Einträge mit dem Tag ‘Wehrpflicht’


Trans*-Schwimmen, Wehrpflicht und (mal wieder) Femen – Kurz Notiert

4. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 203 von 364 der Serie Kurz notiert

In einem Interview auf vice.com kritisiert die Sexarbeiterin Nina FEMEN und spricht über ihre Arbeit: „Wenn du darunter leidest, solltest du dir Gedanken machen. Das gilt für jeden Job. Klar macht es nicht immer Spaß, aber was macht schon immer Spaß? Ich arbeite generell ungerne. Arbeit fühlt sich für mich immer gleich schlecht an. Ob ich einem Mann einen runter hole oder ob ich im Call Center arbeite. […] Im Grunde müsste man die Armut abschaffen.“

Einen englischsprachigen Artikel zum Thema „Wenn deine Mama sagt, dass sie zu fett ist“ findet ihr auf rolerboot.org.

Auf migrazine gibt es ein empfehlenswertes Interview mit der Erziwhungswissenschaftlerin Maureen Maisha Eggers über die Bedeutung antirassistischer Sprachinterventionen und neue Räume der Solidarisierung.

Du hast große Schmerzen und musst deine Gallenblase entfernen lassen? Geht nicht, denn das Gesetz erschwert es dir. Klingt komisch? Oh ja. Wie wäre es, wenn jeder medizinische Eingriff so politisiert werden würde, wie das mit reproduktiven Rechten geschieht? Ein englischsprachiges Gedankenspiel:

Laurie Penny hat einen Artikel über die Darstellung von Frauenfiguren geschrieben und welchen Einfluss es hat, wenn Frauen häufig nur die Rolle des „Manic Pixie Dream Girls“ angeboten wird.

Charlott hat ein Radiointerview zum Thema „Wehrpflicht für alle – ein feministischer Erfolg?“ gegeben.

Was aus queer-aktivistischer Perspektive gegen das Engagement für das Recht auf Ehe für alle spricht, erklärt Mansi Kathuria auf feminspire (englischsprachig). 

Das Gesetz zum Unterhaltsvorschuss wurde verbessert, juhu – allerdings so geringfügig, dass eigentlich niemand was davon hat, zumindest nicht die, denen das ganze eigentlich nützen soll, meint Silke Baumgarten auf brigitte.de.

Mädchen wissen es am besten: das Problem liegt nicht darin, welche Farben sie mögen, sondern in einschränkenden Rollenerwartungen und im Vorenthalten von Angeboten (englischsprachiges Video).

Im Prozess gegen den Mörder von Trayvon Martin wurde einer Zeugin der Anklage übel mitgespielt, sie wurde nicht nur im Verfahren hart angegangen, sondern auch öffentlich verhöhnt. Solidarität für Rachel Jeantel gab es aus der US-amerikanischen antirassistischen feministischen Blogosphäre (englischsprachig).

Laetitita Schteinberg schreibt über die kontinuierliche Gewalt, der sie als Trans*-Frau ausgesetzt ist (englischsprachig).

Im Bitch Magazine findet ihr Auszüge aus drei Essays muslimischer Mädchen, die erläutern, warum sie sich für oder gegen das Tragen eines Kopftuchs entscheiden haben und was dieses für sie bedeutet (englischsprachig).

Trudy von Gradient Lair erklärt nochmal anschaulich, was es mit „umgekehrter Diskriminierung“ auf sich hat (englischsprachig).

Termine in Berlin, Celle und Gießen und ein Volontariat bei der taz nach dem Klick

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Wehrpflicht für alle in Norwegen – Nicht (m)ein feministischer Traum

18. Juni 2013 von Charlott

Aus Norwegen gibt es „Gleichberechtigungs-Neuigkeiten“. Ab 2015 soll der einjährige Militärdienst nicht ausschließlich für Männer sondern für alle gelten. Die Armee an sich soll aber nicht vergrößert werden.

Eingesetzt für diese Änderung hatte sich vor allem eine junge Politikerin, Ingrid Marie Isachsen Sylte, der Sozialistischen Jugend. Sie hatte im März auf dem Parteitag ihrer Partei einen Antrag eingebracht. Diese war dem Vorschlag gefolgt und bald schlossen sich fast alle anderen Parteien der Idee an. Bei der Abstimmung im Parlament in der letzten Woche gab es dann auch nur fünf Gegenstimmen. Einzig die Christdemokraten waren nicht von der „geschlechterneutralen Wehrpflicht“ überzeugt.

Und das ist jetzt toll? Das ist jetzt ein großer Schritt für mehr Gleichberechtigung? Ein „historischer Tag“, wie es Verteidigungsministerin Anne-Grete Stroen-Erichsen verkündete?

Ich finde es geradezu schwer verständlich wie sich aus einer linken (feministischen?) Position heraus voller Begeisterung auf ein solches Projekt gestürzt werden kann. Das Militär ist ein Teil von Kriegsmaschinerie, ein Ort von Gewalt und verbunden mit militanten Männlichkeitsbildern. Doch diese Punkte werden nicht an sich hinterfragt, sondern einfach ein kleiner „Gleichberechtigungs“-Stempel drauf geknallt. Genauso „fair“ wie eine Wehrpflicht, die alle einschließt, wäre ja auch die Möglichkeit gar keine Wehrpflicht – oder sogar gar kein Militär – zu haben.

Frauen in der norwegischen Armee gibt es auch schon länger. Seit 1976 können sie einen freiwilligen Militärdienst leisten. Zur Zeit stellen sie neun Prozent des Militärs. Das Ziel von 15 Prozent Frauenanteil wurde damit aber nicht erreicht. Dazu kommt, dass derzeitig etwa 20 Prozent aller Soldatinnen ihren Dienst abbrechen und dies damit begründen, dass sie gemobbt oder sexuell belästigt wurden. Es scheint also offensichtlich Probleme in den bisher immer noch männlich dominierten Strukturen zu geben. Sollten nicht erst einmal diese angegangen werden bevor man Frauen – zumal unter dem Deckmantel der „Gleichberechtigung“ – derartige Arbeitsbedingungen zumutet?

Ob sich der Anteil der Soldatinnen überhaupt mit dem neuen Gesetz verändert ist jedoch auch fraglich. Schon jetzt wird nur ein Bruchteil des jeweiligen Jahrgangs eingezogen: Ausschlaggebend dafür ist auch die Motivation der Gemusterten. Der großer Umbruch scheint wohl so oder so mehr Symbolpolitik zu sein.


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