Einträge mit dem Tag ‘Zeitschriften’


Rechtsextremismus, Musliminnen, Transmasculinity, Arbeitswelt und Kritik an Kristina Schröder

7. Oktober 2010 von der Mädchenmannschaft

Die Rosa Luxemburg Stiftung stellt eine neue Publikation vor “Was ein rechter Mann ist … Männlichkeiten im Rechtsextremismus.” von Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller (Hrsg.) – inklusive PDF zum Runterladen.

Der neue TRANSMASCULINITIES 2011 Kalender ist gerade erschienen!

Auf Philibuster führte Nadia Shehadeh ein Interview mit Sineb El Masrar über ihr neu erschienenes Buch “Muslim Girls“, in dem  El Masrar die „Klischeewelten, die nicht existieren“ thematisiert und eine heterogene mediale Darstellung von Musliminnen fordert.

Passend dazu ein Artikel in der taz über die Chancen von muslimischen Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt: “Ob mit oder ohne Kopftuch – muslimische und türkischstämmige Frauen werden im Arbeitsleben stark benachteiligt, unabhängig davon, wie sehr sie sich bilden.”

Outside the Box, die Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik hat ihre erste Ausgabe als PDF online gestellt.

Auf GenderAcrossBorders wird diskutiert, ob die oft zitierte Doppelbelastung von Frauen nur noch ein Mythos sei.

Auf Derangierte Einsichten schreibt Patrick zum Thema Privilegien.

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, der vor der “Islamisierung Europas” und vor der “Zerstörung der deutschen Idenität” warnt, rechtfertigt dies – na klar! – mit Verweis auf Frauenrechte.

Ein Deutschland voller Moscheen und voller verschleierter Frauen ist nicht mehr das Deutschland Schillers und Heines, Bachs und Mendelssohns.

Die österreichische Grünen Frauensprecherin Judith Schwentner kritisiert im Gespräch mit dieStandard.at, dass sich unter den anerkannten Berufskrankheiten viele Beispiele finden, die lediglich auf männerdominierende Branchen zugeschnitten sind.

In einem offenen Brief an Bundesfrauenministerin Kristina Schröder (CDU) kritisiert das Netzwerk Internationaler Gender Mainstreaming-Expertinnen (GMEI) die mangelnden Gleichstellungsbemühungen und stellt ihre fünf Forderungen an Frau Schröder vor.

Die New York Times resümiert 20 Jahre nach dem Mauerfall den Status quo der Frauen in Ost und West.


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Das sagen die anderen

20. Februar 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 48 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die wöchentliche Blogschau versorgt Sie auch heute wieder mit Geschichten aus der feministischen Blogosphäre. Diesmal:

Das Missy-Magazine erscheint am Montag, online gibt es jetzt schon einiges zu lesen! Die Missy-Gastbloggerin im Februar, InFemme, berichtete über ihre Probleme mit der Elternzeit – und der des Vaters. Gru-se-lig.
Außerdem der Hinweis, dass es auf der 60. Berlinale mehr gibt, als nur Bären. Etwa den TEDDY – schwul-lesbischer-transidentischer Filmpreis und den Femina-Film-Preis für „hervorragende künstlerische Leistungen einer Technikerin”. Die Gewinner_innen stehen übrigens schon fest.

Fragen:
Auf p-pricken.de erläutert Patrick seine Antwort auf „Verschleiern oder lieber so nackt und schlank auftreten wie möglich?” – Burka, Nikab und Freiheit.

„Die lesbische Frage” stellt Nadine auf Medienelite. Aber Achtung, wer Polemik nur in kleinen Dosen verträgt, ist hier falsch.

Wie sinnig oder unsinnig ist Twitter? Antje Schupp denkt für beziehungsweise weiter.

