In der Diskussion um eine Coaching-Aktion am Equal Pay Day verrät unser User David seine Tricks für Gehaltsverhandlungen. Ich kann nur sagen: Nachmachen, Ladys!
1. Als allererstes sollten Frauen sich dieses unsägliche Klein-Mädchen-Grinsen verkneifen. Ist nicht bös gemeint, aber Frauen (z.B. Kolleginnen) machen das oft so. Mal davon abgesehen, dass es irgendwann einfach nervt, weil man das Gefühl hat, man hätte es mit einem Kind zu tun, impliziert es Opferstatus und eine “Mit-mir-kann-man-alles-machen”-und-”Ich-lass-mich-hier-so-mitschleifen-”Mentalität. Mit “alles machen” meine ich: sich z.B. auch in Gehaltsverhandlungen klein machen und abwatschn lassen.
2. Ich denke tatsächlich, dass es auf Verhandlungsgeschick ankommt, aber insbesondere auch darauf, dass du auch wirklich beste Arbeit leistest und nicht etwa mit einer “Ach-ich-probiers-jetzt-mal”-Laune in die Verhandlung gehst. Du selbst musst felsenfest davon überzeugt sein, dass deine Arbeit deutlich mehr wert ist – ganz egal, ob du schon mehr als gut verdienst.
Ich z.B. beginne die meisten Verhandlungen mit der Eingangsfrage danach, ob mein Vorgesetzter zufrieden mit meiner Arbeit ist. Da er es ist – ich weiß das – kann ich ihm nach seiner wohlwollenden Zustimmung eröffnen, dass wir aber natürlich künftig noch besser sein müssen (woraufhin ich ihm dies mit Zahlen, Fakten, Ist-Soll, Perspektiven und möglichst aktuellen Marktzahlen belege, auf die die genannten Punkte aufbauen).
Das stellt ihm in Aussicht, was er von mir für mehr Patte erwarten kann, ist aber auch gleichzeitig eben Message an ihn: “Wenn du das willst, kostet dich das was. Gute Arbeit kostet Geld. Viel bessere Arbeit kostet viel Geld. Wenn du dich das nichts kosten lassen willst – auch gut. Dann mache auch ich weiter wie bisher, bzw. schaue mich nach was Neuem um, wenn mir mein Posten nicht mehr schmeckt.” Noch bin ich jung genug, um mir diese Arroganz raus zu nehmen.
3. Zum Habitus: Ich lächle eigentlich meist gar nicht, selbst bei einem seiner “lustigen Sprüche” (mit denen er dich schon mal vorab auf die “private kumpelhafte Ebene” ziehen will) ziehe ich nur leicht einen Mundwinkel zur Bestätigung für sein Ego hoch. Egal, wie der sich bei dir einschleimt – das ist keine Grillparty. Morgen , wenn ich wieder am Schreibtisch sitze, ist seine “Grillparty” vorbei und Pustekuchen ist’s mit “Kumpelstimmung”. Klar bin ich nervös und angespannt, wenn ich da sitze, aber jede Wette: Der merkt nichts davon, ich bin die Ruhe selbst. Ich weiß nicht, ob man das “üben” kann, denke aber, dass diese Art von Souveränität dich äußerlich schon mal von einem Newbie oder Youngster unterscheidet.
4. Ach ja: Ich bin fest der Meinung, dass Frauen (aber auch Männer mit höherer Stimme) versuchen sollten, die Stimmlage etwas runter zu drücken. Natürlich nicht so, dass du klingst, wie ‘ne chinesische Schwimmathletin ;-) – außerdem muss jede selbst wissen, ob sie das “Stück Frausein” dafür “hergibt”.
Was soll ich sagen – bisher bin ich immmer mit Erfolg, breitem Grinsen und tieeefer Stimme rausgegangen.
DAVID
Danke für den Einblick. Und alle anderen: Fehlt noch was? Welche Tipps habt ihr für eine bessere Entlohnung?

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.