Einträge mit dem Tag ‘Sichtbarkeit’


Gescheiterte Inklusion im Klassenraum und *istischer Sexualkundeunterricht – Die Blogschau

22. November 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 266 von 295 der Serie Die Blogschau

Clatschi geht in die 11. Klasse einer Berliner Oberschule. Sie berichtet davon, wie bei Inklusionsmaßnahmen gespart wird (in ihrem Fall zum Beispiel Gebärdensprachendolmetscher_innen) und welche Auswirkungen das hat.

Auf escaping definitions schreibt ein_e weitere Schüler_in darüber, wie Diskriminierungsstrukturen an Schulen wirken. Grrrsy berichtet über cis_hetero_sexistischen Sexualkundeunterricht und Gedanken zum Bildungsplan.

Das Blog Reizende Rundungen feiert (etwas nachträglich) den 5. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und auf weitere spannende 5(0) Jahre! Für alle Leser_innen: Es gibt sogar etwas anlässlich des Jubiläums zu gewinnen.

bluespunk denkt über „Diese Sache mit der Cis/Trans-Binary“ nach.

Im Comic „Märchenstunde“ wird auf Class Matters verdeutlicht, wie Erzählmuster in einer diskriminierenden Gesellschaft angepasst werden.

Dass unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar und bennenbar gemacht werden, ist für eine WissenschaftlerInnen schon zu viel des Gutem, berichtet Heng bei Teariffic.

Bei jayromeaufdeutsch gibt es einen neuen Beitrag zur Reihe „Ein Hoch auf…“, in der Trans* und gender queer Menschen aus dem deutschsprachigen Raum gewürdigt werden. Dieses Mal: Emy Fem.

Es gibt die unterschiedlichsten Familienmodelle und -konzeptionen. In der Politik werden diese aber kaum berücksichtigt. Fuckermothers analysiert das Beispiel Elterngeld.

Seit Oktober gibt es das Blog  fem* einer Darmstädter Gruppe. „fem* ist eine Gruppe junger Darmstädter* mit unterschiedlichsten Hintergründen. Uns vereint der Feminismus und unser Kampf gegen Diskriminierung.“

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


Facebook | |


Prekarisierung, § 23 und der Staat als gewalttätiger Akteur – kurz verlinkt

9. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 248 von 364 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Eine bemerkenswerte Berlinerin, Zeitzeugin, Aktivistin und Antifaschistin: Inge Lammel musste als Jüdin während des Zweiten Weltkriegs nach Bristol und sagt im Interview mit der Berliner Zeitung: „Man ist achtsam geworden. Und doch, es gibt immer Menschen, denen andere egal sind. Man sieht gerade, wie die Flüchtlinge behandelt werden.“

Anfang Juni hatte in Berlin ein Bündnis ein Plakat an einem Haus angebracht, welches an den NSU-Bombenanschlag 2004 in Köln erinnern sollte. Den Spruch „NSU: Staat & Nazis Hand in Hand.“ ließ die Polizei entfernen. (Wir schrieben darüber.) Am 10.Juni stellte die Berliner Staatsanwaltschaft das von der Polizei eingeleitete Strafverfahren wegen Verunglimpfung des Staates nun ein, berichtet MiGAZIN.

Eine weitere Gerichtsentscheidung kommt aus den Niederlanden: Dort wurde nun auch gerichtlich festgeschrieben, dass es sich beim „Zwarten Piet“ um eine rassistische Karikatur handelt. (Hinweis: Abbildung von Blackface)

Das Bündniss gegen Rassismus hat einen offenen Brief an die Berliner Senatsinnenverwaltung zum §23 des Aufenthaltsgesetz verfasst, der auch noch unterzeichnet werden kann.  Es wird u.a. gefordert, den politisch aktiven Geflüchteten aus Berlin gemäß § 23 AufenthG den dauerhaften Aufenthalt in Deutschland zu gewähren.

Women in Exile kritisieren den Bundestagsbeschluss zur deutschen Asylpolitik und fordern Protest, damit der Gesetzesentwurf im Bundesrat gekippt wird.

Bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie werden im Juli und August die Autorinnen Mona Motakef, Julia Teschlade und Christine Wimbauer über Prekarisierung bloggen.

Der Bundestreffen Solifonds der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), will Menschen eine Teilnahme ermöglichen, die aufgrund ihrer finanziellen Situation sonst nicht kommen können. Auf ihrer Seite erklärt die ISD, wo der Zuschuss beantragt werden kann und wohin gespendet werden kann, um den Fonds zu unterstützen.

Das Webportal Mein Geschlecht ist online. Trans*, inter* und genderqueere Jugendliche finden dort bundesweite Anlaufstellen, können ihre Geschichte erzählen und voneinander lernen.

englischsprachige Beiträge

Sichtbarkeit – gerade auch im Internet – ist doch was tolles?! Shanley Kane zeigt auf, wie diese Annahme nicht für alle Menschen gilt, und wie oft Sichtbarkeit auch mit Gewalt einhergeht.

