Einträge mit dem Tag ‘rape culture’


Ohlauer, Nazi-Aufkleber und #AskThicke auf Twitter – kurz verlinkt

2. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 240 von 243 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Wie Ihr die Ohlauer-Aktionen unterstützen könnt, hat @Ohlauerinfo veröffentlicht: Spenden, Freiwillige für die Schichten am Infopoint etc. – Eure Hilfe wird jeden Tag (und jede Nacht) gebraucht.

Die Geschichte der Dortmunder Wahlparty im Rathaus, die von Rechtsextremen gestürmt werden wollte – und wie das Innenministerium nun herausgefunden haben will, dass die Politiker_innen dort einfach selbst randaliert hätten: Nachzulesen hier.

Interessant: Nazi-Aufkleber in Polizeiwagen sind nicht strafbar.

Der Kölner Bombenanschlag 2001 auf ein Lebensmittelgeschäft wirft immer neue Fragen auf: War ein Kölner Neo-Nazi bei der Tat involviert?

Warum nicht nur der Vorfall des durch rassistische Äußerungen in den Schlagzeilen gelandete Mitarbeiters des BAMF, sondern die Behörde insgesamt problematisch ist, darüber schrieb Petra Szablewski-Çavuş im Migazin.

Englischsprachige Links

The Belle Jar schrieb schrieb über Robin Thicke und sexuelle Gewalt (Triggerwarnung), und das Bitch Magazine feiert eine Twitter-Aktion, die eigentlich der Promotion für Thickes neues Album dienen sollte, letztlich aber dazu führte, dass Thicke(s Promo-Team) sich mit einer Menge unangenehmer Fragen konfrontiert sah.

Auf Black Girl Dangerous erschien nochmal ein sehr guter Text der nigerianischen Autorin Chekwube O. Danladi zu den entführten nigerianischen Mädchen und Frauen.

Infos und Kommentare zu einer ganzen Reihe an problematischen Entscheidungen des obersten Verfassungsgerichts in den USA bezüglich reproduktiver Rechte findet Ihr auf thinkprogress und bei Mother Jones, und zwar hier und hier und hier. Ebenfalls bei Mother Jones: ein Bericht, wie ausgerechnet die Ladenkette Hobby Lobby Geld in Firmen investiert, die Verhütungsmittel produzieren…

Die ägyptische Feministin Yara Sallam wurde verhaftet.

Die Historikerin und Autorin Hanne Blank hat ein Buch über die Erfindung der Heterosexualität geschrieben und zeigt, dass diese ein ziemlich neues Konzept ist. Salon hat mit der Autorin ein Interview dazu geführt.

Termine in Hamburg und Leipzig: (mehr …)


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Codebabes, Fußballtrainerinnen und tolle Aktivist_innen – kurz verlinkt

8. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 234 von 243 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Die Initiative #untragbar wendet sich gegen die menschenverachtenden und nicht selten tödlichen Zustände in der globalen Textilindustrie.

Ein Interview mit Renate Lasker-Harpprecht, die zwei Jahre in den Vernichtungslagern Auschwitz und Bergen-Belsen überlebte, hat Die Zeit geführt.

Über Menschenrechtsverbrechen an Intersex-Kindern in der Schweiz berichtet zwischengeschlecht.info.

Vor einem Jahr begann der NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München – und der NSU-Skandal geht weiter.

In Berlin sind mehrere Geflüchtete in den Hungerstreik getreten. Die aktuelle Pressemeldung findet sich bei Asylum Rights Evolution. Unterstützung wird vor Ort dringend benötigt.

englischsprachige Links

“Gefängnisse sind für niemanden sicher” – ein Gespräch zwischen den Aktivist_innen CeCe McDonald, Reina Gossett und Dean Spade in mehreren Videoclips gibt es  auf der Website des Barnard Center.

For Harriet veröffentlichte ein Interview mit der Juristin und Aktivistin Michelle Alexander über die (gesellschaftlichen) Konsequenzen der Gefängnisindustrie.

20 queere Personen of Color, die wir kennen sollten, listet das Outsmart Magazine.

Programieren lernen mit strippenden Frauen – Sarah Perez von TechCrunch findet’s eher uncool.

Feministing berichtet über die zunehmenden Proteste und Aktionen in Nigeria, um die entführten Schülerinnen zurück zu holen. Eine Zusammenfassung der Ereignisse, Hintergründe und Stellungnahmen nigerianischer Aktivist_innen veröffentlichte auch noch einmal der Guardian. Allerdings gibt es auch Repressionen gegen Protestierende, so Al Jazeera. Fungai Rufaro Machirori widmet den entführten Mädchen und dem Kontext, in dem diese Gewalttat steht, ein Gedicht. Spectra Speaks und Minna Salami erinnern daran, dass langfristig es nicht damit getan ist die Mädchen “zurückzubringen”, sondern auch die allgemeinen Lebenssituationen von Mädchen in Nigeria in den Fokus gerückt werden sollten.