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Neu im Zeitschriftenregal: outside the box

9. Februar 2010 von Helga

Titelbild der Zeitschrift outside the box - die obere Hälfte ist weiß mit der schwarzen Aufschrift: #1 dez.09 EMANZIPATION // outside the box // ZEITSCHRIFT FÜR FEMINISTISCHE GESELLSCHAFTSKRITIK - die untere Hälfte ist eine schwarz-weiß Aufnahme von hellen Ästen vor einem dunklen Waldhintergrund

Im Dezember 2009 erschien erstmals die Zeitschrift outside the box (das Editorial verrät, dass es sich dabei ursprünglich um ein Logik-Spiel handelt) und versuchte bisher als „unverrückbar geltende Denkweisen” anzugehen. Die Box um die es herumzudenken gilt, könne dabei der (klassische) Feminismus sein, der männlich dominierte Teil der Linken oder die, bis heute patriarchalisch geprägte, Gesellschaft sein. Gemäß dem Untertitel Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik soll einerseits Gesellschaftskritik um eine feministische Position ergänzt werden, andererseits Intersektionalitäten in feministische Diskussionen einließen lassen.

outside the box versteht sich entsprechend nicht als ein feministisches Spartenprodukt, sondern stellt Verknüpfungen her und übt daher inhaltlich sowie formal eine umfassende emanzipatorische Kritik.

Das Thema des ersten Heftes lautet denn auch „Emanzipation”. Dieses wird über vier verschiedene Ansätze erfasst. Zunächst geht es um die politisch-philosophischen Grundlagen: Während der Artikel „B² – Von Beauvoir zu Butler” (von Kristina Biene Holme) anhand der Werke Simone de Beauvoirs, Luce Irigarays und Judith Butlers die Geschichte feministischer Philosophie anschaulich darstellt, sind die weiteren Artikel von Andrea Trumann und Martin Dornis sehr akademisch und für Nicht-Philosoph_innen kaum zu verstehen.

Sowohl um klassische Themen des Feminismus, das (Nicht-)Sichtbarmachen von Seximus, die Aktualität der Abtreibungsdebatte und der Kampf um die sexuelle Befreiung geht es im zweiten Teil, aber auch um etwas seltener diskutierte Gesellschaftsaspekte – Emanzipation in der DDR und die rechte Frauenbewegung. Besonders das Interview mit Sarah Diehl und Kirsten Achtelik über den internationalen Kampf auf das Recht auf Abtreibung zeigt die historischen und aktuellen Entwicklungen anschaulich auf.

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11 Freundinnen sollt ihr sein

5. Januar 2010 von Helga

Titelbild der ersten Ausgabe der Zeitschrift 11 Freundinnen - Kim Kulig lehnt in Jeans und T-Shirt an einer giftgrünen Wand

Ausgabe 1 - Bild über 11freunde.de/innen

„54, 74, 90, 2006” erschallte es bei der letzten Männer­fuß­ball­welt­meister­schaft aus jeder deutschen Kneipe. „03, 07, 2011” hat bisher noch keine Band gedichtet, doch die Fuß­ball­welt­meister­schaft in Deutsch­land im nächsten Jahr soll dem Sport noch­mal einen weiteren Auf­merk­sam­keits­schub verpassen. So hat auch das Magazin für Fußballkultur 11 Freun­de sein Angebot mit dem Heft 11 Freund­innen erweitert. In etwas kleinerem Format erscheint es alle drei Monate als Beileger, sowie in einer kleinen eigen­ständigen Ausgabe. Nach über­wiegend positiven Re­ak­tionen wurde das Maga­zin für Frauen­fußball mit der Ausgabe 2 auch gleich auf 50 Seiten erweitert.

Der Inhalt und die Aufmachung erinnern sehr an den großen Bruder. Keine seitenlangen Ta­bellen oder Spieler­innen­zeugnisse, sondern Aktuelles aus Deutschland und der Welt, Bilder und Geschichten aus der Fußballgeschichte und ein Interview mit Simone Laudehr. Sie wird kurioserweise gefragt, ob sie schon mal einen Heiratsantrag von einem Fan bekommen habe. Glücklicherweise ist das mit den (immerhin für Fußballer auch immer häufiger) obligatorischen Fragen zum Sexsymbolstatus nur der kleinste Teil des ansonsten lesenswerten Interviews. Der Look ist ein wenig bunter, ohne den Eindruck von rosa Lala-Wohlfühlland zu vermitteln. Wer auf Bilderstrecken der “heißesten Spielerinnen” oder ähnliches gehofft hat, liegt ebenfalls falsch. Die Bilder sind einfach schön, interessant und passend.

