Einträge von Werner


Männer sind Schweine …

6. März 2010 von Werner

Um junge Frauen vor ungewollten Schwangerschaften zu beschützen, hat eine amerikanische Kampagne (sexreally.com) auf ihrer Website ein Video veröffentlicht, in dem gezeigt wird, wie Männer „wirklich“ sind: verdorben, sexgeil und hormongesteuert. Im Grunde sagt das Video, dass Männer immer nur an Sex denken und lässt die Darsteller sagen, dass Frauen in knappen Kleider doch selber schuld sind wenn sie nur als „Objekt“ gesehen werden und all die anderen Klischees.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass so auch nur eine ungewollte Schwangerschaft verhindert wird, wundere ich mich mal wieder über die Art und Weise wie hier a) mit dem Thema Sex und b) mit der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau umgegangen wird. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum Sex immer noch so verklemmt besprochen werden muss. Nachdem ich in den letzten Wochen alle fünf Staffeln „Six Feet Under“ gesehen habe, stelle ich wieder einmal fest, dass im (amerikanischen) Fernsehen eher gezeigt wird, wie zwei Brüste mit einem Schwert abgeschnitten werden, als das sie geküsst werden. Es gab wirklich viele Sexszenen aber in jeder hatte die Frau beim Sex einen BH an. Sex ist was Schönes – wenn beide bzw. alle Beteiligten es wollen. Ja, ich habe gerne Sex, ich kenne aber auch sehr viele Frauen, die sehr gerne Sex haben. Aber ich kann auch noch an andere Sachen denken, sogar mehrere Stunden am Stück.

Nicht falsch verstehen, ich bin für Safer-Sex und für Aufklärung – aber nur den Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn mal was nicht so läuft, wie es geplant war, muss zwangsläufig in die Hose gehen. Wer junge Menschen vor ungewollten Schwangerschaften oder vor Geschlechtskrankheiten schützen will, muss ehrlich mit diesem Thema umgehen. Da wird es nicht helfen, die eine Seite nur zu verteufeln und die andere nur zu verherrlichen. Auch Frauen werden geil und auch Frauen kommen in Situationen, in denen sie eher handeln als denken … junge Menschen müssen lernen, genau dann richtig zu handeln – und zwar alle Beteiligten.

Es darf doch nicht sein, dass die Frau nur die Wahl zwischen dem naiven Dummchen oder der sexgeilen Schlampe hat und dem Mann am Ende noch nicht mal die Wahl gelassen wird. Menschen sind so unterschiedlich – egal ob Mann oder Frau. Und Sex ist nichts Abnormales. Wie er gestaltet wird müssen aber die Regeln, die involviert sind, den anderen geht das erst mal nichts an.


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„Bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt …“

6. Februar 2010 von Werner

Gerade schließe ich mein Studium ab und beginne somit, eine Arbeitsstelle zu suchen. Nach den ersten drei Ablehnungen kann ich definitiv sagen: Es gab schon erbaulichere Phasen in meinem Leben, aber keine Angst, ich bin fest davon überzeugt, dass das schon noch wird.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ob es an den ArbeitgeberInnen liegt, bei denen ich mich bewerbe, oder ob es sich wirklich schon flächendeckend so eingebürgert hat, weiß ich nicht, aber den Spruch „… bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt …“ finde ich in jeder Stellenausschreibung. Und ich muss sagen, ich finde das gut – selbst wenn ich dadurch einen Job mal nicht bekommen sollte. Lustig finde ich aber schon, dass ich schon von mehreren Seiten auf diese Tatsache angesprochen wurde – und dies meist im Brustton der Empörung.

Ich kann mich dem nicht anschließen und das hat auch seinen Grund. Gehen wir doch einmal davon aus, dass beide wirklich gleich qualifiziert sind, warum dann den Mann bevorzugen? Frauen wurden und werden in unserer Gesellschaft und explizit auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt und diskriminiert, diese Benachteiligung schrittweise abbauen zu wollen, finde ich mehr als nur fair. Und wenn beide „gleich“ sind, muss ja einer bevorzugt werden.

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Wickeltische für die Gleichberechtigung

4. September 2009 von Werner

Benachteiligungen Anderer fallen einem nicht auf. Das merke ich immer wieder, wenn ich mit anderen Männern über Benachteiligungen diskutiere. In den meisten Diskussionen werde ich sogar oft entsetzt angesehen und gefragt, ob ich dass nun nicht albern finde, in Deutschland noch von einer Benachteiligung der Frauen zu reden.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Es ist wohl einfach so, dass Benachteiligungen anderer erst auffallen, wenn sich mit ihnen bewusst auseinander gesetzt wird. Ich bin da ja auch nicht besser. Neulich als ich bei Ikea einkaufen war, hab ich auf der Herrentoilette einen Wickeltisch entdeckt. Ich hab so was vorher noch nie auf einer Männertoilette gesehen und deshalb fiel es mir direkt auf – und ich war auch echt begeistert, bis ich drauf kam, dass nicht dieser Wickeltisch toll, sondern die fehlenden Wickeltische schlimm sind.