Vergewaltigungsanklagen, die immer öfter aus hanebüchenen Gründen fallen gelassen werden, sind auch in den USA ein Problem, beschreibt The Independent.

Die Portugiesin Helena Costa wird als erste Trainerin eines europäischen Männer-Erstliga-Vereins das Team von Clermont, Frankreich, coachen.

Die Schauspielerin Gabourey Sidibe hat bei den Gloria Awards eine vielbeachtete Rede u.a. über Selbstbewusstsein und feministische Inspiration gehalten – ihr könnt sie hier, bei Vulture, nachlesen. Concern Trolling durch “besorgtes” Publikum gab es gratis dazu, kritisiert Ragen Chastain bei Dances With Fat.

Außerdem verrät sie zehn Gründe, warum sie nie wieder eine Diät machen wird.

Termine in Annaberg-Buchholz, Berlin, Innsbruck, Passau:

Seit vorgestern und noch bis zum 10.5. in PassauAye Aye Soeur! – Kulturfestival zu Gender, Gleichstellung und Feminismus

Im gleichen Zeitraum in Innsbruck: Intersex-Aktivist_innen inititeren Info und Proteste gegen den 25. Jubiläums-Kongress der “Europäischen Gesellschaft für Kinderurologie (ESPU)”

Am 8. Mai in Berlin: Queerfeministischer Filmabend mit FAT UP mit Filmen rund um fette Diskriminierung und fette Selbstermächtigung.

Am 23. Mai in Berlin: Demo für die Abschaffung des im “Transsexuellengesetz” vorgesehenen Gutachterverfahrens. Hier geht es zum Facebook-Event.

Am 26. Mai findet zum wiederholten Mal ein “Marsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz (Sachsen) statt. Es gibt erstmalig Gegenaktivitäten.


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Pinkstinks, deutsche Geschichtsverdrängung und tödliche Folgen rassistischer Gesetze – die Blogschau

19. April 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 243 von 253 der Serie Die Blogschau

Danger! Bananas veröffentlichen auf ihrem Blog ein Update zum Heimathafen Neukölln in Berlin. Der Ort war durch ein rassistisches Ausstellungsmotiv, auf dem die Geschäftsführerin des Heimathafens abgebildet ist, in die Kritik geraten. Ein breites Aktionsbündnis hat erreicht, dass es nun wenigstens eine offizielle Stellungnahme der Verantwortlichen gibt. Eine Aufarbeitung des Vorfalls steht allerdings weiterhin aus.

Distelfliege hat sich den vergangene Woche auf Buzzfeed.com veröffentlichten Privilegientest vorgeknöpft und kommt zu dem Ergebnis: “Billiges Punktezählen statt Nachdenken über Privilegien“.

Women in Exile berichten über die lebensgefährlichen Folgen des Asylbewerberleistungsgesetzes, nachdem erneut einer asylsuchenden Mutter medizinische Versorgung für ihr ein Monate altes Baby versagt wurde, weil sie keinen Behandlungsschein des Sozialamtes vorzeigen konnte. Das Baby verstarb daraufhin.

Merle Stöver hat was gegen die sexistische Aufladung der Farbe Pink. Und gegen die Aktionen der Organisation, die der sogenannten “Pinkifizierung” den Kampf angesagt haben: Pinkstinks. Merle arbeitet in ihrem Text die sexistischen Grundhaltungen von Pinkstinks heraus. (Der Beitrag ist zur Zeit offline.)

Migazin analysiert und kritisiert das ominöse Zeugensterben im Rahmen der NSU-Ermittlungen und des Prozesses selbst. NSU-Tatort Hamburg hat ein Interview mit einer Nebenklägerin des Prozesses geführt.

A++ Ranting nimmt die geschichtsvergessene Petition von BILD und BZ, die ein sowjetisches Ehrenmal am Brandenburger Tor entfernen lassen wollen, auseinander: “Der Wunsch nach Beseitigung von Erinnerungen an die Niederschlagung des Nationalsozialismus ist Symptom des deutschen Zeitgeistes des Vergessens und Verdrängens.”

Hannah C. Rosenblatt schreibt über eines der üblichen Dinge, die Feminist_innen, Anti-Gewalt-Aktivist_innen und Betroffene von sexualisierter Gewalt auch dank der Berichterstattung der Mainstreammedien täglich hinnehmen müssen: Fortschreibung einer Vergewaltigungskultur, Verharmlosung von Gewalt und die Fokussierung auf Täter_innen und ausübende Personen von sexualisierter Gewalt.


