Eine Reihe an Erkenntnissen über Singles hat Tara Parker-Rope für ihr Blog Well bei der New York Times zusammengetragen. So seien auch männliche Singles ihren Familien verbunden und riefen gern mal an (verheiratete Männer überliessen das ihren Frauen). Und weibliche Singles engagierten sich stärker politisch als verheiratete Frauen.
Da die Zahl der Singles immer wächst, ergäbe sich in den USA aber derzeit ein immer größeres Problem, so Parker-Rope. Der Fokus der Politik läge zu oft auf Familien und Kindern und übersähe Singles – dabei tragen diese oft stärker zu ihren Gemeinschaften bei als Familien. Verheiratete und Eltern kümmerten sich mehr um ihre enge Familie und vernachlässigten Freunde und ihr soziales Umfeld. Ihr gesellschaftliches Engagement beziehe sich oft auf nur schulische Aktivitäten, bzw. die ihrer Kinder.
In Deutschland verschiebt sich der Blick der Familienpolitik langsam weg von der Ehe, hin zu „Familie ist, wo Kinder sind“. Unverheiratete Alleinstehende bleiben also auch hier weiter aussen vor und damit auch das (latente) Vorurteil, mit ihnen sei etwas „falsch“. Auch die alten Stereotype, Singles seien neurotisch oder selbstsüchtig bestehen weiter. Ein Phänomen, das die Forscher_innen “Singlism” (Singlismus?) getauft haben. Besonders davon betroffen: Singlefrauen.
Neben steuerlichen oder versicherungstechnischen Nachteilen gäbe es noch eine Reihe weiterer Probleme: Freund_innen oder Nachbar_innen haben es deutlich schwerer, von der Arbeit freigestellt zu werden, um sich um Kranke zu kümmern oder gar im Krankheitsfall Entscheidungen zu treffen. Wer keine nahen Angehörigen hat, muss sich im Zweifelsfall alleine helfen – allem eigenen Engagement zum Trotz.

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