Einträge mit dem Tag ‘Sprache’


Feministisch schreiben und flattrn – die Blogschau

4. Februar 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 143 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Den Vortrag „Trans*, Transphobie, Trans*Support“ der Gruppe Wider die Natur gibt es bei den Chilligays zum Nachhören.

Einen Workshop zu feministischem Schreiben hat copper, boom! besucht. Wie diskriminiert Sprache und was kann alles dabei herauskommen, wenn man mit ihr experimentiert?

„Es reicht!“ meint Mother-Mable. Das immer wieder­kehrende Bashing von Patch­work-Familien muss ein Ende finden.

Feministisch Flattrn? Die Anarchistelfliege hat eine Liste an feministischen Blogs erstellt, die bei Flattr dabei sind.

Die Filemmacherinnen Natalie Munter­mann und Alexandra Schröder suchen Eltern, die gängigen Geschlechter­klischees etwas entgegen­setzen möchten, berichtet Fuckermothers. Wer sich entschieden hat, sein Kind unabhängig von männlich/weiblichem Schubladen­denken zu erziehen und gerne teilnehmen möchte, kann sich per E-Mail melden.

Eine Rede von der Richterin des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Susanne Baer zum Festakt am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen findet ihr auf dem LSVD Blog.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Geld, Aussehen und (fehlende) Inklusion – die Blogschau

17. Dezember 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 138 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Über die Hintergründe berichtet menschenhandel heute.

In der Blogosphäre ging es diese Woche hoch her, *das* Thema war Lookism – die Abwertung von Menschen und besonders Frauen aufgrund ihres Aussehens. Den Anfang machte Unter der Glasglocke mit Vom Mobbing in der Schule zu Femininitäts”feindlichkeit” in linken/queeren/feministischen Zusammenhängen, Medienelite und ryuus hort kommentierten.

Die ARGE Dicke Weiber stellt weiter die Gastbloggerinnen beim Missy Magazine und plädiert, sich das Wort „Essstörung“ einmal ganz genau anzusehen. Apropos Sprache. Frauen werden beim generischen Maskulinum leider nicht mitgedacht und geschlechtergerechte Sprache ist sehr wohl verständlich und lesbar, so der Sprachlog.

Bücherlesestoff gesucht? L-Talk rezensiert „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ Fazit: In der Presse kommen Lesben leider nicht vor, der Kauf des Buches lohnt aber. Um Kinderbücher mit diversen Familienbildern und sexuellen Identitäten geht es bei den Fuckermothers. Kein Buch aber auf Papier: Die dritte Ausgabe von Outside the Box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik gibt’s zu kaufen. Das Thema: Gebären.

Inklusion im Schulsystem fällt mal wieder dem Sparzwang zum Opfer. Obwohl die UN-Konention dazu seit einigen Jahren auch in Deutschland gilt, weigern sich in Bayern die Ämter, zwei gehörlosen Mädchen Dolmetscher_innen zu bezahlen. Mehr dazu bei Die Welt mit den Augen sehen, die doch weiter bloggen wird, juchu.

Aus dem Hamsterrad „Uni, Arbeiten, Engagieren, Ziel: irgendwann ein vernünftiger Job“ berichtet Puzzlestücke. Trotz immer noch zuwenig Geld, bleibt dabei zunehmend die Freizeit auf der Strecke. Explizit auf die Abwertung von Menschen mit wenig materiellen Mitteln als Trash und „Unterschicht“ geht ClassMatters ein.

Thema Geld: Das braucht leider auch ihollaback, um im nächsten Jahr den alltäglichen Belästigungen weiter den Kampf anzusagen. Ganz neu ist dagegen das Blog TraumaReport, in dem es um das Leben nach traumatischen Erlebnisse geht.

