Was Feminist_innen schon immer ahnten, ist nun wissenschaftlich bestätigt: Fernsehen verringert das Selbstwertgefühl fast aller Kinder. Außer weißen Jungen. Sie sehen sich repräsentiert und finden Vorbilder, berichtet Jezebel. Mädchen finden dagegen vor allem eindimensionale und sexualisierte Frauenfiguren, während Schwarze Jungen nur „Karrieren“ als Kriminelle vorgesetzt bekommen. Ob es nun zu Konsequenzen bei den Kino- und Fernsehverantwortlichen kommt, bleibt leider
fraglich unwahrscheinlich.
Warum sich Frauen immer noch an der Glasdecke den Kopf stoßen, bleibt ein heiß debattiertes Thema. Ein Grund könnten Männer sein, die selbst eine Versorgerehe mit einer Hausfrau führen. Sie haben Vorurteile gegenüber Mitarbeiterinnen, Firmen mit hohem Frauenanteil und diskriminieren aktiv wenn es um die Besetzung von Stellen geht. Vermutlich sei „gutmeinender“ Sexismus schuld, bei dem Frauen auf ein Podest gestellt werden um sie zu „schützen“, so eine Forscherin gegenüber The Atlantic. Auch dieser Sexismus verhindert leider Chancengleichheit.

Und damit zu einer ernüchternden Nachricht. Bilder sexualisierter Männer und Frauen nehmen wir verschieden wahr. Allgemein gilt: Werden Bilder von Menschen auf den Kopf gestellt, brauchen wir länger, um diese zu erkennen. Bei sexualisierten Posen gilt das allerdings nur noch für Männer. Sexualisierte Frauenkörper werden dagegen gut erkannt, so wie sonst Objekte. Ein Grund könnte sein, so ThinkProgress, dass bestimmte Schlüsselreize ausreichen und erinnert an gruselige Broke back Bilder, die immer wieder gern unkritisiert verwendet werden.
Unterschiede in der Wahrnehmung gibt es auch bei Frauen mit dünnem Körper, berichtete dieStandard.at. Denn heißt es über sie, dass sie (viel) Gewicht verloren haben, werden sie als weniger attraktiv eingeschätzt. Noch schlimmer werden Vorurteile gegen dicke Menschen, wenn verbreitet wird, Gewicht sei leicht zu kontrollieren (was nicht stimmt). Mit einer Warnung der Forscher_innen schließt sich der Kreis: Diätratschläge in den Medien verstärkten die Stigmatisierung und Diskriminierung von dicken Menschen.

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