Kleine Dinge fallen dennoch auf: In beiden Zeitschriften gibt es „das besondere Bild” – diese Rubrik wird einmal „Magnum” genannt und einmal „Laufsteg”. In der 11 Freundinnen gibt es jeweils einen Bericht zum Thema „Gleichberechtigung – Männer im Frauenfußball”. Der vorgestellte Herr ist jedoch nicht der einzige im Heft, die einzige Frauenseite dagegen in 11 Freunde (von 130 Seiten insgesamt) ist die ganzseitige Werbung für die TV-Serie „Sex and the City”. Kritisch bleibt dabei wieder einmal die Auslagerung von Frauenthemen in einen eigenen Bereich. Die Botschaft: So schön der Frauenfußball ist, ein Teil der allgemeinen Fußball­kultur ist er nicht.


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Will Steak haben!

19. Oktober 2009 von Katrin

Bild über Deutsche Welle

Oh du mein liebes Bisschen! – dachte ich, bei dieser Ankündigung: Ja, es gibt sie nun, die Koch-Zeitschrift für den Mann. Und was prangt vom Titel? Ein blutiges Steak. Wenn das Testosteron da nicht mal einen Freudentanz aufführt. Ganz passend auch der Titel: Beef! – ja, mit einem Ausrufezeichen. Die Deutsche Welle zitiert dazu den Chefredakteur von Beef!:

“Als Zielgruppe hat Spielhagen alle Männer im Visier, die kochen wollen und weniger die Menschen, die kochen, weil sie kochen müssen. Bei diesen Menschen, die kochen müssen, handelt es sich nach Einschätzung von Spielhagen um Frauen.”

Außerdem brauchen Männer vor allem eins: Fleisch! In rauen Mengen. Viel wichtiger aber noch ist natürlich die alles entscheidende Frage, die in Beef! auch beantwortet werden soll:

“Kann man Frauen ins Bett kochen?”

Also: Auf auf liebe Männer! – und schnell zu beef.de – da gibt es die Zeitung zum Blättern.


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Junge Mädchen in den Medien

14. März 2009 von Barbara
Dieser Text ist Teil 25 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek

“Das, was die Zeitschriften über junge Mädchen schreiben, wie sie sie darstellen, das ist eine Katastrophe!”

So ereiferte sich vor einigen Monaten eine Frau, die eine Diskussionsveranstaltung zum Thema “Von Alpha zu Emma” besuchte. Sie schimpfte mit Recht. Doch zu Unrecht klagte sie die Medienwissenschaften an, sie würden diese Katastrophe ignorieren. Eine Veröffentlichung von 2008 möchte ich zur Rufrettung der Forschung herausgreifen.

Doris Katheders medienpädagogische Dissertation “Mädchenbilder in deutschen Jugendzeitschriften der Gegenwart” gibt einen detaillierten Überblick über den heutigen Markt. Und einen schaurigen zugleich: Das Mädchenbild, das Bravo, Bravo Girl, Mädchen und die meisten anderen Mainstream-Publikationen zeigen, ist eindimensional, konsumreduziert und besorgniserregend traditionalistisch.

Katheder untersuchte neben den Beratungsseiten der Hefte besonders die Fotoromane und kam dabei u.a. zu folgenden Ergebnissen.

  • die Geschlechter werden asymmetrisch typisiert
    “Es taucht so gut wie nie eine zugleich ‘feminine’ und ‘starke’ Protagonistin auf. Wenn ‘stark’, dann auch lesbisch konnotiert, wenn ‘feminin’, dann ‘schwach’.
  • auf den Bildern werden Mädchen fast immer kleiner als Jungen dargestellt (Körpergröße, Perspektive)
  • die Idealwelt von Mädchen ist häufig das eigene Schlafzimmer, ausgestattet mit Dekoration (Kuscheltiere! rosa!) im Gegensatz zum sportlich-unternehmungslustigen Aktionsradius der Jungen
    “Jungen werden sehr viel häufiger mit Werkzeugen, Fahrzeugen, Plänen, Instrumenten, Kameras in Szene gesetzt als Mädchen, die in altmodisch klischeehafter Weise sogar in typischen ‘Küchensituationen’ vorgeführt werden”
  • Mädchen fallen hin, vom Fahrrad, ertrinken fast im Schwimmbad – und werden von Jungen gerettet, die “raumkompetent”, “körperkompetent” und “bewegungskompetent” sind

Auch die Werbung in den Jugendzeitschriften hat Katheder genauer betrachtet. Am Beispiel von Anzeigen für o.b., die mit Texten wie “Sie spürt nichts. Er merkt nichts.” wird klar, dass hier das “Thema Monatshygiene möglichst unsichtbar und versteckt” hinter sich gebracht werden soll, um damit auch den Partner nicht zu “belasten”.

