Corinna Huber ist 14 Jahre alt und magersüchtig. Als sie den Kampf gegen die Krankheit beginnt, fängt sie auch an, diesen Kampf aufzuschreiben. Die Reportage, die so entstand, gewann gerade den ersten Preis beim Spiegel-Schülerzeitungswettbewerb. Corinna beschreibt, was ihr durch den Kopf geht, wenn ein Teller mit Essen vor ihr steht und sie ihn einfach nicht leer essen, ja noch nicht einmal ein kleines bisschen vom Essen probieren kann. Sie schreibt diese Gedanken und die Zwänge ihrer Krankheit – wie 500 Situps an jedem Nachmittag und tägliches Fahrradfahren – berührend ehrlich auf und erkennt auch ihr Problem:
„Irgendwann ist jede Diät vorbei und dann habe ich es geschafft. Bin schlank, beliebt und erfolgreich!“, rede ich mir täglich ein. Doch unterbewusst weiß ich ganz genau, dass dies keine „Mal-schnell-zwei-Kilo-weg-Diät“ ist. Es ist ein Zwang, eine Sucht, Leere und Hunger zu spüren, ein Schrei nach Hilfe und Aufmerksamkeit. Ein Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Engel und Teufel – ein Kampf gegen mich. Eine gnadenlose Krankheit: Magersucht.

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