Einträge mit dem Tag ‘kulturelle Aneignung’


Andere Perspektiven auf den Muttertag, Kritiken an kultureller Aneignung und aufwühlende Transitionserfahrungen – die Blogschau

16. Mai 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 278 von 295 der Serie Die Blogschau

Anna Dushime schreibt auf Buzzfeed, was es bedeutet, den eigenen Vater im Völkermord zu verlieren. Er wurde 1994 Opfer des Genozids an den Tutsi in Rwanda.

Auf nopsyko findet ihr einen kurzen Informationstext zur Anforderung und Einsichtnahme in die Behandlungsakten von vergangenen Psychiatrieaufenthalten.

Antipsychiatrische und pathologisierungskritische Perspektiven auf einem Vortrag und in einem Workshop? Steinmädchen ist buchbar!

Vergangene Woche war „Muttertag“. Schwarzrund ruft zum Feiern der Leerstelle auf, Maja Schwarz findet, dass die Muttertagsfrage ein Minenfeld ist und beim Gemischtwahnlädchen geht es um Tod und Verlust.

Auf umstandslos schreibt Anna Lisa über das Fotografieren von Kindern, die entweder während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorben sind.

Angela Davis und Gina Dent sind derzeit in Berlin zu Gast, sprachen mit Aktivist_innen u.a. über den aktuellen Stand der Geflüchtetenproteste. Auf Schwarzrund gibt es einen Bericht zu einem Community-Workshop in der Werkstatt der Kulturen, an dem Davis und Dent teilgenommen haben.

Auf dem Blog des Berliner Theatertreffens sprechen fünf Kulturschaffende über Interventionen in rassistische Strukturen des deutschen Theaters.

Mode und Selbstdarstellung als Empowerment-Tools ist Thema bei Les Flâneurs.

Riot Trrrans* schreibt über seine Transitionserfahrungen der letzten Jahre und fragt sich, warum es vor allem für andere so schwer bleibt, Selbstbestimmung anzuerkennen.

In Frage stellen: Musik beschäftigt sich dieses Mal mit musik_kulturellen Aneignungen, welche Dimensionen Aneignungshandlungen haben können, welche Kritiken und Interventionsmöglichkeiten es gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Tolerante Heten, weißer Terror und das Atomwaffenpotenzial von Trans* – die Blogschau

21. Februar 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 272 von 295 der Serie Die Blogschau

Conservatory Girl hat einen Tipp für heiße Tage und aufgeriebene Oberschenkelinnenseiten.

„Als dicker/fetter Mensch braucht es viel Kraft und Mut Dickendiskriminierung, Dickenhass, Spott, Hohn und Ausgrenzung zu begegnen. Es braucht mehr Courage damit wir Dicken, das Leben mit Freude genießen können. Aber all dies braucht es nicht weil wir dick oder fett sind“, schreibt Melanie auf dem Blog der Arge Dicke Weiber.

Kulturelle Aneignung und rassistische Stereotype haben auch im Fasching oder Karneval Hochkonjunktur. Ringelmiez gibt eine Argumentationshilfe, warum nicht nur Eltern bei der Kostümwahl für ihre Kinder diskriminierungssensibel agieren sollten.

Der Zaunfink wendet sich an tolerante Heten, die sich zwar stets bemühen, letztlich doch an vielen entscheidenen Stellen scheitern mit ihrer Solidarität.

„Ich möchte Politiker*innen und Medienmacher*innen fragen: Was macht ihr gegen euren Terror, den ihr mit euren unreflektierten Reden und Beiträgen in diese Gesellschaften gesät habt? Wann fangt ihr an uns Rede und Antwort zu stehen?“ – Diaspora Reflektionen mit einem eindringlichen Beitrag über die rassistischen Morde der vergangenen Monate und den Rassismus der weißen Mehrheitsgesellschaft.

Trans* Personen seien wie nukleare Waffen, hatte Papst Franziskus neulich behauptet. Für Pussy Bear Anlass genug für einen Comic.

Hannah C. Rosenblatt schreibt über die Ungleichwertigkeit von Gefühlen, wenn es um die Wahrnehmung und Beschreibung von Gewalterfahrungen geht.

Musikerinnen des Teeny Music Treff
in Berlin haben einen Song geschrieben und ein Video dazu produziert.


Eine Gruppe von Queer_Trans*_Black_People_of_Color
(QTBPOC) plant für Juli 2015 ein dreitägiges Fest von und für QTBPOC und sucht noch Mitstreiter_innen.

