Lange mussten wir den traurigen Eindruck haben, dass konservative und tendentiell frauenfeindliche – mindestens aber Feminismus-feindliche – Vereine wie MANNdat (ich verlinke jetzt mal bewusst nicht) eine Art Vorreiterrolle in Sachen „Männer-Probleme“ (ganz allgemein gesprochen) einzunehmen schienen.
Lange, und immer wieder kam es auch hier im Blog darauf zu sprechen, dass wir zu wenig die Belange von Männern mit in unsere Arbeit einbezögen. Wobei wir uns immer wieder intensiv mit dem Themenspektrum befasst haben und mittels der „Quotenmänner“ versucht haben, es einzubinden. Doch natürlich ist unser Blog „frauenlastig“ und wir wiesen oft darauf hin, dass es notwendig und gut sei, würden emanzipierte Männer sich zusammentun und „ihr eigenes Ding“ machen.
Schon seit Jahren hat das „FORUM MÄNNER in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse“, das vom Gunda Werner Institut in der Heinrich Böll Stiftung organisatorisch, finanziell und ideell unterstützt wird, diese Aufgabe wahrgenommen (Zum Beispiel bei der Organisation von Tagungen, wie dieser Jungen-Tagung vor zwei Jahren). Es war ein kleines Pflänzchen – und dieses Pflänzchen gedieh prächtig: Am 04. November 2010 hat sich das Bundesforum Männer gegründet.

Herzlichen Glückwunsch!
Wir hoffen auf viele Interessante Beiträge zum gemeinsamen Ziel der Geschlechterdemokratie.
Aber es regte sich auch prompt Kritik: Auf twitter schrieb beispielsweise @Fraeulein_tessa: „Es klingt nun einmal nach: wir Männer kümmern uns um die Männer, ihr Frauen kümmert euch um die Frauen.“ was @lantzschi (Nadine von der Mädchenmannschaft) kommentierte mit: „[Das] Ist leider nicht meine Auffassung von nachhaltiger Geschlechterpolitik.“ Stein des Anstoßes war hierbei die finanzielle Förderung des Bundesforums durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche. „ich ärgere mich, dass solche maßnahmen vom staat gefördert werden und zeitgleich GenderMainstreaming abgebaut wird.“ meinte Nadine dazu.
Wie seht ihr das? Wie @rhho (Rochus Wolff vom Genderblog), der entgegnet: „Ja. Aber konkrete Politik muß IMHO die Leute auch da abholen, wo sie stehen. Was das andere ja nicht ausschließt.“
Freut ihr euch auch – wie ich? Oder ärgert es euch?

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