Gleichberechtigung? Soll das ein Witz sein?

Im SZ-Magazin von heute wundert sich Susanne Schneider darüber, dass sich in den Büros, Chef- und Vorstandsetagen dieses Landes trotz Emanzipation nicht besonders viel geändert hat:

Frauen unter dreißig sind überzeugt, dass ihnen neben vielem anderen auch eine große Karriere offen stünde – vorausgesetzt, sie wollten. Frauen über dreißig klingen sehr viel resignierter. (…) Barbara Bierach, eine kluge Autorin, die den Bestseller mit dem ziemlich dämlichen Titel:Das dämliche Geschlecht“ geschrieben hat, sagte zum Manager-Magazin: „Die Emanzipationsbewegung war eine der spannendsten Entwicklungen des vergangenen Jahrhunderts, aber jetzt ist das alles zum Stillstand gekommen.“

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(Foto geliehen von sz-magazin.de)

13 Kommentare zu „Gleichberechtigung? Soll das ein Witz sein?

  1. Na und ich hab bis heute gedacht Chemie wäre ein „Karrierefach“. O.k. gut, aber der Rest kommt mir stückweise schon bekannt vor. Hoffen wir, dass die dollen Zukunftsstudien mal recht behalten und in fünfzehn Jahren die Wirklichkeit anders aussieht.

  2. Der Artikel ist ziemlich gut, nur an der Stelle „Akademikerinnen haben keine Kinder“ krankt es etwas. Statistisch gesehen haben sie wahrscheinlich genauso viele Kinder wie alle anderen Frauen auch, wenn man in der Statistik den Begriff Mutter nicht so einengt, wie das bisher getan wurde. Inzwischen zählen die Standsämter tatsächlich uneheliche Kinder mit, Frauen deren Kinder früh ausziehen sind weiter Mütter und wer sein Kind nach dem 39. Geburtstag bekommt wird auch endlich mitgezählt.

    Quelle:
    http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E95FD787F47554E21999899A9ED199E60~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  3. Mir faellt da spontan noch ein weiterer Punkt ein, in dem wir es als Frauen oft gegenseitig unnoetig schwer machen: Einerseits habe ich den Eindruck, dass wir uns alle mehr Frauen in Fuehrungsetagen wuenschen wuerden.

    Wenn eine Frau dieses Ziel aber dann verfolgt, werfen wir ihr vor, zu geld- und machtgeil zu sein und egoistisch einen Beruf zu verfolgen, der nicht zum Gemeinwohl beitraegt.

    Wenn wir da oben aber mehr Frauen sehen wollen, dann muessen wir wohl oder uebel akzeptieren, dass sie diesen Job aus Freude an Macht und Geld ausueben und dass im Zweifelsfall das weibliche Vorstandsmitglied zu den gleichen unbeliebten betrieblichen Massnahmen greifen wird wie das maennliche.

  4. Seh ich auch so Maike.
    Auch und gerade von Frauen wird immernoch mit den bekannten zweierlei Maß der Geschlechterrollen gemessen.
    „Erfolgreiche“ Frauen haben es nicht „der Männer“ wegen schwerer als Männer sondern der Geschlechterrollen wegen!!
    Ist aber bekannt, glaube ich.

  5. Susanne Schneider: „Die Zeiten sind zurück, in denen man alles auf die Biologie und auf die natürliche Bestimmung schiebt. In ihrem Bestseller The Sexual Paradox behauptet die kanadische Psychologin Susan Pinker, es seien eben doch die Hormone, die Frauen den Weg in die Chefetagen blockierten.“

    Susan Pinker: „There is no biological evidence that suggests that women should stay home and raise babies.“ (The Sexual Paradox, S. 266)

    Von natürlicher Bestimmung oder göttlicher Vorsehung ist bei Susan Pinker keine Rede. Offenbar kann Susanne Schneider nicht unterscheiden zwischen reichhaltig belegten Erklärungsversuchen einerseits und Rechtfertigungen, Empfehlungen, Anweisungen, Moralvorschriften andererseits.

    Oder, was noch viel wahrscheinlicher ist, sie hat das Buch gar nicht gelesen.

  6. Guter Artikel. Nicht so emotional geladen und kratzt am eigentlichen Thema.

    @Schnatterinchen, wenn ich die zwei Zitate deute ergibt sich für mich aber nicht wirklich der Sinn wieso das erste Zitat falsch ist?

  7. Sorry, ich fand den Süddeutsche-Artikel echt schlecht. Die Autorin behauptet, dass Mädchen klüger sind als Jungs, offensichtlich, darüber müsse man, Gott sei Dank, nicht mehr diskutieren. Beleg: Mädchen bekommen in der Schule und Uni bessere Noten.