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Acht Prozent

17. April 2014 von accalmie

[Inhaltshinweis: Rape Culture]

…entspricht der Zahl derjenigen, die nach einer Anzeige wegen Vergewaltigung auch tatsächlich verurteilt wurden im Jahr 2012. Wie Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut in einem tagesschau-Interview berichtete, sei es vor 20 Jahren noch in knapp 22 Prozent der zur Anzeige gebrachten Vergewaltigungsfälle zu einer Verurteilung  gekommen. Mit anderen Worten: Im Jahr 2012 gab es bei 92 Prozent aller angezeigten sexuellen Übergriffe keine rechtlichen Konsequenzen für den oder die potentiellen Täter. Das muss also dieses “Opferabo” sein, von dem Kachelmann und Fans sprachen.

Pfeiffer begründet diesen Umstand zum einen mit der “Überlastung von Polizei und Staatsanwaltschaft”, zum anderen mit der vermehrten Anzahl von Vergewaltigungen im familiären Umfeld, die schwieriger zu beweisen seien. Darüber hinaus spricht Pfeiffer von “gesteigerter Anzeigebereitschaft” von Frauen, die sich – so Pfeiffer – “nichts mehr gefallen lassen” würden. Die Ironie, dass die Basis für die Normalisierung einer Kultur, in der Vergewaltigung nur dann als Straftat gilt, wenn das Vergewaltigungsopfer einen ganzen Katalog an Voraussetzungen erfüllt, die sich mit dem zuerst einsetzenden Victim Blaming vereinbaren lassen (Fragen nach Kleidung, nach persönlichem Verhältnis, nach Ort, nach Alkohol-/Drogeneinnahme, nach Grad und Darstellung der Verweigerungshaltung, nach vermeintlich “zweideutigen” Signalen, nach Grad der Gewaltanwendung, nach Ausformung der Abwehrmaßnahmen, nach persönlichem Ruf, nach gesellschaftlichem Status des Täters, nach Verhalten des Opfers nach der Tat, nach Kontostand, nach Partner_innengeschichte, etc., um eine Tat zu verharmlosen, zu entschuldigen und dem Opfer die oder einen Teil der Schuld zu geben), auch in diesem Interview aufrecht erhalten wurde, blieb Pfeiffer dabei leider verborgen.

Man weiß gar nicht, wo man beginnen soll – mit der Frage nach Prioritäten bei Polizei und Staatsanwaltschaft? Damit, dass sowohl Polizei als auch Staatswanwaltschaft Kompliz_innen sein oder selbst eine Gefahr darstellen können? Mit dem – von Pfeiffer zumindest erwähnten – Umstand, dass die Zahl von Vergewaltigungen im Bekannten- oder Familienkreis nicht gestiegen sein muss, sondern z.B. in der Ausformung von Vergewaltigung in der Ehe erst 1997 überhaupt zum Straftatbestand wurde? Mit dem Fakt, dass genau die fiktive “Grauzone” nicht vorhandenen Einverständnisses, die Vergewaltiger bewusst instrumentalisieren, indem sie die Tat zwar zugeben, aber von “Einvernehmlichkeit” phantasieren und in ihrer kalkulierten Annahme gesellschaftlich unterstützt werden, dass ein “Nein” (oder das Fehlen eines klar und freiwillig kommunizierten “Ja”) nicht genug ist, keine neue oder erstaunliche Erkenntnis, gar Entschuldigung ist für die niedrigen Verurteilungsraten?

Dass selbst gestiegene Anzeigebereitschaft in keinem Verhältnis zur Dunkelziffer steht – unter anderem veranschaulicht durch die Aktion “Ich habe nicht angezeigt”? Dass ohne Wimpernzucken zu skandieren, dass Frauen sich heute “nichts mehr gefallen lassen” würden, der massen­wei­sen Miss­achtung des Grund­rechts auf kör­per­liche Selbst­be­stim­mung und Un­ver­sehrt­heit nicht nur wi­der­spricht, son­dern se­xu­elle Über­grif­fe als Privat­problem von Frauen, sich kör­per­lich zu wehren und_oder An­zei­ge zu er­stat­ten als Fra­ge des eigenen Selbst­bewusst­seins, des persönlichen Willens und der rei­nen Eigen­ver­ant­wor­tung tri­via­li­siert und indi­viduali­siert, und da­bei sowohl Täter_innen als auch kulturelle Nor­mier­ungen von (hetero­norma­tiv und ge­schlechts­essentia­list­isch prä­sentier­ter) Sex­uali­tät, Konsens/Ein­ver­nehm­lich­keit/Zu­stim­mung aussen vor lässt – wir also wieder beim Victim Blaming angekommen sind? (mehr …)


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Was wir von Steubenville über r*p*e culture lernen, Part 2

8. April 2014 von Charlott

[Inhalt: sexualisierte Gewalt, Victim Blaiming, R*p* Culture; Auschreibung von r*p* und V*rg*w*lt*g*ng - gilt auch für Links]

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich hier an dieser Stelle darüber geschrieben, wie sich der Steubenville-Fall zu einem Paradebeispiel dafür entwickelt, wie rape culture funktioniert. Zur Erinnerung, worum es in dem Fall eigentlich ging, die Zusammenfassung aus meinem damaligen Artikel:

