
(Bild über Wikimedia Commons)
»Herr Haseloff, […] was ist gut im Osten?
Die ostdeutsche Frau. Sie ist unkompliziert. Durch die Diktaturerfahrung setzt sie andere Prioritäten. Zum Beispiel diskutiert sie nicht stundenlang über Biofleischsorten, sondern es geht um Fleisch oder Nichtfleisch. Sie ist nüchterner.«
Warum die FAS Interviewerin hier nicht weiter nachfragt, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht war sie selber sprachlos?
Jetzt müssen wir also selber versuchen uns zusammenzureimen, was Haseloff uns da mitteilen möchte. Also noch mal langsam: Die Frage ist, was „gut im Osten“ sei. So viele differenzierte und intelligente Antworten sind hier möglich und für was entscheidet sich Haseloff? Für Sexismus galore. Denn „gut im Osten“ ist: „die ostdeutsche Frau“. Die hat eine Diktatur erlebt und redet deswegen nicht über Biofleisch. Zusammenhang, anyone?
Was Haseloff uns eigentlich sagen will, ist folgendes: Frauen sind dann „gut“, wenn sie einfach sind. Nicht so viel diskutieren. Nicht anstrengend sind. Das Denken den anderen überlassen. Entweder den Diktatoren oder, wenn die gerade nicht greifbar sind, den Männern. Und dieses katastrophale Frauenbild alleine reicht nicht aus, nein, nonchalant werden alle Frauen aus den neuen Bundesländern beleidigt indem er behauptet, dass die Ostdeutsche an sich genau diesen Kriterien entsprechen würde. Sauber!
Wir danken den vielen Hinweisgeber_innen!

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