Der Überblick beginnt diese Woche mit Berichten von sexistischen Übergriffen. Im September erlebten Frauen, die in Oakland an den Protesten gegen den 20-Gipfel teilnahmen, eine Reihe an sexuellen Belästigungen: Beleidigungen, Bedrohungen und geifernde Zuschauer beim Abtasten und Toilettenbesuch.
Räumung des Casinos der Goethe Universität Frankfurt am Main 03.12.2009 from Janina Vogel on Vimeo.
Auch bei der Räumung des besetzten Casinos an der Uni Frankfurt wurde mehrfach von Sexismus seitens der Polizei berichtet. Zwei Studentinnen berichten u.a. in diesem Video. Einer wurde, als sie sich festhielt, gesagt, dass die Freundin des Polizisten sich auch immer so in ihn hineinkrallen würde (ca. 1:07). Einer anderen wurde beim Raustragen gesagt: „Da tust Du mal was Gutes und wisch den Boden“ (ca 2:00).
Die Sueddeutsche bringt gleich zweimal neue wissenschaftliche Erkenntnisse:
Frau zickig? Mann genervt? Immer sind die Hormone schuld, aber so einfach ist das (leider) nicht mehr:
„Es scheint, dass nicht das Testosteron selbst zu Aggressivität verleitet, sondern der Mythos rund um das Hormon. In einer Gesellschaft, in der immer mehr Eigenschaften und Verhaltensweisen auf biologische Ursachen zurückgeführt und teils damit legitimiert werden, muss dies hellhörig machen“
Die Deutschen sterben, wie der Rest Europas erstmal doch nicht aus. Vielmehr haben die Unwägbarkeiten der Statistik und veränderter Lebenswege von Frauen die tatsächliche Fruchtbarkeit nur vertagt. Politische Maßnahmen haben aber in einigen Länder ihren Teil dazu beigetragen, etwa das Elterngeld in Estland.
Wenn frau dann Kinder bekommt, sieht es mit dem Job düster aus. Ingenieurinnen etwa arbeiten häufig nicht als Ingenieurinnen. Warum hat eine neue Studie geklärt und die Mehrheit der Frauen gab die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie an. Immerhin noch 40% derer, die als Ingenieurinnen arbeiten, klagen ebenfalls darüber.
Besonderen Schutz gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität gibt’s weiterhin nicht. Im Bundesrat gab es dafür keine Mehrheit, erläutert der Tagesspiegel. Stattdessen hieß es u.a. von der niedersächsischen CDU und der hessischen FDP, die bisherigen Gesetze reichten aus. Deutschland 2009 – Land völlig frei von Diskriminierung?
In Irland können Transgender bis heute nicht legal ihr Geschlecht wechseln, also z.B. ihre Geburtsurkunde ändern lassen. Das verstößt allerdings gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und könnte im nächsten Jahr geändert werden, so der Irish Examiner. Bedenken gegen das neue Gesetz umfassen die Angst, Menschen könnten ihr Geschlecht wechseln, um Sozialleistungen zu bekommen. Ob das „ergaunerte“ Geld die Kosten für Hormonbehandlungen wieder reinbringt und die dort anscheinend herrschende Stigmatisierung ausgleichen könnte?
Die Witwe von Jörg Haider siegte (vorerst) gegen die Bild, die Haider als homosexuell bezeichnet hatte. Künftig darf niemand behaupten, er sei homosexuell oder bisexuell gewesen, da man ihn damit in der Öffentlichkeit herabsetze, so oe24.at. Verboten wurde auch die Spekulation, er habe einen Geliebten gehabt, ob er eine Geliebte hatte darf aber weiter diskutiert werden.

Anläßlich der Wahl zur Miss Ukraine World am 5. Dezember protestierte FEMEN wieder und veröffentlicht die Fotos auf Flickr. In der Ukraine arbeiten nach ihren Aussagen 70% der Models auch als Escorts.
Die Einführung von Quoten wird nun auch in Frankreich diskutiert, berichtete der Guardian. Aufsichtsräte sollten über verschiedene Stufen bis 2015 zur Hälfte mit Frauen besetzt werden. Eine Geschäftsfrau kommentierte, dass 2002 noch niemand diesen Vorschlag ernst genommen hätte. Die Jahre ohne Verbesserungen hätten aber gezeigt, dass sich von selbst nichts ändere.
Ob das Klima in Kopenhagen gerettet wird, steht in den Sternen. Auf Postkarten stand dagegen der städtische Aufruf, Prostituierte zu meiden. Nun meldet die taz, eine Sexarbeiter_innen-Organisation biete den Gipfeldelegierten Gratis-Sex gegen eine der Postkarten. Da sie aber nur ein Zehntel der Sexarbeiter_innen vertritt und das Kleingedruckte nicht in den Überschriften steht, könnte es zu Problemen kommen.
Die britische Komikerin Dawn French sprach sich für die gesellschaftliche Ächtung von Witzen über Dicke aus. Nun hagelt es von allen Seiten Protest, dass sie „big is beautiful“ und „fett aber fröhlich“ als Lebensmotto verbreite. So läuft es einmal mehr auf „dick = ungesund aber dünn = gesund“ hinaus. Mehr dazu beim Spiegel.

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