Thomas Beatie, der als vermeintlich erster schwangerer Mann Berühmtheit erlangt hat, hat sein zweites Kind zur Welt gebracht, stand heute auf taz.de. Ob es den Eltern und dem Kind gut geht, steht kurioserweise nicht explizit in dem Artikel, dafür aber, dass die Frau Beaties wieder stillen wolle.
Bilder des hochschwangeren Thomas gingen 2008 um die Welt und sorgten teilweise für so heftige Ablehnung und Anfeindungen, dass die Familie in ihrem Haus erhebliche Sicherheitsvorkehrungen treffen musste, um sich zu schützen.
In Deutschland ist ein solche Geschichte dabei weiterhin nicht möglich. Das Transsexuellengesetz ist seit 2005 zwar mehrmals als verfassungswidrig eingestuft worden, geändert wurde es bisher aber nicht. Die für dieses Jahr geplante grundlegende Änderung wurde im Mai auf die nächste Legislaturperiode verschoben, wie das Blog Transmission berichtet. Eine Streichung der Voraussetzungen „dauernde Fortpflanzungsunfähigkeit“ und „geschlechtsangleichende Operationen“ wurde in den Änderungsvorschlag noch nicht mal aufgenommen. Auf letzteres wird in der Praxis bei Transmännern zwar verzichtet, weil die Prozedur noch nicht besonders erfolgreich ist, auch Scheidenverschluss oder -verengung darf heute nicht mehr verlangt werden, die Möglichkeit Kinder zu bekommen müssen Transsexuelle aber weiter aufgeben.
Aufgehoben werden soll dagegen der Zwang, sich vor einer Geschlechtsumwandlung scheiden lassen zu müssen. Dies hat der Bundestag bis zum 1. August 2009 zu ändern. Damit einher ginge die Möglichkeit, dass es erstmals zu Ehen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts in Deutschland käme. Der Bundestag hat das Gesetz aber zunächst wieder an die Ausschüsse verwiesen. Bis auch Transsexuelle in Deutschland als Menschen behandelt werden, wird also noch einige Zeit vergehen.

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