Einträge mit dem Tag ‘Schule & Uni’

Gute Frage

Tuesday, September 2nd, 2008 von Susanne

Ist das Zeitalter der Frauen angebrochen? Also jetzt wirklich? Diesmal ganz in Echt? Na gut, wenigstens an den Hochschulen?

Die Politologin Annette Zimmer sag: Ja.

P.S.:
Hat eigentlich mal jemand mitgezählt, wie oft in den letzten 100 Jahren schon das Zeitalter der Frauen ausgerufen wurde?

Ms. Professor

Monday, August 11th, 2008 von Susanne

Die Universität Greifswald will Frauen ermutigen, eine Hochschullaufbahn einzuschlagen und vergibt deshalb seit dem letzten Jahr das “Käthe-Kluth-Stipendium” an Nachwuchswissenschaftlerinnen, die habilitiert sind oder sich bereits in einem Habilitationsverfahren befinden, und bei denen auf Grund der Leistungen mit einer Berufung an eine Universität gerechnet werden kann.

Die Stipendiatin wird für drei Jahre mit monatlich 3.300 Euro unterstützt und kann zusätzlich eine jährliche Sachbeihilfe von bis zu 1.500 Euro sowie Zuschüsse zur Kinderbetreuung bekommen. Bewerbungen müssen bis zum 1. Oktober 2008 beim Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald in der Domstraße 11 in 17487 Greifswald eintreffen. Alle Bewerbungsinfos kann man online nachlesen (PDF).

Die Germanistin Käthe Kluth war übrigens die erste Professorin an der Universität Greifswald.

Elternprobezeit

Thursday, July 31st, 2008 von Barbara

(c) www.babybedenkzeit.de/ Als Teenager las ich eine Menge Romantic-Thriller, übersetzt aus dem US-Amerikanischen. Mit Knutschgeschichten von Nancy und Nick und Julie und Jerry und einem Schulprojekt, im Rahmen dessen Anne und Andrew ein rohes Ei mit nach Hause bekamen für zwei Wochen Schulferien, Attrappe für ein gemeinsames Baby. Das Ei musste gepflegt werden, und wer es nach den Ferien wieder heil mit in die Schule brachte, bekam eine Eins.

Ein ähnliches Projekt ist die “Elternprobe” in Brandenburg, über die die Taz berichtet. Hier erleben Teenager, wie es sich anfühlt, Eltern zu sein. Ein Armband zeichnet auf, ob die über einen Computer gesteuerten Babies gut betreut werden - ob immer gewickelt, gefüttert und Köpfchen gehalten wird. Nach der Probezeit sehen die Mädchen erschöpft aus - denn auch die Baby-Simulatoren melden sich in der Nacht.

Die Idee, mit programmierten Puppen ungewollten Teenagerschwangerschaften vorzubeugen, stammt von einem amerikanischen Ehepaar. 1993 baute Rich Jurmain zu Hause den ersten Babysimulator, inzwischen werden die RealCareBabys auf der ganzen Welt animiert. Zwei deutsche Pädagoginnen, Edith Stemmler-Schaich und Uta Schultz, bauten in Delmenhorst Mitte der 90er Jahre das Projekt “Babybedenkzeit” auf. In Städten wie Rostock, Freiburg, Koblenz und Wiesbaden gibt es heute so genannte “Babybedenkzeit”-Kompetenzzentren und bundesweit über 300 Einzelprojekte.

Eine gute Vorbereitung für den Ernstfall? Ich denke schon, besonders in Kombination mit der sexuellen Aufklärung, die die Projektmitarbeiterinnen im Rahmen der “Elternprobe” auch immer wieder vornehmen. Wichtig finde ich, dass auch Jungs sich trauen, bei einem solchen Projekt mitzumachen - denn ihr Anteil an einer Teenage Pregnancy ist immerhin 50 Prozent.

Der Vorteil des rohen Eies? Im Vergleich zum Babysimulator beginnt es, schlecht zu riechen. Wie so manche Windel.

Hochstuhl oder Lehrstuhl?

Saturday, July 19th, 2008 von Susanne

Das fragt die Zeit in dieser Woche. Anlass zur Fragestellung ist der geringe Frauenanteil im Universitätsbetrieb:

Fast nirgends sind Frauen so unterrepräsentiert wie in der Wissenschaft. Während im Durchschnitt 50 Prozent aller Hochschulabsolventen in Deutschland weiblich sind, sinkt die Zahl der Frauen an den Unis mit jeder weiteren Karrierestufe deutlich. Nur noch 40 Prozent von ihnen schaffen eine Promotion, rund 23 Prozent habilitieren sich. Nur zehn Prozent der vollen Professuren in Deutschland sind weiblich besetzt.