Erziehung von Kindern, und damit auch das Wickeln, ist in Deutschland nach wie vor die Aufgabe der Frauen. Männer sehen sich als Ernährer, sie müssen das Geld nach Hause bringen, das zeigen Umfragen und Studien immer wieder. Der fehlende Wickeltisch auf der Männertoilette mag da nur ein sehr marginales Zeichen sein, aber er ist eines. Es ist nur besonders doof, dass es eben der fehlende Wickeltisch ist, denn dadurch ist dieses Zeichen wieder einmal nicht sichtbar und es merkt keiner. Ganz nach Michael Kimmel sieht ein Mann, wenn er in den Spiegel guckt, eben einen „Menschen“, eine Frau eine „Frau“ und eine schwarze Frau eine „schwarze Frau“ – was bedeutet, dass das Geschlecht für den Mann „unsichtbar“ ist. (Gilt übrigens auch weiter gedacht: der weiße, gesunde, westliche Mann ist die Norm und folglich normal.)

Das ist sehr schade, denn was nicht gesehen wird, kann nicht angeprangert und verändert werden. Dass nun mit lauter Wickeltischen auf Männertoiletten das ganze Problem der Ungleichbehandlung zwischen Mann und Frau aufgehoben wird, glaube ja noch nicht einmal ich. Aber mehr deutliche Zeichen würden vielleicht einigen Männern die aktuelle Situation deutlicher machen – Wickeltische können dabei wohl nur einen kleinen Beitrag leisten. Aber warum werden beispielsweise die enormen Lohnunterschiede nicht deutlicher kommuniziert? Bei den Streiks der Erzieher_innen fiel mir stark auf, wie selten ich Lohnvergleiche mit Berufen, die in der Gesellschaft als „männliche Berufe“ angesehen werden, gefunden habe. Dann wäre nämlich klar geworden, wie viel mehr ein_e Automechaniker_in im Gegensatz zu einer Erzieher_in verdient. Ich will hier nicht den Beruf der Automechaniker_in abwerten, aber es liegt doch auf der Hand, dass Erzieher_innen so wenig verdienen, da es in der Gesellschaft als „Frauenberuf“ und somit als Zusatzeinnahme gilt. Eine Familie muss davon nicht ernährt werden können, dafür gibt es ja den Ernährer.

Erst wenn Ungerechtigkeiten sichtbar sind, können sie registriert werden, dass kann der unbenutzte Wickeltisch auf der Männertoilette, aber auch Lohntabellen und –vergleiche sein.


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Die Weiber seien untertan ihren Männern

29. Juli 2009 von Werner

Jimmy Carter hat in einem sehr kritischen Artikel im britischen Observer die Rolle von Religionen in Bezug auf die Unterdrückung der Frauen thematisiert. Und ich muss sagen, er hat in den meisten Punkten Recht, nur leider bleibt er, aus meiner Sicht, nach einer guten Analyse auf halber Strecke stehen.

Oft ist es auf Religionen zurückzuführen, dass Frauen schlechter ausgebildet werden, ihnen Berufe vorenthalten und Macht verwehrt wird – von sexuellen wie freiheitlichen Selbstbestimmungsrechten ganz zu schweigen. Und das gilt nicht nur für eine Religion, in so gut wie jeder finden sich dafür Regeln, sogar in vielen buddhistischen Häusern!

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Es tut wirklich gut, jemanden wie Jimmy Carter – immerhin ehemaliger Präsident eines echt sehr religiösen Landes – das sagen zu hören. Manchmal fühle ich mich mit dieser Position doch eher allein oder unter vielen, die sich das nicht auszusprechen trauen, da sonst religiöse Gefühle verletzt werden. Dieses letztere Argument halte ich, nur mal so ganz kurz nebenbei sowieso für extrem arrogant, da es die Gefühle religiöser Menschen über die von Frauen, Homosexuellen, Huren und sonstigen von der Religion Ausgestoßenen stellt. Religiöse Menschen dürfen diese sehr wohl kritisieren – ihren kompletten Lebensstil – diese dürfen aber nicht den Glauben an ein überirdisches Wesen und die Ableitung für Regeln im alltäglichen Leben kritisieren. Aber ich komme vom Thema ab.

