Einträge mit dem Tag ‘Niedersachsen’


Sexuelle Gewalt, Aygül Özkan, Immigration, Lohndiskriminierung und ein cooler, schwuler Polizist

7. Mai 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 88 von 153 der Serie Kurz notiert

Die Zeit berichtet, wie die “Trostfrauen” Koreas, die ehemaligen Sexsklavinnen der japanischen Besatzer im Zweiten Weltkrieg, für ihr Recht kämpfen.

Laut Feministing ist Immigration ein feministisches Thema: Sechs von zehn Frauen erfahren auf dem Weg über Mexiko in die USA sexuelle Gewalt.

Nadia El Guennouni auf Philibuster: “Niedersachsen hat eine neue Sozialministerin, Aygül Özkan. Die sorgte in den letzten Tagen für ordentlich Wirbel. Ist sie doch unerhörterweise Türkin. Und – auch das noch – Muslimin!”

Systematische Lohndiskriminierung von Frauen in der US-Einzelhandelskette WalMart: Berufungsgericht erlaubt Sammelklage gegen Einzelhändler – Mehr als 1,5 Millionen Frauen könnten klagen, wie dieStandard.at berichtete.

Laut BBC wurde Schottlands erste Telefonleitung für männliche Opfer sexueller häuslicher Gewalt etabliert.

In Großbritannien hat ein schwuler Polizist einen Prediger festgenommen, weil dieser sagte, dass Homosexulität eine Sünde sei, laut DailyNews.

BitchMagazine fragt: Wann wird ein Thema zu einem feministischen Thema?


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Drei Frauen für Niedersachsen

20. April 2010 von Barbara

Aus alt mach neu – Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hat vier Posten in seinem Kabinett neu besetzt. Unter den vier Neuen sind drei Frauen! Das Besondere an dieser eh schon aufregenden Nachricht: eine von ihnen ist Muslima. Und eine von ihnen kommt aus dem Osten Deutschlands.

Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr macht es nachdenklich. Es ist großartig, dass Wulff, oder sein Beratungsteam, oder vielleicht sogar seine Partei, dass also mindestens ein paar Leute aus den Kreisen der Konservativen verstanden haben, dass der “alte” CDU-Kurs aus der Ära Kohl nicht mehr zeitgemäß ist. Dass Frauen in ein Team gehören, dass sie das Team besser machen. Es ist aber auch seltsam, dass gerade die Union das mit solcher Konsequenz verstanden hat, eine Partei, mit der doch eher traditionelle Geschlechterrollen verbunden werden. Oder handelt es sich hier um ein lokales Phänomen? Kurz für die Erinnerung: Die Kanzlerin ist gegen eine Quote in der Privatwirtschaft, die Bundesfamilienministerin ist für eine Herdprämie. Und die CSU-Frauen sind recht unglücklich, weil sich in all den Jahren des guten Willens in Sachen Geschlechtergleichheit nicht viel getan hat. Es ist also nicht nur zeitgemäß, sondern entspricht auch dem Zeitgeist, ist demnach vorbildlich, dass die Neubesetzung nicht nur eine Frauenquote, sondern auch noch eine, sagen wir, “Minderheiten-Quote” unterstützt: Frau, Ostdeutschland, migrantischer Hintergrund.

Die Frau mit dem migrantischen Hintergrund, Aygül Özkan, wird Sozialministerin. Die Frau aus dem Osten, Brandenburgs CDU-Vorsitzende und Landtagsfraktionschefin Johanna Wanka, wird Wissenschaftsministerin. Alle jubeln! Nur bei der dritten Frau, der “Frau”, kritisiert die taz einen Hang zum Lobbyismus. Astrid Grotelüschen, künftige Agrarministerin, ist mit einem Mann aus der Putenmast-Branche verheiratet. Was ihre Objektivität in Sachen Tierrechte gefährden könnte. Es bleibt also spannend in Niedersachsen.


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