Archiv für September 2011


Frau schlägt Mann – was eine Nachricht alles hergibt

30. September 2011 von Helga

Weil er keinen Sex wollte, hat in Iowa eine Frau in ihrer Wohnung randaliert und ihren Freund geschlagen, soweit die Nachricht in der Ärztezeitung. Dabei fallen gleich mehrere Dinge auf. Das fängt schon damit an, dass es überhaupt eine Nachricht ist. Körperliche Gewalt, die von Frauen ausgeht, passt einfach nicht in das weiter prägende Bild der schwachen, zu beschützenden Frauen. Genauso wenig passt es, dass ein Mann keinen Sex will. Sie will, er nicht – eine Situation auf die unsere Gesellschaft bis heute keine Antwort hat. Schließlich auffällig: Während schlagende Männer oft die „Kontrolle verloren haben“ heißt es hier, die Frau sei „außer Kontrolle geraten“. Ganz so, als sei es die Aufgabe ihres Freundes gewesen, sie zu kontrollieren. So wird die Täterin wieder ein Stück weit aus der Verantwortung entlassen, sie wieder als Objekt dargestellt und gleichzeitig seine Männlichkeit noch ein Stück weiter demontiert.


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Geschlecht statt Leistung

30. September 2011 von Nicole


Wie die FAZ vor einigen Tagen berichtete, hat der internationale Leichtathletikverband IAAF eine Änderung bei der Anerkennung von Weltrekorden beschlossen: In der Disziplin Marathon, wo gemeinsame Rennen von Männern und Frauen nicht unüblich sind, sollen künftig als Weltrekorde für Frauen nur noch Zeiten aus rein weiblichen Veranstaltungen gelten. Dies betraf aktuell die Zeit der Britin Paula Radcliffe von 2:15:25 Stunden, aufgestellt 2003 beim London-Marathon.

Das Argument des Verbandes scheint zu sein, dass die Leistung von Frauen durch eventuelle männliche Tempomacher in den Rennen unangemessen verbessert, oder sagen wir der Kürze halber: zu gut, wird. Paula Radcliffe (die im Übrigen Weltrekordhalterin bleibt, nur mit einer schlechteren Zeit) selbst bezeichnete die Entscheidung als „a little unfair“ und wies darauf hin, dass die beiden Männer an ihrer Seite bei dem London-Marathon andere Läufer waren, die versuchten, ihr Tempo zu halten. Inwieweit sich die Regelung angesichts wohl relativ vieler „mixed“ Rennen tatsächlich durchsetzen lässt, ist fraglich.

Bemerkenswert ist die Entscheidung, weil sie die vorgebliche Leistungsorientierung des – ja eben genauso benannten – Elitensports ad absurdum führt. Zunächst nämlich hat also das Geschlecht als imaginäre Leistungskategorie zu zählen und erst danach die tatsächlichen Kriterien wie eben in diesem Fall Schnelligkeit. In einer der wenigen Disziplinen, wo es tatsächlich gemeinsame Wettbewerbe von Männern und Frauen gibt, auch wenn diese dann getrennt gewertet werden, ergibt sich in den gemeinsamen Rennen ein anderes Bild: Im London-Marathon 2003 etwa waren die 14 schnellsten Frauen insgesamt unter den 100 besten Teilnehmer_innen. Paula Radcliffe selbst war 16., das heißt schneller als die allermeisten der angetretenen Männer.


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Wissen, wie es geht

30. September 2011 von Verena

Sex – wir alle glauben zu wissen, wie es geht und doch gibt es immer mehr, vor allem junge Menschen, die kaum etwas über die biologischen Vorgänge im Körper wissen und ergo keine Ahnung von Verhütung haben. Vom weiblichen Orgasmus haben auch immer noch viel zu viele Leute keine Ahnung. Nur den G-Punkt, den hat die Schönheitschirurgie für sich entdeckt. Die Vulva-Spots der Woche:

Vom 25. bis 29. Oktober findet in Kiel das 4. Fetisch Film Festival statt. Ich bin zwar nicht so fetisch-filmerfahren, um Empfehlungen abzugeben, aber Filme wie “Profane” oder “Tenderloin Tramp” klingen vielversprechend. Ein Star-Aufgebot gibt es auch: Mit “Eine dunkle Begierde”, in dem Keira Knightley und Viggo Mortensen die Hauptrollen mit freudschem Fetisch spielen.

