… sind alle meine Binden. Hä? Die V-Spots dieses Mal mit einem Rundumschlag in Sachen prüder Medienkompetenz, unverschlossener Bordelle und exotischem Fruchtsex.
Medienkompetenz ist das Stichwort, das die Menschheit davon abhalten soll, peinliche Partyfotos und brüsteblitzende Profilbilder ins Internet zu stellen. Neu im Diskurs, wie bewahre ich die Jugend vor Schaden im Internet, ist die „Pornokompetenz“, die die Erziehungswissenschaftlerin Karla Etschenberg in einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger fordert. Im Unterricht soll SchülerInnen anhand von ausgewählten Szenen Verhaltensschemata, Praktiken und Hintergründe von Pornofilmen vermittelt werden, auch um diese durch den direkten Zugang zu „entzaubern“:
Ich frage mich, was gefährlicher ist: Ein klares Sprechen über Pornografie, sodass beim Porno-Konsum das Wissen eines Erwachsenen mitschwingt. Oder der Porno-Konsum ohne Kommentar oder Begleitung. Alle beklagen sich doch über die Pornos im Internet und auf Handys und die Pornografisierung des Sexualverhaltens bis hin in den Kindergarten. Schon da werden teilweise Gruppenvergewaltigungen nachgespielt. Die Bilder haben die Kinder doch nicht aus dem Bilderbuch.
Apropos Medienkompetenz: Wer klärt junge Mädchen eigentlich darüber auf, dass ihre Monatsblutung rot und nicht blau ist. Denn in Tampon- und Bindenwerbung wird immer noch mit dieser unsinnigen Ersatzflüssigkeit gearbeitet. Die Sache bloß nicht bei der Farbe zeigen bzw. beim Namen nennen. Das geht soweit, dass in der us-amerikanischen TV-Werbung auch das Wort Vagina verboten ist, wie der freitag berichtet. Herrje!
Der Guardian berichtet, dass die französische Politikerin Chantal Brunel die Legalisierung von Bordellen fordert, um sexueller Gewalt und Ausbeutung entgegen zu wirken. Brunel sieht ihre Forderung nach den sogenannten Maisons Ouvertes, in denen Sex-Arbeiterinnen selbständig und legal arbeiten, von 59 Prozent der Franzosen unterstützt. 2003 wurde unter Nicolas Sarkozy als damaligem Innenminister das aktive und offensichtlich werbende Sex-Gewerbe unter Strafe gestellt – auch Parteikollegin Brunel stimmte damals für das Gesetz, sieht jetzt aber nicht die erwünschten Erfolge. Stattdessen, sagt sie, sei es an der Zeit, die Versuche, Prostitution auszumerzen, aufzugeben und den Fokus auf ein sicheres und transparenteres Sex Gewerbe zu lenken.
Für ein sicheres Sexleben sorgen auch gerne die Tipps in Frauenzeitschriften, nach dem Motto: So haben sie den besten Sex ihres Lebens. Wie wir mit Wasabi unsere Brustwarzen reizen oder uns im Kopfstand einen Cunnilingus genehmigen – die Einfalt kennt hier keine Grenzen. Der Journalist Marty Beckerman hat sich durch die Cosmopolitan gewälzt und ein paar Sex-Tipps ausprobiert:
Ja, auch die Menschen in der Antike hatten Sex – das scheint so verwunderlich, dass Spiegel Online sich der Diskussion um den aktuellen Forschungsstand annimmt und wohl nicht umhin kann, diesen deftig zotig zu kommentieren.
Immerhin: Einigkeit besteht über den normalen Straßenstrich im Altertum. Grell geschminkt und mit gelbem Schal standen Athens Dirnen am Fuß der Akropolis. Spezielle „Flötenmädchen“ boten den Freiern zuerst Musik auf dem Aulos an, ehe sie keck zur Tat schritten.

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