Also, toll dass Jimmy Carter das alles schreibt, aber er zieht irgendwie die falschen Schlüsse. Denn erstens sind es für ihn nur die bösen Gelehrten, die die Unterdrückung der Frau legitimieren und zweitens wäre alles gut, wenn wir uns nur wieder auf Jesus, Mohammed, Moses oder sonstige Propheten berufen würden. Und da kann ich mit ihm schon nicht mehr mitgehen. Religionen sind für mich Herrschaftsmittel. Und dieses Herrschaftsmittel wird von den Herrschenden – und das waren nun mal Jahrhunderte lang Männer – so verwendet, dass ihre Macht vergrößert und zementiert wird. Bei Religionen gilt dies übrigens nicht nur für die formalen, großen Herrscher (gern auch mal Gelehrte genannt), sondern auch für alltägliche familiäre Verhältnisse, denn Religionen versuchen, diese bis ins Kleinste zu regeln. Die Rolle des Mannes und die der Frau innerhalb einer Ehe sind klar definiert – und Vorsicht, hier muss nicht immer nur auf die ach so bösen Muslimen geschielt werden (Zwangsverheiratung, Ehrenmord, …), auch bei den Christen wurde die Frau aus der Rippe des Mannes gemacht und „die Weiber seien untertan ihren Männern.“ (Bibel, Ephesser 5:22) (Anm.: Ich war das mit den Weibern nicht, das war Luther)

Gut ich gebe ja zu, dass ich mich als nicht gläubiger Mensch per se schwer tue, Menschen ernst zu nehmen, die die Unterdrückung anderer damit legitimieren, dass sie irgendetwas glauben. Doch genauso schwer tu ich mich damit, wenn Menschen feststellen, wie sehr Frauen durch Religionen unterdrückt werden, dann aber nicht der Religion, sondern den Menschen, die sie machen, die Schuld geben – denn das ist naiv. Es sind immer Menschen, die hier auf Erden etwas machen, sonst wäre es der Himmel. Und wer sich mal die Bücher der Religionen durchliest – ich habe das bei einigen tatsächlich getan – wird merken, dass die Frau in keinem dieser wirklich gut wegkommt, es sei denn es geht ums Putzen!

Ja, dieses Thema ist nun nur angerissen und somit auch nur oberflächlich besprochen – aber wir können gern in der Diskussion noch bei einigen Fragen in die Tiefe gehen. Zu Jimmy Carter kann ich eben nur sagen, ich freue mich, dass er kritisiert, denn das ist mir allemal lieber als jene, die alles nur als gottgegeben hinnehmen. Von mir aus darf jeder glauben, was er will, aber wenn er deshalb denkt, Frauen weniger Macht, Freiheit oder Spaß zugestehen zu dürfen, dann werde ich das nicht akzeptieren, auch wenn ich damit seine Gefühle verletze.


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Männer und die Gleichberechtigung

7. März 2009 von Werner

Es ist immer schön zu wissen, dass man nicht alleine ist. Zwar fühle ich mich nicht wirklich einsam, dennoch freue ich mich heute von anderen Männern Erklärungen zum morgigen Weltfrauentag zu lesen. So haben einige Funktionäre von Bündnis 90/Die Grünen ein Positionspapier herausgegeben, auch Roland Pofalla (CDU), Martin Schulz (SPD) und viele andere fühlten sich berufen etwas zu erklären. Ich bin also nicht alleine als Feminist

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Die Einen gehen in Ihrer Erklärung etwas weiter, so fordern die Grünen eine Diskussion über Rollenbilder im Allgemeinen, die Anderen springen eher kürzer und fordern freiwillige Maßnahmen der Wirtschaft gegen ungleiche Entlohnung. Das Hauptthema ist bei allen aber das Selbe: Frauen verdienen weniger und das ist unfair. Nun, dagegen gibt es nun wirklich nichts zu sagen. Es ist auch gut zu lesen, dass quer durch alle Parteien hindurch immer noch eine Benachteiligung der Frauen gesehen wird und nicht etwa ein zurückrudern à la Eva Hermann gefordert wird. Das Einzige was mich ein bisschen stört, ist, dass es im Grundduktus nur um Gehälter geht.

Ok, nun tu ich einigen der genannten Autoren auch ein bisschen Unrecht, denn schließlich lobt Pofalla ja die wichtigen Schritte der Bundesregierung in Richtung Gleichberechtigung (Elterngeld und Ausbau der Kinderbetreuung / ich kommentiere das nun mal explizit nicht inhaltlich) oder die Grünen fordern, wie schon gesagt, eine Diskussion über Rollenbilder im Ganzen. Doch all diese Themen sind Nebenschauplätze – im Grunde drehen sich alle Erklärungen um das Thema Einkommen. Natürlich, ich kann das gar nicht oft genug wiederholen, ist das eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit – aber es ist doch nicht alles was zu Gleichberechtigung und Gleichstellung zu sagen ist; mir fehlt einfach der Hinweis auf andere Themen. Ich habe leider nichts zum Thema Zwangsprostitution, zu Gewalt gegen Frauen, zu Geschlechterbildern in den Medien/in der Werbung, Sexismus, Gleichberechtigung und Religion, Sex, Frauenanteile in Führungspositionen (Wirtschaft, Wissenschaft, Politik), Karriere und Kind als Doppelbelastung oft nur für die Frau, usw gelesen. Und gar nichts hab ich gefunden, warum wir Männer für Gleichberechtigung kämpfen sollen.