Vier Frauen erzählen von sich, ihrer Familiensituation und der Arbeit an der Uni: Davon, wie es ist, während des Studiums ein Kind zu bekommen, wegen des Nachwuchs die Uni zu wechseln, mit drei Kindern eine Habilitation zu stemmen oder warum eine zehn Jahre lang nur mit befristeten Verträgen arbeitet.

Themenabend: Jungen - Verlierer des deutschen Schulsystems?

Thursday, June 19th, 2008 von Katrin

Junge Jungen und ihr Bildungs(miss)erfolg waren schon oft ein Thema in den Diskussionen hier bei der Mädchenmannschaft. Morgen abend widmet der Landeselternausschuss des Landes Berlin einen ganzen Themenabend der Frage, ob und warum Jungen in der Schule immer schlechter werden. Diskutieren werden unter anderem Dr. Bruno Köhler von MANNdat und Prof. Dr. Preuss-Lausitz vom Institut für Erziehungswissenschaften an der TU Berlin.

Die Diskussion beginnt morgen (20.06.2008) um 17.30 Uhr im Berliner Roten Rathaus, Raum 338 (Ferdinand-Friedensburg-Saal). Alle weiteren Infos findet ihr in der angehängten PDF:

Einladung zum Themenabend Jungen und Schule

(Foto über Flickr)

Mathe ist kein Jungen-Fach

Sunday, June 1st, 2008 von Katrin

Mathe Error Zumindest nicht überall. Das fanden Forscher des European University Institutes in Florenz heraus, wie die Zeit berichtet. Die Studie erschien im Science Magazine (Bd. 320, S. 1164) und widerlegt die lange geglaubte Mär, Jungen seien von Natur aus besser in Mathe.
Besser noch: Die Studie ist Wasser auf unsere feministischen Mühlen, denn:

“Das Ergebnis: Zwar schnitten Mädchen im Schnitt schlechter ab als Jungen. Doch je stärker die Gleichstellung der Geschlechter in ihrem Land ausgeprägt ist, desto besser hielten die Mädchen mit. In Norwegen und Schweden waren beide Geschlechter gleichauf. In Island schnitten Mädchen sogar besser ab.”

Diese Studie passt ganz gut in das Bild, das auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in seiner jüngst veröffentlichten Expertise zum Thema “Bildungs(miss)erfolge von Jungen” entwirft: Je stärker die Geschlechtsstereotype schon in der Kindheit durch Eltern, Erzieherinnen und LehrerInnen vermittelt werden, desto benachteiligter werden Jungen und Mädchen in speziellen Fächern: Die Jungen zum Beispiel in Deutsch, die Mädchen in Mathe und Physik. In England macht man schon lange eine “stereotype threat” aus, denn bereits im zarten Alter von acht Jahren denken Jungen, sie seien viel besser in Mathe, als Mädchen. Umgekehrt ist es “unmännlich”, gerne zu lesen (Comics und Bauanleitungen ausgenommen).

Die Studie aus Florenz legt nahe, dass

“die Geschlechterkluft in Mathematik mit sozialen und kulturellen Faktoren zusammenzuhängen” könnte und: “In Ländern, in denen Männer und Frauen Zugang zu den gleichen Ressourcen und Möglichkeiten haben, existiert diese Kluft nicht.”

(Danke an Nicole für den Link)

Falsche Freiheit

Monday, April 14th, 2008 von Barbara

Unter der Überschrift “Mädchen Top - Jungen Flop” veröffentlicht telepolis.de ein Artikel zum Thema Bildung. Werden Jungs in deutschen Schulen benachteiligt? Sind sie die Verlierer des deutschen Bildungssystems? Statistisch schneiden sie derzeit schlechter ab als Mädchen. Als einer der Gründe für diese gar nicht so guten Zahlen im Bereich der Schulabschlüsse und -abbrüche wurde der falsche Umgang mit der Freiheit genannt:

Viele meinen, sie könnten tun und lassen, was ihnen gefällt. Sie sehen das Leben deshalb nur als wunschgemäßes Vergnügen – da haben Anstrengung, intensive Lernarbeit, solidarisches Verhalten und Einordnung in eine Gruppe keinen Platz mehr.

Das ist aber ein Problem, das sowohl Mädchen als auch Jungs hätten. Doch ein wirkliches Problem sei, dass den Jungs die Väter fehlen:

Sie versuchen das fehlende “Alpha-Tier” durch Null-Bock, Aggression und Gewalt, Alkohol, Kriminalität, Desinteresse und Rückzug in eine eigene Welt zu kompensieren.

Und ein Aufwachsen nur mit Mama, Erzieherinnen und Lehrerinnen bringt die Jungs in Identitätsschwierigkeiten:

“Männer” identifizieren sich über Männer, ansonsten gelten sie als Weichei. Welcher Schüler möchte das schon?

