Keine Sorge – es gibt ihn noch, unseren Wochenrückblick.
Anfangen möchte ich mit der sehr frohen Nachricht, dass soeben die Managerin des Jahres 2009 ihren Preis verliehen bekommt. Sie heißt Angelika Gifford und ist Senior Direktorin der Geschäftsbereiche Öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen und Bildung bei Microsoft. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert – den Gifford auf 15.000 Euro erhöhen und einem Mädchenförderprojekt spenden will – wie die Zeit berichtet.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat den 1. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland veröffentlicht. Man kann ihn quasi druckfrisch herunterladen (gute 3 MB ist er groß). Was drin steht? Nun, er bietet zum Beispiel einen Überblick über Mandate in sämtlichen deutschen Parlamenten – also politische Partizipation, die Partizipation von Frauen in den Führungspositionen der oberen Landesbehörden sowie in der Privatwirtschaft. Eine Zusammenstellung der Bildungsstände qua Geschlecht: Schulnoten, Studienwahl, Habilitationen usw… sowie eine detailierte statistische Betrachtung der Arbeits- und Lebenswelten von Männern und Frauen in Deutschland. Also – es lohnt sich, mal einen Blick darein zu werfen. Aber Achtung: Ernüchterung inklusive.
Was wurde eigentlich aus der Debatte um das Geschlecht von Caster Semenya? – Wie der Spiegel zusammenfasst nichts Gutes: Medien weltweit überschlagen sich in Mutmaßungen über einen Geschlechtstest, dessen Ergebnis frühestens im November öffentlich gemacht werden wird. Vor allem der „Daily Telegraph“ scheut sich nicht, Behauptungen über sehr intime Details des organischen Innenlebens der Frau in die Welt zu posaunen – angeblich stammen diese von einem verlässlichen Informanten. Wo bleibt eigentlich der Presse-Codex?
Wenn die Welt per Titel betont, dass bei Henkel eine Frau ohne Quote das Sagen habe – dann darf man argwöhnen, dass hier journalistischer Gegenwahlkampf betrieben wird – gegen rote und grüne Wahlprogrammforderungen nach Quoten für Aufsichtsräte. Schön aber ist die Geschichte von Simone Bagel-Trah schon, denn immerhin ist sie erste Aufsichtsratschefin im DAX überhaupt! Glückwunsch an sie! Und den Artikel kann man trotz suggestiver Überschrift ruhig mal lesen ;)
Im Grunde ist diese Geschichte aber nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, wie AFP berichtet: Eine Studie stellt erneut fest, dass Frauen in den Spitzenpositionen deutscher Unternehmen nach wie vor völlig unterrepräsentiert bleiben – die Zahlen seien sogar rückläufig.

Wir sind EM! – oh ja, die Deutschen Fußballerinnen haben es mal wieder geschafft! Bleibt nur zu hoffen, dass sie endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die auch sie verdienen. Manager des einstigen Branchenriesen 1. FFC Frankfurt, Siegfried Dietrich hoffnungsvoll: „Diesmal bin ich fest davon überzeugt, dass die Liga von dem erneuten EM-Titel unserer Nationalelf profitieren wird. Eine bessere Werbung für den Frauenfußball hätte es gar nicht geben können“ – wie auf sueddeutsche.de zu lesen ist.
Und noch ein Welt-Artikel: Stella McCartney – man hört es schon: Tochter eines Beatles – ist Modedesignerin. Komisch nur, dass ihre Frauen-Sachen so „männlich“ aussehen. Das ruft natürlich Kritik auf den Plan. Im Interview erklärt die selbstbewusste Modemacherin:
„Für mich entsteht Attraktivität im Spannungsfeld zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Wenn etwas nur feminin, rüschig und blumig ist, gefällt es mir nicht. Außer, es wird von etwas Hartem, Männlichen gebrochen. Ich trage jetzt meine Sakkos aus der Sommerkollektion, sie sind übergroß, sehr männlich – ich liebe sie.“
Leider stellt die Interviewerin so ein paar klischeehafte Fragen – die McCartney jedoch sehr klug für ihre Position zu nutzen weiß.
Und zum Schluss eine Nachricht aus dem Seifenoper-Geschehen: Ja, es soll sie geben – die würdige Nachfolgerin von „Sex and the City“. „Lipstick Jungle„ heißt die Serie und wird seit dieser Woche nun auch auf unseren Flimmerkisten ausgestrahlt. Es geht um New Yorker Geschäftsfrauen, ihre Kinder und ihre Problemchen. Ich habs noch nicht über mich gebracht, das zu schauen – aber vielleicht ja eineR von euch. Dann berichtet doch mal!

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