Vor der Übertragung des Fußball-Länderspiels der Männer am vergangenen Dienstag feierte ein neuer Werbespot des Deutschen Fußball-Bundes Premiere. Mit Unterstützung aus dem Männer-Team in Person von Schalke-Torwart Manuel Neuer bewirbt er die WM der Frauen, die 2011 in Deutschland stattfindet, und nimmt gleichzeitig noch das In-Thema Integration mit.
Die Reaktionen meiner Fußballfreundinnen auf den Spot reichten von „langweilig“ bis „ganz okay, gibt viel schlechtere“, warfen aber auch ein paar Fragen auf, zum Beispiel die, warum die Spielerinnen – in der Erzählung des Spots ja wohl kurz vor Anpfiff in der Kabine – unbedingt derart mit Schminke zugekleistert sein müssen. Oder was der Bezug auf Integration soll. Oh ja, es gibt in der Tat schlechtere Werbespots zum Thema Fußball und Frauen. Und auch wenn der Schlenker zur Integration vor allem in der Presseerklärung des DFB vielleicht ein klein wenig gewollt rüberkommt, muss man dem Verband unbedingt zugutehalten, dass es ein positiver Bezug ist, dass Integration und Miteinander als etwas Erstrebenswertes thematisiert werden, und das ist zurzeit nicht selbstverständlich. Allerdings: Eine Ausnahme gibt es eben, „die einzige Grenze“, die nicht überschritten werden darf: „das ‚Mitspielen‘ – so auch der vieldeutige Titel des Spots – im Team des jeweils anderen Geschlechts.“
Über diese Barriere (errichtet übrigens nicht qua Naturgesetz, sondern durch die Regeln der Fußballverbände selbst) springt auch das integrationswilligste DFB-Team nicht. Aber – und das wäre mein persönliches zweites Haar in der Suppe – für den, der an die Kabinentür klopft, ist ja sowieso alles „nur Spaß“. Warum muss das jetzt sein? Hätte es da im Skript nicht auch ein „Schade eigentlich“ getan? Und by the way: Manuel Neuer!? Da sucht das Frauen-Team sich besser jemanden mit mehr Glück.
Auch Frankfurt am Main – Sitz des DFB und Austragungsort des Finales – macht Werbung für das Turnier 2011. Auf Hessisch und ebenfalls mit prominenter Unterstützung. Zwei Frankfurter Kuttenfans gründen die „Initiative gegen kickende Weiber im Stadion“, IgKWiS. Denn das geht ja nicht, dass auf dem heiligen Rasen der Eintracht, über den Männer wie Grabowski, Hölzenbein und Yeboah gelaufen sind, nun auf einmal Frauen Fußball spielen …

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