Na, noch auf der Suche nach dem G-Punkt? Dann lasst doch einfach mal den/die Schönscheitschirurg_in ran. Nicht nur schnippeln die ÄrztInnen immer öfter an den Schamlippen rum, nun werden sogar die G-Punkte aufgespritzt. Nennt sich dann ‘G-Shot’. Darüber und über die gängigen Vulva-OPs für bescheuerte Designer-Vaginas berichtete Anfang September frauTV. Zu sehen ist der Beitrag auch auf der Internetseite der Sendung. Aber wieso sagen die immer ‘da unten’?!

Erika Lust stellt in ihrem Blog Orgasmus-Coach Nicole Deaaedone vor, die weibliche Orgasmusprobleme für kein biologisches sondern ein kulturelles Problem hält: Zu viel Arbeit, zu viele Diäten, Unruhe und sozialer Druck seien die Umstände, die Frauen ihren Höhepunkt versagen. Jezebel empfiehlt zum Thema die positiven Nebeneffekte beim Yoga und Deadone stellt ihr Orgasmus-Manifest bei TED vor:

Global Voices unterhält sich mit der us-amerikanischen Kulturwissenschaftlerin Katrien Jacobs über ihr jüngstes Buch “People’s Pornography”, in dem sie das D.I.Y. chinesischer Internetpornographie untersucht. Sehr spannend, weil die – überwiegend – jungen Chinesen damit doppelt gegen das Gesetz verstoßen: Sie haben Sex, wie es ihnen gefällt und sie laden ihn auch noch hoch. Weniger erfreulich dagegen ist die weit verbreitete männliche Fantasie, mit minderjährigen Mädchen Sex zu haben, um sich in ihrer männlichen Macht-Position bestätigt zu fühlen.

Die Porno-Recyclerinnen von Hazel Glory kommen bei  jetzt.de zu Wort. Ist nicht ganz neu, SpOn hat auch schon mal drüber berichtet. Warum sich die zwei Schweizerinnen dem 70er Jahre Porno verpflichtet sehen, begründet Sabine Fischer sehr sympathisch:

Die 70er waren auch das sogenannte „Golden Age of Porn“. Es war eben noch die Zeit vor Videos und es gab somit keine Schnellproduktionen. Heute dreht man an einem Nachmittag einen Porno: In einem kargen ekligen Raum mit tonnenweise Make-Up machen zwei Leute Sex und das war’s dann.

Laut einer internationalen Studie mit mehr als 6.000 Jugendlichen aus 26 Ländern wissen junge Menschen immer weniger über Verhütung und die Risiken ungeschützen Verkehrs und trauen sich auch nicht, ihre Eltern danach zu fragen. Reuters zitiert die Studie, nach der allein ein Drittel der befragten ÄgypterInnen annahm, nach dem Sex zu duschen verhindere eine Schwangerschaft…


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Geheimtipp Gebetsraum

29. September 2011 von Kübra

Istanbul, internationaler Flughafen, sechs Uhr früh. Für Transit-Gäste, die hier für ein paar Stunden stranden, ist der Gebetsraum im Untergeschoss die beste geheime Schlafstätte. Die Lichter sind aus, der Boden ist mit einem weichen Teppich ausgelegt und Damenhandtaschen sind sowieso großartige Kopfkissen. Fünf oder sechs Frauen liegen hier. Ich torkle rein, zu müde, um mich vernünftig umzuschauen, und suche mir einen Schlafplatz. Binnen weniger Minuten bin ich weg.