Fast zwei Drittel der ruandischen Parlamentarier_innen sind Frauen. Der Guardian schreibt über diesen Fakt und was das bedeutet.

Lauren Chief Elk zum International Violence Against Women Act  und Gewalt durch den Staat, denn in der weltweiten Diskussion um Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird häufig der Staat als gewalttätiger Akteur ausgeblendet.

„Yes, obesity is ok.  The rights to life, liberty and the pursuit of happiness are not size dependent, they are inalienable.  Fat people have the right to exist in fat bodies without shame, stigma, bullying or oppression.“ – Dances with Fat antwortet auf einen New York Times Artikel, der die Frage stellte, „Is Obesity OK?“.

Wenn über sexualisierte Gewalt in Euphemismen gesprochen wird, wem nützt das etwas? Ganz sicher nicht den Betroffenen, stellt Soraya Chemaly fest.

Luvvie schreibt bei TheGrio über die aktuelle Personalpolitik beim US-amerikanischen feministischen Blog Jezebel und darüber, was diese mit Respekt und Intersektionalität zu tun hat.

Die Schauspielerin Doon Mackichan erläutert im News Statesman ihre Null-Toleranz-Haltung gegenüber Stories, in denen Gewalt gegen Frauen zur Unterhaltung dient.

Termine in Berlin, Frankfurt a.M. und Göttingen:

(mehr …)


Facebook | |


Applaus für: Laverne Cox

3. Juni 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 30 von 39 der Serie Applaus für

Laverne Cox auf dem Cover der Time

Am 09. Juni erscheint die nächste Ausgabe der TIME. Auf dem Cover der us-amerikanischen Ausgabe befindet sich die Schauspielerin (besonders bekannt durch die Serie Orange is the New Black) und LGBT-Aktivistin Laverne Cox. Ein Grund zu feiern, findet auch Mey bei autostraddle und schreibt (meine Übersetzung):

Dies ist ein großer Tag für Cox, für alle trans Personen, für trans Frauen und für trans Frauen of Color. Auf dem Cover des Time Magazines zu sein, ist eine große Ehre und ich möchte aufstehen und Cox dafür applaudieren, dass sie so viel erreicht hat, dass TIME sie einfach wahrnehmen musste. Als ich sah, dass Cox auf dem Cover ist, war ich so glücklich und stolz. Ich finde es großartig, dass so viele der bekannteren Gesichter der aktuellen trans-Bewegung trans Frauen of Color sind (Janet Mock, CeCe McDonald und Carmen Carrera) und Cox ist ein weiteres Beispiel dafür […].

Mey analysiert dann aber auch weiter, warum die Freude nicht ganz ungetrübt bleibt. Schon allein der Titel („The Transgender Tipping Point. America’s next civil rights frontier.“) suggeriert zum einen, dass es hinsichtlich anderer Diskriminierungsformen wie Hetero_Sexismus und Rassismus keine Probleme mehr existieren und zum anderen als gebe es Aktivismus von trans Personen erst ganz aktuell. (Allein eine Erinnerung an Stonewall sollte da doch Besseres belehren.) In der Titelstory geht es dann nach Mey auch ähnlich weiter, neben anderen problematischen Darstellungen werden Menschen mit falschen Pronomen benannt oder ihre Geburtsnamen verwendet. Fazit: Es bleibt viel zu tun, aber es sollte auch den Moment geben, Laverne Cox‘ Erfolg (und den anderer Aktivist_innen) anzuerkennen und gebührend wertzuschätzen.


Facebook | |


Die Geekettes-Generation

23. Oktober 2012 von Gastautor_in

Sie hacken, programmieren oder gründen Start-Ups: Immer mehr Frauen gestalten die digitale Szene mit. Es sind noch zu wenige, oft bleiben sie unsichtbar – doch eine neue Generation macht sich auf den Weg in die männlich dominierte Netz- und Technikwelt.

Von Sonja Peteranderl, Juliane Traeber und Sabine Mohamed

Als eine der wenigen Frauen in der Start-Up-Szene wurde Jess Erickson immer wieder mit sexistischen Sprüchen konfrontiert: „Frauen verstehen Technik nicht“, hörte sie oft. Gründer sagten, dass sie keine Programmiererinnen anstellen könnten – weil das die anderen Mitarbeiter nur ablenken würde. Sexismus und Technik scheinen eng verwoben, wenn es darum geht, dass Frauen Platz in dieser Sphäre einnehmen.

