Einträge mit dem Tag ‘Whitesplaining’


Inklusive Kampagnen, geschlossene Blusen, selbstbestimmte Outfits – kurz verlinkt

16. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 293 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe // Frauen gegen Gewalt e.V. hat gemeinsam mit weiteren Organisationen die Online-Petition #neinheisstnein initiiert, mit der Forderung nach einem modernen Sexualstrafrecht, in dem alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen.

Das Campaign Boostcamp hat einen Leitfaden „Kampagnen für Alle“ veröffentlicht. Die Handreichung mit Tipps und Empfehlungen für inklusives Campaigning kann als PDf herunter geladen werden.

Unter dem Motto „Gleiches Recht. Jedes Geschlecht.“ ruft die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am 16. September zum Aktionstag gegen Geschlechterdiskriminierung auf.

Am 17. Oktober 2015 wird in Berlin wieder der Feministische Pornfilmpreis Europa PorYes verliehen. Drumherum finden diverse Filmvorführungen, Podiumsdiskussionen und eine Party statt.

Englischsprachige Beiträge

In der New York Times Online wird über eine Studie berichtet, die herausgefunden hat, dass Mathelehrer_innen in Grundschulen Tests von Mädchen besser bewerten, wenn sie keine Rückschlüsse auf das Geschlecht der Schülerinnen finden: How Elementary School Teachers‘ Bias Can Discourage Girls from Math and Science.

Ebenfalls in der New York Times: Ein Bericht darüber, wie verheerend sich die Gefängnisindustrie auf die Angehörigen der Gefangenen auswirkt.

Die Cosmopolitan stellt das Projekt „What I wanted to wear“ vor.

Sexualisierte Übergriffigkeit und Gewalt ist ein globales Problem. Dass die „Bluse zuzumachen“ (der Klassiker von Birgit Kelle) damit nichts zu tun hat, zeigen die Erfahrungs-Berichte von Frauen im Iran, die man in The Guardian nachlesen kann.

Der (weiße) Schauspieler Matt Damon meinte, die (Schwarze) Produzentin Effie Brown über „Diversity“ belehren zu müssen. Yesha Callahan berichtet bei The Root, wie schief das ging.

Melissa Harris-Perry sprach in ihrer Sendung mit Monica Dennis, einer Koordinatorin von Black Lives Matter, über den Backlash, den die Bewegung derzeit abbekommt. 

Iman Al Nassre berichtet auf Euphrates darüber, wie es für sie war, als Syrerin in Deutschland aufzuwachsen, und ihre Perspektive auf die derzeitige deutsche Asylpolitik.

Termin in Berlin

19. September: Sowohl das Bündnis „Marsch für das Leben“? – What the fuck! als auch das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung rufen zu Protesten gegen den christlich-fundamentalistischen „Marsch für das Leben“ auf. Treffpunkte sind um 11 Uhr am Anhalter Bahnhof und um 11:30 Uhr am Brandenburger Tor. Weitere Infos findet ihr hier und bei Twitter unter dem Hashtag #NoFundis.


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Ein Privileg verpasst uns schlechte Instinkte – mit Absicht

6. Oktober 2014 von Gastautor_in

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin veröffentlichen wir eine Übersetzung des Artikels „Privilege Gives Us Bad Instincts, By Design“, der vergangene Woche auf Melissa McEwans Blog Shakesville erschien. accalmie übersetzte den Text.

Etwas, das mir noch nie passiert ist: Ich habe etwas gesagt oder geschrieben über einen Vorfall von Frauenfeindlichkeit, der entweder gegen mich oder andere gerichtet war, bekam von einem Mann gesagt, „Ich sehe da keine Frauenfeindlichkeit,“ wurde von diesem Mann gesplained, warum ich falsch liege, und änderte dann meine Meinung, da ich so überwältigt war von seinem Einblick.

Das ist noch nie passiert. Ich glaube nicht, dass es jemals passieren wird.

Und dennoch, fast tagtäglich, bin ich mit Männern konfrontiert, die erpicht darauf sind mir zu sagen, dass sie etwas nicht als Frauenfeindlichkeit begreifen, dass es da eine andere Erklärung gäbe, dass ich falsch läge. Sie reden mit mir, als sei ich sehr dumm oder sehr naiv, sie benutzen Occam’s Big Paisley Tie gegen mich und präsentieren Grund nach absurdem Grund, warum etwas keine Frauenfeindlichkeit sei. Warum ich falsch liege.

Oftmals geben diese Männer vor, meine Verbündeten (allies) zu sein.

Und diese Männer, die vorgeben, meine Verbündeten zu sein, räumen bereitwillig ein, dass sie männliche Privilegien haben, während sie gleichzeitig vollkommen daran scheitern zu verstehen oder zu überprüfen, wie diese Privilegien auf sie einwirken und wie viel Arbeit es wirklich ist sich durch diese Privilegien durchzuarbeiten; wie viel Umsicht, keine Ausübung/Handhabe, es benötigt.

Wir können uns nicht einfach nur bewusst sein, dass wir Privilegien haben; wir müssen verstehen, wie diese Privilegien funktionieren und was sie mit unserer Menschlichkeit tun.

Es ist Arbeit uns zu resozialisieren, heraus aus den schädlichen Unterdrückungen, mit denen wir indoktriniert werden. Es funktioniert nicht von Zauberhand, und es funktioniert ganz bestimmt nicht dadurch einfach zu verkünden, dass wir uns unserer Privilegien bewusst seien.

Menschliche Wesen sind wie Schwämme kreiert, und wir Schwämme werden während jeden Tags unseres gesamten Lebens sozialisiert durch ein Bombardement an Eingaben, die uns dazu anhalten, manche Leute zu priviligieren und andere als weniger wert zu behandeln. Es ist absurd sich vorzustellen, dass wir diese aggressive Sozialisation über Nacht überwinden könnten ohne besondere Anstrengungen.

Eine Sozialisation, die Menschen mit Privilegien vermittelt: Du bist überlegen. Du bist mehr wert als die Leute, die deine Privilegien nicht haben. Du bist eine bessere Person.

Es ist nicht wahr. Privilegien erodieren in jeder Hinsicht unsere Fähigkeit, Verbindungen zu anderen Menschen herzustellen. Sie untergraben unsere Empathiefähigkeit, und sie mindern unsere Menschlichkeit.

Privilegien verpassen uns schlechte Instinkte, mit Absicht.

Sie erzählen uns Lügen. So viele Lügen.

Und die schädlichste Lüge, die Privilegien uns erzählt, ist, dass wir objektiv sind, kraft unserer Privilegien. (mehr …)


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