Den Anne-Klein-Frauenpreis bekommt in diesem Jahr Dr. Nivedita Prasad für ihren Einsatz für Frauen- und Menschenrechte. Sie kämpft z.B. gegen moderne Sklaverei und Gewalt gegen Migrantinnen, so anders deutsch. Über die (sexistische) Berichterstattung um ihre Person macht sich die Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, auf Marinas Lied Gedanken.

Im Herstory-Adventskalender von different needs ging es u.a. um Grace Jones. Über sein Austauschsemester bei einem schwulen Paar schrieb Armin Soyka.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


Facebook | |


Geschlechtergerechte Sprache, Karrierefrauen und Hausarbeit – Kurz Notiert

24. November 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 130 von 138 der Serie Kurz notiert

Das österreichische feministische Monatsmagazin an:schläge präsentiert eine brandneue Homepage. Ein Abo ist strengstens zu empfehlen!

Die New York Times ist in ihrer Wortwahl oftmals mehr als daneben: Da wird Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch von Kindern auch mal “Sex” genannt. Nun wagt die Zeitung einen kritischen Blick auf die eigene Berichterstattung.

Von minimalen Erfolgen berichtet das Handelsblatt: Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der weltweit größten Unternehmen ist seit 2004 einer US-Studie zufolge um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. In den 200 umsatzstärksten Unternehmen liege der Anteil bei 13,8 Prozent. Vorangetrieben wurde der Anstieg vor allem von Ländern, in denen eine Frauenquote existiert.

Zur Konstruktion von Geschlecht über die Stimme schickte uns @midnite8lue noch folgendes Video:

Erst in die Schule gehen, dann Abitur machen und schließlich studieren – für Marie Christine Lanfermann war das alles nicht ganz so einfach. Fehlende Rampen für den Rollstuhl, ewig-lange Anträge und Mobbing im Volontariat sind nur einige der Schwierigkeiten, von denen sie derWesten berichtet hat.

Ein dpa-Text über das Frauenproblem der Wikipedia geisterte dieser Tage durch diverse Medien, von heise bis zur Mitteldeutschen Zeitung. „Freundschaftsbänder und Schuhdesigner“ seien Themen, die (mangels Autorinnen) bisher noch ver­nach­lässigt seien. Helfen soll ein einfacherer Texteditor, sowie explizite Ein­la­dungen an Frauen. Ebenfalls angesprochen wird auch die „garstige Atmosphäre“ – wie sie verbessert werden soll, steht aber leider nicht im Artikel.

Im Mai erst erschien eine Auswertung des US-Fernsehens, nach der 2008 Frauen in Filmen deutlich unterrepräsentiert aber übersexualisiert waren. Jetzt ist auch die Auswertung von 2009 da, geändert hat sich nichts, so die Los Angeles Times.

Die Uni Graz hat eine hilfreiche Anleitung zum geschlechtergerechten Formulieren (PDF).

Leigh Alexander schreibt über Computerspiele und das als Frau. Für manche immer noch eine Neuigkeit, für sie selber nur noch eines: ermüdend. Denn trotz ihrer jahrelangen Arbeit wird sie immer wie auf „die Frau die über Computerspiele schreibt“ reduziert oder, schlimmer, als Auskunft für Genderthemen bemüht, wenn es doch nur darum geht, eine Entschuldigung für Vorurteile einzuholen. „Genug davon!“ meint sie bei Kotaku.

Stichwort Mythos “neue Väter”: Den Großteil der Hausarbeit verrichten immer noch Frauen, so Spiegel Online.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die erschreckend hohen Häufigkeiten, mit denen Mädchen und Frauen mit Behinderungen sexualisierte Gewalt erfahren.