Die trans*geniale f_antifa ruft zu einem Inter- und Trans*-Block auf der Demo zum Frauenkampftag in Berlin auf.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft zusammen mit der Frauenkampftag – AG sexuelle Selbstbestimmung, Berlin Irish Pro Choice Solidarity und Feminismos 15M Berlin für den 7. März zu einem bundesweiten Vorbereitungs- und Vernetzungstreffen auf. Es geht um die Vorbereitung der Gegenaktionen der christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegner, die jährlich im September in Berlin aufmarschieren.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Let’s dance, Ambivalenz! Feministisch Musikhören

16. September 2013 von Anna-Sarah

Als ich mit elf, zwölf Jahren endgültig aufhörte, die  BRAVO zu lesen,  hatte ich einen ziemlich gemischten Musikgeschmack entwickelt. Michael Jackson und Madonna hatte ich seit Jahren verehrt, nun gesellten sich Eurodance-Hits aus den Radiocharts dazu, während all das von Grunge, Crossover und Punkrock ergänzt und dann abgelöst wurde. So ungefähr mit 14 abonnierte ich das VISIONS Magazin und war einige Jahre lang ziemlich up to date in den Genres, die mich damals interessierten – zumindest in jenen Bereichen, über die dort geschrieben wurde.

Spätestens hier kommt die Ambivalenz ins Spiel. Man mag  grinsen über die Einserschülerin vom niedersächsischen Lande, die sich in ihrem aufgeräumten Kinderzimmer an Rage Against The Machine  erfreut.  Andererseits ist die Herablassung musikhörenden Mädchen gegenüber sexistisch und adultistisch. Faustregel der Popmusik: Musik, die Mädchen mögen = minderwertige Qualität. Alternativ: Die Musik ist gut, das kleine Mädchen hört sie aber verachtenswerterweise aus den falschen Gründen. Zu diesem Phänomen ist bereits einiges Kluges geschrieben worden, u.a. von der – hallo Ambivalenz – mit Recht umstrittenen Journalistin Julie Burchill. Es war eine der Ursachen, warum  ich einige Jahre später die VISIONS wieder abbestellte. Es nervt halt massiv, wenn man immer wieder merkt, dass man als sachkundige Konsumentin eines Produkts, für das man jeden Monat flammenden Herzens viel Geld ausgibt, weder mitgedacht noch wertgeschätzt wird. Über meine sekundenlange Verwirrung angesichts  von Bandporträt-Überschriften wie „Deine Freundin wird sie lieben!“ musste ich selber lachen.

Auch bei mir war mein Musikgeschmack lange Zeit ein wichtiger Aspekt meiner Identität. Vieles von der Musik, die ich damals hörte, spiegelte – so fühlte es sich für mich an – die Frustration und Wut über den Gesamtzustand(tm) wider, die auch ich zu dieser Zeit empfand. Diese Musik war nicht sonderlich feministisch. Und doch war sie der Soundtrack zur Herausbildung meines widerständigen, feministischen Selbst. (mehr …)


Facebook | |


Cultural-Appropriation-Fall Nr. 89532791 (diesmal: Alverde)

23. August 2013 von Gastautor_in

Wir freuen uns über einen Gastbeitrag von Salomé! Die Autorin ist vegane Katzenliebhaberin, derzeit wohnhaft in NRW, Person of Color, und führt nach eigenen Angaben kein allzu bemerkenswertes Leben… 

CN: Rassismus

Die Naturkosmetikmarke Alverde hat vor einigen Tagen eine neue Limited Edition für ihre dekorative Kosmetik in die Läden gebracht. Der Name der Produktlinie ist „African Soul“.

Kampagnenfoto von alverde

Kampagnenfoto von alverde

Pressetext:

“Wie wäre es mit einem Ausflug in die Savanne? Entdecke die faszinierenden Farben und die Magie des fernen Kontinents. Die neue Limited Edition African Soul von alverde NATURKOSMETIK zaubert einen Hauch von Afrika in dein Schminktäschchen und nimmt dich mit auf eine Reise durch die Weiten des Landes. Lass dich von den warmen Erdtönen und leuchtenden Farben mitreißen und verleihe deinem Aussehen einen Look wie von der Sonne geküsst.”

Ich fasse zusammen:

 1. Weißes Model mit „Afro“-Perücke auf dem Kampagnenfoto

Denn es hätte so wehgetan, einfach ein Schwarzes Model zu nehmen.

