Heute Morgen im Deutschlandfunk gehört: Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen, Bodo Ramelow, verzichtet auf das Amt als Ministerpräsident um eine Rot-Rot-Grüne Koalition zu ermöglichen. Statt sich könne er sich dafür gut eine Frau vorstellen. Einen Namen hat er nicht genannt und es ist ihm offenbar auch egal, aus welcher Partei sie kommt.
Ich bin jetzt in thüringischer Landespolitik nicht bewandert genug, um zu wissen, ob sich da eine bestimmte Frau geradezu aufdrängt, so, dass man sie gar nicht erst namentlich zu nennen braucht. Aber das Statement sprang mir sofort auf säuerliche Art in den Frühstückskaffee: Offensichtlich ist Herr Ramelow der Ansicht, es mache keinen Unterschied, ob er regiert oder irgendeine Frau. Das könnte entweder auf eine – unter Politikern wohl eher unübliche – tiefe Bescheidenheit des Herrn Ramelow hinweisen, der sagen will: Ach, das kann jede andere genau so gut wie ich. Oder es könnte bedeuten: Ob jetzt da irgendeine Frau das Kabinett führt, macht eigentlich keinen Unterschied. Wie gesagt, dafür kann ich Herrn Ramelow nicht gut genug einschätzen. Es ist aber auf jeden Fall so, dass er nicht hätte sagen können – „Ich verzichte auf das Amt das Ministerpräsidenten. Könnte mir aber doch einen Mann ganz gut für das Amt vorstellen.“ Und dass er das nicht bedacht hat, und so spricht, ist weder ein Zeichen für Intelligenz noch für das Emanzipationsniveau dieses Politikers und damit auch seiner Partei. Ich bin gespannt auf „die Frau“, die diesen Karren aus dem Dreck ziehen will.

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