Eklat um Frittenbude. Beim Chiemsee Reggae Festival wollen sie nicht auftreten, berichtet die Süddeutsche. Grund ist der Auftritt eines Reggae-Sängers, der in seinen Texten zum Töten von Schwulen und Lesben aufruft. Bei der Festivalleitung ist man sauer, dabei hatte man bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Problem mit einem anderen Sänger gehabt.
Festival-Sprecher Michael Buchholz schäumt vor Wut: „Das Line-up stand von vornherein fest. Dass Frittenbude jetzt nachträglich abspringen, ist das Allerletzte“, sagt er. Er hält die Absage für scheinheilige PR der Gruppe. „Es ist ein Unding, dass wir uns jedes Jahr aufs Neue mit so was herumschlagen müssen“, schimpft Buchholz. Der „Chiemsee Reggae Summer“ stehe für Meinungs- und Kunstfreiheit, Zensurmaßnahmen und Auftrittsverbote lehne man ab.
Natürlich könnte man sich den ganzen Ärger auch sparen, wenn man von vornherein keine Künstler_innen einlädt, die durch Tötungsaufrufe und diskriminierende Texte aufgefallen sind. Wer sie doch einlädt, sollte dann vielleicht nicht unbedingt Frittenbude einladen, die bereits im letzten Jahr für einen ähnlichen Eklat gesorgt haben. Da hatten sie einen Festivalauftritt wegen sexistischer Zwischenrufe abgebrochen.
Durch die anhaltende Kritik aus Europa an homophoben Texten seien neue Reggaesongs aber inzwischen weitgehend homophobiefrei.

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