Der „Ach, waaaaaas“-Moment des Tages: Nach einer Studie der OECD genießen Männer deutlich mehr Freizeit als Frauen. In Italien sind es täglich 80 Minuten mehr, die ihnen zum Lesen, Schwimmen, Liegen oder, äh, Sackkraulen? zur Verfügung stehen. Schon klar, wer in der Zeit all die langweiligen Dinge wie Waschen, Kochen, Putzen besorgt. Das wundert nicht, ist doch Italien für sein Mamma-Sohn-Syndrom bestens bekannt. Auch in Polen und den USA ist das Freizeitgefälle groß, in Deutschland arbeiten Frauen ca. 20 Minuten mehr als Männer. Nur in Norwegen bleibt es sich fast gleich – hier haben Frauen vier Minuten weniger Freizeit als Männer – aber alle wahrscheinlich insgesamt auch nicht weniger als woanders.
Die Frage mit dem Haushalt und dem Stress, den man damit hat, ist natürlich immer so eine Sache. Einerseits ist ganz klar: Männer ziehen sich im Zusammenleben gern aus der Putzverantwortung. Ist ja auch nicht ganz unverständlich – wer würde den Haushaltsmist nicht lieber jemand anderen machen lassen? Fair ist es aber nicht, und ich kenne wirklich wenige Paare, bei denen es nicht hin und wieder zu aufräumbedingten Dissonanzen kommt. Ich weiß nicht, wie es anderen da geht. Aber aus meiner Erfahrung im Zusammensein mit Männern kommt es mir vor, als fiele es ihnen aus irgendwelchen Gründen grundsätzlich leichter auch mal etwas stehen zu lassen und es sich auf der Couch bequem zu machen, ganz egal, was sich da noch in der Spüle stapelt (Zwangsputzer mal ausgenommen); die Toleranzgrenze ist da oft irgendwie anders eingestellt. Vielen Frauen hingegen fällt es schwer sich auszuruhen, solange im Haus noch etwas zu tun ist. Und zu tun ist ja ständig irgendetwas.
Das wiederum ist aber natürlich keine gottgegebene Genderwahrheit (was allein die vielen Fälle von Zwangsputzern und Saustallerinnen zeigen), sondern wieder mal eine Frage der Sozialisation und Erziehung. Weil so viele von uns mit dem Modell „Mami macht den Haushalt“ groß werden, fühlen sich Frauen eben doch irgendwie anders verantwortlich dafür, den Dreck wegzuräumen, als Männer. Zeit, erwachsen zu werden.

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