Am 11. August 2012 erfährt eine 16-jährige Schülerin nach einer Party von zwei gleichaltrigen Mitschülern mehrfach sexualisierte Gewalt. Teile dieser Gewaltakte werden darüber hinaus gefilmt und fotografiert. Aufnahmen werden im Internet und über Handys verbreitet. Es gibt offensichtlich beistehende Personen. Die Taten werden wiederholt über unterschiedlichste Social Media Kanäle kommentiert, die Schülerin wird immer weiter beschimpft. Am Sonntag nun wurden die Haupttäter verurteilt, beide haben ein Jahr für die V*rg*w*lt*g*ng bekommen, einer der Täter noch ein zusätzliches Jahr für das Verbreiten von Nacktbildern einer Minderjährigen.

Im Laufe der Berichterstattung wurde die von Gewalt betroffene Schülerin immer wieder mitbeschuldigt, die Täter hingegen erfuhren Sympathie- und Mitleidsbekundungen, und der Fokus wurde auf Social Media gerückt. So, als sei die Verbreitung der Bilder das einzig Schlimme; nicht, dass diese Bilder überhaupt entstanden sind. Außerdem zeigte sich an dem Beispiel, wie Vertuschungen versucht wurden.

Nun muss dieser Geschichte leider ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. In der letzten Woche wurde bekannt, dass die Produktionsfirma von Brad Pitt (Plan B Entertainment) die Rechte an dem Rolling Stone Artikel “Anonymous vs. Steubenville” erworben hat. Der Teaser zu dem Text (meine Übersetzung):

Online-Bürgerwehr Deric Lostutter half die Vertuschungen im Steubenville Vergewaltigungsfall aufzudecken. Nun erwartet ihn mehr Haftstrafe als die verurteilten Vergewaltiger.

Der Film soll sich auf einen Anonymous-Aktivisten und seine Rolle fokussieren. Damit werden die wirklich betroffenen Personen in einem Fall sexualisierter Gewalt ausgeblendet und stattdessen Platz gemacht für eine Geschichte aus der Perspektive eines Mannes, der zur Rettung herbei eilt. Die Anonymous-Aktionen (die sie selbst als white knight operations bezeichnen) sind darüber hinaus in großer Kritik, da sie nicht selten laufende Ermittlungen erschweren, unnötigen weiteren Schaden anrichten und vor allem weitere Frauen Gewalt aussetzen (in dem beispielsweise beim Hacken gefundene Bilder veröffentlicht werden). Auf ThinkProgress wird passend analysiert (meine Übersetzung):

In einer Kultur, die die Stimmen von Überlebenden von Vergewaltigung häufig ignoriert und ständig die Geschichten von Frauen über ihre eigene gelebte Erfahrung mit sexualisierter Gewalt und Unterdrückung in Frage gestellt werden, ist es entmutigend sich einen Film über einen der bekanntesten Vergewaltigungsfälle im Land vorzustellen, der einen “weißen Ritter” im Mittelpunkt stehen hat. Auch wenn es sicher nicht die Intention von Plan B Entertainment ist, die Wahl des Rahmens trägt weiter dazu bei, die wirkliche Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben, unsichtbar zu machen.

Und nicht nur das: Indem die Geschichte vom Rolling Stone Magazin verkauft wird, ist es möglich, dass über den Kopf der tatsächlich betroffenen Schülerin unterschiedlichste Personen profitieren, sie vollkommen außenvorsteht und keinerlei Einfluss auf die Entscheidung hat, wie auf Choice Words hervorgehoben wurde. Steubenville zeigt also im aktuellen Kapitel, wie, selbst wenn dann einmal über sexualisierte Gewalt im großen Rahmen gesprochen wird, dies vollkommen ohne Betroffene stattfinden kann. Auch das ist ein Teil von rape culture.


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Was ist dein liebster Woody Allen Film?

3. Februar 2014 von Charlott

[Inhaltshinweis: Thematisierung sexualisierter Gewalt, in Links zum Teil ausführlichere Beschreibungen dieser]

“Was ist dein liebster Woody Allen Film?”, fragt Dylan Farrow in ihrem offenen Brief, der am Samstag in der New York Times erschien, um dann detailliert darzulegen, wie Woody Allen, ihr Adoptiv-Vater, ihr sexualisierte Gewalt antat und immer wieder übergriffig wurde.

Als ich den Text las, war ich nicht vollkommen von seinem Inhalt überrascht. Bereits seit den 1990ern ist der Fall bekannt. Was mich überraschte, war meine abgeklärte Reaktion: Ja, ich habe den Text geteilt. Und dann für mich ad acta gelegt. Noch nicht einmal einen winzigen Gedanken habe ich daran gehabt, dass Farrows Schilderung irgendwie einen großen Einfluss auf die Art und Weise, wie Allen gesehen und gefeiert wird, haben wird.