Nun, ich will nicht falsch verstanden werden. Ich freue mich, dass diese Männer was gesagt haben. Einige von ihnen kenne ich persönlich und weiß, sie sind Feministen. Ich finde es toll, dass der Weltfrauentag Männer in allen Parteien dazu bringt, die Ungerechtigkeiten zu thematisieren, nur würde ich mich noch mehr freuen, wenn neben dem wichtigen Thema „gleiches Einkommen für alle“ auch andere Themen mit berücksichtigt würden und vielleicht auch mal etwas unterm Jahr dazu geschrieben würde.


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Ich will ich sein, anders will ich nicht sein

20. Februar 2009 von Werner

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung hat sich Daniel Craig zu seiner Rolle als James Bond und zu der Rolle von Männern in der Gesellschaft geäußert. Ein tolles Interview, gerade weil Craigs Ansichten so gar nicht zu denen des Martini-trinkenden Supermannes passen. Für mich steht James Bond für so gut wie alles, was ich als Mann nicht ausleben will. Ich mag keine schnellen Autos, ich fahre lieber Bahn. Ich habe ungern Uhren aus denen Pfeile geschossen kommen, ich würd mich wahrscheinlich damit selbst erledigen und wie gut ich im Nahkampf bin, weiß ich nicht, ich hab es noch nie getestet. In seinem Interview beschreibt Craig vieles, was eher dem „modernen Mann“ zugeschrieben wird, ganz im Gegensatz zum „zum alten Mann“ der ja dann eher durch James Bond verkörpert wird.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Die Vokabeln alt und modern darf hier auch ruhig wertend verstanden werden. Ich finde es gut, wenn auch mal Männer, wie Craig im Interview, zugeben können, das sie Nachts vor Sorgen nicht durchschlafen können, wenn sie sich als Mann nicht automatisch als Familienoberhaupt sehen oder eben androgyne Männer zum Vorbild haben. Ich finde es klasse, dass es eben nicht mehr nur ein klares Rollen(vor)bild gibt und entweder du ensprichst diesem oder du wirst ausgegrenzt. Viele andere Männer – zumindest nehme ich dies derzeit so wahr – bemängeln jedoch gerade dieses Fehlen eines klaren Vorbildes häufig. Auch im Interview wird Craig zu dieser Thematik angesprochen:

SZ: Ist es für junge Männer heute schwerer als in Ihrer Jugend, eine klare Rolle in der Gesellschaft zu finden?
Craig:
Ich glaube schon. Zumindest machen junge Männer heute auf mich oft einen, wie soll ich sagen, ratloseren Eindruck als früher.

Die Frage ist tricky, denn sie suggeriert, dass das Suchen und Finden etwas Schlechtes sei. Denn meiner Meinung nach stimmt es ja, dass es schwerer geworden ist, eine klare Rolle zu finden, aber ich finde das sogar gut! Ich finde es gut, dass ich als Mann heute die Freiheit habe – zumindest mehr als früher – meine Rolle in der Gesellschaft selbst zu finden. Dass ich mich mit mir auseinandersetzen muss und mein Verhalten und mein „Mann-Sein“ so auslebe, wie es zu mir passt. Etwas suchen zu müssen heißt nämlich, dass es eben nicht da bzw. vorgegeben ist. Dass ich eben die Freiheit habe, mich nicht für Autos zu interessieren oder mich nicht mit anderen Männern zum Saufen auf Parkplätzen treffen und bescheuerte Witze über Frauen, Schwule oder Weicheier reißen muss. Aber klar: etwas selber zu finden – gerade sich selbst – ist immer schwerer, als wenn es ein anderer für mich tut.

