
Neulich habe ich in der Kinderabteilung eines größeren Klamotten-Kaufhauses bei der Kinder-Unterwäsche eine große Auswahl an BHs entdeckt und mich noch gewundert: „Warum gibt’s denn nun für Kinder schon BHs?“ Doch scheinbar ist es nötig.
Eine Studie in den USA hat nun untersucht, warum Mädchen immer früher Brüste bekommen – im Alter von neun oder zehn Jahren, teilweise ganze ein bis zwei Jahre früher, als Mädchen vor 40 Jahren. Nicht nur in den USA tritt dieses Phänomen auf – auch in Europa ist eine besonders frühe Pubertät nicht selten, weswegen die Studie auch für uns interessant ist. Auftraggeber ist der Breast Cancer Fund und das nicht ohne Grund: Eine frühe Pubertät ist bei Mädchen mit einer großen Aussetzung von Östrogen verbunden, welches wiederum das Risiko für Brustkrebs erhöht. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen der frühen Pubertät und einem erhöhtem Brustkrebs-Risiko.
Die Autorin der Studie, Sandra Steingraber, zeigt auf, wie Ernährung, psychosoziale Faktoren und Umweltfaktoren – hormonell wirksame Chemikalien – das frühere Eintreten der Pubertät bewirken. Sie fordert unter anderem eine systematische Untersuchung der auf dem Markt befindlichen Chemikalien auf ihre das Hormonsystem schädigende Eigenschaften hin, stärkere Deklarationspflichten für Chemikalien und Langzeitstudien.
Der Breast Cancer Fund stellt fest:
- Kinder sind ungenügend vor schädlichen chemischen Einwirkungen geschützt.
- Manche Mädchen werden von früher Pubertät stärker getroffen, als andere.
- Das Thema muss angesprochen und auch in der Politik bekannt gemacht werden.
(Foto über MissPiano bei Flickr)
Einen Dank an die Grüne Europa-Abgeordnete Hiltrud Breyer, durch deren Newsletter ich auf das Thema aufmerksam wurde und die sich für eine konsequentere Chemikalienpolitik einsetzt.

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