Und bisher verläuft die Debatte so, wie sie zu erwarten war: Der Betroffenenbericht wird angezweifelt. Menschen wollen “beide Seiten” sehen. Es wird angeführt, dass Allen sich ja nie zu diesen Vorwürfen bekannt hätte (Ja, eine ganz tolle “Beweisführung”). Viele Menschen verwenden sehr viel Energie darauf Woody Allen zu verteidigen oder direkt Dylan Farrow (und anderen Familienangehörige) anzugreifen.

Wenigstens auf Twitter regte sich mit dem Hashtag #IBelieveDylanFarrow Gegenwehr. Denn der Mechanismus ist kein neuer, sondern ein eindeutiger Pfeiler von rape culture. Aussagen von Betroffenen von sexualisierter Gewalt werden fast immer unter den Generalverdacht der Falschaussage gestellt. Das ist in diesem Fall nicht nur furchtbar für Farrow, sondern eben auch für andere Betroffene, die dieses öffentliche Infragestellen verfolgen und sich vielleicht noch einmal mehr überlegen, ob sie selbst eine Anzeige erstatten oder überhaupt jemanden von der Tat erzählen.

Woody Allen scheint von allen dem unberührt. Er ist halt Woody Allen. Ein wenig verschroben. Aber das macht ja auch seine Filme aus. Er ignoriert den Brief einfach. Und er kann dies auch tun. Denn voraussichtlich wird ihn niemand zur Rechenschaft ziehen. Die “Geschichte” ist in den 90ern verflogen, warum sollte sie dies nicht auch jetzt tun? Stattdessen wird er weiter einen Film pro Jahr schreiben und drehen, und Schauspieler_innen werden sich freuen über die Ehre mit ihm zusammenzuarbeiten. Vielleicht haben einige kurz Zweifel, doch letzten Endes wird höchstens Kunst vom Künstler getrennt. Aber niemals alles boykottiert.

Beim Schreiben dieses Blogeintrags, habe ichTexte gelesen, die ich hier aus Gründen nicht verlinke, wo Menschen (in erster Linie Männer) zwar Dylan Farrow eine “schlimme Erfahrung” zugestehen wollten, aber nicht anders konnten als mehrfach zu betonen, dass nun ja aber niemand wissen könne, was wirklich damals geschehen ist. Oder andere Männer, die ihrer Ikone nachtrauern, und das als Grund nennen, warum sie keine Wut zum Ausdruck bringen. Nicht mehr Allen-Filme ohne schlechtes Gewissen gucken zu können, ist ja fast so schlimm wie Berichte über sexualisierte Gewalt. Da ist der Fokus eindeutig richtig gesetzt.

Ich habe zu mindestens dadurch meine Wut wiederfinden und meine anfängliche Apathie ablegen können. Ich denke allein an die letzten Jahren. An Kachelmann und das “Opfer-Abo”. An Strauß-Kahn. An Assange. Und wenn wir bei Regisseuren bleiben wollen: an Polanski. Ich bin wütend, dass es wahrscheinlich keine Konsequenzen für Allen geben wird – aber ich werde sicher nicht müde diese einzufordern.


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Polizeigewalt gegen Geflüchtete, Martin Luther King Day und barrierearme Räume- kurz verlinkt

23. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 219 von 243 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Napuli Paul Langa ist eine der Verhandlungsführer_innen der Geflüchteten am Oranienplatz. In einem Interview mit neues deutschland spricht sie über ihre Verhaftung und erfahrene Polizeigewalt auf dem Weg zu einer Verhandlung am Freitag. [Inhaltswarnung: ausführliche Beschreibung von Gewalt]

Im Interview mit dieStandard erläutert die Philosophin Rahel Jaeggi, warum die Art, wie Menschen ihr Leben führen eben keine Privatsache ist und wie sich auch Philosoph_innen in Debatten einbringen könnten und sollten. So beschreibt Jaeggi: “Jemand, der meint, ihm oder ihr werde durch politische Maßnahmen die Kindertagesstätte für seine oder ihre Kinder aufgezwungen, muss sich klarmachen, dass dort, wo es keine Kindertagesstätte gibt, den Menschen auch etwas aufgezwungen wird. Auch die Nichtexistenz solcher Institutionen prägt Lebensweisen.”

Dieses Video von NSU Watch erklärt den NSU Prozess und ist gleichzeitig eine Aufforderung zum Spenden für unabhängige, rassismuskritische Berichterstattung zum NSU-Prozess.

englischsprachige Beiträge

Anlässlich des Martin Luther King Jr. Tags twitterte accalmie zur Vereinnahmung von King, Narrativen zum Civil Rights Movement und wichtige Frauen in der Bewegung. Glücklicherweise hat sie diese Tweets auch noch einmal bei Storify zusammengefasst, so dass sie weiter leicht nachzulesen sind.

In der letzten Woche gingen eine Reihe von Bildern eines schwulen Paares und dessen Familienlebens viral. Courtney Baxter schreibt bei feministing über die Wichtigkeit von Sichtbarkeit, aber auch der Gefahr von tokenism.

