Wenn wir schon über die GQ und ihre Titelbilder reden, lohnt sich ein genauer Blick darauf. Denn tatsächlich hat die Zeitschrift im Unterschied zu anderen Magazinen auch Männer auf dem Cover – Männer und Frauen werden trotzdem noch lange nicht gleichberechtigt behandelt, wie ein Blick in die Heftübersicht der letzten Jahre zeigt.
Dies sind die Bilder der letzten sechs Ausgaben. Zunächst tatsächlich Daniel Craig, dargestellt im Porträt mit Drei-Tage-Bart und der Überschrift „Härter werden!“ Dagegen ist keine einzige Frau im Porträt zu sehen, höchstens bis zur Hüfte und dann mit einem überbordenden Ausschnitt. Jede einzelne ist dagegen stark sexualisiert abgebildet. Laszive Blicke, provokant geöffnete Beine, High Heels, nackte Haut, sich selbst anfassen soweit das Auge reicht. Die Überschriften: „Das macht uns scharf“ oder „Ich will es!“
Kein Zufall, wie der Blick weiter zurück ins Archiv zeigt.
Auch 2009 waren die Männer vollständig bekleidet und posieren lässig, während weibliche Titelmodelle deutlich textilfreier die wildesten Verrenkungen machen. Ebenfalls auffällig: Mit Ben Stille, Justin Timberlake und Bastian Schweinsteiger sind verschiedene (popkulturelle) Sparten vertreten, die weiblichen Modelle sind dagegen alle Models.
Noch krasser zu sehen ist die Diskrepanz auf diesen Bildern von 2005 und 2006. Jeder Mann trägt Anzug, jede Frau Unter- und Nachtwäsche. Robbie Williams darf sich gar mit zwei unbekannten und gesichtslosen Nackten schmücken, die ganze Fotoreihe heißt „Starke Männer“. Neben Seal pragt seine Frau Heidi, natürlich ebenfalls nur im Höschen. Und Jens Lehmann steht stellvertretend für die „mächtigsten Männer der WM“.
Geschlechterrollen aus den Fünfzigern: Männer sind stark, mächtig, hart und seriös gekleidet. Frauen sind zunächst Anschauungs- oder sogar Dekoobjekte, stets verfügbar und schrecken vor keinen Schmerzen zurück, um ihren Körper ordentlich zu präsentieren.




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