Der folgende Text erschien am Montag bei fuckermothers.
Vermeintlich können Männer Technik, Naturwissenschaft und Computer besser. Diese Festlegung beginnt bereits in der Kindheit. Beispielsweise werden in Spielzeugkatalogen Spielzeuge auf den Bereichen Technik und Handwerk fast immer von Jungen präsentiert, Puppen und Haushaltsgegenstände dagegen von Mädchen. Eine heilsame Ausnahme bildet die schwedische Version des ‚Top Toy‘-Kataloges. Hier wurde Wert darauf gelegt, dass allen Kindern alle Spielzeuge offen stehen. Deswegen wurde in den Abbildungen auf eine strikte geschlechtliche Trennung verzichtet.
Auch einige Computerspiele haben nur männliche Helden. Damit signalisieren sie potentiell interessierten Mädchen, dass ‚das nichts für sie ist.‘ Für das Spiel Windwalker aber gibt es nun Abhilfe: Ein Vater, der es mit seiner Tochter Maya spielte, war genervt, dass es nur eine männliche Hauptfigur gab. Er wollte nicht, dass sie mit dem Gedanken aufwächst, dass Mädchen keine Heldinnen sein können. Zunächst machte er die ‚Gender-Übersetzung‘ nur mündlich, wenn er ihr den Text auf dem Bildschirm vorlas – schließlich programmierte er das ganze Spiel um:
„It’s annoying and awkward, to put it mildly, having to do gender-translation on the fly when Maya asks me to read what it says on the screen. (…) I’m not having my daughter growing up thinking girls don’t get to be the hero and rescue their little brothers.“
Hier gibt er nun eine Anleitung, wie die Pronomen des Spiels verändert werden können, so dass im Text nun ’she‘ statt ‚he‘ steht.
Einen anderen Weg die Ingenieurin Debbie mit ihrer Spielzeugidee ‚Goldieblox‘. Sie möchte damit Mädchen für Naturwissenschaft und Technik begeistern und sammelt momentan über ein Video Geld, um das Projekt zu realisieren. Ich bin unentschieden, was ich von Video und Idee halte. Das Vorhaben an sich ist sicherlich unterstützenswert und ich kenne viele Menschen, die von dem Video gerührt und begeistert sind. Für meinen Geschmack ist es allerdings etwas zu ‚kitschig‘ und ich hatte den Eindruck, dass es mit einigen Stereotypen arbeitet (a la: ‚Mädchen mögen Prinzessinen, Rosa und lesen gern‘). Ein notwendiger Schritt hin zu mehr Gleichheit oder eine Verstärkung von Differenzen?
In eine ähnliche Richtung geht das Computerspiel ‚MINT-Land‚, Es wurde an der ETH Zürich entwickelt und soll das Interesse von Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken. Schön wären allerdings, wenn auch umgekehrt Spiele entwickelt würden, die Jungen für Putzen, Pflegen und Kochen begeistern.

Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.