Natürlich ist Suchen nicht immer einfach. Jeder muss sich mit sich selbst beschäftigen, und das noch in der Pupertät, da ist sowieso schon alles ein bisschen schwerer. Aber klare Rollenvorgaben haben immer nur denen genützt, die gerne so sein wollten. Für alle anderen waren sie ein Ballast. Sie mussten sich anpassen oder wurden zum Außenseiter. Und ein Außenseiter in der Pubertät zu sein, war noch nie schön und wird es auch nie werden. Deshalb verstehe ich es nicht, wenn gesagt wird, dass fehlende Rollenvorbilder zu mehr Gewalt führen. Wenn ich von meiner Elterngeneration höre, wie sie in Bayern auf dem Land mit Andersartigkeit umgegangen sind, dann bin ich sprachlos. Ich will die Gewalt heuzutage nicht verharmlosen oder leugnen. Aber ich glaube nicht, dass diese von einem fehlendem Männerbild herführt. Ich glaube viel eher, dass dieses „alte“ Bild noch zu sehr in unserer Gesellschaft vertreten ist. Denn für mich gehört zu diesem Bild ganz klar, der Stärkere zu sein und wenn nötig auch mal drauf zu schlagen, ganz nach dem Motto: „Jungs dürfen sich ruhig mal prügeln.“

Für mich kann die Zerstörung der Rollenklischees gar nicht weit genug gehen. Und das sage ich nicht als ein komplett femininer Typ. Ich habe einige Eigenschaften, die landäufig wohl eher den Männern zugeschrieben werden: Ich habe keine Angst vor Spinnen, ich repariere gerne Gegenstände, bin handwerklich nicht komplett ungeschickt, kann mich räumlich orientieren und was weiß ich noch so. Aber das ist eben nur ein Teil von mir und ich bin froh, den anderen auch ausleben zu dürfen. Ich bin eben für die Zerstörung der Rollenklischees, da ich von jedem das will, was für mich am besten ist. In meiner Kindheit hatte ich oft das Gefühl, dies nicht machen zu dürfen. Wenn ich lieber mit meiner Freundin mit Barbies (Ich war vier und wusste noch nicht mal, wie Feminismus geschrieben wird!) als mit meinem Freund Fußball gespielt habe, wurde ich dafür gehänselt. Gerade in der Schulzeit war es wichtig, ein richtiger „Mann“ zu sein. Und ich habe nicht im Geringsten das Gefühl, dass sich seitdem so viel verändert hat.

Ich wäre sehr froh gewesen, weniger „männliche“ Erwartungen erfüllen zu müssen. Und ich kann gar nicht sagen wie froh ich bin, dass ich derzeit selbstbewusst und ausgeglichen ein Leben führen darf, in dem ich bin wie ich bin. Und das ich ein Mann bin, kann mein Arzt bestätigen.


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Rasta, Reggae, Rastafari

24. Januar 2009 von Werner

Als ich gestern auf einer Party herumhüpfte, durfte ich mal wieder ein für mich sehr erschreckendes Bild sehen: Da tanzte eine Frau mit Rastas zu Bob Marley. Wer mich ein bisschen kennt, wird wissen, dass ich Probleme mit Rastas und Reggae habe, denn ich verbinde das mit Rastafari und Jamaika. Natürlich, das will ich diesem Beitrag auch vorausschicken, möchte ich nicht jeder oder jedem der Rastas trägt unterstellen, diese Gesinnung zu haben. Aber es erschreckt mich doch sehr, wie wenig die dahinterstehnde Ideologie  reflektiert wird. Dies gilt übrigens auch für Menschen, die ich mit Jamaika-Flaggen rumrennen sehe.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich stelle mir dann immer die Frage: Darf man dass nun tun, weil es gerade hip und modern ist oder nicht? Es ist die Frage nach „political correctness“ – wo fängt sie an, wo hört sie auf. Bleiben wir doch beim Erlebnis von gestern Abend. Das Lied das gespielt wurde war „no woman, no cry“ – und ja ich weiß, dass das nicht „keine Frauen, kein Geschrei“ heißt, sondern eigentlich „no woman, huh cry“ (huh kann mit don`t übersetz werden) und somit „Nein Frau, weine nicht!“ bedeutet. Aber ein Frauenrechtler war Bob Marley wahrhaftig nicht! Seine Lieder hatten für ihn den vorrangigen Zweck, die Rastafari-Ideologie in die Welt zu tragen. Und diese Ideologie ist bei weitem nicht frauenfreundlich – ganz im Gegenteil: die Frau ist der Untertan des Mannes, soll ihr Haupt bedecken, tut sie es nicht, soll der Mann ihr die Haare abrasieren, Frauen werden während ihrer Menstruation wegen Unreinheit von der Gemeinschaft ausgeschlossen, sie darf noch nicht mal Hosen tragen, usw. Auch das Frauenbild das Bob Marley so hatte, war nicht feministisch. Er hatte mit vielen Frauen Sex, seiner Frau erlaubte er dies aber nicht – die Kinder dieser Seitensprünge durfte sie allerdings groß ziehen. Die Frau hatte gefälligst zu Hause zu bleiben und war für Kindererziehung, Hauhalt und ähnliches eingeplant – sofort nach seiner Hochzeit, zog Bob Marley nach Amerika, seine Frau musste jedoch in Jamaika bleiben.

