Eine wirklich schöne Geschichte hat Jezebel gerade vorgestellt. In der US-amerikanischen TV-Show new day war Familie Kilodavis zu Gast, deren jüngster Sohn Dyson am liebsten Kleider trägt, sowie alles was glitzert. Während es für Mädchen noch relativ einfach ist, Jungensachen zu machen, ist es umgekehrt fast unmöglich. Dass „Du Mädchen“ so zum Schimpfwort wird, ist eines der traurigen Symptome. Trotz aller Kritik und Anfeindungen ermöglichen Dysons Eltern es ihm aber, sich auszuprobieren und geschlechtsspezifische Vorgaben hinter sich zu lassen.
Im folgenden Video berichtet etwa seine Lehrerin, wie sich selbst die „Macho“-Lehrer der Schule als Ballettänzerinnen verkleidet haben, um Dyson zu unterstützen. Seine Mutter hat inzwischen ein Buch geschrieben, „My Princess Boy“, in dem sie von ihren Erfahrungen berichtet und sich gegen Mobbing einsetzt. Taschentücheralarm ist spätestens dann angesagt, wenn Dysons großer Bruder Dkobe erzählt, dass er erst Angst hatte, sein Bruder könne gehänselt werden. Für ihn sei es aber wichtiger, dass Dyson glücklich wird, dann sei er auch glücklich.
Wie Jezebel-Kommentatorin tattooedjunecleaver anmerkt, bedeutet eine Vorliebe für rosa Kleider und Glitzer zunächst einfach eine Vorliebe für rosa Kleider und Glitzer, nicht mehr. Doch das Ignorieren von Geschlechterkonventionen ist bis heute schwierig. So berichtete die FAZ gerade über eine Frankfurter Boutique, in der Männer Frauenkleidung und -schminke ausprobieren können, so etwa Monika:
Wichtig sei ihm vor allem, möglichst wenig aufzufallen, möglichst authentisch wie eine Frau auszusehen, sagt der 65 Jahre alte Mann. Mit Sexualität oder Homosexualität habe dieser Wunsch nichts zu tun, manchmal fühle er sich als Frau einfach wohler.
Seine Ehefrau konnte mit diesem Wunsch nichts anfangen, wie wohl die meisten Deutschen. Aber vielleicht sind Dyson Kilodavis und seine Familie ein Zeichen einer neuen, offeneren Zeit. Es wäre schön.

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