Autostraddle veröffentlicht Auszüge aus Briefen von Frauen an Frauen, geschrieben zwischen 1896 und 1934. In der Einleitung heißt es: “Whether or not the writers of these letters were queer is not really certain, both because they’re all dead and we can’t ask them and because imposing contemporary ideas of sexuality and relationships on people in the past doesn’t work. In Surpassing the Love of Men, lesbian historian Lillian Faderman writes, “I venture to guess that had the romantic friends of other eras lived today, many of them would have been lesbian-feminists; and had the lesbian-feminists of our day lived in other eras, most of them would have been romantic friends.””

Brittney Cooper schreibt für Salon.com über CeCe McDonald, Marissa Alexander, Beyoncé, Harry Belafonte und den Kampf um Gerechtigkeit für und gegen Gewalt gegen Schwarze Frauen.

Die Autorin des Tumblrs Cause.We.Cool ist Highschool Schülerin. An ihrer Schule wurde der dresscode begründet mit Sätzen wie “Modest is hottest.” und “Boys will be boys.”. In ihrem Beitrag nimmt sie diese Aussagen auseinander und gibt ein Gespräch wieder, welches sie mit ihrem Direktor führte. [Hinweis in den Kommentaren: Cause.We.Cool ist nicht der_die Verfasser_in, sondern hat den Beitrag nur gerebloggt. Die Sätze zur Identität (Highschool Schülerin) und dem Geschehen beziehen sich also auf die Orgional-Verfasserin.]

Bei Black Girl Dangerous vefasste Janani Balasubramanian einen Text über Kritik an (Pop)Stars/ Popkultur und wie diese weiter ausgebaut werden könnte_sollte.

“The fear I carry and the aversion I feel towards governmental departments is due entirely to inter-generational trauma. My mother carries this fear, my grandmother carried this fear, my great-grandmother carried this fear. These fears are real – Australia’s historical track record in this speaks for itself.”, schreibt Kelly Briggs im Guardian über die Angst von Aborigini Müttern, dass ihnen ihre Kinder weggenommen werden.

The Feminist Wire veröffentlichte bereits im November den wundervollen “Letter To All Women Who Have Been Told To Quieten Down, Speak Softer and Be Less Angry” von Mohadesa Najumi.

Unter der Überschrift “The (Un)censorship Project” befreit skepchick arme Kommentare aus den Fängen der feministischen Zensurbehörde und veröffentlicht sie als Sprechblasen in Fotos aus dem 19. und Anfang 20. Jahrhundert.

Es reicht nicht, Menschen mit Behinderungen in Räume/Projekte/etc. einzuladen, es muss auch der Wille da sein Veränderungen durchzuführen, die bedeuten können, dass Dinge etwas länger dauern oder einfach anders organisiert werden müssen, schreibt building radical accessible communities everywhere.

Termine in Berlin

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Gratis-Entwicklungshilfe, goldene Facepalmen und siruptriefende Pfannkuchen – die Blogschau

11. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 231 von 253 der Serie Die Blogschau

“Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen”- das Bündnis Mind The Trap intervenierte eindrucksvoll bei einer fragwürdigen Tagung über Zugangsbarrieren zu Kulturproduktionen. Es gibt auch ein Video von der Aktion zu sehen.

Rambling Rose wagt die Prognose: “Der Trend zur Definitionshoheit weisser (Medien-)mac_h_ker hält an. Sie wollen auch 2014 entscheiden, was rassistisch und/oder sexistisch ist.” Ganz vorne mit dabei in Sachen Nichtrassismus und -sexismus: Comedy mit natürlich besten Absichten.

In der TV-Talkshow Beckmann ging es vorgestern unter dem Titel “Was ist schon normal? Leben mit behinderten Menschen” um Inklusion. Während und nach der Sendung wurde heftig auf Twitter über die Gäste und Inhalte diskutiert. Die Leidmedien haben ein paar Meinungen zusammengetragen.

mara vom Futblog erzählt darüber, wie anders in ihrem Umfeld mit der Liebesbeziehung ihres Bruders umgegangen wird als mit ihren eigenen: “heute weiss ich, dass meine sexualität kein thema war weil es etwas ungewisses ist, etwas womit sie keine erfahrung haben, weil ich schlicht und ergreifend nicht heterosexuell bin.”

Warum “sich jetzt einmal alle (egal welcher Sexualpräferenz) in einer Schlange anstellen und die güldene Facepalme an Norbert Blüm überreichen” dürfen, sagt C. Rosenblatt beim Ein Blog von Vielen.

“‘Wenn unsere Kinder homosexuell werden, sterben wir alle aus” ist das neue “wenn die Erde keine Scheibe mehr ist, fallen wir alle runter’.”- Fabienne Vesper über #idpet und das Klima, in dem diese Petition stattfindet.