Katheders Buch ist eine aufschlussreiche, umfassende Bestandsaufnahme. Sie hat knapp 200 unterschiedliche Hefte aus den Jahren 2000-2005 untersucht und die bereits bestehende Literatur zum Thema inspiziert. Einzelfälle wurden somit mitnichten zur Regel erhoben.

Es ist völlig klar, dass dieses Mädchenbild Zündstoff für Identitätsfindung und Selbstverständnis der Leserinnen von Bravo, Bravo Girl, Mädchen u.a. ist. Einen Hinweis darauf lieferte bereits die “Brigitte Studie”, bei der über 1000 17-19-jährige Mädchen und ebenso viele Jungen befragt wurden. Besonders bei der Einschätzung von Themen über die Bedeutung der eigenen finanziellen Unabhängigkeit gab es große Unterschiede in dem, was die Mädchen über sich selbst angaben (“sehr wichtig”) und dem, was die Jungen über die Mädchen meinten (“nicht so wichtig”). Genau andersrum stellte es sich bei der Wichtigkeit des Aussehens dar, was den Mädchen nicht so wichtig war, vom dem die Jungen aber dachten, es seie den Mädchen wichtig. Hier hat sich das mediale Bild längst vor das reale geschoben.

Die Macherinnen vom Missy Magazine haben es gezeigt: Es ist möglich, ein anspruchsvolles Magazin für junge Frauen zu machen, ohne sie auf konsumversessene, Aussehen-orientierte Püppchen zu reduzieren. Die Zeit ist also überreif für ein neues Mädchenmagazin.

Doris Katheder, “Mädchenbilder in deutschen Jugendzeitschriften der Gegenwart”. VS Verlag, 2008. 347 Seiten. 39,90 Euro

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Sigrid, das erotische Frauenmagazin

22. Dezember 2008 von Susanne

Mal wieder was aus der Rubrik “Worauf wir nicht gewartet haben”: zwei neue Frauenzeitschriften.

Auf jetzt.de, dem Jugendportal der Süddeutschen Zeitung, schreibt Christiane Lutz über Secrets – das sinnliche Frauenmagazin und Active Woman mobil – das Magazin für engagierte Fahrerinnen. Und das ist extrem unterhaltsam:

Eine sanft dreinblickende Blondine mit eisblauen Augen lächelt vom Cover der Secrets, das Gesicht verträumt in blaubehandschuhte Hände gestützt. So, als wolle sie den Leser einladen in ihr Reich der selbstgestrickten Wollpullis, fettfreien Weihnachtsleckereien und wertvollen Tipps zur Erhaltung der Gesundheit. Irritierend wirkt dann der verführerische Name des Magazins: Secrets – das sinnliche Frauenmagazin. Geht es etwa doch nicht um Strickpullis, sondern vielleicht um Erotik?

Ja, das geht es tatsächlich, auch wenn die Cover-Dame in Aufmachung und Blick eher nach “Frauen haben immer nur ganz unschuldigen Blümchensex” aussieht, weil man vielleicht dem Mainstream-Publikum nichts anderes antun kann.

Vielleicht sollte dieses Heft statt „Secrets“ eher „Sigrid“ heißen. Dann wüsste man sofort, was zu erwarten ist.
Wer soll das lesen? Frauen, die glauben, dass sie für Brigitte zu wild sind.

Ha ha, sehr toll gesagt. Und das Problem von Active Woman mobil sei folgendes:

(…) dass die Zielgruppe, sofern überhaupt existent, sehr klein sein dürfte. Denn: Der Hausfrau ist das Magazin zu autolastig, der richtigen Autonärrin viel zu harmlos. Diese nämlich will genauso wie die männlichen Motorafinen ihren süßen Cityflitzer wohl eher tunen und tieferlegen als mit leckeren Einkäufen beladen.

