Die netten Kollegen können es nicht sein… So veröffentlichte Heise.de gerade die neuen Studienanfängerzahlen. Danach steigen die Neueinschreibungen in Fächer wie Informatik oder Bauingenieurwesen bei den weiblichen Studienanfängern stärker als bei den männlichen. Doch keine gute Nachricht ohne Schattenseite: Natürlich ist der Blick ins Heise-Forum immer ein Wagnis, dennoch sind der Frauenhass und die Vorurteile zu diesem Beitrag wirklich umwerfend.
- Quotenmuschis – … Geht hochschlafen jetzt auch in der Uni?
- Mann-Weiber wäre der bessere Ausdruck – Attraktive Studentinnen studieren doch Kunstgeschichte oder BWL.
- 10% aller Informatikerinnen – sind weiblich
- Das wird zu einer Absenkung des NIveaus [sic!] führen
- Na toll, noch mehr zusätzliche Arbeit… – wenn ich auch noch die Arbeit der neuen Kollegin in Zukunft übernehmen muss.
- Arbeiten diese Frauen denn auch im Beruf? – Ich kenne viele Frauen mit tollen Studienabschlüssen. Leider arbeiten nur die wenigsten in einem entsprechenden Beruf – primär infolge Familie.
- Frauen gehören ins Bett, an den Herd oder in den Kreißsaal !!! -> …Ausserdem sollte man in Deutschland für ALLE Frauen die Burka gesetzlich vorschreiben.
Frauen = Geschlechtsorgan. Und Sex haben wir nur, um was zu erreichen…
Wer Ingenieurin wird, *muss* scheiße aussehen. Das zu beurteilen ist natürlich nicht nur Recht sondern sogar Pflicht diverser Männer dieser Welt, sie warnen damit nur die anderen:
Ist das eigentlich legal, all seine Kommilitoninnen auf ihr Geschlecht testen zu lassen?
Äh ja. Der nächste Kommentator geht immerhin davon aus, dass die Studentinnen den Abschluß machen und einen Job bekommen:
Das sieht nicht jeder so positiv:
Ja, warum die dann wohl alle zu Hause bleiben? Dank Ehegattensplitting und demnächst noch Herdprämie lohnt sich das Arbeiten gar nicht. Und mein persönlicher Favorit (sagt mir bitte, dass ich den Sarkamussmiley übersehen habe):
Immerhin gab es einige kritische Stimmen, die das „Machogelaber“ kritisierten und es war Freitag, ein spezieller Tag im Heiseforum. Trotzdem sollte man sich nicht wundern, wenn nur wenige Frauen den Weg in die MINT-Fächer wagen. Zum Schluß noch die Antwort auf eine Frage, die hier bereits mehrfach für Diskussionen sorgte:
Die Arbeitslosenquote von Ingenieurinnen, die in den letzten Jahren immer um die 20 Prozent lag, liegt 2008 nur noch bei 6,8 Prozent.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.