“Danke, dass ich deine Wichsvorlage sein darf, nicht wahr?” – Naekubi hat sich mit den Rassisten und Sexisten von Amy & Pink rumgeschlagen. Auf dass ihr die Löffel niemals ausgehen mögen!

Bei Don’t degrade Debs, darling! berichtet die Auorin: “Es ist nun über 6 Monate her, dass ich bei der Polizei meine Anzeige gemacht habe. Seit dem warte ich. Ich bin geübt, aber nicht besonders gut im Warten und ich merke, wie dieses scheinbare EsGeschiehtNichts an mir nagt.

Steinmädchen betrachtet das neue Projekt Heimwegtelefon kritisch: “Das Heimwegtelefon reproduziert viele Mythen und die Arbeit, die Frauen seit Jahrzehnten in Gruppen und Institutionen gegen Diskriminierung und Gewalt leisten wird völlig übergangen. Es wird nicht auf Wissen zurückgegriffen, das Feministinnen mühsam angeeignet haben und immer immer wieder wiederholen.”

Katrin erklärt in ihrem Blog Reizende Rundungen zunächst in englischer, dann in deutscher Sprache, warum in der Aufforderung, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen, oftmals eine Riesenportion Fatshaming enthalten ist: “Denn ja, natürlich sollte man niemals nur nach dem Aussehen beurteilen, weder wegen dem Stil, den Haaren, den Klamotten oder dem Körper eines Menschen. Aber, und hier kommt ein sehr großes aber, man sollte das nicht nur nicht tun, weil sich unter dem „hässlichen“ ein schönes Inneres verbergen könnte. Sondern man sollte das generell nicht tun, egal was man darunter zu erwarten hat!”

Warum Jay vom Virtual Rereat Center einen Sonntag im Monat in der Küche verbringt und einen haufen zusätzliche Teller angeschafft hat: “Ich lade eine Runde feministischer Spaßverderber_innen ein, um gemeinsam Spaß haben zu können. Wir achten gemeinsam darauf, eine Stimmung zu schaffen, mit der sich alle wohl fühlen, statt von anderen als diejenigen wahrgenommen zu werden, die schlechte Stimmung verbreiten. Wir versuchen füreinander Platz zu schaffen, um miteinander Platz nehmen zu können.”

“Abseits von cismännlichem Technik-Expertenmackertum Probleme mit Rechnern, Computern, Maschinen bequatschen, Erfahrungen austauschen, Fragen beantworten und die sprichwörtliche “Hilfe zur Selbsthilfe” anbieten” – das gibt’s am 17.1. und ab dann jeden dritten Freitag im Monat, erzählt riot_nrrrd. Denn dann findet bei TrIQ (Glogauerstraße 19, Hinterhof, 10999 Berlin) eine Computersprechstunde für alle interessierten Trans*, Inter*, Lesben und Frauen* statt.

Und auch das hier bitte schon mal fett im Kalender anmarkern: Am 19. Januar 2014 im FAQ Infoladen (barrierearm), ab 15:30: Vortrag und Spoken Word der Aktivist*innengruppe FatUp!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Einfach ignorieren? Selbst wenn ich könnte, würde ich nicht.

14. November 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 21 von 27 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung der Autorin eine Übersetzung des Textes “I Wouldn’t Even if I Could“, den die großartige Melissa McEwan im vergangenen Monat auf ihrem Blog Shakesville gepostet hat. Eine Anmerkung zum Adjektiv “dick_fett”: Das Wort wird in der Fat-Acceptance-Bewegung als Selbstbezeichnung und politischer Begriff verwendet – eine objektive Beschreibung dafür, was “dick” oder “dünn” ist, gibt es nicht.

(Content note: Abwertung von dicken_fetten Körpern, sexualisierte Gewalt)

„Ignorier es doch einfach.“

Das ist der Rat, den ich zu zahllosen Gelegenheiten bekommen habe, wenn es um den grenzenlosen Hass gegen dicke_fette Menschen ging, der jeden Aspekt, jede Ritze unserer Kultur durchdringt.

Ich bekomme ihn von Menschen, die mich lieben und die nicht wollen, dass mich all jene Botschaften verletzen, die mir sagen, dass ich “weniger als” bin, dass ich schwach und faul und grotesk und wertlos bin, und ich bekomme ihn von Menschen, die mich hassen und die Leute, die so aussehen wie ich, ungehindert mit ihrer Feindseligkeit bespucken möchten, die versuchen mich dazu zu zwingen, ihnen nicht den Spaß an ihrer Bigotterie zu nehmen.

Ich bekomme diesen Rat von Menschen, die glauben, die Tatsache, dass ich auf Herabwürdigung reagiere, dass ich überhaupt irgendwie darauf reagiere, sei ein Beweis für meine Überempfindlichkeit. Niemals ist es der Beweis dafür, dass jemand, der sich in Hass gegen dicke_fette Menschen ergeht, nicht empfindsam genug ist.

