In der Ukraine wächst eine feministische Bewegung heran. Die jungen Frauen, die sich femen nennen, haben nach eigenen Angaben nichts Geringeres vor, als „die größte und einflussreichste Frauenbewegung Europas zu werden“.

femen konzentriert sich derzeit vor allem auf Aktionen unter dem Slogan: „Die Ukraine ist kein Bordell“, mit denen gegen Sextourismus in ihrem Land mobil gemacht werden soll. Denn Prostitution ist in der Ukraine strafbar, aber nur für die Huren und Zuhälter. Freier haben kein Problem und besuchen das Land daher massenweise. Diesen Misstand, sowie die hohe Rate sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen, prangern die femen-Ladys an, vor allem mit auffälligen Performances und Demonstrationen. Sie stellen sich halbnackt auf die Straße und malen sich Preisschilder auf die Körper, spielen Szenen mit Freiern nach und verursachen viel Wirbel.
Unter anderem hat der Münchner DJ Hell jetzt der Gruppe seine Unterstützung zugesagt, und das auch gleich mit vollem Einsatz demonstriert – auf jetzt.de gibt es heute ein Interview mit ihm, in dem er von seiner Performance in Kiew erzählt:
Am Freitagabend fanden die Events auf dem Majdan-Platz im Zentrum von Kiew statt: Tanzgruppen traten auf, es gab eine Modenschau und einige Mädchen klebten sich Preisschilder auf die nackte Haut. Für die Fotografen haben sie auch in Trikots der ukrainischen und polnischen Nationalmannschaft posiert. 2012 findet die Europameisterschaft in beiden Ländern statt und das ist natürlich ein Schwerpunkt der Kampagne. Die Polizei stand während des Spektakels einfach daneben und beobachtete alles, ohne einzugreifen – das hat mich positiv überrascht.
Mitunter ist es wirklich amüsant, was alles aus der Perspektive eines Partykönigs an so einer Veranstaltung besonders wichtig ist. So erzählt Hell von der After-Party der Demo, bei der die femen-Mädels alle auf der Gästeliste gestanden hätten und die dann zu einem rauschenden Fest wurde. Da kann man die Lippen spitzen und nach der Ernsthaftigkeit fragen – man kann aber auch darüber nachdenken, dass es vielleicht wirklich gar nicht so weit hergeholt ist, dass Feminismus eben auch Spaß machen kann. Denn an der Seriösität von femen lässt sich, bei allen Bikinis und Hotpants, nicht zweifeln, dafür ist deren Anliegen zu offensichtlich real. Und am Ende mobilisiert die Leute derzeit eben wenig so sehr wie eine gute Party. Oder wie seht ihr das?

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