Eine Frage, die gerade bei reinen Frauen-Diskussionen immer wieder auftaucht, ist: In wieweit müssen wir Frauen uns „männliche“ Mittel aneignen, wenn wir Erfolg haben wollen?
Jüngst wieder gehört waren dazu auf einer Konferenz zum Thema die folgenden Argumente:
- „Die“ Frauen sind zaghafter als Männer und zurückhaltender, während „die“ Männer sich eher überschätzen und mit dem Kopf durch die Wand gehen.
- Wenn „die“ Frauen Hilfe benötigen oder eine gute „Connection“, um etwas zu erreichen, machen sie sich viel mehr Gedanken über den Aufwand, den sie damit anderen bereiten, als „die“ Männer, die unverholener alle Mittel ausreizen und eher bereit sind, andere für sich arbeiten zu lassen, um dann den Erfolg trotzdem für sich zu verbuchen.
- „Die“ Frauen haben einen zu fairen Diskussionsstil, „die“ Männer ziehen Diskussionen gerne mit ihrer dominanten Art an sich, „die“ Frauen müssen genauso aggressiv diskutieren, wie „die“ Männer.
Um nur wenige Beispiele zu nennen. Ich denke, es wird klar, was Kern all dieser Überlegungen ist. Ein bisschen aggressiver, ein bisschen rücksichts- und schamloser, weniger zaghaft sollen „wir“ werden, damit der Erfolg, den wir ja verdienen, sich einstellen kann. Damit „wir“ sozusagen „bereit“ für einen Konkurrenzkampf mit männlichen Kollegen werden.
Ich persönlich kann mit diesen Vorschlägen wenig anfangen. Denn:
- Die Unterschiede zwischen „den“ Männern und „den“ Frauen werden mir zu sehr überbetont.
- Die vorgeschlagenen Mittel finde ich genauso unsympathisch wie mein Mann, der lieber andere, „weibliche“ Wege geht.
Wie seht ihr das? Müssen Frauen sich härtere Bandagen zulegen, wenn der Erfolg (Welcher Erfolg ist eigentlich gemeint?) sich einstellen soll?
Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.

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