Wir wissen hoffentlich alle, dass auf dem afrikanischen Kontinent auch Weiße heimisch sind und es hellhäutige Schwarze gibt – die Perücke gibt aber darüber Aufschluss, dass man hier zweifelsfrei versucht hat, eine Schwarze Person zu repräsentieren, ohne eine Schwarze Person zu repräsentieren.

Eines der Bronzingprodukte nennt sich African Powder. Ich weiß schon, womit sie das Model für die nächste Kampagne blackfacen.

 2. Geographische Verwirrung

Im Text bezieht man sich bei Afrika zunächst auf den „fernen Kontinent“ (sic), spricht dann aber von einer „Reise durch die Weiten des Landes“ (sic), was nahelegt, dass die Presseleute weder über geographischen Durchblick, noch das Minimum an Respekt zu verfügen, um sich selbigen kurz zu verschaffen, was dank Google die unzumutbare Zeitintensität von etwa zehn Sekunden beansprucht.

3. Geographische Wahrnehmungsstörung

Wer Afrika als Land sieht, kann die Exotisierung desselben natürlich auch nicht sein lassen…? Afrika ist Europas Nachbarkontinent. Nordamerika ist bedeutend weiter entfernt – wie oft wird von den Vereinigten Staaten (wohlgemerkt heute, lange nach 1892) als „fernes Land“ gesprochen?

4. Fragwürdige Zielgruppeneingrenzung

Als wäre es nicht schon peinlich genug, hat natürlich niemand daran gedacht, in dieser von einem Kontinent mit mehrheitlich Schwarzer Bevölkerung „inspirierten“ Linie Abdeckkosmetik (Concealer/Puder/Foundation) für Leute zu berücksichtigen, die nicht weiß sind. Die Zielgruppe Alverdes lässt sich also weiterhin in etwa zwei Hauttöne und eine Ethnizität einteilen.

Die Stellungnahme der Firma – in Form eines Kommentares unter/in der Diskussion bei Facebook – liest sich folgendermaßen: (mehr …)


Facebook | |


Kämpfe, mit Rückschlägen, aber auch mit Erfolgen – die Blogschau

17. August 2013 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 215 von 295 der Serie Die Blogschau

antiprodukt schreibt darüber, was es mit Menschen macht, jahrelang auf Jobsuche zu sein – und jahrelang den Stempel „Ungenügend“ aufgedrückt zu bekommen.

Maya hat auf femgeeks zwei vor sexistischen Klischees strotzende Stellenanzeigen auseinander genommen, mit denen eine IT-Firma nach weiblichen beziehungsweise männlichen Bewerber*innen gesucht hat.

Nadine schreibt auf Medienelite über Macht, Selbst-Ermächtigung und die Suche nach Verbundenheit.

Wieder mal ist Menschen Raum geboten worden, darzulegen, wieso politische Korrektheit in ihren Augen unnötig und unsinnig ist. denkwerkstatt analysiert die dort vorgetragenen (Schein-)Argumente.

Don’t degrade Debs, darling! erklärt, wieso das momentan sehr verbreitete Bild, auf dem Putin mit Photoshop MakeUp verpasst worden ist, nicht angebracht ist, um die menschenverachtende Politik in Russland anzuprangern.

Sexistische und gewaltverherrlichende Lieder sind weder im Radio noch auf anderen Kanälen eine Seltenheit. Zum Glück gibt es im Internet Möglichkeiten, eigene Medien zu schaffen und zu verbreiten. Ein paar davon hat Drop the thought für euch zusammengesucht.

Dr. Mutti schreibt über die Einschätzung der Bundeszentrale für politische Bildung, Benjamin Blümchen würde aus Kindern Linksradikale machen.

Seit dem 1. August gilt in Deutschland das Recht auf einen Kita-Platz für ein- und zweijährige Kinder. Plätze gibt es trotzdem noch nicht genug und auch ein antifeministischer Backlash blieb leider nicht aus, berichtet fuckermothers.

Wo die Grenzlinie zwischen vermeintlicher „Weltoffenheit“ und Rassismus verläuft und was kulturelle Aneignung von kultureller Adaption unterscheidet, erklärt Tea-riffic auf ihrem Blog.

Chaos_Pausen schreibt über den gesellschaftlichen Druck, sich als weiblich gelesener Mensch die Achselhaare entfernen zu müssen, und wie schwierig es manchmal ist, ihm Widerstand zu leisten.