Frauen nutzen das Internet zwar inzwischen fast so intensiv wie Männer, betreiben Blogs, twittern, nutzen Laptop oder Smartphone als Alltagsgegenstand. Sie gründen aber seltener eigene Unternehmen im IT-Bereich. Es gibt wenige Bloggerinnen, die in der Blogosphäre, insbesondere in Bereichen wie Technik, Netzgeschehen oder Politik als Meinungsmacherinnen wahrgenommen werden. Und auch offline sind Podien bei Veranstaltungen der digitalen Szene vor allem mit Männern besetzt – weil viele Frauen, die in der Netzwelt aktiv sind, sich nicht aufs Podium wagen, ihnen die Selbstdarstellung nicht so wichtig erscheint oder sie einfach übersehen werden.

Sichtbarkeit, dass sei der Schlüssel, findet Nicole Simon, Unternehmensberaterin, Publizistin und Internetexpertin. „Frauen sind nicht sichtbar genug“. Sie haben oftmals kein Profil, keine Internetseite, kein Bild von sich im Netz und zögern bei Anfragen für Veranstaltungen oder Interviews, bewerben sich seltener initiativ. Selbst Frauen, die erfolgreich sind, kennen Selbstzweifel, wenn die Kollegen ihre Arbeit nicht anerkennen oder Kompetenzen in Frage stellen. Frauen müssten besser sein als ihre Kollegen, sagt Jess Erickson.

Den Widerständen zum Trotz macht sich eine Generation junger technikbegeisterter Frauen auf den Weg in die männlich dominierte Netz- und Technikwelt. Sie wollen teilhaben, lassen sich nicht abwimmeln und verschaffen Frauen in der Netzwelt auch als Mentorinnen und Sprecherinnen bei Veranstaltungen mehr Präsenz.

In der jungen digitalen Szene sind in den vergangenen Jahren neue Netzwerke von Frauen entstanden, die bloggen, programmieren, hacken, Start-Ups gründen – wie die „Berlin Geekettes“, die „Girls on Web Society“, die „Femgeeks“, das „Girl Geek Dinner“ oder die „Rails Girls Berlin“. Sie sind Teil einer Generation, die das Netz mitgestalten, ihre Stimme erheben, und sie machen sich auf die Suche nach neuen privaten, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten, die Internet und Technik ihnen bieten können.

Fünf Frauen – fünf Fragen

Eine Netzwerkerin, eine Social Media Beraterin, eine Programmiererin und eine Managerin erzählen im Interview von ihrem Weg, von Herausforderungen und Klischees, denen sie begegnen. Wo sie ansetzen, um die Frauenquote in Netz und im IT-Bereich zu erhöhen – und was Frauen tun sollten, um erfolgreicher zu sein. (mehr …)

Facebook | |


‚Frauen‘ oder Themen sichtbar machen im Netz?

11. März 2011 von Nadine
Dieser Text ist Teil 32 von 59 der Serie Meine Meinung

Liebe Leser_innen,

wahrscheinlich langweile ich Sie, wenn ich dieses leidige Thema wieder aufgreife, zu dem es sogar schon Studien und Diplomarbeiten gibt. Warum ‚Frauen‘ so wenig wahrgenommen werden in der deutschsprachigen Blogosphäre. Vielleicht, weil sie einfach über andere Sachen schreiben, diese ‚Frauen‘. Vielleicht, weil sie neben Erwerbsarbeit auch noch Reproduktionsarbeit leisten und einfach nicht so häufig im Netz unterwegs sind wie die ‚Männer‘. Vielleicht, weil ‚Männer‘ zu lautstark sind. Der männliche Habitus, hegemoniale Männlichkeit, Sexismus im Netz, Troll-Gedöns, Morddrohungen, blablabla. Sie kennen das schon. Wenn nicht, googlen Sie es.

Dass sich Herrschaftsverhältnisse der „Offline-Welt“ im Netz reproduzieren und genau dieser Fakt nicht mit „Ist doch nur das Internet, alles halb so wild“ wegzuschieben ist, sollte für uns alle keine Neuigkeit sein. Wenn doch, dann empfehle ich, mit offenen Augen und einer Portion (Selbst)Kritik mal durch die Blogs zu surfen (und überhaupt: Welche Blogs lesen Sie und warum keine anderen?), gern auch ein paar Kommentare unter Postings zu lesen. Vieles wird Ihnen bekannt vorkommen. Bekannt aus diesem Reallife.

Auch Sascha Lobo weiß das alles und dachte sich zum 100. Jubiläum des Frauenkampf- und Feminist_innentages, dass er dieser Ungerechtigkeit Abhilfe verschaffen will. Indem er in seiner Blogroll eine Frauenquote einführt. Vorschläge dafür sollten von den Leser_innen selbst kommen. Frauen sichtbar machen. Eine feine Sache. Fanden auch viele Leser_innen, verlinkten eifrig und freuten sich riesig.

Nun ja. Ich redete dagegen, gewohnt nicht immer sehr freundlich. Sascha kommentierte seinerseits etwas fragwürdig (für meine Begriffe). Dennoch macht es Sinn, sich mal mit dem Sichtbarkeitsargument auseinander zu setzen.

(mehr …)


Facebook | |



Anzeige