Eine Stunde später geht das Licht plötzlich an. “Wake up!”, ruft eine Frau. “Cleaning!” ruft sie weiter in einem türkischen Akzent und stupst jede einzelne Frau wach. Sie müsse jetzt hier saugen. Ich richte mich auf und versuche zu registrieren, was los ist. Die Putzfrau ist kräftig, hat sich die kurzen braunen Haare streng nach hinten gebunden und guckt genervt. So wie jemand, der es satt hat, jeden Tag das Gleiche zu sagen, zu tun und zu erleben. Routinierte Frustration.

Die Frauen richten sich nach und nach auf, mittlerweile sind es ziemlich viele hier, stelle ich überrascht fest. Eine ältere Iranerin zieht ihr verziertes Kopftuch über die toupierten Haare und stemmt die Arme in die Hüften. Ob man denn hier nicht später sauber machen könne. Sie sei schon seit Stunden unterwegs, komme aus dem Iran und müsse in wenigen Stunden weiter in die USA. Mariam heißt die Dame, Literaturwissenschaftlerin, kommt aus dem aserbaidschanischen Teil im Nordwesten des Iran, lebt jetzt aber zusammen mit ihren Kindern und Enkeln in Washington, wie ich später erfahre. Sie ist deutlich müde und erschöpft.

Mariam und die Putzfrau diskutieren eine Weile, dann gehe ich dazwischen. Zehn Minuten den Raum verlassen ist doch kein Problem, beschwichtige ich. Schließlich gibt Mariam nach und wir gehen in den Waschraum. Eine etwas korpulente Bosnierin kommt als Letzte aus dem Gebetszimmer und setzt sich an den Beckenrand, wo sonst rituelle Waschungen verrichtet werden.

Im Waschraum unterhalten wir Frauen uns. Eine Kuwaiter Radiologin ist mit ihren beiden Töchtern unterwegs nach Paris. Eine Woche Einkaufen und Sightseeing stünden auf dem Plan, erzählt sie in hervorragendem Englisch. Im Gegensatz zu den drei muslimischen Chinesinnen. Wir lächeln uns an, aber verstehen einander kaum. Sie tragen weite Kleider in Erdtönen und einen hohen verzierten Kopfschmuck. Ich wünsche mir sehr, mich mit ihnen unterhalten zu können. Chinesische Muslime können fließend Arabisch, hatte ich mal gelesen. Doch bevor ich es versuchen kann, ruft uns die Putzfrau wieder in den Gebetsraum. Sie sei jetzt fertig.

Wir setzen uns alle an unsere Plätze, hellwach und neugierig, wohin die jeweils anderen hinfliegen, welche Geschichte sie haben und wie sie so sind. Dann schaltet die Putzfrau das Licht aus. Ein bisschen noch erkenne ich die Silhouetten der anderen, erwartungsvoll sitzen wir da. Als das Schnarchen der Bosnierin die Stille übertönt, legen wir uns langsam widerwillig hin – in der Hoffnung, bald wieder aus dem einsamen Schlaf der Anonymität gelockt zu werden.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


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Obama, Transgender und Battlefield 3 – kurz notiert

29. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 124 von 252 der Serie Kurz notiert

Ein lesenswerter Nachruf auf die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai fand sich diese Woche in der Zeit. Ebenfalls dort: Ein Artikel über Morgan McCormick. Morgan wurde als Mädchen in einem Jungskörper geboren und trainierte in Computerspielen, eine starke Frau zu werden.

Erinnert sich noch jemand an die (inoffzielle) LAN-Party zum Start des Computerspiels Battlefield 3? Die ohne Frauen? Jetzt ratet mal, welcher Song im neuen (offiziellen) Trailer verwendet wird. Jay-Z’s “99 Problems (but a bitch ain’t one)”. Stilvoll.

Es gibt (mal wieder?) eine neue Petition zum Schließen von Facebookseiten, die sexualisierte Gewalt propagieren.

