Juchu, die deutschen Fußballerinnen sind Europameister und das nach einem verdienten 6:2 gegen England. Die Engländerinnen spielten zunächst gut mit und ließen sich durch die 2:0 und 3:1 Rückstände nicht unterkriegen. Schließlich fehlte ihnen doch die Puste und Birgit Prinz und Inka Grings legten nach. An dieser Stelle auch ein Riesenkompliment an die Trainerin Hope Powell, die den englischen Frauenfußball unglaublich nach Vorne gebracht hat.
Allen Errungenschaften zum Trotz, die Berichterstattung über Fußballerinnen bleibt fixiert auf Äußerlichkeiten. So verlinkte die Startseite der Neuen Osnabrücker Zeitung bis vor kurzem folgende Bildergalerie:

Der Artikel zur Bildergalerie über „Deutschlands schönste Fußballerin“ der Welt enthält folgende wichtige Informationen:
Neid strich dort selig mit ihrem Glas Prosecco umher, einige Spielerinnen wie Fatmire Bajramaj hatten sich besonders hübsch gemacht, andere wie Kerstin Garefrekes erschienen in rosafarbener Sportjacke.
Der Spiegel berichtet über das beste Beispiel, dass Frauenkleidung nicht nur kritisch beäugt wird, sondern auch jeder sein Urteil darüber fällen darf.
Sie haben sich „schick“ gemacht, hatte der Moderator vom HR3 vor dem Auftritt gewitzelt. Die Fußballtrikots haben sie gegen die „kleinen grauen Kostümchen“ ausgetauscht. Es ist ein Scherz, mit dem die Frauen gut leben können. Gänzlich undamenhaft hüpfen sie auf dem steinernen Balkon auf und ab, die im Haus empfangenen Blumensträuße schmeißen viele gleich zu Beginn ins Publikum.
Ob damit wirklich alle gut leben können und nicht doch das schiefe Grinsen nur des lieben Frieden willens wählten? Gute Miene zum bösen Spiel zeigen und bloß nicht die eigene Unzufriedenheit demonstrieren – das sind Verhaltensweisen, die die Gesellschaft Frauen seit Jahren vorschreibt.

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