Es ist doch so: Wer Ideale hat, dessen Leben ist nicht immer einfacher – weil so ein Ideal auch immer Konsequenz verlangt. Soll heißen: Wenn ich Feministin bin und gleichzeitig sehr gern „Germany’s Next Topmodel“ schaue, dann habe ich ein sogenanntes Konsistenzproblem, meine eine Handlung widerspricht also irgendwie meiner anderen Handlung.
Oder: Eine Bekannte von mir kämpft wo sie nur kann gegen Sexismus und stupide Rollenbilder, auch in ihrem Beruf als Journalistin. Jetzt kam aber ein gscheites Wurschtblättle für Frauen daher und will einen ihrer Texte nachdrucken. Für viel Geld. Das sie gut gebrauchen könnte. Hm, soll sie also – wegen der Notwendigkeit, ihr Leben bezahlen zu müssen – oder soll sie lieber nicht – weil das ja entgegen all dem wäre, wofür sie ansonsten so steht?
Und die grundsätzliche Frage neben diesem konkreten Dilemma ist ja dann immer noch: Kann und muss man als Feministin oder Feminist immer immer immer „richtig“, also feministisch handeln?
Klappt das bei euch? Oder habt ihr kleine dunkle Ecken, die für „kopflose“ Entscheidungen reserviert sind? Und wie rechtfertigt ihr das dann? Muss man das überhaupt rechtfertigen?
Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

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