbezogenen Argumentation.
    Schönen Sonntag noch!

  13. Dörthe sagt:

    Schade, dass hier auch auf einer meiner Lieblingsseiten simples Linke-Bashing betrieben wird. Ist das gewollte Manipulation oder doch die mehr als schädliche Überinterpretation von ganz normalen Aussagen?