Ich bekomme ihn von Menschen, die mir sagen, dass ich nicht verletzt sein sollte oder kein Recht habe, es zu sein – Menschen, die etwas für Beleidigtsein halten, was eigentlich Geringschätzung ist.

Ich bekommen ihn von Menschen, die glauben, dass sie mich beschützen, wenn sie mich dazu drängen, die Abwertung dicker_fetter Menschen zu ignorieren, obwohl „ignorieren“ faktisch einfach bedeutet „nicht öffentlich sichtbar reagieren“. Bestätige es nicht. Führe deine Gefühle nicht weiter aus. Sprich nicht laut aus, auf keinen Fall laut, dass so etwas falsch ist. Das würde nur allen unangenehm sein.

Besser, dass ich mich stattdessen alleine unbehaglich fühle.

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Lesben und Schwule in Ostberlin, Rassismus zu Halloween, Klage gegen Karl Lagerfeld – kurz verlinkt

30. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft

Beiträge auf Deutsch

Jeder sechste Mensch in Deutschland ist armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Frauen und Alleinerziehende.

Filiz Demirova, eine Romni, berichtet bei radioeins über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus.

Auch ein Leben mit einer schweren Erkrankung kann glücklich, lebenswert sein. Ein besonderes Beispiel hierfür ist Hannelore Setter gewesen, die am 10. Oktober im Alter von 79 Jahren in ihrem Krankenhausbett gestorben ist. 60 Jahre hatte sie dort verbracht.

Wie viel zählt das Leben eines geflüchteten Kindes in einem Asylbewerber*innenheim in Deutschland? Für viele anscheinend erschütternd wenig, wie Familie Petrovic auf bittere weise feststellen musste. Ihr Sohn Leonardo wäre vor zwei Jahren aufgrund der unterlassenen Hilfeleistung mehrerer Personen beinahe gestorben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage eingereicht.

In der Schweiz wird gerade ein diskriminierender Rückschritt diskutiert: ein explizites Ehe-Verbot für homosexuelle Paare.

Ein Mann zeigt Angestellten der Deutschen Bahn gegenüber Zivilcourage – und wird dafür von ihnen rassistisch beleidigt, weil er Schwarz ist. Später stellt sich heraus: Der Mann ist der Landtagsabgeordnete Daniel Mack. Und plötzlich tut der DB alles furchtbar leid.

“Out in Eastberlin” – ein neuer Kinofilm berichtet über das Leben homosexueller Personen in der DDR. Hier findet ihr den Trailer.

Ein blondes Kind lebt bei einer Roma-Familie – und sofort schreiben große europäische Medien von Kindesraub. Keno Verseck berichtet auf SPON von der Geschichte dieses antiromaistischen Ressentiments (siehe auch die englischsprachigen Links weiter unten).

Karl Lagerfeld äußerte sich mal wieder diskriminierend über dicke Menschen und insbesondere dicke Models und hat dafür nun – yeah! – eine Klage am Hals.

Hier könnt ihr für die Kampagne “Dritte Option” spenden.

Beiträge auf Englisch

Eine vermeintliche Kindesentführung durch ein Roma-Paar fand medial große Beachtung und Anteilnahme – anders als die  Fälle, in denen Kinder aus rassistischen Gründen gewaltsam von ihren Familien getrennt werden. Discipline and Anarchy schreibt über den rassistischen Bias in Entführungsdiskursen (siehe auch die deutschsprachigen Links weiter oben).

Sexualisierte Ausbeutung und Gewalt stellten einen Grundpfeiler des Systems der Sklaverei in den Staaten der heutigen USA (und sicher genauso anderswo) dar. Akiba Solomon bespricht für Colorlines, in wiefern der Film “12 Years A Slave”  einen wichtigen, oftmals vernachlässigten Teil der Geschichte der  rape culture offen legt.

Wäre es nicht so ernst im echten Leben, könnte man inzwischen von einem regelrechten Krimi sprechen:  Ein Gericht hat das geradezu gewaltsam durchgesetze Anti-Abtreibungsrechte-Gesetz in Texas für verfassungswidrig erklärt.

Vitamin W berichtet über das Fotoprojekt “Alone Time” von JJ Levine: Indem gezeigt wird, dass ein und derselbe Körper jegliches Geschlecht überzeugend verkörpern kann,  sollen herrschende Normvorstellungen über die zweigeschlechtliche Rollenverteilung in Frage gestellt werden.

Halloween steht vor der Tür und damit leider auch immer wieder Leute in Blackface oder Redface – wer nach wie vor nicht mitbekommen hat, das sowas rassistische Kackscheiße ist, geht ziemlich ignorant durchs Leben, hält Awesomely Luvvy fest. Inklusive praktischer Entscheidungsgrafik!

Queer-Gerechtigkeit bedeutet mehr als schwule weiße Männer, die mit ihren Beziehungen an die Öffentlichkeit gehen, erklärt Audrey bei Autostraddle.

Termine in Berlin, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld (mehr …)


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