Die Naturkosmetikmarke alverde hat eine neue Serie unter dem Titel „African Soul“ auf den Markt gebracht. Undercover of Color erklärt nochmal für alle, die es immer noch nicht verstanden haben, wieso solche Marketingskampagnen überhaupt nicht klar gehen.

Ein Mitglied des Verdi-Vorstands, die damals mit in der HartzIV-Komission gesessen hat, erzählt, was dort damals geplant worden ist – und was die rot-grüne Bundesregierung dann daraus gemacht hat. Somlus Welt hat das Video auf ihrem Blog aufgegriffen.

Bei phenomelle findet sich ein Video aus der LESgenden-Reihe mit Aktivistin Susi Beckers, die im Juli verstorben ist.

[TRIGGERWARNUNG: sexualisierte Gewalt] Wer innerhalb eine rape culture sexualisierte Gewalt zur Anzeige bringen will, erlebt in den meisten Fällen leider noch mehr Gewalt. Diese Erfahrung musste auch Don’t degrade Debs, darling! machen. Warum die ganze Prozedur trotzdem ein empowerndes Moment für sie bereit hielt, erklärt sie auf ihrem Blog.

Leidmedien hat gestern den ersten Geburtstag gefeiert. Wir gratulieren!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Anschreiben gegen alle *ismen – Die Blogschau

20. Juli 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 214 von 295 der Serie Die Blogschau

Zu erst: Frauen, Trans* und Inter*, die sich als Schwarze, of Color, als jüdisch, muslimisch, im Exil lebend, als Sinti und Roma oder als Migrant_in verstehen, können sich jetzt für die Konferenz FemoCo 2013 anmelden. Sie findet am 07. und 08. September in Berlin statt.

Auf drop the thought schreibt Helga zur Drohung von Lammert, dass die „Eingetragene Partnerschaft“ abgeschafft werden würde, und warum dies nicht die „Homo-Ehe“ tangiert.

Langweilige Zimmerwände sind langweilig? Bei Handgemachtes gibt es eine tolle Anleitung, wie dich bald die Gesichter von Buffy und Freund_innen angucken können.

Die trans*geniale f_antifa berichtet von der Mad & Disability Pride Parade, welche am 13. Juli in Berlin stattfand.

Katrin von reizende Rundungen zeigt an einem Beispiel, dass fat shaming eben kein Mythos ist, sondern alltägliche Realität.

Einen Brief an die Filmfigur Wendy aus „The incredibly true adventures of two girls in love“ schreibt Clara Rosa auf ClassMatters. Sie bemerkt unter anderem: „Du warst der perfekte Zerrspiegel für das, was ein_e Queerfeminist_in offenbar nicht zu sein hat. […] Aber Wendy – Dir kann das egal sein. Denn Du bist wunderbar.“

Auf [‚cosmonautilus] wird noch einmal das Konzept Defintionsmacht erläutert.

Beauty-Blogger_innen können ziemlich hohe Leser_innenzahlen erreichen. Das macht sie auch besonders interessant für die Kosmetikindustrie. Brigitte schaut sich auf denkwerkstatt dieses Zusammenspiel im deutschsprachigen Raum an.

fuckermothers weist auf den Vortrag „Überschwemmt von Geschlechtshormonen. Zur Geschichte des endokrinologischen Modells der Schwangerschaft“ hin, der online zu hören ist.

Die Schrifstellerin Chimamanda Ngozi Adichie gewinnt den diesjährigen Chicago Tribune Prize for Fiction schreibt Stefanie auf Afrika Wissen Schaft.

Nein, ich höre nicht auf zu jammern!„, schreibt aufZehenspitzen.

Auf dem antiblog gibt es eine kurze Geschichten zum Aufeinandertreffen mit einem (vermutlichen) Pickup Artist. Wie eins erwarten könnte: [Inhaltshinweis: Übergriff].

Jonathan Meese reproduziert „Gesellschaftsscheiße“. Bushido reproduziert „Gesellschaftsscheiße“. Aber die Messlatte für beide wird sehr unterschiedlich angelegt, stellt Nadia bei Shehadistan fest.