Termine nach dem Klick (weiterlesen …)


Facebook | |


Hack braten wie die Jäger

25. August 2011 von Anna-Sarah

Ich habe ja ein Faible für sprachliches Genderbending und so. Nachdem ich hier neulich schon ein sportlich-sprachliches Fundstück geteilt habe, lade ich heute ein auf eine schmackhafte Portion Hackbraten nach Jägerart. Ich habe zwar seit Jahren kein Fleisch mehr gegessen und auch nicht vor, ausgerechnet mit Hackbraten jetzt wieder anzufangen, aber den Namen dieses Gerichts auf der Speisekarte zu lesen, hat mich heute Mittag trotzdem irgendwie entzückt: “Hackbraten à la chasseur”. Schön, oder? Weil ich in der Schule damals auch mal Französisch hatte, weiß ich: “la” ist weiblicher Artikel, also “die”, und “chasseur” bedeutet “Jäger”.  Also, DER Jäger,  Maskulinum – für die Jägerin gibt es im französischen (mindestens) ein eigenes Wort. In der Schule würde die Formulierung “la chasseur”, die Jäger,  als grammatischer Fehler angestrichen. Nun belehrt mich Wikipedia, dass “à la” anscheinend eine Verkürzung des Ausdrucks “à la mode de”, also nach Art von…, ist, und “à la mode du chasseur” wäre ja zumindest grammatikalisch völlig korrekt. Nicht so jedoch besagte Kurzform, die im übrigen einer  –  zugegebenermaßen sehr kurzen – Google-Recherche zufolge im Gastronomiebereich ganz geläufig zu sein scheint -  die mir aber gerade wegen ihrer wahrscheinlich sogar völlig unbeabsichtigten, beiläufigen sprachlichen  Subversion im Kleinen die ansonsten total vegetarische Mittagspause noch netter gemacht hat…


Facebook | |


Generisches Femininum

11. August 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 48 von 54 der Serie In Bildern: Das denkt die Welt

Luise F. Pusch, Klassikerin der deutschsprachigen feministischen Linguistik, hat bereits vor gut 20 Jahren erläutert, warum das euphemistisch so genannte „generische Maskulinum“ alles andere als generisch ist. Die Bremerhavener Nordseezeitung  scheint es sich zu Herzen genommen zu haben:
Das Zeitungsfoto zeigt acht in einer Reihe aufgestellte Mitglieder der Trampolin-Turnerinnen des Sportvereins Lehe (Bremerhaven), welche laut Zeitungsnachricht Bezirksmeisterinnen wurden. Die Namen der abgebildeten Kinder werden genannt.

Zumindest nach landläufig-konventioneller Lesart befinden sich im Trampolinteam auch mindestens zwei Jungs. Trotz der Möglichkeit, dass auch Matt und Fabio Mädchen sind oder sich als solche identifiziert wissen möchten (und trotz des grammatischen Schnitzers in der Headline: “Turnerinnen sind Meister”), also mal ein herzerfrischendes Gegenbeispiel zum nach wie vor herrschenden sprachlichen Trend…


Facebook | |


Fußballerinnen, Trendfrisuren und das Eva-Prinzip – die Blogschau

4. Juni 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 111 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Im mädchenblog berichtet Leonie vom ”Bund katholischer Ärzte”, die auf ihrer Webseite über “Therapiemöglichkeiten von Homosexualität” informieren. Ekelhaft.

Auf gluecklickscheitern findet ihr eine Rezension von Eva Hermans “Eva Prinzip”.

Einen Veranstaltungstipp hat Philipp Khabo Koepsell von Die Akte James Knopf : “Decolonizing The Social Sciences And The Humanities“ vom 16. bis 18. Juni in Frankfurt, auf der die US-amerikanische Soziologin Patricia Hill Collins, Autorin von ”Black Feminist Thought“, die Keynote halten wird.

Die Aktivistin für Barrierefreiheit Julia Probst von Mein Augen Schmaus reagiert auf die Aussage, dass sie “keifen” würde und “nicht tauglich” sei für die Öffentlichkeitsarbeit.