Norbert Blüm hat im Berliner Tagesspiegel über “Familie und Neoliberalismus” geschrieben. Heraus gekommen ist dabei – neben ein paar interessante Gedanken – vor allem eine Beschwörung der üblichen konservativen Vorstellungen von Familie. Schade.

Über ein neues Buch, in dem Frauen den Sexismus in Obamas Regierung anklagen schreibt die Washington Post. Und wo wir gerade dabei sind, hier noch ein Artikel bei the f word über Larry Summers, seines Zeichens Havardpräsident. Und Sexist.

Alice Schwarzer hat ihre Biografie vorgestellt und der Freitag war dabei.

Der Anteil der Autorinnen im US-Fernsehen ist zuletzt dramatisch gesunken (wir berichteten). Nur warum? Maureen Ryan hat für AolTV bei den Produzent_innen und Autor_innen nachgefragt.

Die Schauspielerin Leisha Hailey (“The L Word”) wurde aus einem Flugzeug verwiesen, nachdem sie Freundin geküsst hatte. Ja, richtig gelesen. Für mehr Infos bitte hier entlang.

Es gibt ein neues, cooles Mädchen-Online-Magazin: http://rookiemag.com/ Bei jetzt.de hat Mercedes Lauenstein es schon vorgestellt.

Jörg Steinert vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg kommentiert im polli-magazin den Papstbesuch.

Roman Polanski bezeichnet in einer neuen Dokumentation das von ihm vergewaltige Mädchen das erste mal als “Opfer”. Bei jezebel steht mehr dazu.

Zum Abschuss nach dem Klick noch eine Handvoll Veranstaltungen:

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Die Mädchenmannschaft wird erforscht – und du kannst mitmachen!

28. September 2011 von Magda

Laura Gruber studiert im Doktorat Kommunikations­wissen­schaft an der Universität Salz­burg und schreibt eine Dissertation zum Thema „Die Verhand­lung von Geschlecht/-lichkeit(en) im Inter­net“. Ihre Arbeit deckt dabei feministische Öffent­lich­keiten im Internet ab.

Bild des Logos der Mädchenmannschaft: Ein Mund mit pinker FlüstertüteSo sollen auch die Leser_innen der Mädchen­mannschaft in einer Umfrage zu Wort kommen. Die Befragung ist eine Vor­erhebung – eine breiter angelegte Studie soll im nächsten Jahr folgen (dann auf einer Viel­zahl von Weblogs). Bei der aktuellen Umfrage geht es um mehrere Fragen, so Laura Gruber: “Wieso lesen Menschen feministische Weblogs? Wie kommen sie zu diesen (Suchmaschinen, Twitter, Facebook …)? Beteiligen sie sich an Debatten auf den Web­logs und verbreiten sie aktiv die Inhalte?”

Noch bis zum 17. Oktober 2011 könnt ihr bei der ca. 5-10 minü­tigen Mädchenmannschaft Leser_innen-Befragung mitmachen. Die Er­­geb­nisse der Studie werden nach Be­endigung hier auf dem Blog vor­gestellt.


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Wenns nicht mal für eine Quotenfrau reicht

28. September 2011 von Helga

Es gibt so Artikel, bei denen frau sich fragt, warum frau die im Jahr 2011 eigentlich noch schreiben muss. Weil frau auch klar ist, dass es die üblichen drei Ausreden geben wird („keine Frau hatte Zeit, das hat sich einfach so ergeben, wir sind halt post-gender“) und dass sie wieder als die ewige Nörglerin beschimpft werden wird.

Aber jetzt mal ehrlich liebe Konferenzorganisator_innen von SuMa e.V. und PolitCamp e.V. – keine einzige Frau dabei zu haben ist ne reife Leistung. Gerade findet in Berlin der „SuMa-eV-Kongress 2011: Geld verdienen im Internet?“ statt. Mit dabei sind 22 Männer (darunter auch Feministen) und 0 Frauen. Gibt es wirklich keine einzige Frau, die im Internet Geld verdient? Oder dann wenigstens eine, die darüber redet, warum das so schwer ist?