Gut, nun kann nicht gesagt werden, dass Rasta gleich Bob Marley oder Reggae ist und wohl auch nicht, dass Reggae gleich Rastafari ist. Aber so ganz auseinander zu dividieren ist es dann doch nicht. Für mich bestehen diese Assoziationen sogar sehr stark. Ich weiß, dass ich damit eine Minderheit darstelle. Deshalb frage ich mich des Öfteren, warum Menschen, die mit Thor Steinar oder Lonsdale Pullis rumlaufen, öffentlich geächtet werden, wenn jedoch jemand eine Jamaika-Flagge auf der Jacke trägt diese_r als cool und liberal gilt? Die frauenrechtliche Situation in Jamaika ist nun wirklich nicht die Beste. Auch Homosexualität steht dort noch unter Strafe (10 Jahre Haft) und Gewalt gegen Homosexuelle und gegen Frauen wird nur bedingt und wenn überhaupt dann nur sehr lasch verfolgt. Wann ist es denn nun gerechtfertigt mit „political correctness“ anzufangen und wann noch nicht?

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch bei den Themen Reggae, Rastas und Jamaika mehr Differenzierung einkehren würde. Ich habe nichts gegen Reggae-Gruppen/-Fans, die sich deutlich von dieser Ideologie abgrenzen. Ich habe aber deutlich Probleme damit, wenn dies nicht passiert. Ich finde, wer mit Rastas durch die Welt läuft, sollte zumindest wissen, wofür dies auch stehen kann. Aber meistens habe ich bei Diskussionen mit jenen das Gefühl, dass sie reichlich wenig über Rastafari wissen. Das kann und will ich nicht akzeptieren. Ich freue mich, wenn diese Menschen komplett anders denken, als es die hinter diesen Symbolen liegende Ideologie tut – aber wenigstens sich mit dieser einmal etwas gründlicher auseinanderzusetzen, das erwarte ich von jeder und jedem, der symbolkräftige Zeichen trägt – eine Landesflagge ist dies für mich genauso wie eine eindeutige Haarfrisur.

Abspann: Ich weiß, dies war nun eher über Symbole als über Feminismus – aber es berührt dieses Thema doch so stark, dass ich es wichtig fand, mich dazu einmal zu äußern. Außerdem: Der Artikel konnte erst heute kommen, da wir gestern in meinem Viertel in Istanbul Stromausfall hatten.


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Von Schlampen und Machos

9. Januar 2009 von Werner

 Alle die hofften, der Quotenmann meldet sich nicht mehr zu Wort, muss ich leider enttäuschen! Ich habe über Weihnachten und Neujahr nur Urlaub gemacht und bin nun in alter Frische wieder zurück. Dieses Mal mit einem Thema, das schon ein alter Hut ist, aber ich hab mich noch nicht darüber ausgelassen – darum müsst ihr da nun durch.

Es geht um „Fickgeschichten“ – Sex nur des Sexes wegen, mit keinerlei Bedeutung und einem einzigen Ziel: einen Orgasmus zu haben. Genau darüber hatte ich vor kurzem ein Gespräch: alles für mich aufgeklärte Jungs und ein Mädchen. Natürlich haben die Jungs erst mal geprahlt, wie viele sie schon hatten, wie toll das ist und überhaupt, was für Hengste sie wären. Als dann die Dame in der Runde auch ihre sehr liberale Meinung dazu mitteilte und die meisten der Buben „übertrumpfte“, schwenkte die Stimmung schnell von „cool“ zu irgendwas zwischen „Neid“ und „wie kann die nur“.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ich fand es toll. Ja – ich liebe Frauen, die ein ausschweifendes Sexleben haben. Und ich liebe sie noch viel mehr, wenn sie dazu stehen. Ich will hier nicht falsch verstanden werden, ich liebe auch Frauen, die wenig Sex haben, das soll schon jede für sich selbst bestimmen. Und „lieben“ meine ich hier nur im platonischen Sinne. Aber ich finde es einfach toll, wenn es Frauen gibt, die sich eben nicht vorschreiben lassen, dass sie vernünftiger und zurückhaltender sein müssen als Typen – warum auch? Wer Sex haben will, soll ihn haben und sich nicht dafür schämen müssen.

Aber leider ist es noch lange nicht so weit. Über Freundinnen von mir, mit häufig wechselnden SexpartnerInnen, wird weit häufiger gelästert als über Freunde mit ähnlichem Verhalten. Natürlich, über die Männer wird auch getratscht, aber meist in einem ganz anderen Ton. Warum ist das immer noch so? Fühlen sich die Männer in ihrer Ehre verletzt, wenn sie eben nur zum Sex herhalten durften? Sind sie dann vielleicht nicht mehr diejenigen, die aufreißen, sondern vielleicht sogar aufgerissen werden?

Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe es bis heute nicht. Männer, die gerne einfach nur Sex mit Frauen haben möchten, sollten sich doch freuen, wenn es auch gleichgesinnte Frauen gibt. Das macht doch alles einfacher. Kommt mir nun bitte nicht und behauptet, ich schreibe dies nur, um mehr Sex zu haben – ich lebe seit längerem in einer festen Beziehung. Aber es ärgert mich jedes Mal wieder, wenn Frauen für etwas schief angesehen und Männer dafür bewundert werden.

Natürlich ist mir klar, dass es früher noch schlimmer war, aber gut ist es heute auch noch nicht. Diskussionen über Sex sind immer noch mit vielen geschlechtlich unterschiedlichen Tabus belegt – und bei nur wenigen Themen werden so harte „Moral-Maßstäbe“ angelegt wie bei diesem. Ich fände es toll, wenn diese Hüllen fallen würden. Ich denke, dss würde jeder und jedem Einzelnen gut tun, der Sex würde besser (lockerer/einfacher) werden, da ungezwungener und keineR müsste sich dafür schämen.

Um das noch klar zu stellen: Mir geht es nicht darum, dass alle mehr Sex haben. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ein ungezwungenerer Umgang mit dem Thema Sex auch für Leute, die dies nicht ausleben wollen, Vorteile hat. Sie würden viel weniger als „Spießer“, „Langweiler“ oder was weiß ich noch alles gelten. Wenn Sex das Image in die eine Richtung nicht zerstört, tut es dies in die andere auch nicht.

Wer Sex haben will, soll ihn haben, wer nicht, lässt es halt bleiben – und die anderen sollten endlich aufhören, dies zu beurteilen.


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Sehen kann ich selber

12. Dezember 2008 von Werner

Als ich vor einigen Tagen auf Spiegel Online einen Artikel über den neuen Spitzenkandidaten der SPD in Hessen gelesen habe, wurde ich doch etwas stutzig. Jochen Bölsche behauptete darin: „… nie zuvor ist ein bundesdeutscher Politiker wegen Namen und Aussehen derart mit Hohn, Hass und Häme überschüttet worden wie der neue Spitzenmann der SPD in Hessen.“ Ist das wirklich noch nie zuvor so passiert? Meinte hier der Autor mit Politiker nur männliche? Oder ist es ihm nicht aufgefallen, wie oft über Politikerinnen in der Presse diskutiert oder gelästert wird?

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Gut, die Sache mit dem Namen ist relativ neu. Aber auch da durfte schon Ypsilanti die Vorreiterin spielen. Was aber das Aussehen betrifft, war dies bei Frauen schon immer so. Und da geht es nun nicht nur um die großen Aufreger, wie Angela Merkels Frisur, Claudia Roths Kleidern oder Silvana Koch-Mehrins Figur – nein, es geht auch darum, dass bei vielen Artikeln über Politikerinnen nur zu gerne ein ihr Aussehen beschreibendes Adjektiv beigefügt wird.

Es ist schon komisch, dass Spiegel Online gerade dann, wenn über das Aussehen eines Mannes hergezogen wird, sich berufen fühlt, dies zu thematisieren. Waren sie sich zuvor doch nicht zu schade, beispielsweise Claudia Roth ein „eigentümliches Seehund-Klatschen“ zuzuschreiben. Prinzipiell fällt mir auch in privaten Diskussionen auf, dass das Aussehen von Politikern viel weniger thematisiert wird als das von Politikerinnen. Gut, da gab es die Debatte über die möglicherweise getönten Haare Gerhard Schröders – aber ehrlich gesagt, oft kam dies in meinen Diskussionen nicht vor. Von den vielen anderen hässlichen Politikern ist nichts zu lesen. Dazu kommt: Die Heftigkeit und Gemeinheit mit der über Frauen geschrieben wird, ist meist weit unter jedweder Gürtellinie. Ein gutes Beispiel sind die vielen Artikel über Doris Schröder-Köpf, die bei weitem verletzender waren als die über ihren Gatten.