Für Lothar Matthäus zählt beim Frauenfußball nicht nur Taktik und Spielfähigkeit, sondern wohl auch das Aussehen, stellt Kulturindustrie genervt fest. Passend dazu: Das Symposium “Augen Auf: Frauen im Fußball“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Frauen am Ball?” am 10. Juni 2011 an der Humboldt Universität zu Berlin.

Bubi Zitrone fand ein abscheuliches Zitat, das mal wieder wunderbar zeigt: Vergewaltigung ist nicht gleich Vergewaltigung.

Petra van Cronenburg recherchierte im Internet zu “Kurzhaarschnitte” und “Trendfrisuren” und wurde mit den eigenartigsten Treffern konfrontiert.

Melanie, im Internet auch bekannt als Frl. Pfefferminz von side-glance schreibt über das Wort “Fräulein” und Selbstbezeichnungen.

Auf AG Queer Studies könnt ihr den Vortrag “MonoPoly: Monogamie-Norm und Polyamory auf dem Spielfeld der Besitzansprüche, Treue und des Bekanntgehens” von Gesa Mayer und Robin Bauer anhören.

Seit gestern sind erstmals Panini-Sammelalben zu einer Frauen-WM im Handel, berichtet der Genderblog.

fräuleinzucker hat ein schönes Bild gezeichnet “I’m not a regular Mom. I’m a cool Mom“.

Lori von Geschichten von der honigsüßen Welt bloggt ihre fünfte Zusammenfassung zu ihrem Seminar “Militär und Gender”: “Frauen in Kampftruppen – Ein Beispiel für Tokenisierung“.

Sexy Thoughts under Construction stolperte über eine Seite über schwule Mädchen.


Facebook | |


Die Türken in Wien

3. März 2011 von Kübra
Dieser Text ist Teil 9 von 29 der Serie Das Wort zum Freitag

Die nervigste Konstante in meinem Leben sind Identitätskrisen. Wer oder was bin ich? Wo gehöre ich hin? Irgendwann kam ich auf die richtige Fährte und fragte: Muss ich irgendwo hingehören? Also eigentlich dachte ich ja, das Thema sei in meinem Kopf endlich abgeschlossen. Ich bin, wonach mir lustig ist. Punkt. Ha! Hätte ich wohl gern. Denn was wäre eine Konstante ohne Konstanz? So holte mich die Identitätskrise kürzlich in Wien wieder ein. Ganz heimtückisch und unerwartet.

Wien, muss man wissen, ist fast wie München, mit dem Unterschied, dass Wien auch offiziell nicht in Deutschland liegt, sondern in Österreich. Und in Österreich ist nun mal vieles ganz anders als in Deutschland. Dort heißt die Supermarktkette “Plus” nämlich “Zielpunkt”, “Aldi” wird nicht nur in “Nord” und “Süd” unterteilt, sondern nennt sich: “Hofer”. In der U-Bahn-Werbung geht es um Abtreibung und in den Kirchen hängen Schilder wie “Schreien ist uncool.” Außerdem sprechen die Menschen auch ganz anders. Sie rollen das R, haben eine Liverpoolsche Sprachmelodie, und von weitem klingt es wie Türkisch – finde ich.

Vieles ist anders und damit auch gut. Ich bin ja nicht in Deutsch-, sondern im Ausland. Man holt mich also am Flughafen ab, wir düsen durch die Stadt und kommen bei meinen türkischen Gastgebern an. Herzlich empfängt mich Melek, die Mutter des Hauses, mit Umarmungen, warmem Gebäck, heißem Schwarztee und lecker-üppigem Frühstück. Weil wir unter Frauen sind, hat sie ihr Kopftuch locker nach hinten gebunden und trägt ein T-Shirt. Sie hat ein warmes Lächeln. Wir unterhalten uns auf Türkisch über Gott und die Welt. Ich fühle mich wohl zu Gast bei türkischen Wienern.