Heute findet in Freiburg ein Holi-Fest statt und auch in anderen Städten in Deutschland erfreuen sich überwiegend weiße Menschen an diesem Fest-Import. Auf tea-riffic wird beschrieben, warum eins da nicht hingehen sollte. Stichwort: Kulturaneignung.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 204 von 365 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur „Pille danach“, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser „seit 77 Jahren der erste britische Sieg“ sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag „Embarrassed“ wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass „Rasse“ keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: „Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll“.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: „Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung“ (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


Facebook | |


Fat Empowerment und internationale LGBT-News – kurz verlinkt

28. Juni 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 202 von 365 der Serie Kurz notiert

Wortwörtlich rape culture wie sie im Buche steht, powered by Kickstarter (Contentwarnung) – nach massiven Protesten gegen ein dort finanziertes „Pick-Up“-Buch hat die Crowdfunding-Platform sich entschuldigt und Maßnahmen der Wiedergutmachung angekündigt (verlinkte Texte auf Englisch).

Die American Medical Association hat „Übergewicht“ (sic) zur Krankheit erklärt. Fat Aktivist_innen wie Fat Heffalump und Virgie Tovar stellen klar, dass dick_fett nicht gleich auch krank bedeutet und befürchten, dass solche Pathologisierungen in der Praxis zu noch mehr Fat Shaming und Stigmatisierung von dicken_fetten Menschen führt. Es gibt eine Petition, die ihr unterschreiben könnt (englischsprachig). Und auf La Respuesta gibt es ein hinreißenedes empowerndes E-Zine: „A Resource Guide To Fatphobia“

„Sprache ordnet die Welt, konstruiert und kategorisiert. Deshalb ist die Auseinandersetzung um abwertende Begriffe wichtig“, stellt Hadija Haruna in der taz klar.

Am 7. Juni 2013 fand in Österreich die 3. Frauenenquete der Frauenministerin in Kooperation mit der Plattform 20000frauen statt. Die Keynote sprach Elisabeth Klaus: „Zwischen Antifeminismus und Elitefeminismus: Der Geschlechterdiskurs im medialen Mainstream“.

Die European Women’s Lobby (EWL), größte Dachorganisation für Frauenvereinigungen in den Europäischen Union, stellt sich hier online vor (Englisch).

Spektakulär: Die christlich-konservative Organisation Exodus, die u.a. „Konversionstherapien gegen Schwulsein“ durchgeführt hat, hat sich bei der LGBT-Community für ihr „unbliblisches und unehrerbietiges Weltbild“ entschuldigt (Englisch).

Die NGO Pink Armenia berichtet über die Menschenrechtssituation für LGBT in Armenien (Englisch).

In der Türkei endet an diesem Wochenende die Istanbul Pride Week – Thema dieses Jahr: „Widerstand“ (Englisch).

Wie Engagement für das Recht auf lesbische und schwule Ehen aus wertkonservativer Perspektive aussieht, lässt sich bei queer.de nachlesen.

Eine in Schweden asylsuchende Trans*frau und LGBT-Aktivistin soll nach Russland abgeschoben werden. Eine Petition wendet sich dagegen (Englisch).

Auf Jezebel erklärt Dodai Stewart anhand des neuen Videos von Miley Cyrus, wo Inspiration zu kultureller Aneignung wird und was daran problematisch ist (Englisch).

Es hat sich immer noch nicht zu allen durchgesprochen: Seriöser Journalismus kommt nicht nur aus der Feder von weißen Männern – xojane erinnert daran (Englisch).

Die 17jährige Jinan Younis wollte an ihrer Schule eine feministische Gruppe gründen – was dann passierte, berichtet sie im Guardian (Englisch).

Der FOCUS berichtet über die massiv hohen Zahlen von Gewalt gegen Frauen – die WHO hat die Zahlen nun veröffentlicht, nachdem sie bereits bei anderen UN-Organisationen/Abteilungen und NGOs zu erfahren waren und  u.a. die Aktion One Billion Rising im Februar ageregt hatten.

Die in den USA sehr populäre Fernsehköchin Paula Deen steht  wegen wiederholter rassistischer Handlungen in der Kritik. Daraus ging nun das Hashtag #paulasbestdishes (Paulas beste Rezepte) hervor, welches satirisch auf Deens aktuelle Ausfälle Bezug nimmt (Englisch).

In der Münchner Innenstadt ist eine Gruppe Geflüchteter in den Hungerstreik getreten. Mit einer Erklärung zu ihren Forderungen wenden sie sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.

In Berlin läuft derzeit und noch bis zum 18. August die Veranstaltung re.act.feminism #2, die sich um feministische Performancekunst dreht – unter anderem mit Ausstellungen, Workshops, Performances und Vorträgen.

Heute Abend in Wien, als Startveranstaltung zur Frauen-Fußball-EM: Diskussion und Party bei Frauen. Fussball. Medien.


Facebook | |



Anzeige