So, sind wa informiert und wissen, dass wir nichts verpassen.


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Guten Tag, liebe Missy!

21. Oktober 2008 von der Mädchenmannschaft

Jetzt ist es also endlich da, die lang ersehnte erste Ausgabe des Missy Magazine. Und wie ist es so geworden? Wir haben mal aufgeschrieben, welche Gedanken uns so durch den Kopf gingen bei der ersten Lektüre.

+ + +

Eins vorweg: Ich hatte leider noch keine Zeit, Missy die Aufmerksamkeit zu widmen, die ihr definitiv gebührt. Deswegen hier das Statement nach einmal hektisch Durchblättern („Juhu, endlich!“) und einmal mit Genuss genauer ansehen und anlesen. Der allererste Eindruck: Ich sehe auf fast jeder neuen Seite eine neue interessante Frau und habe sofort Lust, zu erfahren, was hinter diesen vielen klugen Köpfen steckt. Spannend! Das Heft selber hat genau die richtige Mischung zwischen kleinen Notizen und großen Artikeln und ist somit sowohl für die U-Bahn als auch abends fürs im-Bett-lesen geeignet.

Hier nun eine wilde Aufzählung der Artikel, bei denen ich hängen geblieben bin, kleine Missy-Häppchen, bis ich mehr Ruhe habe:
„Lieblingsstreberinnen – Paris Geller“. „Das Rezept aus der Fernsehserie“. Die Bildstrecke von Birgit Wudtke. Der Artikel über’s Abstillen. Die Modestrecke (die mir das wunderbare Wort „Nerdinen“ beschert – hier der einzige, ganz persönliche Wehmutstropfen, ich finde Modestrecken generell überflüssig). „Vor uns“. Kamasutratest und Vibratorkauf. „Wann hast Du Dich das letzte mal auf Grund deines Geschlechts benachteiligt gefühlt?“.

Missy ist ein großer, toller, bunter Strauß und wohl wirklich das, was wir lange vermisst haben. Danke! sagt Anna.

+ + +

Ich mag die Fotos von Anna Plaschg, weil sie so perfekt in den Oktober passen. Und ihre Musik ein wenig so klingt, als würde man durch Laub gehen.

Ich erschrecke vor der Kamasutra-Tabelle, weil ich aufgrund der gezeichneten Abbildungen an Froschschenkel denke. Und den Baum trotz Laubumrahmung als einen zu großen Phallus im Verhältnis zu den gespreizten Beinen sehe.

Ich wünsche mir noch mehr ganzseitige Fotos, weil ich denke, dass wir in einem Popkulturmagazin für Frauen auch lernen können, anders, sozusagen weiblich zu betrachten. Und nicht nur auf Perfektion oder Schönheit zu achten.

Ich mag eine Geschichte sehr, die von den Künstlerinnen-Portraits, auch weil mir diese Antwort von Birgit Wudtke gefällt: “Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, alles kontrollieren zu können.”

Also Anfang geglückt! Vielen Dank für was zum Mögen, Erschrecken, Wünschen und Zitieren, Barbara

+ + +

Was ist wohl aus diesem so spannend klingendem Projekt geworden? Wird es den hohen Erwartungen entsprechen können?

Es kann! Nach dem ersten Überfliegen der Themen war ich angenehm überrascht, wie viel bislang Ungelesenes und Neues das Heft zu bieten hat. Auch bei näherer Betrachtung und ausführlicher Lektüre ist mir noch nicht ganz klar, wie ein Team von eigentlich nur fünf Frauen so ein thematisch breit gefächertes, stilistisch schönes, professionelles und unterhaltendes Werk auf die Beine hat stellen können!

Wahrscheinlich brauchte es dafür wirklich eine gute Portion Anmaßung, wie es im Editorial beschrieben wird. Was ich besonders toll fand? Das Interview mit dem 18-jährigen Ausnahmetalent Soap&Skin, der Kamasutra-Test, die Anleitung zum Platten-ineinander-mischen und die zum Stricktierchen-herstellen, daneben habe ich sehr gelacht über „Wie klebe ich mir einen Bart an“ (wird auf der nächsten Party ausprobiert!) und fast geweint wegen des Berichtes über Genitalverstümmelung in Burkina Faso.