Dann, plötzlich, klingelt ihr Handy, sie steht auf, stemmt ihren Arm in die Hüfte und spricht fließend Deutsch. Also Österreichisch. Oder Wiener Deutsch. Vielleicht Ostmittelbairisch. Ich weiß es nicht. Ich kann auch nicht verfolgen, was sie da sagt. Ich bin einfach nur schockiert. Eben noch saß Melek in der Schublade “mütterlich türkisch”, jetzt steht eine lustig frohe Frau mit Wiener Mundart vor mir – mit Kopftuch auf dem Kopf und türkischem Tee im Glas. Man kauft ihr das Österreichische sofort ab. Ohne Zweifel und Zögern. Melek ist eine waschechte Wienerin, ja so wienerisch, dass sie deutscher ist als deutsch.

Ich bin baff. So einfach ist das also. Ein Dialekt war es, das mir in meinen 22 Jahren Integrationsbemühung fehlte. Ich Hamburgerin eierte mit meinem Hochdeutsch durch die Gegend und mischte mich in Integrationsdebatten, dabei fehlte mir nur das Hamburgische. Das “Moin Moin” meines Mathelehrers und das Grummeln von Käptn Blaubär. “Min Jung” hätte ich Sarrazin anreden müssen und ein bisschen vom Hamburger Shitwetta snacken sollen. Wir wären bestimmt Freunde geworden.

Schafft das Hochdeutsche ab, verdammt noch mal! Das Goethe-Institut soll Sächsisch lehren oder Bayerisch. Und die Integrationskurse sollen Plattdeutsch unterrichten. Hochdüütsch kann jeden Dösbaddel snacken, Platt is för de Plietschen! Genauso isses.

(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne in der Taz.)


Facebook | |


Wie umgehen mit geschlechtergerechter Sprache?

25. Oktober 2010 von Helga

Nachdem sich ein Haufen kritischer Kommentare angesammelt hat, schreibt Adrian Lang gerade in einer Replik über geschlechtergerechte Sprache.

Generisches Maskulinum ist aber doch prima und schließt alle mit ein

1. Jein. Eine Ärztin mag ein »Arzt« sein, aber ein »Arzt« ist ohne weitere Qualifizierung ein Arzt. Und jetzt erzähl nicht bei dir ist das anders und du bist so unsexistisch wie es nur geht, Menschen haben bei dir nie nen Geschlecht: Zwei Kommentare drunter schreibt einer was von »Frauen an den Herd«. Das ist die gesellschaftliche Realität, das ist der Kontext in dem du dich mit so Behauptungen bewegst. 2. Selbst wenn es so wäre, und ich glaube es kann in einer sexistischen Gesellschaft nicht so sein, wäre der Gender_gap immer noch ein gutes Mittel um zu irritieren und Sichtbarkeit zu erhöhen.

Außerdem geht es um die vermeintliche Ästhetik, Sichtbarmachung oder Aberwertung nicht-weißer, nicht-heterosexueller Menschen und die Frage, ob geschlechtergerechte Sprache Probleme nicht doch wieder maskiert.


Facebook | |


Eine Sprache ohne Diskriminierung

25. September 2010 von Barbara

Das SZ-Magazin macht sich Gedanken darüber, dass die deutsche Sprache “entmannt” werde. Kürzlich hat der Europarat seinen 47 Mitgliedsstaaten im Dokument 12267 empfohlen, die Verwendung von “nicht-sexistischer Sprache” voranzutreiben. Noch deutlicher ist ein Schweizer “Leitfaden zum geschlechtergerechten Formulieren”, in dem Empfehlungen zur geschlechtergerechten Sprache stehen. Doch mit dem geschlechtergerechten Formulieren kommen neue Probleme: Wenn etwa statt “Fußgängerzone” “Flanierzone” gesagt wird und statt “Lehrerzimmer” “Pausenzimmer”, verschwindet zwar das generische Maskulinum, das Frauen optional auch mit meint. Aber was auch verschwindet, sind die Menschen, die in den früheren Begriffen noch zu entdecken waren.

