Einem spannenden Thema hat sich die Fotografin Pepa Hristova gewidmet. Sie portraitierte die eingeschworenen Jungfrauen Albaniens. Im stark patriarchalisch geprägten Albanien hatten Frauen nach dem alten Gewohnheitsrecht „Kanun” nur wenig Rechte. Um diesem Leben oder einer arrangierten Hochzeit zu entkommen, können sie allerdings Ehe und sexuellen Beziehungen abschwören und fortan als Mann leben. Doch auch der Tod oder das Fehlen von Söhnen in einer Familie führten dazu, dass Töchter diese Rolle einnehmen mussten. Sie tragen fortan Männerkleidung, benehmen sich wie Männer und werden allgemein als solche angesehen.
Dazu gibt es nun auch einen kurzen Bericht im ARD-Magazin titel thesen temperamente – schnell anschauen, solange der Beitrag noch in der Mediathek verfügbar ist.

Obwohl es sich dabei um eine gesellschaftlich akzeptierte, alternative Geschlechtsidentität handelt, sind die traditionellen Geschlechterrollen dadurch nicht in Frage gestellt, sondern vermutlich sogar noch verfestigt. Während die zunehmende Gleichstellung im Zuge des Kommunismus die Tradition langsam aussterben liess, könnte sie nun auch wieder eine Renaissance erleben. Angst, verschleppt und zur Prostitution gezwungen zu werden, spielt dabei eine Rolle, sowie die immer noch begrenzten Möglichkeiten für Frauen, selbstbestimmt zu leben.
(Vielen Dank an Leserin Margarete für den Hinweis.)

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