Jetzt könnte ja angenommen werden, dass mit der Hetze auf Thorsten Schäfer-Gümbel endlich Gerechtigkeit einkehrt. Aber erstens ist das nicht der Fall und zweitens geht es in die falsche Richtung. Schäfer-Gümbel ist einer unter wenigen, dem das passiert ist. Sein Gegenkandidat Roland Koch ist auch nicht gerade die Schönheit in Person (aus meiner Sicht natürlich), aber keiner thematisiert es. Wenn Ursula von der Leyen sich die Haare schneiden lässt, erregt das hingegen mehr Aufsehen als ihre neue Gesetzesinitiative. Was absurd ist. Ich will nicht lesen, welche Haarfarbe Claudia Roth hat, das sehe ich selbst! Ich will auch nicht wissen, ob irgendein Autor Silvana Koch-Mehrin attraktiv findet, das bringt mir ja nichts! Ich möchte wissen, was sie politisch fordern, was sie verändern wollen und welche Auswirkungen das möglicherweise auf mein Leben hat.

Bei einer Politikerin sollte das Aussehen keine Rolle spielen –bei einem Politiker übrigens auch nicht. Artikel und Diskussionen darüber rauben mir nur meine Zeit – und das ist doof! Ich bin ein politischer Mensch und möchte über politische Dinge auch politische Diskurse führen. Und eine Haarfarbe ist definitiv nicht politisch.


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Die Hälfte der Macht – reicht mir vollkommen

28. November 2008 von Werner

Neulich erklärte mir ein Kommilitone, dass er bei den Grünen ausgetreten sei – wegen der Frauenquote! Da war ich erst mal baff. Kriegsbeteiligung, Hartz IV oder was auch immer hätte ich verstanden, aber weil Frauen die Hälfte der Macht zugesichert wird? Das verstehe ich nicht.

Er meinte, es sei unfair. Wenn sich drei qualifizierte Männer und nur eine dementsprechende Frau für, sagen wir mal, zwei Listenplätze bewerben, müssten die Männer untereinander konkurrieren, die Frau aber nicht. Noch viel schlimmer: wenn sich nicht mal eine „gute“ Frau bewirbt. Ich meinte nur, dass die Partei, Organisation oder was auch immer, in so einer Situation, sich erstens auf die Suche nach dieser „guten“ (wer auch immer das definiert) Frau machen solle, die es wohl vergessen hat sich zu bewerben und zweitens, wenn sie keine finden, sich mal fragen sollten, was für ein Haufen sie eigentlich sind! In meinen engagierten Jahren habe ich immer wieder beobachtet, dass Frauen seltener kandidieren – zumindest wenn sie dies a) zum ersten Mal für diesen Posten tun und wenn sich b) schon andere Personen bewerben. Sie vergessen es nicht.

Quotenmann

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Reine Männerrunden, seien es nun Vorstände, Fraktionen, Arbeitskreise oder andere Gremien sind meiner Erfahrung nach langweilig und einseitig. Sie sehen Probleme nur aus männlicher Sicht – was ja einen Großteil der Bevölkerung vergisst! Ich habe festgestellt, dass reine Männervereine anstrengend und unproduktiv sind. Hier zählt noch Gepose und der ständige Schwanzvergleich geht schnell auf die Nerven. Kaum ist ein relevanter Anteil Frauen mit am Tisch, wird die Stimmung respektvoller, wird sich Ziel orientierter Unterhalten und alles ist weniger angespannt. Das liegt nicht nur an den Frauen – das liegt auch daran, dass die ganze Situation viel ausgewogener ist.

Doch das sind ja nur einige der Vorteile für uns Männer. Die andere Seite ist: Es steht ihnen zu. Und seien wir doch mal ehrlich, in einem System, das Jahrtausende lang von Männern für Männer konzipiert wurde, ändert sich nicht alles mit einer Merkel oder einer Clinton. Da helfen nur viele Frauen an vielen Positionen. Und um viele Frauen an politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systemen zu beteiligen, hilft die Quote. Manchmal wird das wohl heißen, dass Organisationen sich auf die Suche machen müssen, manchmal werden sie sogar ihr Auftreten frauenfreundlicher machen müssen – aber das ist gut! Alle Frauen mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, und die wegen der Quote diesen Job hatten, waren eine Bereicherung. Ich kenne viele, die niemals kandidiert hätten – aber erst mal gewählt, in ihrer Position gerockt und den Verband, den Verein oder die Partei(gliederung) um Meilen vorangebracht haben.

Noch etwas: Dank der Quote gibt es auch weniger Konkurrenz, denn gegen die Hälfte meiner KollegInnen kann ich niemals antreten, und sie können mir auch nichts wegnehmen. Das schafft einen themenorietierten und weniger karrieristischen Umgang.

Ich finde die Quote toll – zumindest so lange wir sie brauchen. Und dass wir sie derzeit brauchen, steht für mich außer Frage. Überall dort, wo ich die Abschaffung der Quote miterlebt habe, stand ich danach einem Männerverein gegenüber und das will ich nie wieder, meine Zeit in einer bayrischen Knabenschule hat mir vollkommen gereicht.


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