Unser Leser Daniel macht uns auf ein interessantes Interview aufmerksam, das Spiegel Online mit der US-Autorin Ayelet Waldman geführt hat. In ihrem Buch „Bad Mother“ schreibt sie darüber, wie Frauen sich selbst unter einen wahnsinnigen Druck setzen, die perfekte Mutter sein zu wollen. Im Gespräch erklärt sie dieses gesellschaftliche Phänomen so:
Es ist für Frauen extrem schwer, beruflich ambitioniert zu bleiben und sich gleichzeitig im Privatleben zu verwirklichen. Wenn wir karriereorientierten Frauen diesen Teil unserer Identität hintanstellen, dann wollen wir wenigstens, dass sich das Opfer auch lohnt. Unsere Kinder sollen also Superkinder sein – nicht nur um ihrer selbst willen, sondern auch um unseretwillen.
(…)
Nach Ihren Erfahrungen sind es vor allem Mütter, die es – auch im Alltag – anderen Müttern schwer machen, die mäkeln und kritisieren.
Absolut. Ich bin noch nie auf offener Straße von einem Mann kritisiert worden, weil ich mit den Kindern etwas falsch gemacht hätte, so was machen nur Frauen. Ich glaube, wir Mütter sind so geplagt von Selbstzweifeln und Schuldgefühlen, dass wir uns besser fühlen, wenn wir andere Mütter abmahnen können.
Ayelet Waldmann wurde in den USA bekannt und eine verhasst öffentliche Person, als sie in einem Artikel schrieb, sie liebe ihren Mann mehr als ihre Kinder. Im Gespräch mit Spiegel Online erzählt sie von den vielen Hass-Emails, die sie bekam – aber auch von einer Einladung ins Weiße Haus, bei der sie der US-Supermutter Nr. 1 ihr Buch schenkte mit der Widmung: „Danke, dass Sie uns alle so schlecht aussehen lassen.“
Dank an Daniel für den Link!

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