Lange war die Simpsons-Folge mit geschlechtergetrenntem Mathe-Unterricht, bei dem die Mädchen mehr über ihre Gefühle, denn über Arithmetik lernten, nur Fiktion. Jetzt ist es endlich soweit: Kleine Jungen und Mädchen in Deutschland können endlich „geschlechtergerechte“ Diktate schreiben. Wie taz.de berichtet gibt es die neuen Lernbücher des Pons-Verlags in zwei Auflagen.
„Weil Mädchen anders lernen“, prangt es in rosa auf dem neuen Lernhilfebuch. […] Auf dem Cover sieht man zwei feenhafte Mädchen mit Engelskostüm und goldener Krone, die sich kichernd umarmen. Für Jungs gibt es eine separate Edition: in blau, auf der ein Foto von sechs kleinen Kerlen zu sehen ist, mit schmutzigen Knien und Fußball in der Hand.
Und weil rosa noch nicht genug ist, drehen sich die „Mädchen-Aufgaben“ um Meerjungfrauen und Prinzessinnen. Motivation und Konzentration von Mädchen werden gefördert durch Aufgaben wie „Wörter zaubern“ und „Regenbogenwörter schreiben“. Ob es sich bei letzterem um Haupt-, Tu- oder Phantasiewörter handelt bleibt unklar. Dass Jungs in den Mädchenbüchern kaum vorkommen, ist da die kleinste Überraschung. Wenn doch, wird es richtig übel:
Im rosa Mädchenbuch für Diktate will ein Mädchen nicht mehr mit „Puppen spielen“. Sie nimmt sich einen Fußball und schießt ein Tor. Doch: „Dann kommt Bianca mit einem Malbuch. Schnell wird Anna wieder zum Mädchen.“
Will man damit der steigenden Beliebtheit von Mädchenfußball Rechnung tragen? Einige Geschichten kommen immerhin in beiden Ausgaben vor. Nicht ohne sich ein weiteres Mal zu blamieren…
„Nina zieht in der Halloweennacht mit seinen (sic) drei Freunden von Haus zu Haus.“

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