Geradezu grotesk wirkt es bei der Diskussionsrunde „Demokratie und Staat“ des PolitCamps, die im Oktober stattfinden wird. Sechs studierte weiße Männer, die meisten in der (Netz-)Politik und in Führungspositionen, debattieren über die folgende Fragestellung:

Politische Beteiligungsmöglichkeiten dehnen sich immer mehr auf das Netz aus. Dabei liegen oftmals nicht technische Probleme im Vordergrund, sondern mangelt es oft noch an einer zu geringen Reichweite oder eine enttäuschende Beteiligung des Angebots. Läuft solch eine Beteiligung Gefahr verschiedene Bevölkerungsgruppen von Anfang an auszuschliessen? Kommt es zur Diktatur der Aktiven?

Anke Domscheit-Berg fragte dazu auf Twitter: Warum sagen moderne Männer nicht einfach bei solchen Konferenz ab, die weibliche Kompetenz ignorieren?

Tweet von @fraeulein_tessa (teresa m. bücker): Wer es nicht schafft ausreichend* weibliche Speaker zu gewinnen, ist schlecht vernetzt und sollte den Job wechseln. /cc @anked @annnalist

Und damit auch wirklich niemand mehr eine Ausrede hat: Erst nachdenken, wieviele Frauen man tatsächlich kennt, denn auch bei Netz- und Technikthemen sind es manchmal mehr als erwartet. Und dann konsequent nachfragen, bis man seinen Bekanntenkreis erweitert hat – irgendwo stand mal die Regel, für jede Absage einer Frau nach fünf weiteren Kontakten zu fragen. Im Sinne eines Bewußtseinwandels sollten aber auch ruhig alle männlichen Experten auf ihre Kolleginnen befragt und so vielleicht auch ein Stück weit für das Thema sensibilisiert werden.


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Bis unter die Säbelzähne bewaffnet

28. September 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 7 von 18 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Die Jolly Goods sind “jenes fauchende, bis unter die Säbel­zähne mit musikalischem Können be­waffnete laute, triumphierende Schwestern-Duo, einst in Rimbach geboren, um von dort von ihrer Noise­rock­musik an­getrieben nach Berlin zu fliehen.” Die Musik von Tanja Pippi und Angy Lord Lott bewegt sich zwischen Riot Grrrl, Noiserock und Folk. Im Inter­view mit der Mädchenmannschaft sprechen die Musikerinnen über vor­ein­genommene Journalist_innen, hirn­rissige Ge­schlechter­prinzipen und über ihr neues Album WALRUS.

Jolly Goods by Jonas Lindstroem

Was hat es eigentlich mit eurem Namen “Jolly Goods” auf sich?

Angy: Holly Golightly sagt auf einem White Stripes Album nach dem letzten Song “jolly good. let’s have a cup of tea…” Jolly Good ist ein alt­backener und eher un­cooler Aus­druck für “recht gut, prima etc.”, das ge­fiehl uns. Einer­seits die Band mit “prima” zu be­titeln, je­doch mit einem Wort, das eher als “uncool” an­gesehen wird.

Ihr kommt ganz ohne Bass aus – war das eine musikalische Entscheidung?

Tanja: Wir haben zu Anfang tatsächlich Bassistinnen aus­probiert, aber das Ge­fühl war dabei nie richtig. Für uns war es viel spannender, die Musik auf das Nötigste zu re­duzieren, nur das Ge­rüst stehen zu lassen, gerade so, dass es noch hält, und dann dieses klappernde Skelett frei tanzen zu lassen. Viel Emotion und Message in so wenige Instrumente wie mög­lich zu stecken. Auf unserem gerade er­schienenen Album WALRUS haben wir damit ge­brochen, es ist bei einigen Liedern Kontra­bass sowie Orgel und zum Beispiel Vibraphone zu hören, denn wieder­holen wollen wir uns nicht.