Außerdem: Die Einkaufsliste an neuer Musik und neuen Büchern ist wieder enorm gewachsen und ja: Ich habe definitiv das Gefühl super zu sein, alles erreichen zu können und jetzt sofort damit anfangen zu müssen!

Danke ihr Tollen! sagt Katrin

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Erst mal großes Kompliment: Missy, you’re lookin’ damn fine. Streckenweise ein bisschen viel grafischer Firlefanz, aber im Großen und Ganzen sieht das Heft wirklich sehr, sehr gut aus. Und der Inhalt kann da durchaus mithalten. Ich habe mich beim Lesen immer wieder bei diversen in-mich-rein-gefreuten Yo’s! und Yeahs! erwischt, auch wenn für meinen Geschmack die Popthemen in ihrer Detailliertheit die Grenzen zum Ober-Nerdismus doch etwas belasten.

Einziger Störfaktor: Der Aufbau. Nach vielen tollen Fotos und Pop-Mode-Sex-Spaß kommen erst die harten Themen. In der Hinsicht ist Missy meiner Meinung nach immer noch zu nahe an dem klassischen Frauenmagazin-Schema dran. Ist klar, Genitalverstümmelung zieht Leserinnen und Leser nicht so stark wie Vibrator-Selbstversuche und Shopping-Tipps, aber schade ist diese Reihenfolge trotzdem. Wenn Missy noch einmal gerührt oder geschüttelt wird, ohne die strenge Ressort-Gliederung, dann ist sie für mich absolut Superstar, findet Meredith

+ + +

Die Missys haben das gemacht, was ich mir seit meinem 19. Geburtstag wünsche und im Notfall auch selber machen wollte: ein tolles Magazin für kluge und aufgeweckte Frauen. Mir kam immer was dazwischen und weil mir irgendwann klar geworden ist, dass das wohl die nächsten 50 Jahre so bleiben wird, bin ich umso glücklicher und erleichterter, dass es nun dieses Heft gibt.

Ich mag, dass man hier auf 90 Seiten viele tolle Frauen kennenlernen kann; dass Leute von nebenan mal sagen, wann sie sich wegen ihres Geschlechts benachteiligt fühlten (denn das gibt ja keine und keiner gerne zu); dass die Fotos sehr schön und um Klassen komplexer als die üblichen Frauenzeitschriftenbildchen sind; dass Christiane Rösinger eine Kolumne hat und in der ersten Folge gleich mal mitten ins Schwarze trifft (Stillen killt die Gleichberechtigung); und ich freu mich zu sehen, dass es in diesem Heft schon eine stattliche Zahl von Anzeigen gibt, so etwas wie Missy also vielleicht wirklich finanzierbar sein könnte.

Ich vermisse aber auch etwas: mehr (alltags-)politische Themen. Ich – und sicherlich nicht nur ich, sondern auch andere Frauen – will wissen, was die Politik, die Wirtschaft, die Gesellschaft mit meinem Leben tun. Missy, ich wünsche mir mehr Alltag und mehr kleine Themen groß. Mehr Hintergründe und Analysen. Klar, in dem Magazin geht es um „Popkultur für Frauen“, ist ja auch der Untertitel. Aber: Sind wir nicht alle ein bisschen Pop? Auf jeden Fall, Missy, schön, dass es dich gibt! Deine Susanne

+ + +

[Hinweis: Die Mädchenmannschaft füllte in dieser
Ausgabe des Missy Magazines die Nachrichtenseite.]

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Rettet Bitch!

17. September 2008 von Susanne

Wer von euch schon mal das US-amerikanische Magazin Bitch gelesen hat, weiß, was für eine Perle dieses Heft im Zeitschriftenmarkt ist. Nun könnte die aktuelle Ausgabe die letzte sein, deswegen bitten die Macherinnen um Hilfe:


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Missy ist online

19. März 2008 von Susanne

Jetzt ist sie da. Die Webseite zu unser aller zukünftiger Lieblings-Mädchen-Pop-Zeitschrift: missy-magazine.de. Dort gibt es jetzt schon zu sehen: die ersten Missy-Fans, das Missy-Team und einige Cover-Entwürfe (z.B. links) für die erste Ausgabe.


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