Der Autor, Christian Zaschke, fasst zusammen:

Sich daran zu stören hat nichts mit Chauvinismus zu tun. Für Gleichberechtigung ist jeder denkende und fühlende Mann, aber dass manche Bürokraten glauben, der Weg dahin führe über eine Sprache der Entmenschlichung, ist in Wahrheit gar nicht so lustig, sondern ernsthaft beängstigend.

Ich finde das eine ganz interessante Beobachtung. Und auch wenn Frauen eine sehr lange Zeit unerwähnt geblieben sind in all den Bezeichnungen wie “man” oder “jeder”, erachte ich weder einen Ausschluss der Männer als Retourkutsche durch generisch feminine Bezeichnungen wie “frau” oder “jede” noch einen Ausschluss aller Menschen als gelungen. Und deshalb ziehe ich es vor, die genaue, wenn auch manchmal umständliche Formulierung zu nehmen. Verstanden, liebe Leserinnen und Leser?

P.S. Dass in einer Mannschaft auch Frauen dabei sein können, haben wir inzwischen gelernt. Dass in einer Mädchenmannschaft auch Männer dabei sein können, aber auch!


Facebook | |


Neues aus den Blogs

29. Mai 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 90 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Los geht’s mit 15 Thesen zu Feminismus und Post-Gender, notiert und erdacht von Antje Schrupp. Meine Lieblings-These ist die: “Weibliche Freiheit lässt sich nicht dadurch erreichen, dass Frauen abgeschafft werden.”

Illustration von einem Fluss, in dem der Papst weggetrieben wird.

Gut gefällt uns diese Illu vom Papst, der abtreibt ... Danke an den Mädchenblog!

Gegen ein generisches Maskulinum bzw. die Pauschal-Anrede “Hallo Jungs” bei einem Verteiler von 200 Leuten spricht sich lena aus. Mit was? Mit Recht!

Um eine Veranstaltung in Köln zum Thema “Women and Geek Culture: What seems to be the problem guys?” geht es bei i heart digital life. Und natürlich wurden die feministischen Positionen stark angegriffen.

Gerda bloggt über sexistische Werbung im öffentlichen Raum bzw. über BVG-Straßenbahnen, die mit Bannern für ein Bordell werben. Sie schreibt: “Ich bin der Meinung, solch eine Reklame hat im öffentlichen Raum nichts zu suchen. Sie suggeriert vor allem Kinder und Jugendlichen, dass Frauen Ware sind und Prostitution ‘normal’.”

Entschleierung in Usbekistan ist das Thema von Afrika Wissen Schaft. Ein wissenschaftlicher, höchst interessanter Text – auf Englisch: “The public unveiling showed how public and private sphere belong together.”

Die Neue Presse aus Hannover ärgert Ninia – wegen einer Bildunterschrift, in der Frauen im Gegensatz zu den auch abgebildeten Männern zur mit Eigenschaften wie “die Schlagfertige” im Gegensatz zu “der Kapitän” genannt werden, hat sie einen Brief an die Redaktion geschrieben.

Ryus Hort beschreibt ihre Gefühle auf schwullesbischen Veranstaltungen: “Ohnehin kann ich mit dem modernen ‘Gay’ als Lifestyle wenig anfangen.”

Und dann wurden noch ein paar Termine gebloggt:
Im Missy-Blog geht es um das Rock Camp for Girls Mitte August in Cottbus, für das jetzt die Anmeldefrist begonnen hat.

Um die Genderdebatte im Islam geht es bei einer Berliner Uni-Veranstaltung am 31. Mai.

Der 2. Juni ist internationaler Hurentag, Frankfurter Einrichtungen haben Veranstaltungen geplant.

Auch am 2. Juni findet eine Veranstaltung in Berlin über das Tabu Homosexualität und Fußball statt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


Facebook | |



Anzeige