Obwohl um Gleichberechtigung gekämpft wird, werden besonders im Bildungsbereich Stellen hauptsächlich von Frauen besetzt. Das alte Spiel: Mädchen werden Lehrerin, Jungs Ingenieure. Und das ist nicht immer gut so:

Die eingangs gestellte Frage, wer nun die wirklichen VerliererInnen unseres zu reformierenden Bildungsystems sind, ist einfach beantwortet. Es sind nicht vordergründig DIE Mädchen oder DIE Jungen – es ist unser Land und damit wir alle.

Bundestag für mehr Professorinnen

Monday, February 18th, 2008 von Susanne

Heute wird es im Deutschen Bundestag zwischen 12 und 15 Uhr eine Anhörung zum Thema Frauenförderung in der Wissenschaft geben. Die Grünen haben diese Anhörung beantragt, denn heute sind zwar die Hälfte aller Studierenden weiblich, doch sie besetzen nur 15 Prozent der Professuren. Weniger als zehn Prozent der Uni- und Hochschulleitungen sind Frauen. Der deutsche Wissenschaftsrat fordert schon seit einiger Zeit “Anreiz- und Gratifikationssysteme”, soll heißen: Wer Frauen fördert, bekommt zum Beispiel höhere Subventionen oder Sondermittel. Sollte das nicht ausreichen, würde der Wissenschaftsrat auch zur Einführung von Quoten raten.

Denn: Trotz Gleichstellungsbestrebungen auf allen Ebenen, werden Professorenstellen heute typischerweise immer noch an einen männlichen Schüler des Professors vergeben, Studentinnen werden meistens kaum gefördert, ihnen “schlägt eine andere Motivationskultur entgegen als Männern”, sagt Jutta Dalhoff, Leiterin des Kompetenzzentrums für Frauen in Wissenschaft und Forschung, zur Süddeutschen Zeitung. Diesen eingeschliffenen Verhaltensweisen will nun die Politik abhelfen.

Kopftücher an türkischen Unis

Saturday, February 9th, 2008 von Susanne

Heute hat das türkische Parlament das Kopftuchverbot an den Universitäten aufgehoben. Zehntausende Menschen protestierten in der Türkei gegen diesen Beschluss. Sie fürchten eine Islamisierung der Türkei und dass es bald nicht mehr nur das Recht gibt, ein Kopftuch zu tragen, sondern sogar die Pflicht zum Kopftuch.

Unis unfassbar schlecht in Gleichstellungsfragen

Wednesday, February 6th, 2008 von Susanne

Das Bonner “Center of Excellence Women and Science” hat ein Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten veröffentlicht. Das Ergebnis: Keine einzige deutsche Hochschule hat es in die Spitzengruppe der Forscher geschafft. Soll heißen: Der Anteil an Frauen an den Promotionen, Habilitationen und Professuren lässt extrem zu wünschen übrig. Am besten schneiden die Freie Universität Berlin ab, dahinter die Universitäten in Göttingen, Osnabrück und Trier und die Technischen Universität München. Den letzten Platz belegte im Punktesystem der Forscher die Katholische Universität Eichstätt - mit nur 4 von 14 Punkten.

Welches Mädchen sich jetzt gerade Gedanken über ihre Universitätslaufbahn macht, der seien folgende Details aus der Studie mit auf den Weg gegeben: Besonders gute Chancen auf eine Promotion haben Frauen in Oestrich-Winkel, an der Kölner Sporthochschule, an der WHU in Vallendar, an der Uni Ulm und an der TU München; die größten Chancen für eine Habilitation haben Frauen an der Uni Karlsruhe. Die höchste Professorinnen-Quote in Deutschland hat die PH Ludwigsburg mit 33,3 Prozent - allerdings sind hier auch 78,6 Prozent der Studierenden weiblich.

Der Universitätsbetrieb ist in Deutschland immer noch eine Männerdomäne, die nur durch radikale Gleichstellungsmaßnahmen aufgemischt werden kann, wie es auch die Soziologin Jutta Allmendinger mal in einem Interview mit der Zeit formulierte. Die Hochschulen müssen Quoten einführen, wenn sie es nicht von allein schaffen, dass mehr Frauen in Wissenschaft und Forschung Fuß fassen können. Jutta Allmendinger selbst ging übrigens den Weg über die USA, weil es einem dort als Frau viel leichter gemacht werde, die Hochschulkarriere nicht nur in Angriff zu nehmen, sondern auch mit der Familie zu vereinbaren. Also Girls, vielleicht bei der Hochschulauswahl auch gleich ein paar Semester in den Staaten mit einplanen.