Applaus für… Monika Hauser, die Gründerin von medica mondiale

von Anna

Der Alternative Nobelpreis (oder Right Livelihood Award) geht in diesem Jahr an die Gynäkologin Monika Hauser, die 1993 mit der Gründung eines Gesundheitszentrums in Zenica, Bosnien den Grundstein für die ein Jahr später von ihr ins Leben gerufene Frauenrechtsorganisation medica mondiale gelegt hat.

medica mondiale unterstützt inzwischen weltweit Frauen in Krisenregionen, die von sexualisierter Kriegsgewalt betroffen sind. Diese Unterstützung reicht von medizinischem und psychologischem Beistand über rechtliche Beratung bis hin zur Hilfe bei der Schaffung nachhaltiger Strukturen. Dabei werden bevorzugt bereits vorhandene Frauenprojekte gefördert, bestehende Strukturen genutzt. medica mondiale arbeitet dafür z.B. mit Ärztinnen, Sozialarbeiterinnen oder Juristinnen zusammen. Über die direkte Hilfe vor Ort hinaus leistet medica mondiale wichtige Aufklärungsarbeit zum Thema sexualisierte Kriegsgewalt.

Monika Hauser ist 1996 der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes fern geblieben, um gegen die Abschiebung bosnischer Bürgerkriegsflüchtlingen durch die deutsche Bundesregierung zu protestieren. Zu der Verleihung des Alternativen Nobelpreises hingegen sagte sie zu Spiegel Online: „Der Preis hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, er hebt sich von den anderen Auszeichnungen, die ich erhalten habe, ab, weil er Menschen und Bewegungen ehrt, die Veränderungen bewirken – auch gegen den Mainstream.“

Der Alternative Nobelpreis wird an Personen und Organisationen vergeben, die sich für ein menschenwürdiges Leben einsetzen. In der Begründung heißt es: „Monika Hauser (Deutschland), Gynäkologin und Gründerin von medica mondiale, wird ausgezeichnet für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauen, die in Krisenregionen schrecklichste sexualisierte Gewalt erfahren haben, und für ihren Kampf, ihnen gesellschaftliche Anerkennung und Entschädigung zu verschaffen“.

(Foto über Right Livelihood bzw. medica mondial)




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Eintrag geschrieben: Donnerstag, 2. Oktober 2008 um 11:00 Uhr unter Inspiration. RSS 2.0. Weder Kommentare, noch Pings erlaubt.



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3 Kommentare

  1. eric sagt:

    wie kann man eine Organisation so in Afrika gegründet?

  2. Susanne sagt:

    Hm, ich denke, da sind wir hier – zumindest die Frauen von der Mädchenmannschaft – überfragt. Ich würde empfehlen, mal bei medica mondiale nachzufragen. Aber vielleicht kann auch eine_r der Kommentator_innen auch noch was empfehlen.

  3. else sagt:

    Die haben echt was drauf, die Menschen von medica mondiale!
    Herzlichen Glückwünsch an Frau Hauser zur Verleihung des Right Livelihood Award.
    Ihre Anliegen haben wirklich Unterstützung verdient!

    Mit den herzlichsten Grüßen
    Else