    Dieser Logik zufolge könnte man dann auch feststellen, dass Frauen weniger Führungsqualitäten haben als Männer, weil es mehr Männer als Frauen in den Führungsetagen gibt. Aber nein, hier liegt der Grund ganz klar an der Diskriminierung der Frau.

    Fast auf jeder Seite ist eine Boshaftigkeit gegen „die Männer“ dabei, oder Verachtung gegenüber (zu lange) stillenden Müttern. Nein, wenn eine berufstätige Mutter meine zu Hause Hause erzeihende Frau ankeifen würde, würde ich mich nicht feixend mit dem Mann der anderen Frau abklatschen (alles rein hypothetisch, könnte auch andersrum sein). Frauen mit hohen Erwartungen an die Männer haben schlechtere Chancen auf dem Zeugungsmarkt? Männer mit hohen Erwartungen an die Frauen auch! Frauen werden von den Eliten ausgeschlossen, weil sie Wein statt Bier trinken? Verdammt, ich trinke auch lieber Wein (wenn überhaupt Alkohol).

    Und dann, am Ende: Frauen werden diskriminiert, weil sie sich von ihrer Arbeit etwas anderes erwarten als Männer und eher die Sinnfrage stellen. Aha … Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie man das ändern kann. Soll man Männern verbieten, sich zu sehr in ihre Karriere reinzuhängen? (Wobei meine These ja eh die ist, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht, die ihn so selten wie möglich zu Hause haben will ;-)) Oder soll man Frauen, die sich auch nebenher mit anderem intensiver beschäftigen und ihren Lebenssinn nicht in ihrer Arbeit sehen, trotzdem so viel Macht und Geld geben wie ihren stärker auf die Karriere fixierten männlichen Konkurrenten? Irgendwie fände ich beides nicht so wirklich … fair.

    Ach ja, und dass Frauen für die gleiche Arbeit nur 67 Prozent dessen bekommen, was ein Mann bekommt … Gibt es da so ein Rennen um die niedrigste Zahl, die man in einer seriösen Zeitung veröffentlichen kann?

    PS: Sorry für den Rant, aber in der sueddeutschen kann man den artikel nicht kommentieren.

  8. Kleiner Exkurs zur Gestaltung des Umschlages der SZ-Beilage:

    Mich stört, wie die SZ das Deckblatt des Magazins aufgezogen hat. Es ist einfach in einem hellen, pinken Ton gehalten, unten steht ganz unauffällig „Das Frauenheft“ und dem Schriftzug „SZ Magazin“ ist ein pinkes „in“ drangehängt. Sonst nichts.

    Ich frage mich: weshalb die Farbe, weshalb den Zusatz, so dass dort „Magazinin“ steht? Für mich wirkt es wie eine Verniedlichung, so als würde man(!) den Themenkomplex gar nicht ernst nehmen.

    Form hat Einfluss auf den Inhalt. Sie bringt ihn auf einen Weg. Möglicherweise ist es in diesem Fall auch Ironie. Ich habe aber trotz der Texte (die ich noch nicht alle gelesen habe!), die ja sicherlich ihre Qualität haben, den Eindruck, hier soll mal schnell ein neuer Trend gefüttert werden – und fertig.

    Aber vielleicht ist es – wenn es so wäre – auch legitim. Schade finde ich’s trotzdem.

  9. „@savvalis: jaa, genau. woher hast du den quark denn?“

    Siehe link. Jaa…

    „achso, und falls du wissen willst, warum wir deinen kommentar stehen lassen? weil du dich damit so wunderbar selbst entlarvst.“

    Wie das denn? „Entlarven“… Ihr verkündet hier dauernd was, widerlegt/belegt aber gar nichts. Oder ihr löscht.

    Sorry, muss mich kurz fassen, bin grad von den Bullen ins BKH gebracht worden (kein Scheiß) und liege mit zwei Alkis im Zimmer, die schnarchen, was das Zeug hält. Was weiß denn Charlotte Roche, bitte?

  10. @Meredith: Wenn der „Quark“ die Behauptung ist, dass Jungen bei gleicher Kompetenz schlechter benotet werden als Mädchen:
    http://www.bmbf.de/pub/Bildungsmisserfolg.pdf

    Außerdem, wird hier nicht (ab und zu, zumindest) gegen Studien gewettert, die behaupten Frauen könnten dies besser oder Männer könnten das besser? Wenn dann in der Schule Mädchen grundsätzlich erfolgreicher sind, würde das nicht bedeuten, dass es da Diskriminierung gegen Jungen gibt?

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