Vor wenigen Wochen seid ihr beim Ladyfest in Darmstadt auf­ge­treten. Welche Rolle spielt Feminismus in eurer Musik?

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Zusammen bringen, was zusammen gehört?

27. September 2011 von Anna-Sarah

Die Firma Abrams Premium Stahl bietet, wie der Name schon vermuten lässt, anscheinend in erster Linie Stahl an: Werkzeugstahl, Schnellarbeitsstahl, Edelstahl, Vergütungsstahl, Einsatzstahl… Offenbar gehören weder Dessous noch sexy Schuhwerk  noch eine Modelagentur noch fotografische oder sexuelle Dienstleistungen  zum Sortiment. Da frag ich mich natürlich mal wieder ganz naiv, warum fast jede Seite des Internetauftritts dieser Firma mit  schönen Frauen in Lingerie und lasziver Pose dekoriert ist und auch die Stahlberater-App für den Herrn nicht ohne entsprechendes Motiv auskommt… Antwort: Es geht Abrams darum, “dem technisch geradlinigen und kühlen Stahl im optischen Wechselspiel menschliche Wärme und sinnliche Anmut zu verleihen”.  Hihi, toll! (Mit diesem Anliegen ist die Firma Abrams nämlich groß in “Kunstprojekten” unterwegs und bringt alle zwei Monate ein Pin-Up als Wallpaper zum Download.)

das Bild zeigt die Startseite des Internetauftritts der Firma Abrams Premium Stahl. Rechts neben den Informationen zur Firma ist das Schwarzweiß-Foto einer nach konventionellen Begriffen schönen Frau in High Heels und Unterwäsche abgebildet.

Screenshot der Abrams-Website

Was höre ich da: Stahlbaukram sei eine Männerdomäne und “die” wollten das nunmal so? Ach so, sorry – na dann…

Danke an Katrin für den Hinweis.


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Saudi-Arabien führt Frauenwahlrecht ein

27. September 2011 von Magda

Im März riefen einige Frauen aus Saudi-Arabien die Revolution aus, nun gibt es über­raschende Neuig­keiten: Der saudische König Abdullah hat vor Kurzem ent­schieden, dass nun auch Frauen bei den Kommunal­wahlen ihre Stimme abgeben und sich als Kandidatinnen auf­stellen lassen können. Die kommenden Wahlen, die bereits diese Woche statt­finden, müssen allerdings noch ohne Wählerinnen aus­kommen: Die Neu­re­gelung tritt voraus­sichtlich erst ab 2015 in Kraft. Laut ZDFheute hatte sich der 88-jährige Monarch Abdullah, der über das Königreich Saudi-Arabien herrscht, während seiner nun sechsjährigen Regent­schaft immer wieder für “vor­sichtige gesell­schafts­politische Re­formen” aus­ge­sprochen.

Bislang haben Frauen in Saudi-Arabein keinerlei politisches Mit­sprache­recht. Sie dürfen ohne Be­gleitung eines männlichen Ver­wandten nicht das Haus ver­lassen, werden für viele Berufe nicht zu­ge­lassen und auch das Auto­fahren ist ihnen nicht er­laubt, so N24 und ZDFheute. Erst im Mai wurde Manal al-Sharif, die die Kampagne “Frauen ans Steuer” ins Leben rief, verhaftet, weil sie selbst ein Auto fuhr.

Aber: Auch Männer können erst seit 2005 und nur bei Kommunal­wahlen ihre Stimme ab­geben. Wie­viel Ein­fluß die Wahlen in Saudi-Arabien haben, ist also frag­lich, denn die Hälfte der Minister wird ohnehin vom König er­nannt.

Mehr zum Thema hat die West-Östliche Diva.

Vielen Dank an unsere Leserin Helena für den Linktipp. Falls ihr einen interessanten Artikel gefunden habt, könnt ihr uns über unser Kontaktformular, Facebook oder Twitter erreichen. 


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